Vermieter!!!!!

Ich habe mich bisher nicht über unseren Vermieter beschwert, weil ich die Vorkommnisse als Anfangsschwierigkeiten abgetan habe und er doch so ein gemütlicher Vetter ist …

Der Tüpfel auf dem „I“ geschah Ende Mai. Ich war alleine zuhause und sah aus dem Fenster in den Hof. Dort fuhren zwei mir unbekannte Männer mit einem Sprühwagen und sprühten Gift auf das Unkraut. Ich ging raus und rettete meine Stehhängeampel mit Primeln und Glockenblumen. Ich blieb stehen und schaute zu den Männern rüber, aber die guckten auf die Erde und hatten mich entweder gar nicht bemerkt oder ignorierten mich geflissentlich.

Wir fuhren dann ja gleich darauf ins Weserbergland. Als wir zurückkamen begrüsste uns dies:

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Der Teil wo ich noch nicht abgegraben hatte ist auch mit Gift gespritzt worden, plus das Gras drumherum. Hinter dem abgegrabenen Teil haben sie auch gespritzt, teilweise auf meine neugesähten Prairiemalven:

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Vielleicht werde ich welche retten können.

An der Ostseite haben sie unter der Treppe gespritzt, wo 2 schwache Unkrautpflanzen gestanden haben. Dabei sind sie über das Gras getropft und haben jeden der drei Beifussbüsche besprüht, die ich eigentlich als Heilkraut nutzen wollte.

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Ich war so erbost darüber, dass ich nicht gleich beim Vermieter angerufen habe. Aber nach 10 Tagen sah ich ein, dass es keinen Zweck hatte, länger zu warten, denn jedes Mal wenn ich hinsah, wurde ich wieder stinksauer.

Vorgeschichte:

Als wir einziehen wollten fragte der Vermieter, ob es nicht zu einsam für uns sein würde. Wir verneinten, im Gegenteil, wir freuten uns auf die Stille und Einsamkeit. Daraufhin versicherte er uns, dass er nur zweimal im Jahr mit dem Traktor auf dem Feldweg vorbeikäme, um seine jeweilige jahreszeitmässige Maschine aus der Scheune zu holen. Ausserdem würden während der Jagdsaison von Zeit zu Zeit Jäger auf den Feldern zu sehen sein. So lange sie auf den Feldern blieben, konnte uns da ja egal sein.

Ausserdem schrieb er in den Mietvertrag, dass im Winter die Ruine abgerissen werden würde. Wie wir alle wissen, ist das bis jetzt nicht passiert. Es soll nunmehr ganz bestimmt im Juni vonstatten gehen …

Jedenfalls kommen wir eines Nachmittags im Dezember nach Hause, und es stehen zwei fremde Autos im Hof. Es war kein Mensch zu sehen. Wir wussten also nicht, wer da rumlief, wie viele da rumliefen und wo sie rumliefen. Die Jäger, denn solche waren es, kamen dann nach einiger Zeit zurück; drei kamen am Heizöltank vorbei, aber zwei latschten quer über unseren privaten Rasen von den Apfelbäumen aus und direkt an unserem Küchenfenster vorbei. Da die Männer ja sehen konnten, dass wir inzwischen zuhause waren, erwarteten wir, dass sie bei uns anklopfen und sich vorstellen würden. Mitnichten! Wir sahen, dass sie einfach abfahren wollten und gingen daher vor die Tür. Der eine Jäger kam dann zu uns rüber und stellte sich als Bruder des Vermieters vor und er hätte die Jagd gepachtet. Wir nahmen das Thema natürlich mit unserem Vermieter auf, der uns erklärte, dass das so die ganze Zeit üblich gewesen sei, dass die Jäger dort parken. Das hat er uns nur nicht mitgeteilt. Er versprach uns, dass in Zunkunft einen Tag vorher Bescheid gesagt werden würde, wenn jemand käme. Das wurde nicht eingehalten. Nach dem Versprechen hielt noch dreimal ein fremdes Auto unangemeldet auf dem Hof, zweimal der Bruder und einmal irgendein anderer Mann. Jedes Mal waren wir zuhause, unser Auto stand im Hof, und keinmal wurde versucht, bei uns anzuklingeln. Wir fühlten uns ignoriert und respektlos behandelt.

Jedes Mal bekamen wir einen glatten Schnack vom Vermieter und zur Ablenkung eine nette Geschichte aus seiner Kinderzeit.

Dann jetzt diese Spritzattacke. Er begreift einfach nicht, dass wir jetzt Hausrecht in dem Haus und dem dazugehörigen Garten haben, und niemand da einfach rumlatschen, parken oder gar in den Garten gehen kann, ohne uns zu fragen, mit uns zu sprechen oder ohne vorher ihr Kommen und Zweck ihres Kommens anzumelden.

Mit anderen Worten, wir sind wieder auf dem Markt; wir suchen eine neue Bleibe. Wir möchten gerne in der Umgebung bleiben und schauen uns am Mittwoch ein Haus an. Das sieht von aussen nicht so gut aus und der Garten ist vernachlässigt (es wohnt eine einzelne ältere Dame jetzt dort), aber das schockiert mich nicht. Es ist gut isoliert, und wenn es von innen schön ist, kann ich mit abblätternder Fassade leben. Ausserdem kann man ja selber malen. Lieber das, als ein Haus, das von aussen gut aussieht, aber einen Keller mit fliessend Wasser von den Wänden und Algen hat sowie Risse in den Wänden und Decken aller Zimmer. Wir hatten uns mit dem Zustand des Hauses abgefunden, weil die Miete niedrig und der Platz umfangreich war, und schliesslich war es nicht unser Haus; es war das Problem des Vermieters, wenn er sein Eigentum nicht pflegte. Jetzt hat er eine neue Heizung im Keller aufgestellt, die permanent im Wasser steht. Ich fass mich nur an den Kopf!

Jedenfalls, am Sonnabend Morgen rief ich also unseren Vermieter an und erzählte ihm von dem Giftdrama. „Jooo, das ist bei uns so üblich, wir spritzen den Hof und die Fliesen ums Haus.“ Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass er uns das ja vorher schon mal hätte erzählen können, denn dann hätten wir gleich darauf aufmerksam gemacht, dass wir niemandem in unserem Garten haben wollen. Ausserdem wären nicht nur die Fliesen gespritzt worden, sondern auch ein Beet und in anderen Beeten. Das wäre mir zu dicht an meinen Tomaten und Küchenkräutern. Dann bekam ich den typischen Landmannsermon, dass das Roundup gewesen wäre und das ist gaaar nicht giftig. Auf diese Diskussion ging ich nicht ein und bestand darauf, dass ich nicht haben will, dass jemand in und um meine Beete rumfuhrwerkt, egal mit was. „Ja, das kann ich hören!“ war seine Antwort. So ein Armleuchter. Dann folgten noch ein paar blöde Bemerkungen und eine Geschichte aus seiner Kindheit, so dass ich dachte ‚entweder verarscht der mich total oder er ist angesäuselt‘.

Er hat versprochen, dass in Zukunft nur der Hof vergiftet würde. Aber kann man sich nun auch darauf verlassen? Was er verspricht, hält er nicht und am schlimmsten sind die Dinge, die er gar nicht erst erzählt. Übrigens hat das Ehepaar, das vorher hier gewohnt hat immer zu uns gesagt, wenn wir erzählten, was der Vermieter alles machen will: „Hold ham til det“ (nagelt ihn darauf fest). Was uns verwundert hatte, denn er hatte uns ja versichert, dass er zu seinem Wort stünde und ein reeller Mensch wäre, auf den man sich verlassen kann. Und dann war er ja so ein gemütlicher Vetter, nicht wahr?  😉  😀

Eigentlich war das Gespräch mit ihm der letzte Tropfen, der den Krug zum überlaufen brachte. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass er sich über mich lustig machte.

 

P.S.: Drückt uns mal die Daumen, dass das Haus, das wir am Mittwoch anschauen, etwas für uns ist!

 

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Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr 24 Jahre verheiratet und in Dänemark lebend (2017).

23 Gedanken zu „Vermieter!!!!!“

  1. ich wusste nicht, dass franzosen und dänen sich in dem bereich so ähnlich sind 😦 Jahre hat es gedauert, bis ich meine vermieterin umerzogen hatte. Die glühwürmchen im ungespritzten garten haben sie schliesslich überzeugt 🙂

    versprochen, die daumen werden feste gedrückt!!!

    bisous

    Gefällt 2 Personen

    1. Vereinte Daumenpower, dann klappt das schon! Das Jahr ist erst halb herum und ich habe bereits die Nase voll von all den Aufregungen und emotionalen Eruptionen … zum Glück haben wir gute Freunde, die uns helfen werden, denn noch einmal Umzugsunternehmen können wir uns dieses Jahr nicht leisten.

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    1. Hehe, ja da hast du Recht, so kann man das auch sehen, als Neues Projekt!
      Ich grabe alles wieder aus. Ich lasse ihm nichts von meinen schönen Dingen hier. Was nicht mit dem Rasenmäher übergemangelt wird, wird ja mit Gift bespritzt.

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  2. das haus, in dem ich erst seit knapp 2 jahren wohne, steht zum verkauf. Da ich nicht weiss, wie es weitergeht, ziehe ich es vor in die offensive zu gehen. Und siehe da: ich habe ein haus in der gemeinde gefunde, wo ich 14 jahre gelebt habe und wo alle meine freunde sind! Das universum hat das prima hingekriegt….. wenn nur der umzug nicht wäre *seufz*

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    1. Er war rotzfrech, anders kann man das nicht nennen. Heute morgen kommt er an „Seid ihr frisch? Morgen kommen die Arbeiter und ihr solltet eure Sachen aus dem Stall und der Garage räumen!“ Er hatte uns eigentlich versprochen uns „rechtzeitig“ Bescheid zu geben. Glücklicherweise habe ich mich darauf schon damals nicht verlassen und bereits seit Mai nach und nach Sachen aus dem Stall geraumt, sonst wäre das heute ein hektischer Tag geworden. Manchmal habe ich den Eindruck, dass er uns loswerden will.

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  3. Oh je, das ist wirklich eine Gemeinheit! Und es ist völlig respektlos, wie der mit Euch umgeht. Wenn der wirklich mit Roundup gespritzt hat, könnt Ihr eigentlich nur noch weg ziehen. Der Boden ist jetzt auf lange Zeit vergiftet… So ein Depp! Da würde ich kein Gemüse und Kräuter mehr anbauen. Hat das mit dem neuen Haus geklappt? Ich drück Euch auf alle Fälle die Daumen.
    LG Susanne

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