Watt schall’s (oder Hochdeutsch: Was soll’s)

Vor einigen Monaten habe ich während eines Anfalls von Nostalgie angefangen, unter dem Titel ” Eine ganz normale Familie” alles aufzuschreiben woran ich mich aus meiner Kindheit erinnere, Gutes wie Böses, aber da war viel Negatives u. a. Gewalttätigkeit verschiedener Art.

Mein Mann riet mir, das sein zu lassen, mich nicht mit all dem Negativen aus der Vergangenheit zu beschäftigen, weil mich das nicht weiterbrächte. Natürlich hatte er Recht, woraufhin ich heimlich, ohne sein Wissen, weiterschrieb. 😉
Ich habe das Manuskript an meinen jüngeren Bruder geschickt, der ja nicht alles aus der Vorzeit kannte, und ich es für wichtig hielt, dass er neben der Darstellung meines älteren Bruders auch meine erhielt, die sich ziemlich voneinander unterscheiden.

Beim letzten Crash meines Laptops ging das Manuskript dann verloren, da es auf dem Desktop lag. Das sollte wohl so sein. Ich werde es jedenfalls nicht noch einmal aufschreiben.

Die Geschichte hatte mir auch dazu gedient, mir all den Frust gegenüber meinem älteren Bruder und seiner bösartigen Frau von der Seele zu schreiben.

Ist es nicht witzig, der ältere Bruder meinte immer, dass der jüngere von den Eltern alles in den Hintern geschoben bekam. Genau dasselbe habe ich immer von meinem älteren Bruder gedacht. 😉

Aber mein Mann hat Recht, wie so oft. Es dient meiner persönlichen Entwicklung nicht, bei diesen unangenehmen Vorfällen aus der Vergangenheit zu verweilen, zumal ich meinen Eltern vergeben habe. Sie haben es so gut gemacht, wie sie eben konnten, manchmal eben auch nicht so gut. Das kann ich von mir selber wiedererkennen. Sie waren jung und unerfahren, als sie die Ehe eingingen und Kinder bekamen. Wie so oft stellen sich dann Desillusion und Enttäuschung ein. Wenn man dann nicht vernünftig miteinander sprechen kann und die Grosseltern sich dann auch noch in die Ehe einmischen, kann das ganz schön schiefgehen.

Daher soll die Geschichte in Frieden ruhen, selbst wenn sie einige sehr humoristische Berichte enthielt.

Vielleicht veröffentliche ich mal einige der fröhlichen Ereignisse, an die ich mich erinnere. Bis dahin RIP, ich liebe euch trotz allem, meine unperfekten Eltern!

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Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr 24 Jahre verheiratet und in Dänemark lebend (2017).

5 Gedanken zu „Watt schall’s (oder Hochdeutsch: Was soll’s)“

  1. Ich schreibe ja auch über meine Vergangenheit und mir hilft das sehr. Das ist wohl bei jedem anders. Einen Teil meiner Erinnerung habe ich meiner Schwester und meinem Neffen zu lesen gegeben (die wissen nichts von meinem Blog) und sie würden gerne wissen wie es weiterging. Vielleicht schreibst du ja mal was von früher, was dich nicht herunterzieht und dir keinen Kummer bereitet, ich würde es auf jeden Fall gerne lesen. 🙂

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