Crumpets (Pikelets)

Crumpets habe ich im Norden Englands kennengelernt bei George, den ich auf meiner ersten Schottlandreise 1972 kennengelernt habe. Er wohnte in Ryhope, einem kleinen Ort in der Nähe von Durham, direkt an der Ostküste gelegen.

Crumpets haben eine spezielle, etwas schwammige Struktur, die ich ungewohnt aber lecker fand.

Nachstehend ein Rezept für ca. 12 Stück.

(„Crumpets sind runde, flache Brötchen, die ein bisschen schwammig aussehen. Sie werden auf der heissen Herdplatte in Metallringen oder Ausstechern gebacken. Man muss sie auf beiden Seiten toasten, mit Butter bestreichen und warm essen. Am besten schmecken sie, wenn man sie an einer langen Fonduegbel im offenen Feuer röstet, buttert und mit Marmelade bestreicht oder mit Sals bestreut.“ Soweit das Kochbuch. Nun habe ich natürlich keine crumpet rings, und ich kann auch nicht auf der Herplatte backen, weil ich einen Induktionsherd habe. Ich brate sie daher auf niedriger Stufe in einer leicht geölten Pfanne als ca. 1 cm dicker Pfannkuchen und schneide den dann in Viertel zum Toasten.)

350 g Weizenmehl (Typ 550) [diese Unterscheidungen haben wir nicht in Dänemark, hier gibt es fein oder Vollkorn, daher nehme ich das ganz normal feine Mehl]
15 g Presshefe oder 1,5 Teelöffel Trockenhefe
0,35 l warmes Wasser
ein halber Teelöffel Naton
2 Teelöffel Salz
0,15 l warme Milch

Das Mehl, Hefe und warme Wasser in einer grossen Schüssel zusammenmischen. Mit einem beölten Plastikbeutel zudecken und an einem warmen Ort ungefähr eine Stunde stehen lassen, bis die Lösung blasig ist.

Das Natron mit dem Salz zu der warmen Milch geben und in den Teig einrühren. Falls notwendig, etwas Mehr Milch dazugeben; der Teig soll dünn sein.

Wieder zudecken und an einem warmen Ort 0,5-1 Stunde stehen lassen, bis der Teig blasig ist.

Die heisse Herdplatte oder heisse, schwere Eisenpfanne befetten [wie gesagt, ich nehme eine ganz normale Pfanne] Die Ausstecher oder Crumpet-Ringe auch einfetten und auf die Herdplatte oder in die Eisenpfanne setzen. Zwei Esslöffel Teig in jeden Ring oder Ausstecher giessen. Dann bei schwacher Hitze ungefähr 10 Minuten backen, bis alle Blasen zerplatzt und die Crumpets durchgebacken sind. Die Ringe oder Ausstecher dann wegnehmen, die Crumpets umdrehen und noch einmal 2-3 Minuten backen, bis sie eine helle, goldene Farbe haben und völlig trocken sind.

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Zu Beginn des Prozesses bilden sich die Blasen. Je blasiger der Teig ist, desto besser.

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Die Blasen platzen dann und hinterlassen Löcher. Da dürfen gerne mehr Löcher sein, als bei meinen Crumpets hier, dichter beieinander. Ich glaube ich habe den Teig das zweite Mal nicht lange genug stehen lassen, zu ungeduldig …
Wichtig ist, dass der Crumpet an der Oberfläche trocken ist, bevor er umgedreht wird, sonst geht die löchrige Struktur verloren, daher eben auch die niedrige Brattemperatur.

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Fertig. Man kann ihn natürlich auch etwas mehr bräunen, wenn man will.

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So sieht die Unterseite bei meinen Crumpets aus. Dann vierteln und toasten, etwas Butter und Marmelade drauf, die dann in die Löcher sinken (daher eben auch je mehr Löcher desto besser) und hmmmmm. Vorsicht, es könnte tropfen!  😉

Ich wünsche euch allen noch einen schönen Restsonntag.

Im Garten zeigt sich das erste Leben

Viel ist es noch nicht, aber man kann doch sehen, dass das meiste den Umzug überlebt hat.

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Die meisten Rosen zeigen bereits Blattknospen. Sie scheinen alle überlebt zu haben.

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Hier zeigt meine „Wanderiris“ ihre Blattspitzen und einige Wildtulpen sind zu sehen. „Wanderiris“, weil ich sie vor 23 Jahren bereits aus Hamburg nach Dänemark mitgebracht habe. Zweimal dachte ich, dass sie schlapp macht, aber sie hat sich bisher immer wieder berappelt.

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Die Zwergiris mischt auch schon mit.

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Und eine der Clematis(sen?) bekommt Blattknospen. Ist das nicht ein wenig zu früh?

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Auch meine grossen Iris haben überlebt …

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… und alle meine Primeln, wenn sie auch nicht so kräftig sind im Moment.

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Diese Tulpen sind sogar schon weiter. Ich habe nur botanische Sorten.

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Mein wilder Knoblauch ist am Leben, vier erwachsene Pflanzen und ein paar Babies. Im Topf müsst ihr euch die beiden einzigen Bärlauchzwiebeln vorstellen, die ich im alten Garten finden konnte. Für die ist es noch zu früh.

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Überblick Rosen- und Staudengarten im Rohbau.

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Vor dem Rosengarten stehen 9 Beerenbüsche. Die Töpfe sind zur Markierung, damit niemand drauftritt, denn die sind alle noch sehr klein.

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Links von den Rosen habe ich abgesteckt, wo ich mir eine Holzterrasse vorstellen könnte. Wir haben uns gedacht, die rohen Bretter der Pferdeboxen dazu zu benutzen. In dem hohen, zwei Jahre lang nicht geschnittenem Gras am Rande der Fliesen, verstecken sich noch kleine Rosen, die die Mutter des Vermieters gepflanzt hat. Da muss noch einiges an Freibuddeln stattfinden.

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Die Rhododendren sehen alle gut aus. Links in der Ecke sieht man Klettergitter. Hier will ich die Jiaogulan hochranken lassen.

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Noch einmal die Rhodo-Seite, wegen Gartendingen und Beute aus der Ruine etwas chaotisch. Zur Auffahrt hin werden wir wohl mit einem Zaun zumachen. Die Bäume lehnen deutlich am Westwind! In dem Gestüpp muss auch noch aufgeräumt werden.

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Und unter den Bäumen die ersten Blüten: Eranthis und Schneeglöckchen.

Im Sommer wird das alles schon ganz anders aussehen, hoffe ich!

Jetzt wünsche ich euch allen erst einmal eine gute Nacht!

Weil’s so schön war, noch eine Krankenhausgeschichte …

… aber die ist hauptsächlich lustig. Ich war 18 Jahre alt und hatte Hepatitis B bekommen, also da muss ich 19 gewesen sein, denn es war dasselbe Jahr wie die zweite Schottlandreise. Die Hepatitis mit 19 und die Lungenentzündung mit 40 waren die beiden Krankenhausaufenthalte meines Lebens, bisher, toitoitoi, nichts beschreien … 😉

 

18 19 Jahre alt und Hepatitis: Einzelhaft im Krankenhaus

Ich war seit einigen Tagen gelb wie eine Zitrone im Gesicht und mochte nur Äpfel und Vanilleeis essen. Meine Ärztin, zu der ich dann letztendlich ging sagte mir: Ab ins Krankenhaus, sofort! Da ich den Ernst der Situation wohl nicht so ganz begriffen hatte, fuhr ich dann noch mit der U-Bahn in der Stadt herum, um allen möglichen Leuten Bescheid zu sagen. Dafür wurde ich hinterher sehr gerügt. Meine Vermieter berichteten mir später, dass da Leute vom Gesundheitsamt gekommen wären und mein ganzes Zimmer desinfiziert hätten. Was ich denn gehabt hätte, Pest? Haha, witzig!

Ich landete also im Krankenhaus, in Einzelhaft wegen der Ansteckungsgefahr. Während der ersten Woche durfte ich überhaupt keinen Besuch bekommen. Das war mir auch egal, ich hatte sowieso dauernd Fieber und bekam nicht alles mit, was um mich herum vorging. Danach musste etwaiger Besuch sich in Plastik kleiden, einschliesslich der Schuhe. Meine Toilettenbesuche fanden auch im Zimmer statt. Da gab es einen Stuhl mit einem Becken daruntergehängt …

Jeden Donnerstag wurde Blut abgenommen, mindestens 10 von diesen kleinen Glasbehältern. Und ich war so verknallt in den Arzt, der das Blut abnahm! Ein junger, gutaussehender! Wie nannten wir sowas zu der Zeit? Modewort war „geil“, aber den Ausdruck mochte ich nicht. „Süss“ war auch doof. Heute würde ich wohl „lecker“ sagen, aber das ist dänisch beeinflusst. Ihr wisst sicher, was ich meine, und nett war er auch noch. Ich war ziemlich besorgt über das Volumen der wöchentlichen Blutabnahme. Der Arzt beruhigte mich, es wäre höchstens ein halber Liter, woraufhin ich meinte, was denn wäre, wenn der halbe Liter nur aus dem Gehirn käme. Auweia, da kam der halbe Liter wohl her…

Das Essen war nicht berauschend. Ich durfte nicht allzu fett essen wegen der Leber; morgens Toast mit Magerquark. Ich sollte unbedingt zunehmen, warum eigentlich? Der Chefarzt eröffnete mir, dass man nicht wüsste, warum eine bestimmte Diät oder eine bestimmte medikamentöse Behandlung wirkte. Das war ja beruhigend. Ein Patient war bereits 6 Wochen und ein weiterer bereits 14 Wochen im Krankenhaus, und die hätten bei der Einlieferung nicht so schlimm ausgesehen wie ich. Na toll, das baut auf!

Was macht man also nach zwei Wochen im Krankenhaus, wenn man nicht mehr so richtig Fieber hat und tagsüber auch nur rumliegt und deshalb nachts nicht schlafen kann? Schlaftabletten wollte ich nicht nehmen; das war mir zu albern. Bei all dem Ausruhen war es doch klar, dass ich nachts nicht müde war! Was macht man also? Man macht Yoga!

Nachts im Bett machte ich also ein ausführliches Yoga-Programm, dem ich später meine schnelle Genesung zuschrieb (Leberübung: Twister).

Nachts sass ich auf der Fensterbank und guckte mir an, ob und was draussen vor sich ging.

Nachts bekam ich auch Besuch von der netten Nachtschwester, wenn sie mal etwas Abwechslung und jemanden zum Klönen brauchte. Sie wusste ja, dass ich nicht schlief. Einmal flüchtete sie sich förmlich in mein Zimmer um zu verschnaufen. Sie und ein Pfleger hatten gerade einen 200 kg Mann ins Bett zurückhieven müssen, aus dem er herausgefallen war. Sie war eine kleine zierliche Person und war von diesem Kraftakt völlig fertig.

Und was macht man tagsüber? Man schreibt Gedichte oder was man dafür hält.

Nach vier Wochen wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Das war doch schnell. Ich sage nur: Yoga! Ich sollte allerdings noch zwei Wochen der Schule* fernbleiben. Das schmerzte …

Ein Gutes kam bei dem Krankenhausaufenthalt heraus: ich kam meinem Vater näher. Er besuchte mich einmal allein, und es gelang uns ausnahmsweise, ein ernstes, offenes Gespräch zu führen, das mir endlich einmal Einblick in seine Sicht der Dinge gab.

[*das war die Fremdsprachenschule Hamburg]

 

Mein vierzigster Geburtstag

Mein Mann und ich hatten geplant, an meinem vierzigsten Geburtstag auf die kanarischen Inseln zu fliegen. Zum Einen, weil mein Geburtstag am 3. Januar ist, einer schrecklichen Jahreszeit, zum Anderen, weil wir einer in Dänemark so beliebten ”Überraschungsparty” aus dem Weg gehen wollten. Diese Partys werden von Leuten organisiert, die einem angeblich nahestehen, und man findet dann Menschen in seiner Wohnung vor, die man selber niemals einladen würde. Es herrscht ein richtiger Kult um diese ”vollen” Geburtstage, 40, 50, 60 etc., als ob sich da was Grundlegendes ändern würde.

Wir buchten unsere Reise irgendwann im November, und aus einem unerfindlichen Grund bestellten wir eine Versicherung (cancellation insurance), was wir noch nie gemacht hatten.

Das erwies sich als klug, denn nach einer unauskurierten Bronchitis bekam ich eine einseitige Mittelohrentzündung, die dann in einer Lungenentzündung kulminierte. Wir waren damals selbständig, und ich ging auch bei Fieber arbeiten, denn ohne mich ging es ja nicht … 😉

Nach ein paar Tagen mit hohem Fieber riefen wir den Notarzt, der mich abhörte, aber nichts feststellte. Als es über Neujahr nur schlimmer und schlimmer wurde, brachte mein Mann mich an meinem vierzigsten Geburtstag ins Krankenhaus. Der untersuchende Arzt war ganz entsetzt über das, was er in meiner Lunge hörte, liess mich röntgen, und behielt mich gleich dort. Zwischenzeitlich kamen die Röntgenfotos, auf denen überhaupt nichts zu sehen war. Zum Glück hatte der Arzt genügend Selbstvertrauen (”Ich weiss, was ich gehört habe”) und liess mich trotzdem einweisen und sofort an einen Tropf legen. Später stellte sich dann heraus, dass man ihm die falschen Fotos gegeben hatte. Mein Name ist in Dänemark nicht gerade selten, daher hätte man auf die Versicherungsnummer schauen sollen, was offensichtlich nicht geschehen war.

Dank dieses Arztes also wurde ich nach einer Woche Verschleppung der Lungenentzündung ins Krankenhaus eingewiesen. Mein Hämoglobin im Blut war so niedrig, dass man mir eine Bluttransfusion geben wollte. Darauf verzichtete ich dankend und nahm lieber Tabletten.

Die ersten drei Tage und Nächte war ich mehr oder weniger total umnebelt von Fieber und Medikamenten. In der einen Nacht dachte ich, dass ich jetzt ganz bestimmt abkratze. Ich träumte nämlich, dass man hinter mir her war und mein Licht auslöschen wollte. Ich bemerkte nicht einmal, dass mein Mann am Bett sass, das auf dem Gang stand. Auf dem Gang befanden sich wohl nach und nach so an die sechs Betten, weil wegen einer Lungenentzündungsepidemie die Kapazität des Krankenhauses überfordert war.

Als ich dann etwas klarer wurde, und ja, ich habe überlebt, begann ich meine Umgebung wahrzunehmen. Im Zimmer neben meinem Gangplatz lagen einige ältere Herren. Wenn mich nicht alles täuschte, war der eine permanent dabei zu onanieren. Die Laute, die er von sich gab, liessen darauf schliessen und die Bemerkungen der Schwestern, dass seine Windel ja schon wieder nass wäre. Wenn die nur gewusst hätten!

Das Personal war freundlich und hilfsbereit bis auf eine richtig unhöfliche, ruppige Nachtschwester (nachstehend Ruppi genannt).

Inzwischen hatten sich mir ja weitere Kranke auf dem Gang zugesellt, unter anderem eine ältere Dame und ein Vagabund. Die ältere Dame war sicher schon so um die 80 und sehr still und zurückhaltend. Nun konnte sie nicht immer schlafen und setzte sich dann auf ihr Bett. Sie störte niemanden, trotzdem wurde sie von Ruppi angeschnauzt, dass sie sich gefälligst ins Bett legen sollte. Mein Bett war ein wenig abgeschirmt, vielleicht wegen der Ansteckungsgefahr? Ruppi lugte zu mir rein. Ich sass auch im Bett, weil ich im Liegen nicht so gut Luft bekam. Sie wollte was sagen, aber ich gab ihr was mein Mann ”den Blick” nennt, und sie zog sich eilends zurück.

Der Vagabund war, wie sicher auch der Onanierer, etwas verwirrt. Nachts schob er die Rolltische durch die Gegend, nicht nur seinen eigenen, manchmal ins Badezimmer hinein. Das Personal konnte dann zusehen, wie sie die wiederfanden und zusortierten. Weniger angenehm war, dass er die Sachen der anderen Patienten durchwühlte. Als er die Taschen meines Mantels untersuchte, fragte ich ihn, was er denn da mache, woraufhin er murmelte ”nein, das gehört nicht meinen Leuten” und sich verzog. Er war der nachtaktivste von uns allen und hielt das Personal auf Trab.

Einer der älteren Herren aus dem Zimmer stand eines Morgens auf und zog sich an, da er durch den Onanierer wachgehalten wurde. Ruppi kam und schimpfte, wodurch wir anderen auch alle wach wurden und verlangte, dass er sich wieder hinlegte. Mitten im Ausschimpfen erklang dann der Weck-Gong. ”Und was sagst du jetzt, wa?” schnauzte der Mann Ruppi an. Sie schnauzte noch kurz zurück und ging dann ihres Weges.

Nach einigen Tagen wurden wir umgelegt, also an eine andere Stelle verlegt. Das Altherrenzimmer wurde geräumt, und sechs Damen, inklusive meiner selbst wurden dort reingerollt.

Von da an ging’s bergauf, jedenfalls für mich. Mir gleich gegenüber lag eine alte Dame, die keine Lust mehr zum Leben hatte. Sie verweigerte Essen und bekam Flüssigkeit aus dem Tropf. Die Schwestern waren sehr liebevoll zu ihr, obwohl sie ihr mit Zwangsernährung drohen mussten. Sie durften sie nicht verhungern lassen. (Also wenn ich einmal keine Lust mehr habe, dann verstecke ich mich irgendwo in Schweden im Wald. Sie tat mir sehr leid.) Aber die Schwestern nahmen sich die Zeit, ab und zu einmal reinzukommen und mit ihr zu sprechen. Das fand ich schön.

Dort sah ich zum ersten Mal das in Dänemark so beliebte ”Øllebrød”, ein Matschbrei aus eingeweichtem Brot, Bier und Sahne. Es sah aus wie K…., roch wie K…. und daher habe ich es nie probiert. Es soll oder besser kann angeblich sehr lecker schmecken.

Was ich auch gut fand war, dass man die tägliche Kleidung im Krankenhaus bekam, d. h. Unterwäsche, das offene Nachthemd und Socken. Das kannte ich nicht aus Deutschland, und ich weiss natürlich nicht, ob das immer noch so ist.

Später musste ich mir von meinen Freunden anhören, dass mein Mann ja vieieieiel schlimmer aussah als ich … da war kein Mitleid zu holen!   😉

Windstille in Dänemark …

… eine absolute Seltenheit. Wir hatten gerade einen letzte Woche einen Tag als wir in Sæby waren. Der letzte Tag mit totaler Windstille, an den ich mich erinnere, war im März 2010. Damals wohnten wir in Rødvig Stevns. Das liegt an der Faxe-Bucht, ziemlich direkt gegenüber von Møns Klint. Bei sehr klarem Wetter kann man von Rødvig aus die weissen Abhänge von Møns Klint sehen. Auch eine sehr empfehlenswerte Gegend für Dänemark-Urlauber!

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Rødvig ist ein aktiver Fischereihafen und auch Yachthafen. Im Juli liegen die Segler in Viererreihe nebeneinander und müssen teilweise in den Fischereiteil ausweichen. Im Sommer hat das kleine Rødvig 5 Restaurants. Im Winter nur den Kro, der sehr gemütlich ist.

Vor ein paar Jahren hat sich dort eine Gruppe Handwerker zusammengetan und eine alte Bühne mit Gastwirtschaft instandgesetzt. Dort startete dann die Aktion „Revueperlen“ mit alten Revue-Stars, die dann so gross wurde, dass sie in die nächste Kreisstadt in den Theatersaal ziehen mussten. Aber die Anfänge soll man nicht vergessen! Alle Beteiligten haben viel Arbeit geleistet, und das Restaurant ist auch geöffnet. Ich habe das ja jetzt nicht mehr mitverfolgt, aber ich hoffe, dass sowohl Bühne als auch Restaurant immer noch aktiv sind.

Præstø ist ebenfalls besuchenswert und Faxe. In Faxe liegt das bequemste Kleinkino, das ich kenne. Gleich nebenan ist ein Mineralienmuseum, denn das Kino liegt direkt an einem alten Kalksteinbruch, den man auch „bewandern“ kann. Wenn man Glück hat, findet man ein Fossil (eine Fossilie???).

Wenn man von Faxe aus quer rüber an die andere Küste fährt, liegt dort Gavnø Schloss, sehr sehenswert und dann die Insel Enø, zu der man über eine Brücke von Karbæksminde aus kommt (Bonbonland, ein Spielpark für kleinere und mittlere Kinder, liegt auf dem Weg. Warnung: Erwachsene dürfen da fast überhaupt nichts machen, das fand ich gemein, denn einige Dinge sahen so interessant aus). Wenn man über die Brücke nach Enø kommt, liegt gleich links direkt am Wasser ein kleines Cafe, wo man das beste Eis bekommt, das ich kenne, hausgemacht natürlich. Die Sorten wechseln. Einmal hatten sie Erdnusseis, das war lecker! Mein Mann bevorzugte Schokolade mit Whiskey.

Und nein, ich bekomme keine Prozente vom dänischen Tourismus-Büro!  😉

Ich wünsche euch allen eine schöne Woche!

Ausflug nach Sæby Februar 2017

An einem der Sonnentage in dieser Woche waren wir in Sæby, ca. 36 km von Hjørring entfernt an der Ostküste.

Sæby ist ein Yachthafen und Fischereihafen zugleich, und an der Küste liegen Hunderte von den typischen kleinen dänischen Holzsommerhäusern.

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Diese Dame begrüsst die Schiffe. Könnt ihr sehen, wie windstill es war an den Spiegelungen im Wasser? So windstill ist es äusserst selten.

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Ein humorvoller Bootsbesitzer …

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Das Weisse ist kein Sand, sondern Muscheln aller Art, die man hier schaufelweise mitnehmen kann.

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Auch diese exotische Form in verschiedenen Farbtönen liegen hier am Strand. Sie sind ca. 4-5 cm gross.

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Nach einigen Kilometern gingen wir in Richtung Stadt und stiessen auf diese Schleuse mit einer ehemaligen Wassermühle.

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Auf der anderen Seite der Strasse beginnt der Anglerpfad, der zum Hafen zurückführt:

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Rechts in einem kleinen Park ein Rostobjekt (Kunstwerk), ein halber Bass.

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Und hier das nicht so Schöne: die Tourismusfabrik, ca. 300 Reihenhäuser hinter der ersten Reihe der „normalen“ Sommerhäuser.

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Wenn ihr mal ein Sommerhaus in Sæby leihen wollt, dann seht zu, dass es nördlich von dieser Siedlung liegt.

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Doch lasst uns hier abschliessen. Wir stehen auf der Brücke vom Strand zum Hafen. Die weissen Streifen sind wieder Muschelbänke.

Ich denke Sæby ist Nummer drei auf meiner Favorittenliste für Ausflüge. Hirtshals Nummer 1, Frederikshavn Nummer 2. Nein, Lønstrup ist Nummer 3, damit wäre Sæby Nummer 4.

Fotodokumentation der anderen drei kommen noch; die Fotos existieren noch nicht oder nur vereinzelte … 😉