Rattenjagd in Hjørring

Vor ca. einer Woche bemerkte ich zum ersten Mal eine raschelnde Präsenz hinter dem Heizkörper in der Wohnstube. Am nächsten Tag wurden auch ”Hinterlassenschaften” gefunden. Du meine Güte, das musste eine Ratte sein, die Klösse waren viel grösser als die von der Maus neulich unter dem Küchenwaschbecken.

Vermieter angerufen, Kommune angerufen (dazu ist man verpflichtet in Dänemark, wenn es sich um Ratten handelt).

Irgendwie musste das Viech ja ins Haus gekommen sein, und zwar in die Wand, denn im Keller waren keine Spuren zu finden. Ein Angestellter des Hauswirts kam und verzementierte einige Risse in der Hauswand. Die eigentliche Einstiegstelle befand sich jedoch unter der Osttreppe, wie wir herausfanden. Dafür hatte er nicht mehr genügend Zement. Er glättete nur die Erde, so dass man sehen konnte, ob da wieder neu gegraben wurde. Im Haus fanden wir ein Loch in der Wand unter einer Fensterbank, hinter dem Heizkörper. Die Fensterbank hängt dort über dem Heizkörper, mit anderen Worten, man kann das Loch zwar von der Seite sehen, aber man kann es nicht zumachen, es ist völlig unzugänglich. Um es zuzuzementieren, muss man den Heizkörper entfernen. Wir kauften mit Beschwer 5 Rattenfallen. Die waren überall ausverkauft, was auf eine Rattenplage hindeutete.

Es wurde wieder gegraben. Scheisse auf den Möbeln; desinfiziert und Decken über alle Möbel; nachts Türen zu den anderen Zimmern zugemacht und Fallen aufgestellt. Gefressen wurde, aber die Fallen schnappten nicht zu.

Eine Nacht war da ziemlich gewalttätiges Kratzen unter der anderen Fensterbank, da wo kein Loch war. Ich dachte, dass da gleich der Fensterrahmen rausgehauen wird. Ich haute also mit der flachen Hand auf Fensterbank und Fensterrahmen, und anscheinend verzog sie sich dann, jedenfalls von dort. In der Nacht grub die Ratte ein grosses Loch in dem Pflanzkübel mit meiner japanischen Mispel. Den stellten wir dann in ein anderes Zimmer, nachdem wir draussen im Hof überprüft hatten, ob die Ratte vielleicht noch im Topf war.

Am Sonntag fand mein Mann sich Auge in Auge mit der Ratte, die sich dann sofort verkrümelte, es aber nach einer halben Stunde noch einmal versuchte. Da schlug mein Mann Alarm und unser armer Hauswirt kam und schmiss mehr Zement auf den komfortablen Ratteneingang. Da amüsierte sie sich sehr drüber und grub nebenan und kam wieder rein. Er hatte uns allerdings versprochen, am Montag wiederzukommen und die ganze Eingangspartie vollständig zuzuzementieren.

Am Montag kam dann auch der Mann von der Kommune mit einer extra effektiven Rattenfalle, die er zusätzlich zu unseren im Wohnzimmer aufstellte. Er bestätigte uns, dass zurzeit eine wahre Rattenplage herrschte. Unser Hauswirt war zur gleichen Zeit angekommen und diskutierte das Auslegen von Gift. Er war der Überzeugung, dass die Kommune kein Gift streute, damit sie immer was zu tun haben.

Wir bekamen einige nützliche Tipps vom Kommunemann, nämlich Drahtgeflecht in das Hauptloch zu stecken und Glasscherben in den Beton zu mixen. Das machten die Männer auch, und das Ergebnis sah sehr effektiv aus. Nun hofften wir, dass die Ratte sich während der Aktion draussen aufgehalten hatte und nicht im Haus.

Denkste, sie war im Haus gewesen. Es raschelte hinter der Heizung. Als mein Mann und ich hingingen, sahen wir ein Stück Schwanz unter dem Heizkörper heraushängen. Ansonsten verhielt die Ratte sich mucksmäuschenstill. Wir hätten sie am liebsten am Schwanz gepackt und rausgezogen, aber so eine Ratte ist gefährlich, die kann sich im Hängen umdrehen und einen in die Hand oder in das Handgelenk beissen und dann lässt sie nicht wieder los. Mein Mann packte sich also in seine gepolsterte Winterjacke und zog dicke Gartenhandschuhe an um sich auf die Ratte zu stürzen. Er versuchte, die Schwanz mit einer Zange zu erwischen, aber die Ratte war schneller und kroch höher in den Heizkörper.

In der Nacht musste sie dann sehr hungrig geworden sein. Als mein Mann aufstand, hatte sie alle Haferflocken aus unseren Fallen gegessen und auch an den festgeklemmten Rosinen geknabbert, ohne dass die Fallen ausgelöst worden waren.

Da hatte mein Mann die Schnauze voll und entfernte alle unsere unfähigen Fallen und beseitigte alle Haferflocken, so dass nur die eine Falle von der Kommune übrig war. Er konnte deutlich hören, wie die Ratte hinter der Heizung herumwurschtelte. Er setzte sich ins Musikzimmer mit einem Stück Holz vom Kamin als Wurfgeschoss im Falle eines Falles und wartete auf einen High Noon mit der Ratte.

Um 07.15 Uhr heute Morgen ging sie dann in die effektive Kommunefalle! Die Ratte war vielleicht so 25 cm lang ohne Schwanz, kein Riesentier, aber doch.

Es waren auch zum ersten Mal Aktivitätsspuren im Speisezimmer auf der Fensterbank zu sehen. Anscheinend hatte die Ratte versucht, eine heruntergefallene Knospe vom Weihnachtskaktus zu essen, aber für nicht gut befunden. Auch in dem Topf meiner kleinen Laternenpflanze hatte sie die Erde durchgewühlt.

Jetzt wird gründlich saubergemacht und desinfiziert.

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Selbstgemachte Irish Cream

Ich hatte einer einzelnen Dame mein Spezialrezept versprochen, aber warum sollen nicht alle meine Leser davon profitieren?

Man nehme:

200 ml Jamieson’s Irish Whiskey (wichtig für den Geschmack)
680 ml Kondensmilch (2 kleine Tetrapakete)
1 TL löslicher Espresso
2 TL Vanilleextrakt
2 EL Kakaogetränkpulver (oder 1 EL  echten Kakao, dann müsste man mehr Zucker nehmen, aber das Kakaogetränkpulver löst sich besser auf)
3 EL Zucker

Man füllt alles in einen Mixer und lässt es ordentlich durchmixen, fertig! Dann in Flaschen mit einem guten Verschluss füllen, damit der kostbare Alkohol nicht verdunstet. und in den Kühlschrank stellen.

Anmerkungen:
Eigentlich gehören noch einige Tropfen Mandelaroma mit hinein, aber als ich letztes Mal keines hatte, fand ich, dass es ohne besser schmeckt.

Man kann natürlich auch Sahne nehmen, das wäre dann aber um einiges fetter und nicht so lange haltbar. Mir wurde allerdings gesagt, dass das nicht machen würde, da das Getränk sowieso im Nullkommanix verdunstet.   😉

Mein Mann sagt, dass das Original mehr Alkohol enthält und mehr Zucker. Zum Glück kann man das ja ganz einfach nach eigenem Geschmack „nachwürzen“. So wie oben schmeckt es mir am besten.

Und last but not least: durch das Mixen kommt viel Luft in das Getränk, so dass der Inhalt der Flaschen nach einiger Zeit absinkt. Ich nehme daher immer eine kleinere Flasche als Nachfüller.

Blogparade: Impro-Geschichten

Frau Offenschreiben traute mir zu, eine Impro-Geschichte für die Blogparade zu schreiben. Die vorgegebenen Worte waren: Meer, Handschuh und Kissen. Von Isabelle stammt diese Idee ursprünglich.

 

Hier meine Geschichte:

”Es” war keine dunkle, stürmische Nacht, nein, ganz im Gegenteil, ”es” war ein wunderschöner, sonniger Frühjahrsmorgen. Nach langer Zeit stand ich wieder einmal am Strand bei Hirtshals und schaute zu, wie die Wellen der Nordsee, die die Dänen Westmeer nennen, an Land spülten. Wie hatte ich das Meer vermisst! Welch ein Genuss, den Wind in den Haaren zu spüren während der salzige Geruch des Meerwassers mir in die Nase stieg.

Ich ging an der Wasserkante entlang und hielt Ausschau nach interessanten Muscheln, Schnecken und bizarr geformten Steinen. Oder denen mit Löchern in der Mitte, die konnte man an einer Schnur aufreihen und als Schmuck im Garten benutzen. Die Steine, in denen das Loch noch nicht ganz durchgebrochen war, konnte man im Garten verteilen. Wenn es regnete fing sich das Wasser in ihnen und diente den Bienen und anderen Insekten als Tränke.

In diesen und ähnlichen Gedanken verloren ging ich am Strand spazieren, ohne eigentliches Ziel, nur das Dasein geniessend.

Doch dann sah ich einen grösseren Gegenstand im nassen Sand liegen, halb im Wasser. Er musste gerade eben angespült worden sein. Neugierig ging ich darauf zu. Und was war es wohl? Kennt ihr die alten Rüstungen der Samurai? So ein Handschuh von einer Samurai-Rüstung lag da am Strand. Wie kam der hierher? Nun war Geographie noch nie meine stärkste Seite, aber wenn der Handschuh aus Japan gekommen war, dann hatte er so einige Kilometer hinter sich gebracht. Dafür sah er eigentlich zu gut erhalten aus. Vielleicht hatte jemand auf einem Schiff ihn ins Wasser fallen lassen?

Ich ging näher heran und streckte meine Hand aus, stoppte aber plötzlich. Vielleicht sollte ich das Ding lieber nicht anfassen, vielleicht war das ein magischer Gegenstand, vielleicht würde ich in eine andere Dimension versetzt werden wie in diesem Film, wie hiess er noch, Jumanji? Oder ich landete in Narnia, da hatte ich auch nicht gerade Lust zu. Was tun?

Wie sagt der Engländer: curiosity killed the cat (Neugier brachte die Katze um). Ich konnte nicht anders, ich musste mir den Handschuh näher ansehen. Ich hob ihn auf. Umgehend ergriffen die Finger des Handschuhs mein Handgelenk und zerrten mich auf das Meer zu. Nein, was denn nun, warum war ich nur so blöd und hörte nicht auf meine innere Stimme? Der Handschuh steigerte das Tempo; ich konnte mich nicht freimachen, und schon war ich im Wasser. Meine Güte, war das kalt! Jetzt benutze ich mal das Wort ”Affenzahn”, denn in so einem zog mich der Handschuh in und durch das Wasser. Merkwürdigerweise konnte ich unter Wasser atmen, aber es handelte sich hier ja ganz eindeutig um einen magischen Gegenstand. So ein wenig Unter-Wasser-Atmen müsste der also hinbekommen.

Ich weiss nicht, wie lange wir so durch das Wasser förmlich zischten, bis wir schliesslich an eine Felsenformation kamen und in einer Grotte verschwanden. Dort kamen wir an die Wasseroberfläche. Anscheinend hatte sich hier eine Luftblase gebildet, eine ziemlich grosse allerdings. Auch gab es Licht, was mich einigermassen erstaunte.

Der Handschuh brachte mich an Land, so seltsam einem das auch vorkommen mochte und führte mich zu einem kleinen Olivenhain … wie bitte?

Mitten in dem Olivenhain, und es war tatsächlich einer, sass auf einem Berg von Kissen eine wunderschöne junge Frau. Sie winkte mir hold zu und machte mir Zeichen, dass ich näherkommen sollte. Sie war sehr spärlich bekleidet. Hatte ich erwähnt, dass die Temperatur in der Grotte sehr angenehm war und ich auf wunderbare Weise wieder trocken war?

”Wie schön, dass du gekommen bist”, sprach die Holde mich an, „ich kann nicht fort von hier, aber ich brauche dringend etwas aus der Stadt, ohne das ich nicht leben kann.”

”Soll ich für dich einkaufen gehen?” fragte ich erstaunt, ”was brauchst du denn?”

”Komm näher, dann flüstere ich es dir ins Ohr”, sagte sie errötend zu mir.

Ich tat ihr den Gefallen und sie raunte mir ihren Wunsch ins Ohr.

‚Das Madamchen hat einen Sprung in der Schüssel‘ dachte ich, ‚aber wenn es sie glücklich macht.‘

Ich versprach ihr also, das Gewünschte zu besorgen, allerdings gegen Vorkasse, das müsste sie verstehen. Das war kein Problem, so dass der Handschuh mich wieder zurück nach Hirtshals befördern konnte.

Dort angekommen machte ich mich auf den Weg, um dem holden Wesen ihren Wunsch zu erfüllen. Der Handschuh würde am Strand auf mich warten. Nach ungefähr einer halben Stunde war ich zurück und drückte dem Handschuh den Doppelwürgeburger mit doppelt Käse und doppelt Bacon in die Hand. Der machte sich auf den Weg, ohne sich auch nur ein einziges Mal umzusehen.

Jeden Dienstag gehe ich nun mit einem dicken Burger an den Stand von Hirtshals und liefere ihn bei dem auf mich wartenden Handschuh ab, der dann jedes Mal Geld mitbringt. Manchmal beobachte ich, wie Leute versuchen, dem Handschuh das Geld wegzunehmen. Das bekommt ihnen nicht sehr gut.

Es gibt schon sehr merkwürdige Dinge auf der Welt! Licht und Luft in einer Unterwassergrotte!

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Jetzt soll ich noch Leute bitten eine Impro-Geschichte zu drei Worten meiner Wahl zu schreiben. Impro-Geschichte heisst einfach losschreiben und sehen, was da kommt, ohne viel zu  editieren. Zwei Wochen Zeit hätte man dazu, also bis zum 7. Dezember (2016).

Meine drei Worte:

  1. Salzlake
  2. Häkelgarn
  3. Nieselregen

Eine naheliegende Kandidatin wäre die Frau Meermond … wie wäre es? Ich kenne nicht wirklich viele Blogger, die sich mit Schreiben beschäftigen.

Frau Meermond, falls du mitmachen solltest, verlinke bitte diese Seite und die von Isabelle in deinem Beitrag.

Die Frau Mauswohn wäre auch eine gute Kandidatin für so etwas, glaube ich, hätten Sie Lust?

Also es geht darum, eine Geschichte zu den drei oben genannten Worten spontan zu improvisieren, die Seiten des Aufforderers (in diesem Falle meine Geschichte) und der Isabelle zu verlinken, und dann denkt man sich selber drei Worte aus und bittet andere Blogger, eine Impro-Geschichte dazu zu verfassen.

Pflanzmarathon …

Am Wochenende war Frost, gestern war der Hauswirt zu einer längeren Besprechung da (fruchtbar), morgen müssen wir in unsere alte Heimat und Haus putzen. (Reine Zeitverschwendung in meinen Augen. ich wünschte wir hätten genügend Geld, um eine Firma bezahlen zu können! Naja, eine positive Seite hat es ja, wir werden unsere flensburger Freunde besuchen und gross Lebensmittel einkaufen gehen.) Freitag Morgen ist Inspektion und Schlüsselübergabe. Also blieb nur heute zum Rosenpflanzen, weil am nächsten Wochenende vielleicht schon wieder Frost ist.

2016-11-15-16-52-27

Im Ganzen wurden es zwei Schmetterlingsbüsche und 14 Rosen. Ich wusste nicht mehr, welches mein grosser Busch „Frühlingsduft“ war. Naja, wir werden es ja sehen, falls ich ihn mitten ins Beet gepflanzt habe, muss ich ihn eben wieder umsetzen, denn der wird 2 m hoch und vielleicht 3 m im Durchmesser (blüht nur einmal im Frühjahr, aber dann so üppig und duftend, dass ich ihn immer wieder in meinem Garten haben möchte). Zwei weitere Rosen habe ich in Töpfen, wo sie auch bleiben. Aufgeräumt habe ich nicht mehr, denn die Sonne geht bereits unter. Das ist richtiger Lehmboden hier, die Rosen werden es lieben. So gross ist das Stück vor dem Haus gar nicht. Ich denke, dass von dem Gras nicht viel übrig bleiben wird, wenn ich alle meine Rhododendren und Stauden untergebracht habe. Die Rhodos kommen hinten links in die schattige Ecke. Nun bin ich völlig fertig und gleich mache ich Vanille-Bananen-Muffins.

Mein Mann kommentiert gerade: wir haben einen Maulwurf im Garten. Haha!  😉

Ich wünsche euch allen eine schöne Woche.