Ich bin keine Schriftstellerin

Der Schriftsteller in unserer Familie ist mein Mann. Er hat 2005 einen politischen Thriller geschrieben über ein Attentat in Europa. Das Buch ist in Dänemark in einem kleinen Verlag herausgegeben worden. Leider mit einem schrecklichen Titelbild. Nachdem der Vertrag auslief, haben wir es als E-Buch in seiner gesamten ursprünglichen Länge veröffentlicht mit selbst gestaltetem Titelbild. Mein Mann ist Däne, und ich habe daher versucht, das Buch ins Deutsche zu übersetzen. Wir haben leider nicht das Geld für professionelle Übersetzung. Eine liebe Freundin hat das Buch gelesen und hat mir alle Fehler und Dänizismen aufgelistet.

Mein Mann fand den Prozess des Schreibens sehr aufregend. Überraschend für ihn war, dass seine Charaktere an einem bestimmten Punkt die Geschichte umschrieben, ihr eine andere Richtung gaben, als er es eigentlich geplant hatte. Darüber war er sehr erstaunt, aber auch begeistert. Die Geschichte ”lebte”, die Charaktere waren zum Leben erweckt.

Ähnliches passierte mir beim Übersetzen. Bei einigen ”heiklen” Szenen bekam ich richtig Herzklopfen. Da konnte ich meinen Mann besser verstehen. Obwohl ich wusste, wie eine Szene ausging, war ich aufrichtig besorgt um die Person, die da in Gefahr schwebte. Ein merkwürdiges Erlebnis.

In meiner Jugend habe ich ein paar Gedichte ”verbrochen”, aber welche ohne Reim. Ausserdem habe ich die Tagebücher meiner Schottlandreisen 1973 und 1974 geschrieben, aber das sind keine schriftstellerischen Meisterleistungen, mehr Situationsbeschreibung und -komik. Vielleicht veröffentliche ich sie hier als Serie. Ich habe fast nichts daran geändert, so habe ich eben als Achtzehnjährige geschrieben.

Manchmal ”kommt” eine Geschichte ”zu mir”, wie zum Beispiel die Elfengeschichte und die schreckliche Geschichte Entscheidungen. Die habe ich hier noch nicht veröffentlicht. Ich hatte nie die Absicht, diese Geschichten zu schreiben. Wenn sie ”kommen” muss ich sie auch gleich niederschreiben, sonst habe ich keine Ruhe. Für etwas Grösseres fehlt mir die Geduld, aber das macht ja nichts.

Wenn ich bei Frau Offenschreiben über den Prozess lese, bin ich sehr beeindruckt. Mein Mann hat es genauso gemacht, bis seine Charaktere dann eine eigene Meinung bekamen. Er hat auch minutiös recherchiert. Dafür hätte ich nicht die geringste Geduld. Für die Art seines Romans war es allerdings unerlässlich, die Fakten mussten stimmen.

Ich muss warten, bis mich die Muse küsst. Liebe Muse, küss mich, ich bin bereit!

P.S.: Hier kann man beide covers von dem Buch meines Mannses sehen: http://www.williamdam.dk/view.php?cv=forfatter&fn=Steffen+H.+Nielsen
Das obere ist das Taschenbuch, das untere das E-Buch.

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Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr 24 Jahre verheiratet und in Dänemark lebend (2017).

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