Ich bin wieder da (und mehr) … I am back again (and more)

Ich war zur Kontrolluntersuchung heute Morgen, und alles ist gut verheilt; das ist eine grosse Erleichterung. Ich sehe immer noch Punkte und sich bewegende Schlieren im rechten Auge, aber daran werde ich mich wohl gewöhnen müssen. Das scheint eine Alterserscheinung zu sein, wie Tinnitus im Ohr. Wenigstens werde ich nicht blind. (Ich werde jetzt nach und nach eure Beiträge und Kommentare lesen.)

… This morning I went to be checked, and everything seems to be healed fine; that is a great relief. I am still seeing dots and moving slurs in my right eye, but I will have to get used to that. It seems to be an age thing, like tinnitus in the ear. At least I am not going blind. (I will start to read your posts and comments now.

Aber lasst uns von was Schönerem reden:                       … On a happier note:

Am Montag vor der Augengeschichte waren wir zum ersten Mal am Raubvogelturm im Vildmose-Gebiet. Wir sahen ein Mäusebussard-Pärchen, eine einzelne Hirschkuh und einen Kranich! Sie sind da!!! Imponierende Vögel. Leider hatte ich die Kamera nicht mit, da hätte ich auch Stativ und Weitwinkel gebraucht, der Kranich war etwas weiter weg. Ich konnte ihn durch mein Fernglas sehen.

… On the Monday before the eye-event, we were for the first time at the birds of prey tower in the Vildmose area. We saw a pair of common buzzards, a lonely hind, and a crane! They have arrived!!! Impressing birds. Unfortunately, I didn’t bring my camera. I would have needed tripod and wide-angle-lens, because the bird was far away from us. I could see it through my binoculars.Kranich_Pixabay_Kaedesis

(Foto: Pixabay – Kaedesis)

Erst dachten wir das wäre so ein langweiliger Sandweg, aber nein, auch hier kamen wir wieder durch den Sumpf auf einem Bretterweg. Unterwegs trafen wir noch einen älteren Herrn (in unserem Alter, haha), der für den Svend Aage Jensen Fond arbeitet, der viel für das Vildmose tut. Die Elche tragen ein Halsband, so dass man verfolgen kann, wo sie umherwandern. Auf der Webseite vom Fond sind die Angaben allerdings um eine Woche verzögert, damit nicht auf einmal alle dahinschwärmen, wo die Elche gerade sind (11 Erwachsene und ein Kalb).  😉 Dieser Fond hat auch Land als Naturschutzgebiet gleich neben dem Krüger Nationalpark, wo sie versuchen, Nashörner vor den Wilddieben zu schützen. Das scheint nicht einfach zu sein, die kommen mit Hubschrauber und Maschingewehren. Er sagt, dass man in Botswana mehr Erfolg hat, da dort die Tiere besser beschützt werden und Helikopter mit Wilddieben einfach abgeschossen werden. Das darf man als Ausländerfond in Südafrika nicht. China, der Hauptkunde für Nashornhörner scheint ein Einfuhrverbot ins Auge zu fassen. Das wäre eine grosse Hilfe .… jedenfalls eine sehr spannende Geschichte.

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… At first we thought that we would walk on a boring sand path, but no, also here we came to a plank path through the moor. On the way we met an elderly gentleman (our age, haha), who worked for the Svend Aage Jensen Fond, which supports the work on Lille Vildmose. He told us that the moose bear collars, so that they can be monitored, where they go and how long they stay. However, on the Font’s website the information is one week delayed so that not everybody swarms to the animals at the same time. 😉 This fond also owns land as nature park right beside the Krüger National Park, where they try to protect the rhinos. That doesn’t seem to be so easy, as the poachers come in helicopters armed with machine guns. He said that people in Botswana had more success with the protection of the rhinos, as they just shoot the helicopters with poachers down. In South Africa it is not allowed for a fond from abroad to do so. China, the main buyer of rhino horn, seems to reconsider to ban this trade. That would be a great help. … Anyway, that was an interesting story.

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Oben auf dem Turm trafen wir eine Gruppe Leute, u. a. einen Amerikaner aus Michigan, der seit 17 Jahren in Dänemark lebt und mit einer Dänin verheiratet ist. Wir unterhielten uns auf dem Rückweg zum Parkplatz mit ihm und gaben ihm den Tipp mit dem Indiana-Jones-Pfad (kællinge bjerg).

,,, On the tower we met a group of people, among others an American from Michigan, who has been living in Denmark for 17 years and is married to a Dane. We talked with him while walking back to the parking lot, and gave him the tip with the Indiana-Jones-path (the Danish jungle path ).

Wenn man im Vildmose mit einem Fernglas um den Hals rumläuft kommt man sofort mit Leuten ins Gespräch und erfährt alles mögliche.

… If you walk around the Vildmose with binoculars around your neck, you will immediately be talked to by other people and learn all kinds of interesting facts.

Auch dieses Mal sahen wir keinen Elch, aber doch einige (frische) Fussspuren. Eine der klareren habe ich versucht zu fotografieren (mit dem Smartphone meines Mannes). Die Spuren waren fast so gross wie meine Hand (Grösse 10).

… We didn’t see a moose either this time, but we saw some (fresh) tracks. One of the clearer ones I have tried to photograph  (with my husband’s smartphone). The tracks were nearly as big as my hand (size 10).

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Auf dem Sandweg trafen wir auch noch diese hübschen Kerlchen:             … On the sandy path we also met these pretty little guys:

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Und eine Rohrdommel haben wir gehört, kleiner Vogel, riesiger Laut! 😉   … And we heard a bittern, small bird, giant sound!

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(Foto: Pixabay – leechentou)

Jetzt wird so langsam alles grün, die Forsythien, Magnolien und Narzissen blühen, wunderbar!             

… Now everything is getting slowly green, the forsythia, magnolia and daffodils are flowering, wonderful!

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Eis – Kurzgeschichte (in drei Teilen) … Ice – short story (in three parts)

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Eis (Teil 3 von 3)

Glaubt es oder nicht, eines Tages standen Soldaten vor der Tür. Sie wollten uns zwangsentfernen. Auf unsere Frage ”warum” schauten sie verdutzt. ”Wollen Sie denn nicht überleben?” fragten sie uns. ”Nicht um jeden Preis, nicht um jeden Preis!” Da waren sie noch mehr erstaunt. Wir erfuhren, dass sie die Nachhut waren. Nach ihnen kam kein Mensch mehr, nur noch das Eis. Es hatte an Geschwindigkeit zugenommen und fast schon Skagen erreicht. (Wir waren nicht wirklich verwundert, denn wir hatten den Temperaturabfall schon seit einiger Zeit bemerkt.) Das Meer gefror zum grossen Teil, und was nicht gefror, wurde vom Gletscher vor sich hergeschoben und verursachte Überschwemmungen. Bald würden wir hier nicht mehr leben können. Entweder würden wir ertrinken oder vom Eis zermalmt werden. Wir wollten aber trotzdem bleiben; das war unsere Entscheidung, denn diese Welt würde es nicht mehr wert sein, in ihr zu leben. Einer der jüngeren Soldaten sah uns neiderfüllt an. Ich kann es nicht anders nennen, neiderfüllt. Wir waren in der Lage, unsere eigenen Entscheidungen zu treffen …

Glücklicherweise zuckte der ”Chef” der Soldaten (ich kenne mich mit militärischen Rängen nicht aus) schliesslich mit den Schultern ”es ist ihr Leben” und zog mit seinen Männern ab.

Eine Woche später geschah etwas völlig Unerwartetes: ein Mann kam die Strasse herauf, in die falsche Richtung, nach Norden! Wir gingen ihm entgegen und stellten fest, dass es sich um unseren Pastor handelte. Er war zurückgekommen! Wir luden ihn zu uns ein und bewirteten ihn. Er sah ziemlich mitgenommen aus. ”Ihr macht euch keine Vorstellung”, berichtete er, ” das Morden, die Grausamkeiten, die Unmenschlichkeit unter den Flüchtlingen … es ist unbegreiflich. Man sollte doch meinen, dass sie alle im selben Boot sässen, aber Solidarität wird nicht geübt, jeder ist sich selbst der nächste. Und bereits an der Grenze zu Deutschland werden die Flüchtlinge zurückgehalten. Man lässt sie nicht ins Land. Anscheinend hat man in kürzester Zeit einen starken, hohen Metallzaun errichtet, und zwar quer rüber von der Nordsee bis zur Flensburger Förde. Wer versucht, nach Deutschland zu schwimmen, wird von der Küstenwache erschossen.“ Er begann zu schluchzen. Wir waren froh, dass wir das nicht mitangesehen hatten und fühlten uns in unserem Beschluss bestärkt. Das half natürlich den armen Menschen an der deutschen Grenze nicht, aber wir konnten nichts für sie tun. Auch für sie war die Stunde der Entscheidung gekommen, besinne ich mich auf mein spirituelles Erbe oder mein tierisches. Die Menschen, die den Zaun errichtet hatten, hatten ihre Entscheidung bereits getroffen. Wie mochte es noch werden, wenn die Deutschen auch nach Süden ziehen mussten. Schliesslich wusste keiner, wie weit das Eis kommen würde.

Doch zurück zu unserer Situation. Unsere kleine Gruppe, bestehend aus drei Menschen, einem Hund und drei Katzen bereitete sich auf das Ende vor. Am Morgen nach der Ankunft des Pastors, plätscherte nämlich Wasser am Fusse des Abhangs und in der Ferne konnte man die sich nähernde Eiswand erkennen. Ich muss gestehen, dass ich etwas aus der Bahn geworfen war. Ich hatte gelesen, dass Erfrieren ein relativ angenehmer Tod ist. Man schläft ein und wacht nicht mehr auf, fertig. Aber Ertrinken? Daran hatte ich nicht gedacht, nicht damit gerechnet. Sollten wir alle Schlafmittel nehmen oder einfach das, was kam akzeptieren? Der Pastor war natürlich gegen die Schlaftabletten. Aber ich hatte eigentlich auch nicht daran gedacht, eine tödliche Dosis zu nehmen, nur so viel, dass wir einschliefen und nicht mitbekamen, was passierte.  Aber wahrscheinlich wachte man dann im allerletzten Moment doch auf.

Wir schliefen alle im ersten Stock in dieser Nacht, auch der Hund. Die Katzen machten, was sie wollten. Gegen Mitternacht wachte ich auf und sah aus dem Fenster. Wasser umspülte das untere Stockwerk. Ich weckte die beiden Männer. Sie schauten hinaus und sahen sich dann betroffen an. Es war zu spät für Tabletten. Wie wäre es mit den Gewehren, dachte ich, aber wer würde den letzten erschiessen? Plötzlich schlang mein Mann ein dickes Seil um mich und band uns zusammen. Das musste er heimlich geplant haben, denn das Seil hatte ich noch gar nicht bemerkt. Der Hund wimmerte. Wir brachten ihn dazu, uns in die Arme zu springen, so dass wir ihn zwischen uns nehmen konnten. Das beruhigte ihn nicht sehr, aber wenigstens starb er nicht alleine. Der Pastor begann zu beten. Das sollten wir auch tun. Schöpfer aller Dinge, wir befehlen unsere Seelen in deine Hände … Das Haus wackelte, etwas knirschte und dann brach alles zusammen. Die Kälte des hereinbrechenden Eiswassers verschlug mir den Atem und mir wurde schwarz vor Augen …

(Ende)

 

Ice (part 3 of 3)

 

Believe it or not, one day a group of soldiers came to the house. They wanted to remove us with force. When we asked “why”, they were surprised. “Don’t you want to survive?” they asked us. “Not at all costs, not at all costs!” That surprised them even more. They informed us that they were the rearguard. After them came only the ice. The glacier had accelerated and nearly reached Skagen. (That didn’t really come as a surprise; we had noticed the drop in temperature for some time.) Most of the seawater froze, and what didn’t freeze was pushed forward by the ice and caused floods.  Soon we wouldn’t be able to live here anymore, we would either drown or be crushed by the ice. But we wanted to stay anyway; that was our decision, as this world wouldn’t be worthwhile to live in anymore. One of the young soldiers looked at us full of envy. I cannot call it anything else, full of envy. We were in a position to make our own decisions …       

Fortunately the “boss” of the soldiers (I don’t know anything about military ranks) finally shrugged his shoulders. “It is your life”, and away he went with his men.

One week later something completely unexpected happened: A man came up the road, in the wrong direction, north! We went out to meet him and saw that it was our parson. He had come back! We invited him home and gave him something to eat and to drink. He looked very battered. “You cannot imagine”, he reported, “the murders, the cruelties, the inhumanity among the refugees … it is unbelievable. You would think that we all were in the same boat, but there is no solidarity, everyone for himself. And already at the border to Germany they are stopping the refugees. They don’t let them enter the country. They have built a strong, high metal fence in no time, and that all the way from the North Atlantic to the sound of Flensburg. Those who try to swim over to Germany are shot by the coastguard.” He started to sob. We were glad that we didn’t have to see that and felt justified in our decision to stay. That didn’t help the poor people at the German border, of course, but we weren’t able to do anything for them. Also for them the moment of decision had come, do I focus on my spiritual heritage or my animal heritage. The people who had built the fence had already made their decision. How bad would it get, when also the Germans had to go south. Nobody knew, how far the ice would come.

But back to our situation. Our small group consisting of three humans, one dog and three cats prepared for the end. On the morning after the parson’s arrival water lapped on the foot of the hill, and further away one could see the approaching ice wall. I must admit that I felt somewhat derailed. I had read that freezing to death was relatively comfortable. One fell asleep and didn’t wake up again, that was it.  But to drown? I hadn’t thought of it, hadn’t calculated with it. Should we all take sleeping pills or just accept what was coming? The parson was, of course, against the pills. But I didn’t actually think of a deadly dose, just so much that we fell asleep and didn’t notice what happened. But most probably one would wake up at the very last moment.

That night we all slept on the first floor, also the dog. The cats did what they wanted. Around midnight I woke up and looked out of the window. Water was flooding the ground floor. I woke up the men. They looked outside and then at each other, shocked. It was too late for pills now. How about the guns, I thought, but who would shoot the last one? Suddenly my husband wound a strong rope around my waist and bound us together. He must have planned that secretly, because I hadn’t seen the rope before. The dog was whimpering. We made him jump up into our arms between us. That didn’t really calm him down, but at least he wouldn’t die all by himself. The parson started to pray. We should also do that. Creator of all things, we entrust our souls into your hands … The house shook, something creaked and then everything broke down. The cold of the incoming ice water took my breath away and everything went black …   

(The end)

Gesehen in … … seen in …

Schon wieder AALBORG:                 … AALBORG again:

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Hier reklamiert eine soziale Wohnungsbaugesellschaft auf einem ihrer Häuser damit, dass sie die Badezimmer renovieren. Ist ja nett, aber wer will denn jedes Mal beim Vorbeifahren einen Mann auf dem Scheisshaus sehen? Und dann sagt mein Mann immer, die Deutschen hätten so einen analen Humor … 😉  😀  😀

… A social building society is advertising here on one of its buildings that they are renovating the bathrooms. That is very nice, but who wants to see a man on the can each time they drive by? And my husband claims that it is the Germans who have the anal sense of humour … 😉  😀  😀

 

 

Fastfood Bologna-style

Zwischen all dem Eis etwas Leckeres zum Essen …..  In between all the ice comes here something tasty to eat … 😉

Im Moment ist es so modern, dass Chefs auf Reisen gehen und das Essen anderer Länder erproben. Einer solcher Köche (aus England) war in Bologna (da müssen wir unbedingt mal hin). Die lokale Küche ist umwerfend. Aber hier soll es um ein ganz schnelles Pasta-Gericht gehen.

… At the moment it is very fashionable that chefs go abroad and study the food of other countries. One of those cooks (from England) was in Bologna (we have to go there). The local kitchen is fantastic. But this post is about a very quick pasta dish.

Man nehme Gemüse, die man im Kühlschrank hat; ich hatte Lauch – in dünne Ringe geschnitten, Roten Paprika und ein paar braune Champignons – in kleine Stücke geschnitten – und brate sie in Olivenöl weich (wenn man kein Olivenöl mag, kann man natürlich auch anderes Öl nehmen) unter Zugabe von Gewürzen und Kräutern nach Wahl; ich habe Thymian genommen sowie Salz, Paprika und weissen Pfeffer. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Die Nudeln kocht man parallel bissfest „al dente“.

… You take any vegetable that you happen to have in the fridge; (I had leek that I cut into fine rings, red bell pepper and a few brown mushrooms that I cut into small pieces), and fry them until soft in olive oil ( if you don’t like olive oil, you can, of course, take something else) adding spices and herbs of your choice; I used thyme, salt, paprika and white pepper. There are no limits to fantasy. Parallelly, you cook the pasta firm to the bite „al dente“.

Besonders an der Bologna-Art ist, dass man bevor man die Nudeln zu den Gemüsen gibt, ca. eine halbe Tasse des Nudelkochwassers in die Pfanne gibt und noch ein wenig köcheln lässt. Dann mischt man die Nudeln drunter, fertig. Ein leckerer und leichter Lunch. Das Nudelwasser bewirkt, dass man nicht dieses „alles schwimmt in Öl“ Gefühl hat.

… The specialty of the Bologna recipe is that you, before adding the pasta to the vegetables, pour about half a cup of the pasta cooking water into the frying pan and let it simmer a bit. Then you mix the pasta with the vegetables, done. A tasty and light lunch. The pasta water has the effect that you don’t get this „everything is sailing in oil“ feeling.

So sah das Ergebnis aus:                 …. The result looked like this:

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Der reisende Chef unterhielt sich in einer Kneipe mit Studenten, die alle aus Bologna oder der Umgebung stammten. Er wunderte sich, dass sie nicht in Rom oder jedenfalls woanders studieren wollten, sondern in Bologna blieben und fragte warum. Er bekam zur Antwort, weil man nirgendwo in Italien so gut und preiswert essen könnte wie in Bologna. Auf nach Bologna kann man da nur sagen!

… The travelling chef talked to some students in a pub, who were all from Bologna or the surrounding area. He was surprised that they chose to study in their hometown instead of going to Rome or other cities and asked them why. They told him, because nowhere in Italy one can eat so well and reasonably priced as in Bologna. Bologna, here I come, I would say!

 

Eis – (Kurzgeschichte in drei Teilen) … Ice – (short story in three parts)

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Eis (Teil 2 von 3)

Täglich zogen Heerscharen von Leuten vorbei. Einige versuchten, in die Häuser einzubrechen, um etwaige Wertgegenstände mitgehen zu lassen. Wir hatten uns tatsächlich Gewehre angeschafft und ausreichend Munition, so hofften wir, um die Leute abzuschrecken. Die  “normalen” Leute liessen sich leicht abschrecken. Ich hatte mehr Bedenken bei den professionellen Banden, die unweigerlich folgen würden, sobald alle Obrigkeit die Gegend verlassen hatte. Das hatte man schliesslich im Kino gesehen …

Erstaunlich waren all die Tiere, die durch das Dorf zogen. Ausser den gewohnten Hirschen und Wildschweinen, zogen auch Elche und Renntiere vorbei, Wölfe und sogar Bären sahen wir, und natürlich viel Kleingetier. Sie hatten es sehr eilig und waren zielgerichtet, Jäger und Beute flüchteten gemeinsam. Die Vögel waren schon lange verschwunden.

Als unser Dorf leer war, kamen nicht mehr viele Menschen vorbei, denn die Hauptstrassen lagen et­­­was weiter ausserhalb. Aber in der ersten Zeit mussten wir schon Wache halten, um nicht von Einbrechern überrascht zu werden. Ab und zu kam auch mal eine einzelne Nachzüglerfamilie mit Kindern durch den Ort, denen wir für eine Nacht Unterkunft gewährten. Aber auch hier mussten wir Wache halten, um nicht im Schlaf ermordet zu werden. Menschen in Not sind wie Tiere. Alles Menschliche verschwand in den Hintergrund, besonders, wenn man Kinder hatte, die es galt am Leben zu erhalten. Sie durften gerne unseren Kram haben, denn wir würden davon nichts mehr brauchen, nicht wahr? Aber unsere Lebensmittel und unser Wasser wollten wir behalten. Sie konnten auch in den anderen Häusern suchen gehen. Solange ich meine Todesart wählen konnte, wollte ich jedenfalls nicht verhungern. 

Natürlich hatten unsere Nachbarn versucht, uns zum Mitkommen zu bewegen. Sie sahen aber schnell ein, dass es nutzlos war. Der Nachbar von gegenüber fragte, ob er uns seinen alten Hund dalassen dürfte, denn der würde einen langen Marsch nicht überleben und er wollte ihm die Strapazen ersparen. Natürlich sagten wir ja. Nun waren wir zu dritt. Später kamen noch ein paar Katzen hinzu.

Bereits gehacktes Feuerholz konnten wir von den Häusern im Dorf einsammeln, denn alle hatten fleissig für Vorrat gesorgt, den sie natürlich nicht mitgeschleppt hatten. Obwohl wir es erstaunlich fanden, was alles mitgenommen wurde … nun, vielleicht hatte man dabei an Tauschhandel gedacht.

Es war nun an der Zeit, sich um einen Generator zu kümmern. Wir fuhren dazu in unseren lokalen Baumarkt. Unser Auto hatten wir noch. Es war normalerweise in der Scheune versteckt. Stellt euch vor, der Baumarkt war abgeschlossen … Das fand ich sehr erheiternd. Es war sehr schwer, die dicken Fensterscheiben zu zerbrechen. Zum Schluss fuhr mein Mann mit einem herumstehenden Bagger hinein, das half. Wer auch immer du bist, danke dafür, dass du die Schlüssel hinterlassen hast! Wir fanden alles was wir brauchten, um Strom herzustellen, ausser Kraftstoff. Den mussten wir uns aus der Tankstelle am Ortsausgang besorgen. Wir nahmen uns Kannister aus dem Laden dort, der übrigens auch abgeschlossen war. Glaubten die Leute wirklich, dass sie bald zurückkämen? Dort brauchten wir nicht einzubrechen, denn das hatten andere für uns erledigt. Alles, was man essen oder trinken konnte, war verschwunden, genau wie im Supermarkt.

Einige Tiere hatten die Leute mitgenommen. Sie hatten tatsächlich Kühe vor sich her getrieben und Schweine. Letztere würden sie nicht lange festhalten können. Wenn sie Freiheit vernahmen, würden sie weglaufen. Hunde und Katzen waren mitgefolgt, bis auf einige wenige. Aber die Hühner von einem Nachbarn waren noch da. Solange die lebten und nicht von durchziehenden Banden getötet wurden, konnte man vielleicht ab und zu ein Ei bekommen. Vielleicht sollte man sie in unsere Scheune umsiedeln … Futter hatte der Nachbar noch reichlich in seinem Schuppen liegen. Bald würde es sehr kalt werden; das würden sie auf sich allein gestellt nicht überleben. Wir liessen es dann doch bleiben; wir konnten weder die Welt noch die Hühner auf Dauer retten.

(Forsetzung folgt)

 

Ice (part 2 of 3)

Every day legions of people and animals trekked by. Some tried to break into the houses to steal eventual valuables. We had gotten hold of guns and, so we hoped, sufficient ammunition to scare people away. The “normal” people were easily scared. I was more concerned about the professional gangs that would undoubtedly follow as soon as all authorities had left. We have all seen that in movies, haven’t we?

We were surprised about all the animals that came through the village. Beside the local deer and wild boars, we also saw moose, reindeer, even wolves and bears, and the usual small animals. They were very much in a hurry and very purposeful. Hunters and prey fled together. The birds had disappeared a long time ago.

When our village was finally empty, there were not so many people passing through anymore, as the main roads were a bit further away.  But during the first weeks we had to keep watch because of burglars. Once in a while, a family with children came through, whom we offered shelter for the night. But even then we had to keep watch, so that we weren’t murdered in our sleep. Desperate people are like animals. All human qualities are pushed into the background, especially when they have children, who they want to keep alive. They were welcome to our stuff, we wouldn’t need it anymore, would we? But we wanted to keep our food and water. They could forage in the other houses, couldn’t they? As long as I could choose my death, I didn’t want it to be starving.

Our neighbours had, of course, tried to persuade us to follow with them. But they soon saw that it was futile. The neighbour from across the road asked us, if we would take his old dog. He wouldn’t survive the long march and he wanted to spare him the strain. Of course we said yes. Now we were a group of three. Later some cats joined us.  

We collected firewood from the other houses; people had been industrious splitting wood for the winter, which naturally they hadn’t carried along. Although we found it astonishing what people had taken along … but maybe they had thought of barter trading.

Now it was high time to get a generator. We drove to our local hardware store. We still had our car. Usually it was hidden in the barn. Imagine, the store was locked … I found that quite amusing. It proved difficult to break the thick window panes. In the end my husband just drove into them with a digger that was standing on the parking lot; that helped. Whoever you are, thanks for leaving the keys! We found everything we needed to generate electricity, except petrol. We would have to procure it from the petrol station at the village exit. We took cannisters from the shop there, which actually was locked as well. Did people really believe that they would soon return? We didn’t have to break in there, others before had done it. Everything that could be eaten or drunk had disappeared, just like in the supermarket.

Some people had taken their animals along. They had actually driven their cows and pigs. The latter they would not be able to keep very long. If they smelled freedom, they would run away. Dogs and cats followed their owners with very few exceptions. But the chickens of one of our neighbours had been left behind. As long as they lived and were not killed by passing bands, we might be able to get an egg now and then. Maybe we should move them to our barn … the neighbour had a lot of food for them in his shed. Soon it would get very cold; they wouldn’t survive all by themselves. In the end we didn’t do it anyway; we couldn’t save neither the world nor the chickens for good.

(To be continued)

An alle meine Leser … to all my readers

Die nächsten fünf Tage darf ich nicht lesen oder den Computer benutzen, weil ich gerade eine Laser-Operation am rechten Auge hatte – ein kleines Loch in meiner Netzhaut, das musste sofort behoben werden.

Ich hatte bereits Beiträge programmiert, aber ich werde keine Kommentare ansehen, bevor die fünf Tage vorbei sind. Nur, dass ihr Bescheid wisst, warum da keine klugen Bemerkungen von mir kommen … 😉  😀

 

…The next five days I am not allowed to read books or use the computer, because I just had a laser operation on my right hand eye – I had a small hole in my retina, so that had to be fixed immediately.

… I have programmed posts, but I will not look at comments before the five days are over. Just so you know, why you are not getting any clever remarks from me … 😉  😀

Romula … Romula

Als ich 12 Jahre alt war, ritten wir in Volksdorf, einem hamburger Stadtteil mit Wald, bei einem älteren Herrn, einem ehemaligen Soldaten, der vier Pferde besass, zwei Hannoveraner und zwei Holsteiner, jeweils eine Stute und einen Wallach. Man konnte sowohl ausreiten als auch Unterricht nehmen. Seine Nichte gab Reitstunden. Bei ihm ritten wir einige Jahre. Er hatte auch einen Hund, Romula, eine Mischung aus Schäferhund und mehreren anderen Sorten (ich habe sie in meinem Dackelbeitrag schon einmal kurz erwähnt).

… When I was 12 years old, we went horseback riding in a part of Hamburg called Volksdorf. It was at the outskirts of the city, not far from fields and woody areas. We rode at an old Gentleman’s place, a former soldier, who owned four horses, two Hanoverians and two Holstein horses, a mare and a gelding of each kind. We could just go on excursions or take lessons, given by his niece. We went there for several years. He also had a dog called Romula, a blend of German shepherd and several other kinds (I mentioned her shortly in my dachshound story).

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Der Kopf passt ganz gut, nur Romulas rechtes Ohr konnte nicht aufrecht stehen. Die Farbe ähnelt auch sehr, aber ihr Pelz war länger, dicker, wilder, wuscheliger. (Foto: Pixabay)

… The head of this dog looks very much like Romula, only her right ear couldn’t stand upright. The colour is also the very similar, but her fur was longer, thicker, wilder.

Romula und ich liebten uns heiss und innig. Wenn ich kam lief sie und holte die Leine aus der Küche, damit wir in den Wald gehen konnten. Wenn wir in der Küche sassen lag sie auf meinen Füssen. Andere Leute durften sich nicht bewegen, ohne dass sie knurrte und der Soldat meinte sie wäre falsch. Aber ich hatte vollstes Vertrauen zu ihr und wurde nie enttäuscht. Die anderen Mädchen wurden etwas eifersüchtig, weil der Hund immer hinter mir herlief und einmal sperrten sie sie in der Sattelkammer ein. Aber Romula nicht faul lief durch den Pferdestall und schon war sie wieder bei mir.

… Romula and I adored each other. When I came to the stable, she would run to the kitchen and get her leash, so that we could go for a walk in the woods. When we sat in the kitchen, she lay on my feet. Other people couldn’t move without her growling at them, and the soldier said she was malicious. But I trusted her completely and was never disappointed. The other girls were a bit jealous, because the dog ran after me all the time, and one time they locked her into the tack room. But Romula just sneaked through the horses‘ stable and there she was with me again. 

Einmal als ich mit ihr im Wald war, konnte ich es natürlich nicht lassen, sie von der Leine loszumachen trotz eingehenden Verbots. Und prompt lief sie voraus und vergass alles um sich her und ich verlor sie aus den Augen. Instinktiv versteckte ich mich hinter einem Baum und war ganz still. Kurz darauf konnte ich Romula ganz verzweifelt fiepen hören. Als ich sie dann rief, wurde ich mit Liebe überschüttet und sie wich nicht mehr von meiner Seite.

… One time when I was walking with her, I had to try to let her loose from the leash, although I had been firmly instructed never to do so. Promptly she ran ahead of me and forgot everything about me, and I lost her out of sight. Instinctively I hid behind a tree and kept very still. Not long, and I heard Romula whimper with despair. When I called out, she showered me with love and didn’t leave my side again.

Ein anderes Mal sprach mich auf dem Weg ein entgegenkommender Mann an, etwas schleimig lächelnd, aber man war damals ja immer höflich, also sprach ich mit ihm. Als Romula das Gequatsche zu lange dauerte, sprang sie kurz an dem Mann hoch und schnappte kurz vor seinem Bein in die Luft, eine Warnung. Ich entschuldigte mich, aber Schleimi meinte das mache doch gar nichts. Er ging dann allerdings weiter. Im Nachhinein denke ich, dass Romula mich da beschützt hat und vielleicht nicht ohne Grund …

… Another time a man came towards us saying hello, smiling a bit slimily, but at that time we were told to be polite, so I talked to him. When Romula thought that this had taken long enough, she jumped up at the man and snapped her teeth together right in front of his leg, a warning. I apologized, but slimy said it was o.k. However, he went away then. Afterwards I thought that Romula had protected me there, and maybe not without good reason … 

Romula starb mit 12 Jahren. Ich finde, sie verdient dieses kleine Gedenken hier auf meinem Blog.

… Romula died when she was 12 years old. I find that she deserves this little commemoration here on my blog.