Oslo Mini-Cruise, Teil 1 (der Lacher)

Ich bin ja kein Morgenmensch oder hatte ich das schon einmal erwähnt?  😉  Das heisst, dass ich am Morgen besonders tütelig bin, auch noch um 9.00 Uhr, was gewisse Leute bereits ”Vormittag” nennen.

An einem Mittwoch wollten wir nach Kopenhagen und von dort die Oslo-Fähre nehmen. Das ist ein Mini-Cruise mit zwei Übernachtungen an Bord und ca. 6 Stunden Zeit in Oslo. Aufstehen um 6.30 Uhr, Frühstück um 7.00 Uhr, 10.45 Uhr Fähre von Ebeltoft nach Odden, von dort weiter nach Kopenhagen.

Noch halb im Tran stach ich mir mit voller Wucht einen Zahnstocher in die Unterlippe … da sollte er ja eigentlich nicht hin, schlecht gezielt.

Auf dem Weg zur Fähre nach Ebeltoft schlief ich dann noch ein wenig. Wir kamen zu früh dort an und warteten geduldig darauf, dass die Billetautomaten aufmachten. Als sich 15 Minuten vor Abfahrt immer noch nichts tat, wurden wir unruhig. Wir waren immer noch das einzige Auto, kein Mensch im Gebäude zu sehen, keine sich annähernde Fähre … ich machte dann noch den dummen Scherz, dass die sicher den Verkehr eingestellt hätten … ging dann aber um das Gebäude herum, um jemand Menschenähnliches zu finden, als mein liebender Ehemann mich zu sich rief. Er tippte vielsagend mit dem Finger auf unser E-Ticket. Was stand da ”Århus-Odden”, nicht ”Ebeltoft-Odden”. Wir waren am falschen Fährhafen! Zum Glück hatte mein Mann das Billet für einen frühen Abgang bestellt. Wir hatten 5,5 Stunden Zeit, um mit dem Auto nach Kopenhagen zu kommen, also kein Problem.

Haha, meinte ich schadenfroh, jetzt habe ich auch etwas, was ich dir jahrelang auf’s Butterbrot schmieren kann, schusseliger geht’s doch kaum!

Abends auf dem Schiff spielte ich ”Hosenträger-Fluppen”. Man steckt einen Finger unter ein Hosenträgergummi eines beliebigen Herren, zieht den so weit wie möglich nach hinten und lässt dann los, flupp! Der ging dann wirklich nach hinten los. Er löste sich nämlich und fluppte mir mit der Metallklemme direkt in das Gesicht, dieses Mal auf die Oberlippe. Trotz ziemlicher Schmerzen musste ich herzlich lachen, und mein liebender Ehemann wieherte ungehemmt. Instant Karma!

Am nächsten Morgen kam dieser liebende Ehemann auf die Idee, wieder um 07.00 Uhr zu frühstücken, denn zu dem Zeitpunkt war das Restaurant so schön leer, das Essen noch weitgehend unbeatmet und unbegrabbelt (Büffet, das Argument zog bei mir), also das machten wir. Am Nebentisch sass ein Mann, der dem Ehemann einer ehemaligen Kollegin täuschend ähnlich sah. Haare samt Haarschnitt, Gesichtsform, Brille, und als er sich zu mir umdrehte war ich überzeugt, dass er es war, dasselbe offene Lächeln mit allen Zähnen! Warum drehte er sich zu mir um? Weil ich nach einem Gang zum Büffet zu ihm an den Tisch ging anstatt zu meinem eigenen Mann. Peinlich, peinlich, sowas Dummes konnte doch auch nur mir passieren. Jedenfalls stellten wir bei der Gelegenheit fest, dass es nicht der Mann meiner Kollegin war, denn hier handelte es sich um einen Norweger oder Schweden und keinen Dänen.

Fünf Minuten später kam ein kleiner rundlicher Mann an unseren Tisch, setzte sich, zog meinen Kaffee zu sich rüber und sagte mit vorwurfsvollem Blick ”Guten Morgen”. Ich zog meine Kaffeetasse zu mir zurück und erwiderte ”Guten Morgen”. Erst war er ganz baff, dann begriff er, falscher Tisch und ging zwei Tische weiter. Unser Nachbar lachte und meinte ”das ist ansteckend”. Ich war froh, dass ich doch nicht die Einzige war, der sowas passierte.

Mal sehen, wie das morgen beim Frühstück wird … 😉

P.S.: Oslo ist eine ganz wunderbare Stadt mit vielen besuchenswerten Orten. Ein ausführlicher Bericht mit Bildern, zusammengetragen aus verschiedenen Reisen folgt in Bälde. Aber schon mal vorab, falls jemand von euch einen Mini-Cruise planen sollte oder auch einfach nur eine Überfahrt von Kopenhagen aus: nehmt, wenn ihr Kinder habt, die „Pearl of Scandinavia“ und nicht die „Crown of Scandinavia“. Auf der Pearl gibt es jede Menge Angebote für Kinder, auf der Crown so gut wie gar nichts. Beides sind aber ansonsten sehr schöne Schiffe mit sehr gutem Essen (und Trinken …).

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Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr 24 Jahre verheiratet und in Dänemark lebend (2017).

12 Gedanken zu „Oslo Mini-Cruise, Teil 1 (der Lacher)“

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