Schlechtester Film des Jahres?

Ich glaube, den haben wir gestern gesehen. Er heisst „London has fallen“ und handelt um einen gross angelegten Terroranschlag auf europäische Staatsoberhäupter in London während eines Staatsbegräbnisses.

Der so genannte Plot ist so unglaubwürdig, dass ich mich fast vor Schmerz gekrümmt habe. Hunderte, wahre Heerscharen von Terroristen versammeln sich mitten in London in einer Bauruine und weder MI6 noch CIA bemerken das Geringste.

Dann so lächerliche Dinge: Der amerikanische Präsident wird von seinem security chap aus dem Helikopter gescheucht: „Der kann jeden Moment explodieren“. Das nächste Bild zeigt den Präsidenten direkt neben dem Chopper stehend, trotz Explosionsgefahr. Wie blöd ist der denn? Aaron Dingsda ist in meinen Augen völlig unglaubwürdig als Präsident der Vereinigten Staaten und ein ziemlich schlechter Schauspieler generell (meine Meinung).

Der Film beweist mal wieder, auch mit der Rhetorik, dass viele Amerikaner wirklich nicht sehen können, dass Mord = Mord ist, auch wenn Amerikaner die Mordenden und die Opfer Moslems sind.

Urlaub in Dänemark

Im Juli wollten wir eigentlich irgendwann eine Woche mit dem Wohnwagen nach Djursland fahren. Da aber der Wetterbericht so merkwürdig war, beschlossen wir, einfach nach Trelde Næs zu fahren, wo unser Wohnwagen bis Oktober einen festen Platz hat, und von dort Tagesausflüge zu unternehmen. Wir wollten nicht riskieren, dass wir das Vorzelt für eine Woche Monsun abbauen.

Eine Fahrradtour nach Vejle gelang uns. Vom Munkebjerg aus hinunter an die Förde und dann nach Vejle hinein. Wir entdeckten einen schönen Naturpfad, der an einem Kanal entlang und durch ein Industriegebiet führte. Seltsame Mischung, aber sehr schön. Er führte uns in die Nähe des Hafens. Den Munkebjerg wieder hoch, wo unser Auto stand, schaffte ich nicht einmal mit voller EL-Unterstützung und erstem Gang. Ich musste das letzte Drittel schnaufend hochschieben. In so einer Situation sind die EL-Fahrräder reichlich schwer. Beide Ufer des Vejle-Fjords sind sehenswert. Ganz besonders gefällt mir die Umgebung von Brejning, Andkjær, Munkeberg.

Dann machten wir einen Ausflug nach Odense in das dortige Eisenbahnmuseum. Es ist wesentlich grösser als das auf Bornholm, das ich aber auch sehr schön fand, mit einigen wirklich fantastischen alten Lokomotiven. Hier drei Beispiele.

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Das dritte Foto zeigt den Original-Spurenwagen oder wie sowas heisst, der in dem einen Olsen-Banden-Film benutzt wurde:

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Wer an mehr interessiert ist, kann sich die Bilder hier anschauen: (https://1drv.ms/f/s!AgFPhjrOrk1AoBULVL8xB6o_D4y7).

Da wir nun schon auf Fünen waren, schauten wir uns auch noch einen möglichen Campingplatz an, den wir schon immer einmal besuchen wollten, Flyvesandet. Der liegt wunderschön mit Blick auf das Wasser, viele Bäume, empfehlenswert. Wenn im Herbst das Wetter gut sein sollte, fahren wir vielleicht eine Woche dorthin.

Mittwoch sollte der einzige Tag in der Woche mit Regen sein. Das war er auch! Daher hatten wir geplant, uns die Regenwaldanlage in Randers anzuschauen, die in Hallen beherbergt ist. Diese Idee hatten allerdings auch Tausende von anderen Turisten. Es war unmöglich, dort zu fotografieren, weil man eng gedrängt auf den schmalen Pfaden hintereinander herging. Die Anlage ist imponierend und wirklich sehenswert, schön und liebevoll gestaltet. Wir werden da noch einmal hinfahren, wenn überall die Sommerferien vorbei sind, an einem Wochentag … Ich hätte mich so gerne mal hingesetzt, um die Vögel zu beobachten, die frei umherflogen, sich aber wegen der vielen Menschen hoch unter dem Dach aufhielten. Bilder von ”Randers Regnskov” habt ihr also noch zugute.

Djursland ist eine Reise wert, und wir werden unsere Woche dort noch irgendwann nachholen. Für Dänemark-Interessierte wäre auch die Seenplatte um Silkeborg herum zu erwähnen mit dem ”Himmelbjerg”, der die schwindelnde Höhe von 178 Metern oder so ähnlich erreicht. Man hat von dort einen atemberaubenden Ausblick auf die Seen.

Auch der Norden Dänemarks hat Naturschönheiten zu bieten, wie z. B. den Limfjord, Lille Vildmose und Store Vildmose. Für Leute, die Strand so weit das Auge reicht lieben, ist Skagen zu empfehlen.

 

Vegetarische Frikadellen

Den ”Teig”, den ich hier beschreiben werde, kann man für alles mögliche benutzen, Frikadellen, Braten im Ofen, ja, ich denke man kann sogar Cevapcici (http://www.essen-und-trinken.de/rezept/274081/cevapcici-mit-ajvar.html ) daraus machen, vielleicht mit etwas Rauchsalz, um den Grillgeschmack zu imitieren. Man kann den Teig nicht grillen! Gekochte Klösse habe ich noch nicht probiert, werde ich aber.

Zutaten: (für 10 mittelgrosse Frikadellen)

250 g Grünkernschrot (fein)
½ l Milch
Etwas Öl
1 gestrichener Teelöffel gemahlenes Kumin (Kreuzkümmel)
1 gestrichener Teelöffel gemahlenes Kurkuma (Gelbwurz)
1 gestrichener Teelöffel gemahlener Koriander
Salz und Pfeffer nach Belieben
1 mittelgrosse Zwiebel, kleingehackt
1 Ei
1-3 Zehen Knoblauch, kleingehackt
100 g grob geriebenen Käse (oder fertigen Gratin-Käse aus der Tüte, ich nehme Cheddar)
Eventuell etwas Semmelbrösel

Den Grünkernschrot in einem Topf in etwas Öl kurz anbraten.
Milch hinzufügen und den Schrot auf kleiner Flamme weichköcheln lassen. Wenn die Masse zu dick ist, etwas Wasser oder mehr Milch hinzufügen. Es darf aber auch nicht dünnflüssig werden!
Alle Gewürze hinzufügen und mitköcheln lassen.
Wenn sich die Masse gesammelt vom Topfboden lösen lässt, ist sie fertiggekocht.
Beiseite stellen und abkühlen lassen.

Nach genügender Abkühlung fügt man das Ei, den Käse, die Zwiebeln und den Knoblauch hinzu. Ich benutze die gute alte Handknetmethode, um alle Zutaten schon gleichmässig zu verteilen.
Wenn die Masse zu feucht ist, so dass man sie mit der Hand nicht formen kann, dann kann man Semmelbrösel hinzufügen, bis sie die richtige Konsistenz hat.

Für Frikadellen forme ich kleine Bällchen, die ich dann in einer Pfanne in vorher erhitztem Olivenöl mit dem Spatel etwas flach drücke und von beiden Seiten knusprig brate.

Für Braten fülle ich sie in eine Kastenform, die ich mit Backpapier auslege und gare sie im Backofen bei 180 Grad ca. eine ¾ Stunde. Man kann hier wie beim Kuchen die Stricknadelprobe machen: wenn nichts daran festklebt, ist der Braten fertig.

Für eine vegane Version kann man die Milch durch Mandelmilch ersetzen und sowohl Ei als auch Käse einfach weglassen. Sie sind nicht notwendig, um den Teig zusammenzuhalten. Den Käse nehme ich, weil mein Mann das so gerne mag und das Ei, wenn ich Braten mache, weil der sich dann besser schneiden lässt.

In Dänemark habe ich leider noch keinen Grünkern gefunden, daher kaufe ich ihn in Deutschland. Aber man kann Dinkel kaufen, was ja auch ginge. Theoretisch müsste man die Frikadellen mit allen Kornsorten machen können. Ich liebe aber Grünkern, der einen ganz besonderen Geschmack hat. Mein Mann lässt alle Soja-, Qorn- oder anderweitigen Fleischersatzprodukte dafür stehen.

Wenn jemand von euch, der/die auch in Dänemark wohnt weiss, wo man Grünkern bekommt, gebt mir bitte einen Tipp!

Ich wünsche euch einen guten Appetit!

Eine wahre Rhododendron-Geschichte

Ich hatte anfänglich nur zwei japanische Azaleen. Dann kam als wir in Schweden wohnten der Rhododendron mit den hell-lila Blüten und den variegata Blättern dazu, eine richtige Seltenheit. Ein Freund hatte eine Babypflanze aus einem verlassenen, verwilderten Garten ausgegraben und mir geschenkt. Nach zwei Jahren kam die erste Blüte. Nach 10 Jahren hatte er eine Höhe von ca. 1,5 Metern, also nicht allzu riesig und war genauso breit.

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Auf dem zweiten Bild eine Ecke der „Mutterpflanze“, die fuchsiafarbene Azalee und dahinter, bereits abgeblüht, eine fast blaue Azalee.

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Ich habe versucht, Ableger zu ziehen, weil wir ausziehen wollten, und die Pflanze zu gross zum Mitnehmen war (leider), was mir aber nicht gelungen ist.

Daher nahm ich von diesem Rhododendron 2011 Samen ab, die ich 2012 im Frühling aussähte. Das ergab so ca. 60+ Keimlinge. Alles in einem Topf. Als sie etwas grösser wurden, pflanzte ich sie um in grössere Töpfe à 4-6 Pflanzen.

Diese verbrachten den ersten Winter eng gedrängt draussen an einer geschützten Stelle. 2013 bekamen sie dann alle ihren eigen Topf. Das waren dann noch ca. 42 Überlebende.

Im Januar 2014 zogen wir um und im Frühjahr wurden die kleinen Pflanzen endlich in Beete gepflanzt. Ich weiss, dass ich diese Stadien fotografiert habe, bin aber bisher leider nicht in der Lage gewesen, die Bilder aufzustöbern.

2016 sind jetzt noch 21 (9.6.2016 gezählt) Pflanzen übrig, die sich sehr schön entwickeln. Einige sind dem Maulwurf zum Opfer gefallen, einige haben den Winter nicht überlebt. Sie sind sehr unterschiedlich in Wuchs und Blätterform, und ich glaube, dass sich der Rhododendron mit der fuchsiafarbenen Azalee gekreuzt hat, die im Topf daneben stand. Unter den Keimlingen waren einige, die von den Blättern her mehr wie Azaleen aussahen, nicht wie Rhododendron. Diese scheinen aber bis auf eine einzige eingegangen zu sein.

Ich bin sehr gespannt auf die erste Blüte! Leider scheint keines der Kinder die variegata Blätter geerbt zu haben, was die Mutterpflanze so ungewöhnlich gemacht hat.

Ich bin sehr froh, dass die Nachfolger in unserem letzten Garten echte Liebhaber sind. Als ich kurz ansprach, den Rhododendron mitzunehmen, kam da gleich ein Widerstand … denn er stand ja nicht im Topf. Alles, was ich mitnehmen wollte, hatte ich nämlich vor den Reklamefotos in Töpfe gepflanzt, aber den Rhododendron hatte ich nicht mehr geschafft. Da hätte man erst einmal einen riesigen Pflanzkasten besorgen müssen etc. etc.    Jedenfalls ist er in guten Händen.

Hier ein paar Bilder von den immer noch jungen Pflanzen in den verschiedenen Beeten.

In diesem Beet sind fünf Stück …

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… und in diesem sechs Stück.

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Im Beet gegenüber ist noch einer übrig geblieben. Die hellgrüne Pflanze rechts ist eine Glockenblume. In diesem Beet war der Maulwurf kräftig am Graben.

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Diese eine Pflanze sieht mir wie eine Azalee aus. Die anderen sind eindeutig Rhododendrons, denke ich.

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Hier kommen drei Bilder vom letzten Beet mit neun Pflanzen.

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