Mein drittes Montagsherz

Fast hätte ich es vergessen, mein drittes Montagsherz oder vielmehr, meine Montagsherzen:

Es handelt sich um eine Unterlage für den Tisch, also für wenn man kleckert, die ich gerade für den Wohnwagen erworben habe. Auf der Rückseite sieht sie so aus:

„Moin“ sagt man in Nordfriesland beiderseits der Grenze, wenn man sich trifft und wenn man auseinandergeht. Das hat mich zu Anfang etwas verwirrt. Eigentlich nicht „moin, moin“, denn, so berichtigte mich ein Freund, das ist geschwätzig. 😉

Dann steht da: Loot di dat god smecken. Für Ausländer und etwaige Bajuwaren hier die wortgetreue Übersetzung: Lass dir es gut schmecken (andere Grammatik/Satzstellung im Plattdeutschen). Die Dänen würden sagen: Lad dig smage det godt (Lass dir schmecken es gut (wenn sie das sagen würden, denn diese Aufforderung habe ich bisher in Dänemark noch nicht gehört)). Die Dänen machen sich gerne lustig über die Angewohnheit der Deutschen, das Verb (fast) immer ans Ende des Satzes zu stellen. Sie sagen, wenn man beim Verb ankommt, hat man bereits vergessen, wer diese Handlung eigentlich ausführt.

Ich bin keine Schriftstellerin

Der Schriftsteller in unserer Familie ist mein Mann. Er hat 2005 einen politischen Thriller geschrieben über ein Attentat in Europa. Das Buch ist in Dänemark in einem kleinen Verlag herausgegeben worden. Leider mit einem schrecklichen Titelbild. Nachdem der Vertrag auslief, haben wir es als E-Buch in seiner gesamten ursprünglichen Länge veröffentlicht mit selbst gestaltetem Titelbild. Mein Mann ist Däne, und ich habe daher versucht, das Buch ins Deutsche zu übersetzen. Wir haben leider nicht das Geld für professionelle Übersetzung. Eine liebe Freundin hat das Buch gelesen und hat mir alle Fehler und Dänizismen aufgelistet.

Mein Mann fand den Prozess des Schreibens sehr aufregend. Überraschend für ihn war, dass seine Charaktere an einem bestimmten Punkt die Geschichte umschrieben, ihr eine andere Richtung gaben, als er es eigentlich geplant hatte. Darüber war er sehr erstaunt, aber auch begeistert. Die Geschichte ”lebte”, die Charaktere waren zum Leben erweckt.

Ähnliches passierte mir beim Übersetzen. Bei einigen ”heiklen” Szenen bekam ich richtig Herzklopfen. Da konnte ich meinen Mann besser verstehen. Obwohl ich wusste, wie eine Szene ausging, war ich aufrichtig besorgt um die Person, die da in Gefahr schwebte. Ein merkwürdiges Erlebnis.

In meiner Jugend habe ich ein paar Gedichte ”verbrochen”, aber welche ohne Reim. Ausserdem habe ich die Tagebücher meiner Schottlandreisen 1973 und 1974 geschrieben, aber das sind keine schriftstellerischen Meisterleistungen, mehr Situationsbeschreibung und -komik. Vielleicht veröffentliche ich sie hier als Serie. Ich habe fast nichts daran geändert, so habe ich eben als Achtzehnjährige geschrieben.

Manchmal ”kommt” eine Geschichte ”zu mir”, wie zum Beispiel die Elfengeschichte und die schreckliche Geschichte Entscheidungen. Die habe ich hier noch nicht veröffentlicht. Ich hatte nie die Absicht, diese Geschichten zu schreiben. Wenn sie ”kommen” muss ich sie auch gleich niederschreiben, sonst habe ich keine Ruhe. Für etwas Grösseres fehlt mir die Geduld, aber das macht ja nichts.

Wenn ich bei Frau Offenschreiben über den Prozess lese, bin ich sehr beeindruckt. Mein Mann hat es genauso gemacht, bis seine Charaktere dann eine eigene Meinung bekamen. Er hat auch minutiös recherchiert. Dafür hätte ich nicht die geringste Geduld. Für die Art seines Romans war es allerdings unerlässlich, die Fakten mussten stimmen.

Ich muss warten, bis mich die Muse küsst. Liebe Muse, küss mich, ich bin bereit!

P.S.: Hier kann man beide covers von dem Buch meines Mannses sehen: http://www.williamdam.dk/view.php?cv=forfatter&fn=Steffen+H.+Nielsen
Das obere ist das Taschenbuch, das untere das E-Buch.

Aus gegebenem Anlass …

All der Bärlauch auf Trelde Næs hat mich dazu inspiriert, mal etwas zu experimentieren. Das Resultat ist eine Art relish, das man entweder in Sossen  mischen kann oder als chutney benutzen kann.

Zutaten:
1 grosse Handvoll Bärlauchblätter, die grob geschnitten werden
2 kleine griechische Pfefferoni aus dem Glas (mild oder scharf, wie man will, ich habe mild genommen, die sind für mich immer noch scharf genug)
4-5 getrocknete Aprikosen
1 kleines Päckchen Mandelsplitter
½ Teelöffel goldenes Salz, das von Familie Schlemmerbalkon. (wenn man das nicht hat, nimmt man eine Löwenzahnblüte und zupft die gelben Blüttenblätter ab und vielleicht fünf Gänseblümchenblüten und zupft die weissen Blütenblätter ab. Dazu dann ½ Teelöffel normales Salz.
2 lange Spritzer roten Crema di Balsamico
1 ”Schwupps” Blaubeersirup (mir war es nicht süss genug, daher der Sirup; Agaven- oder Ahornsirup geht sicher genauso gut oder Holunderblütensirup).

Zubereitung:
Alle Zutaten in einem Blitzmixer zu einer groben Paste mixen.

Die Paste enthält alle fünf Geschmacksrichtungen: Salzig, sauer, scharf, süss und bitter (Blütenblätter).

Die Mengenangaben zeigen deutlich, dass der Vorgang sehr experimentell war. Aber jeder kann ja selber ein wenig spielen. Da es ein Experiment war, habe ich nur eine kleine Menge gemacht. Es füllte ein kleines Marmeladenglas, die Hälfte von einem normalen. Wenn man daher gleich mehr haben möchte, kann man ja die Mengen erhöhen.

Aprilwetter …

Sonntag, 24.04.2016

Der aprilligste Tag bisher:
Nachtfrost, am Morgen 2 km ins Land rein liegen 3 cm Schnee.
Dann, entgegen aller Vorhersagen, wunderschönes Sonnenwetter bis so um 14.00 Uhr.
Armageddon kündet sich an mit total schwarzem Himmel im Osten. Wir sind auf dem Rückweg von Vejle nach Trelde Næs.
Kaum sind wir im Wohnwagen angekommen, fängt es an zu pladdern, Glück gehabt.
Danach wieder schönstes Sonnenwetter.
Eine Stunde später Schneeregen.
Dann wunderschöne, sonnige Abendstunden.
Dann wieder sehr starker Regen bei noch totaler schwarzem Himmel. 😉

Jetzt, so gegen 22.00 Uhr schaue ich nicht mehr raus, aber ich kann keinen Regen mehr hören. Es ist so kalt im Vorzelt, es gibt garantiert wieder Nachtfrost.

Ein abwechslungsreicher Tag!

Was blüht schon auf Trelde Næs?

Gestern war so ein schöner Tag, dass ich mir die Kamera umgehängt habe und wieder einmal in den Wald gegangen bin. Jetzt blüht doch schon so Einiges.

Keine Blüten, aber pfiffig. Gleich hinter dem Camping-Platz haben sich Leute eine kleine Laube mit Blick auf die Förde eingerichtet.

Und dann dieses köstliche Weiss vom Schlehdorn gegen den blauen Himmel:

Scharbockskraut. Ich liebe diese sattgelben Blüten und haben einige Pflanzen in meinem Garten angesiedelt.

Das könnte kriechender Günsel sein. Die Blätter duften sehr stark würzig, wenn man sie zwischen den Fingern reibt, so als ob man sie im Essen benützen könnte.

Warte, warte, noch ein Veilchen …

Buschwindröschen und Bärlauch

Nochmal Waldanemonen, die standen einfach zu perfekt:

An einigen Stellen blüht der Bärlauch schon fast:

Schlehdorn wächst hier in Hecken an der Steilküste entlang, hier ein Portrait. Fast bereue ich, dass wir nächsten Winter nicht mehr hier sind … 😉

Hahnenfuss, meine ich. Ich dachte immer, dass wäre eine Anemonenpflanze wegen der Blätter, aber anscheinend ist es eine Ranunkelpflanze (Wikipedia).

Von diesen kenne ich den Namen nicht, aber ich glaube, dass es eine Art Nelke ist.

Und dann noch einmal Bärlauch. Ich habe noch nie so viel auf einmal gesehen. Der ganze Wald roch nach Knoblauch, und ich war nicht die Einzige, die geerntet hat. Trotz des Geruches meinte eine schwedische Dame, ob das Maiglöckchen wären, das wäre ja gefährlich. Da hat sie irgendwas gelesen. Angeblich soll man Bärlauch mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlose verwechseln können …

Und dann blühte ein schönes Pferd auf der Wiese. Manchmal sollte man auch den Ton mit einfangen können. Ich sage zu dem Pferd: „Na, wat schnackst?“ Da fängt es an zu wiehern, zum Umkippen komisch.

Das hysterische Gejappe von zwei Hunden am Strand hätte ich euch allerdings ersparen wollen, ein Sopran, ein Bass. Ich verstehe manchmal nicht, dass es den Hundebesitzern nicht selber auf die Nerven geht. Es ging um einen dritten Hund, der sich erdreistete, auch am Strand spazieren zu gehen. Sein armes Frauchen drehte dann zum Schluss einfach um und ging mit ihm in die andere Richtung.

Und zum Abschluss noch ein paar Wolkenbilder:

Solche Bilder benutze ich manchmal als Hintergrund auf meinem Computer.

 

 

 

 

Brotbacktag

Dieses Mal aus Dinkel, daher die Färbung. Ich backe normalerweise 16 Brötchen und ein grösseres oder zwei kleinere Weissbrote, je nachdem, wie viel Teig vorhanden ist. Das reicht dann für drei Zuhause-Perioden.

Zwischendurch backe ich dann drei Mischbrote mit Kernen, die dann für drei Arbeits-Camping-Perioden reichen. Die sind leider nicht so fotogen, die Brote, aber sehr lecker. Die backe ich halb aus feinem Dinkelmehl und halb aus Vollkorndinkelmehl mit fünf verschiedenen Körnern, und zwar mit sehr wenig Hefe und mindestens 12 Stunden gegangen.

Ich habe es doch noch einmal mit einem Foto von dem Mischbrot versucht:

Schade, dass man den Duft nicht mitvermitteln kann. 😉