Dänisch schwere Sprach

Wenn man in ein Gastland einwandert, zieht das ja normalerweise das Lernen der einheimischen Sprache nach sich. Oder im Falle von Dänisch der einheimischen Laute (ich bin jetzt mal frech).

Natürlich gibt es neben der Aussprache auch Verständnisschwierigkeiten.

So dachte ich immer, dass das dänische ”beskidt” dasselbe wäre wie das deutsche ”beschissen”. Als dann die Ex-Frau meines Mannes davon sprach, ihr die ”beschissene Wäsche” der Kinder mitzugeben, war ich schockiert, denn sie war doch sonst immer so wohlformuliert. Als ich meinen Mann darauf ansprach fiel der fast vom Stuhl vor Lachen. ”Beskidt” heisst also auf deutsch ”schmutzig”. Nur dass ihr Bescheid wisst …

Es gibt im Dänischen den Ausdruck ”det er det rene barnemad” (das ist das reine Kinderfutter), wenn man ausdrücken will, dass etwas einfach ist, vielleicht unserem ”das ist ja babyleicht” ähnlich. Aus welchen Gründen auch immer, vielleicht, weil ich nie ein eigenes Baby gehabt habe, aber dafür eine Katze, benutzte ich ”det er det rene kattemad” (das ist das reine Katzenfutter). Diese Version wurde dann von der ganzen Familie adoptiert.

Peinlicher war meine Form des Ausdrucks ”du er altid på nakken af mig” (du bist/sitzt mir immer im Nacken). Bei mir hiess das ”du er altid på min nakke” (du bist immer auf meinem Nacken). Mein Mann berichtigte mich nie, weil er das so charmant fand …

Übrigens hat auch ein schwedischer, in Dänemark lebender Freund die dänische Sprache bereichert. So machte er aus einem ”bagagerum” (Kofferraum) eine ”bagageluge” (Kofferluke, also Luke wie auf einem Frachtschiff). So gross war unser Auto dann doch nicht! Den Ausdruck benutzen wir auch heute noch.  😉

Aber das witzigste Missverständnis war wohl ein Zeitungsartikel, in welchem berichtet wurde, dass ”de danske skovsvin sejler til Sverige” (die dänischen Waldschweine segeln nach Schweden). Und zwar segelten sie auf der Fähre von Helsingör nach Helsingborg. Das gab für mich überhaupt keinen Sinn. Wie kamen die nach Helsingør? Von wo? Und wieso liess man die auf die Fähre? In meiner Vorstellung trippelte eine Herde Wildschweine auf die Fähre und machte in Schweden die Landschaft unsicher. Aber die dänischen Waldschweine waren Menschen, die im Wald rumschweinten, keine Wildschweine. 😉   😀 

Aber ein ”madsvin” (Essenschwein) ist ein Mensch, der sich selber mit Essen zuschweint. Da soll sich einer auskennen … 😉 

Advertisements

Was denn …

Ich bin zu aufgeregt, um irgendetwas ”Vernünftiges” zu schreiben, denn hier sind zwei spannende Dinge passiert. Zum Einen habe ich am 27.9. einen neuen kleinen Neffen bekommen. Ein Brüderchen für meine vier Jahre alte Nichte. Er kam einen Monat zu früh, aber mit gutem Gewicht und alles ist gesund.

Zum Anderen waren wir mal wieder ziemlich spontan … 😉  😀

Es fing eigentlich alles ganz harmlos an, denn wir machten am Montag einen wunderbaren Spaziergang am schönen Mariagerfjord, dort, wo wir im Mai mit dem Auto langgefahren waren, auf dem Sandweg nach Stinesminde. Auf dem Weg zurück fuhren wir über die kleinsten Strassen, die wir finden konnten und haben einige herrliche Motorradstrecken entdeckt. Man muss dazu sagen, dass ich es besonders seit meinen Italien-Berichten sehr schade finde, dass wir einen Wohnwagen haben und kein Motorrad. Ich möchte gerne wieder ”leicht” reisen, ohne ein ganzes Haus mit Einrichtung mitzuschleppen. Auf dem Weg kamen wir also ins Schwärmen … 😉  

Zuhause angekommen beschlossen wir, im Frühjahr unseren Wohnwagen zu verkaufen, und dann könnte man ja so langsam anfangen wieder zu träumen …

Mein Mann nicht faul, guckte so ganz unverbindlich ins Internet und fand ein Motorrad, wie wir es suchten bzw. suchen würden, das bei einem Händler stand, nur 34 km von uns weg, und der gerne einen Wohnwagen mit eintauschen würde. Ich dachte erst, mein Mann veräppelt mich, aber nein, es stimmte!

Wie ihr euch denken könnt, fuhren wir dorthin und sahen uns das gute Stück an. Eine Goldwing 1500 SE (mittleres UFO), Modell vom 50jährigen Jubiläum in einer Art Silber/ganz hellgrün; nur 45000 km gelaufen, gut gepflegt, guter Preis. Dort standen ansonsten hauptsächlich Harleys, eine schöner als die andere und eine Kawasaki Drifter, für die ich eine besondere Schwäche habe. Die ist aber nicht für lange Touren mit zwei Passagieren geeignet. Dann fuhren wir mit Informationen über Finanzierung, was wir für den Wohnwagen bekommen würden etc. nach Hause. Und dann mussten wir rechnen.

Irgendwie war das alles ziemlich unwirklich …

Die Finanzen würden es zulassen, besonders, weil wir einen guten Preis für den Wohnwagen bekommen würden. Also fuhren wir heute hin um dem Verkäufer den Wohnwagen zu zeigen, eine Probefahrt zu machen (mein Mann allein) und zu sehen, ob man uns Geld leihen würde. Das klappte alles ganz wunderbar, und wuppdich ist der Wohnwagen weg und das Motorrad gekauft. Es wird jetzt fertiggemacht und nächste Woche können wir es holen.

DasGuteStueck

 

 

P. S.: Und dann hatte der Motorradmann 5 allerliebste kleine Kätzchen, die sehr zutraulich waren und bis auf einen, der einfach weiterschlief alle gerne gestreichelt werden wollten. Ein Katerchen war ein ganz frecher. Wenn man seine Geschwister streichelte, bekamen sie eins auf die Rübe oder wurden in den Schwanz gebissen. Es waren alles Tigerchen in Grautönen, bis auf ein kleines Mädchen, das schwarz-weiss getigert war. Ich hätte am liebsten zwei mitgenommen … ach, ach, Scheissallergie! Und dann begrüsste uns auch seine französische Bulldogge, diese armen Hunde, die keine Luft durch die Nase bekommen. Sie war aber sehr lieb, röchel, schnief, röchel … 😉

 

Ausflug nach Hals und Asaa

Einer unserer vorumzuglichen Ausflüge, über die ich noch nicht berichtet habe führte uns nach Hals, das an der Mündung des Limfjords ins Kattegat liegt. Von dort setzt eine kleine Fähre über auf die andere Seite nach Mou (ich habe keine Ahnung, wie man das ausspricht). Wir blieben in Hals, das eine gemütliche kleine Stadt ist, mit gepflegten Häusern und fantasievollen Gärten. Leider liess das Wetter zu wünschen übrig, aber man kann sich schliesslich nicht immer vom Wetter von Aktivitäten abhalten lassen.

Zuerst seht ihr einige Bilder vom Hafen, unter anderem die beiden grossen Eisbrecher, die in der letzten Zeit nicht mehr sehr viel zu tun gehabt haben wegen der milderen Winter.

IMG_20170827_114303

IMG_20170827_113638

Diese kleinen Holzhäuser (links und im Hintergrund) findet man in fast allen Häfen in Dänemark. Je nach Zweck des Hafens, werden sie von Fischern oder anderen Bootsbesitzern benutzt. Manche mieten auch nur so ein kleines Häuschen um am Wochenende am Wasser zu sein.

IMG_20170827_113741

Hier kamen wir an einem maritim gestalteten Garten vorbei:

IMG_20170827_115030 1

Rechts ein ganzes Gartenhäuschen aus einem Holzboot mit Schraube noch dran; links eine Laube aus einem Viertel Boot. Hierunter der Versuch von Detailbildern:

IMG_20170827_115030 2

IMG_20170827_115030 3

Ich fand das ziemlich pfiffig.

Danach gingen wir erst einmal einen Kaffee trinken in diesem tollen Cafe. Wir fühlten uns total mediterran … 😉

270820172613

Man kann euch sicher nicht fuppen, das ist eine Wandmalerei.  😉

Danach gingen wir rüber zu der so genannten Schanze, ein ehemaliges militärisches Festungwerk, das im zweiten Weltkrieg auch von den Deutschen genutzt wurde. Jetzt ist es ein kleiner Park mit nur noch einem Haus, in dem ein Museum untergebracht ist. Eine kleine Gruppe Ziegen hält das Gras kurz. Man merkt nichts mehr von der früheren militärischen Rolle des Ortes. Er wirkt wie eine kleine Oase.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

IMG_20170827_122316

Von Hals aus fuhren wir wieder in Richtung Norden entlang der Küste.

Auf dem Wege sahen wir dieses gut erhaltene alte Haus:

IMG_20170827_131738

Und dann suchten wir den Hafen von Asaa auf. Dort war gerade Flohmarkt, viele Stände, keine Käufer. Der eine Standinhaber sah uns so wütend an, dass wir uns gleich wieder verzogen. und zur anderen Seite des Hafens gingen.

IMG_20170827_135122

In der Zwischenzeit war die Sonne rausgekommen …

IMG_20170827_135310

IMG_20170827_135158 Blog

Die Schwester der kleinen Meerjungfrau in Kopenhagen. Auf einem Metallschild steht der Name des Künstlers und „Mod hjemve“ (gegen Heimweh), daher dachte ich der Künstler müsste aus Kopenhagen stammen. Tut er aber nicht, er stammt aus Brønderslev und ist jetzt dabei, diesen Kugelfisch aus dem Meeresmuseum (war es Ålborg? Frau Meermond hilf!) in Stein zu verewigen.

Ein ungewöhnlicher Anblick in einem Hafen:

IMG_20170827_135452

Fitnessgeräte … 😉

Der Strand war nur ein schmaler Streifen. Aber natürlich gab es eine Bank mit einer herrlichen Aussicht:

IMG_20170827_135944

Diese Wolken und die Spiegelungen im Wasser hatten es mir angetan:

Wir verabschiedeten uns von Asaa und fuhren durch Morten-Korch-Landschaft zurück nach Hause. Morten Korch war ein Schriftsteller aus dem 19. Jahrhundert. Seine Bücher spielten hauptsächlich auf dem Lande. Viele seiner Bücher wurden verfilmt. Wer anfängt Dänisch zu lernen, könnte mit diesen alten Filmen anfangen, denn in denen wurde noch richtig schönes, deutliches Dänisch gesprochen. Auch in den Olsen-Banden-Filmen war das noch nicht so ein Genuschel oder in „Matador“. Jedenfalls scheint bei Morten Korch immer die Sonne und Ende gut, alles gut. Es ist schön, wenn man sich auf etwas verlassen kann … 😉

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Einige Orte machen etwas mehr aus ihren Ortsschildern. Hier das Örtchen „Ugilt“.

IMG_20170827_151521

Hier ein Detail von einem der Bilder aus der letzten Dia-Show. Leider ist es nicht ganz deutlich …

IMG_20170827_151758

Das Gebilde auf dem Unterstand ist ein Vogelhaus in der Form eines Schlosses. Man kann vielleicht gerade noch die Türme erkennen. Sehr verwöhnt die Vögel hier!  😉

Und hier noch meine Beute des Tages. Im Museum habe ich eine kleine Metalldose und eine Packung Servietten erstanden, weil ich die Motive so schön fand. Die Servietten sind etwas wellig, aber vielleicht kann man die „bügeln“. Als drittes musste eine winzige Eule mit, die fand ich einfach herrlich. Und dann sind da noch die Sachen von Asaa Strand, die ich eigentlich nicht mehr hätte sammeln sollen :

Und damit wünsche ich euch allen eine schöne Wochenmitte!

 

Vermieter also …

Ich muss etwas vorgreifen, denn das hängt mit dem alten Haus zusammen. Am 17.9. waren wir im dort zum Saubermachen und Löcher zustopfen. Danach schickten wir ein SMS an den Vermieter mit Kopie an seinen Sohn, ob sie Übernahme machen wollten. Wir bekamen dann die Antwort, dass man uns am Montag anrufen würde, denn heute sei SONNTAG. Daraufhin wünschten wir ihnen einen schönen Sonntag. 😉

Am Montag rief niemand an, weshalb mein Mann den Hauswirt anrief. Dem passte es gerade nicht, aber er würde am Dienstag anrufen. Das tat er nicht. Was diese Spielchen sollten, verstanden wir nicht, denn wir konnten ja beweisen, dass wir versucht haben, die Übergabe zu verabreden. Jedenfalls las mein Mann auf der Seite der Landesorganisation für Mieter nach, wie man sich in so einem Fall verhält. Dann schrieben wir am Mittwoch einen Brief an den Vermieter, in dem wir sowohl SMS als auch Anruf unsererseits erwähnten und die versprochenen Anrufe ihrerseits, die nicht erfolgt waren. Wir teilten ihm mit, dass wir am 30.9. die Zähler ohne ihn ablesen würden und ihm dann die Schlüssel danach per Post zuschicken würden, im Falle dass er mit uns keine Übergabe verabredete. Das wirkte. Am Sonntag (!!!) rief er uns an, ob wir kommen könnten.

Das taten wir dann. Der Hauswirt begrüsste uns mit dem Ausruf ”Na, ist alles wie neu?” Das sollte wohl witzig sein. Dann probierte er alle Wasserhähne aus, ob sie funktionierten und die Spülung der Toilette (???). Wenn das Wasser nicht funktioniert hätte, hätten wir dann nicht schon mal vorher was gesagt?? Er schaltete den Herd an, und ich fragte mich, ob er wohl auch die Geschirrspülmaschine anstellen würde.  😉  Irgendwie wirkte das  alles etwas hilflos auf mich. Dann gingen die beiden Männer in den Keller, denn darauf konnte ich gut verzichten. Es kam ein schlimmer Geruch von da unten hoch. Aber unser Hauswirt schien das nicht zu riechen. Mein Mann meint, und das ganz ohne Quatsch, dass er das wahrscheinlich wirklich nicht riecht, er sei schliesslich den ganzen Tag im Schweinestall am Wirken.

Zum Schluss beklagte er sich darüber, dass man sehen konnte, wo die Löcher zugemacht worden wären, da müsste man drübermalen. Dafür einigten wir uns dann, dass er einen kleinen Betrag von unserem Depositum abziehen durfte, und dann war’s das auch schon. Da hatte er wenigstens ein Erfolgserlebnis. Kein dummes Gelaber, keine Geschichten aus der Kindheit, keine weiteren Versuche, uns unser Depositum vorzuenthalten wegen der neuen Heizung. Wir haben seine Unterschrift, dass er den Betrag zurückzahlen wird … was auch immer das wert ist.  😉 … Wir werden sehen. Am 15. Oktober verfällt die Rückzahlung.

Das Kapitel ist abgeschlossen! (Ich habe mir noch ein paar Prairiemalven abgeschnitten, hehe.)

Ich fragte meinen Mann, wie es sein kann, dass wir diese Bleibe jemals charmant gefunden hätten. Er erklärte das mit einem Anfall geistiger Umnachtung. Das einzige, das ich vermissen werde, ist der Ausblick in die freie Natur.

 

Ordnung ist das halbe Leben …

Aus der Küche ertönt ein merkwürdiger Laut, so als ob jemand schwer nach Luft schnappt. Ich ahne Schlimmes und eile zu meinem Mann, denn er ist es, der da schnappt, um zu sehen ob alles in Ordnung ist. ”Ist etwas passiert?” frage ich ihn. Er zeigt nur stumm auf eine offene Schublade im Küchenschrank.

Diese hier:

IMG_7279 Blog

Nun kann diese Schublade auf das ungeübte Auge den Eindruck von Durcheinander erwecken. Ich kann euch jedoch versichern, dass ich genau weiss, was darin ist und wo es ist.

Links unter der Knoblauchpresse verstecke ich z. B. meine wirklich scharfen Küchenmesser, damit zufällig vorbeikommende Passanten sie nicht als Werkzeug missbrauchen. Mittig, gut sichtbar, liegen die bereits versauten Küchenmesser, mit denen man gerne Schrauben drehen oder Dosen öffnen darf.

Und ausserdem, wer Ordnung hält ist nur zu faul zum Suchen! 😉    😀

Und damit wünsche ich euch allen ein schönes Wochenende … 😉

Meine tapferen Pflanzen

Das sind sie wirklich! Seid Freitag sind sie alle im neuen Zuhause vereint, alle Stauden, alle 20 Rhododendrons und alle 16 Rosen, samt Kräutern und 3 Klematis sowie den ausgegrabenen Lupinen und Stockrosen.

Das ist ein richtiger kleiner Garten für sich, etwas unordentlich, aber immer noch farbig.

IMG_7248 Blog

Eine der Lupinen blüht in „Gefangenschaft“:

IMG_7249 Blog

Es sind immer noch viele Farben zu finden, ach, und rechts unten ein Montagsherz:

IMG_7250 Blog

Die Indianerminze ist in den letzten Zügen, jetzt ist die Rudbeckia dran:

IMG_7251 Blog

Meine kleine weisse Malve hat angefangen Zu blühen. Sie hat den letzten Winter drinnen verbracht im Topf der japanischen Mispel zusammen mit einem Schmetterlingsbusch und noch einer Malve. Die beiden Malven habe ich im Frühjahr rausgesetzt in Töpfe. Die weisse kam gut und fing kurz vor dem Umzug an Knospen zu produzieren. Die andere hatte ich schon aufgegeben, aber dann kamen plötzlich kleine neue Blätter. Sie steht irgendwo in dem Gewusel.

IMG_7253 Blog

Meine stolzen Kavaliere (Cosmea) sind immer noch stark im Gang. Ich habe sie für den Umzug hochgebunden, weil sie leicht brechen. Irgendwo da drinnen muss noch die Prairiemalve sein.

IMG_7254 Blog

Und siehe da:

IMG_7255 Blog

Die Cosmea sind ja einjährig, d. h. nächstes Jahr sind in dem Topf dann nur Prairiemalven und Gartengloxinien. Es sei denn, die Cosmea schummelt ein paar Samen nach unten.  😉

Der Farn hat den Herbst eingeläutet und „Ascot“ verabschiedet sich mit einer letzten Blüte:

IMG_7256 Blog

Immer fleissig im Gang und das Leben im Topf gewöhnt, die China-Rose „Perle d’or“:

IMG_7263 Blog

Und das sind die beiden Zypressen, von denen ich immer rede, nur dass es anscheinend keine Zypressen sind:

IMG_7260 Blog

Meine Grossmutter väterlicherseits nannte das „Lebensbaum“. Ist das nicht Taksus?

IMG_7262 Blog

Auf der Strassenseite ist ein kleinerer Hauptstamm beschädigt, so als ob ein Sturm einen grossen Ast abgerissen hat, der dann viel Rinde hat mitgehen lassen. Schade. Den werden wir wohl absägen und was anderes davor pflanzen. Ansonsten finde ich diese Bäume toll. Vögel lieben die auch sehr, besonders im Winter.

Und hier noch ein Abschneidsel vom alten Garten. Prairiemalven mögen es nicht, wenn man die ganze Pflanze ausgräbt und umsetzt, die machen dann schlapp, genau wie Stockrosen. Die Blütenstiele halten sich dagegen lange in einer Vase. Sie sind so graziös, ich mag sie sehr gerne.

IMG_7264 Blog

Und damit wünsche ich euch noch eine schöne Restwoche!

 

Italien mit dem Motorrad, Teil 6

19.5.2012

Eigentlich sollte der zweite Ausflug nach Portovenere in der Nähe von La Spezia gehen, nördlich von Lucca an der Küste. Doch das sollte nicht so ganz einfach sein. Wir fuhren über Camaiore, Pietrasanta (mit einem sauber geharkten Elitestrand, wo fast keine Leute waren), Marina, Marina di Massa, Massa, Castelnuovo Magra, Sarzana, wo wir hin und her und im Kreis geschickt wurden wegen Bauarbeiten. Die Strasse nach Portovenere sollten wir einfach nicht fahren. Nachdem wir das dritte Mal an derselben Stelle gelandet waren, gaben wir auf und assen zu Mittag in einem winzigen Grill in Romanito Magra. Wir bekamen eine wohlschmeckende Vegetarlasagne.

Karte1

MC_Ferie_Italien_MarinaDiPietrasanta01

Das exklusive Marina di Petrasanta, wo permanent Leute mit speziellen Strandharkern unterwegs waren (Maschinen), obwohl nur vereinzelt Leute am Strand waren. Dahinter die atemberaubenden Berge des Parco Alpi Apuane. Hier noch einmal eingezoomed:

MC_Ferie_Italien_MarinaDiPietrasanta02_ParcoAlpiApuane

Wir fuhren dann nach Lucca zurück und schauten etwas ausgiebiger auf die Stadt (die Bilder habt ihr alle in Teil 5 gesehen). Vor dem Hotel trafen wir ein sehr nettes Ehepaar aus Hamburg, mit denen wir uns fast eine Stunde lang unterhielten, als ob wir uns schon lange kannten. Sie reisten an dem Tag ab. Schade, dass wir uns nicht schon vorher getroffen hatten. Wir hielten jedoch die Verbindung mit ihnen, zumindest via E-Mail und Skype.

20.5.2012

Da das Wetter nicht berauschend war (gestern hatte es nachmittags angefangen zu regnen, und es sollte in den nächsten Tagen nicht besser werden), beschlossen wir, früher nach Hause zu fahren und buchten unsere Autozugplätze um. Wir bekamen kein Luxusabteil mit Bad mehr, aber das sollte sich als vorteilhaft erweisen.

Der Weg ging wieder über den Passo delle Radici von der Toskana in die Emilia Romagna hinein, aber wir fuhren eine etwas andere Strecke, und zwar über Pievepelago und dann ab Sassuolo wieder die schon bekannte Strasse nach Modena und Ponte Vettigano zurück, zum Hotel Santo Steffano. Das hatte uns ja gefallen und Disko war ja nur am Mittwoch. Eigentlich hatten wir geplant, in Bologna zu übernachten, aber dann hatten wir keine Lust auf Grossstadt, schon gar nicht bei Regen.

Das Wetter war gemischt. Auf dem Pass schien die Sonne, aber als wir dann in die Emilia Romagna hineinkamen, befanden wir uns im Nebel oder in tiefliegenden Wolken, ich konnte den Unterschied nicht feststellen. 

Unterwegs machten wir jedoch noch in einem winzigen Ort namens Barigazzo halt, in der Albergo San Giorgio, die von einem uralten Ehepaar geführt wurde. Ausser uns waren noch ein einzelner Herr, der sich mit dem Wirt unterhielt, und zwei ältere Männer am Nebentisch anwesend. Als diese beim Nachtisch angelangt waren, hatten sie rote Wangen und waren sehr guter Laune. Wir schoben das auf den Rotwein, den sie zum Essen getrunken hatten. Wir bekamen ein leckeres Pasta mit Funghi Gericht und einheimische Bohnen. Als Nachtisch bestellten wir dann das gleiche, wie die beiden älteren Herren. Es stellte sich heraus, dass er aus Eis mit Whiskey bestand. Aha! Die Wirtin war nicht geizig mit dem Whiskey und mein Mann bekam noch einen Schwupps extra aufs Eis.

Die alte Dame suchte das Gespräch, sprach aber nur Italienisch, und ich stellte fest, dass ich vieles verstehen konnte, nicht wegen Spanisch, nein, wegen des so unnützen Lateins, dass ich im Gymnasium lernen musste. Wir bekamen die Geschichten ihrer Söhne, aber hauptsächlich ihrer Enkel (Nepote) erzählt, von denen der eine Arzt in Paris war, während der andere in Rom wohnte. Ich habe vergessen, was er beruflich machte. Sie bedauerte sehr, dass sie sie nicht so oft sah, weil sie so weit weg wohnten. Sowohl Söhne als auch Enkel waren musikalisch begabt und spielten Instrumente. Wir bekamen viele Bilder gezeigt. Gleichzeitig versuchte sie uns zu überreden über Nacht zu bleiben, aber das konnten wir ja nicht, wir hatten ja den Autozug gerade umgebucht, und das Wetter war nicht so toll.

Wir bekamen noch diverse Visitenkarten für unsere Amici in die Hand gedrückt, denn das Geschäft war wohl nicht mehr, was es mal war. Wie man auf den Bildern sehen kann, liegt Barigazzo wunderbar, auf jeden Fall für Wanderer und Fahrradfahrer. Aber es liegt eben nicht direkt neben einem Skilift.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nach dem Passo delle Radici mussten wir unser Regenzeug anziehen. Auf dem Weg ins Tal hob sich der Nebel (oder die Wolken), und als wir unten ankamen, konnten dir das Regenzeug wieder ausziehen. Aus diesem Grunde habe ich von den Regentagen auch nicht so viele Fotos, weil ich nicht wollte, dass die Kamera nass wird.

Im Tal hatten wir noch ein unschönes Verkehrserlebnis. Wir fuhren auf der Landstrasse, hinter uns einige Autos, und plötzlich biegt von links ein Wohnmobil oder Campingbus oder sowas in der Art von links ein. Selbst wenn er uns nicht gesehen hat, hätte er doch eigentlich all die Autos direkt hinter uns sehen müssen. Wahrscheinlich hat er nur zu einer Seite geguckt. Jedenfalls war da auf einmal ein grosses Auto nur einen halben Meter von meinem Bein entfernt. Mein Mann konnte zum Glück nach rechts ausweichen. Der offensichtlich total verwirrte CampingMobilBusfahrer fuhr dann einfach auf der Gegenspur weiter, also in die falsche Richtung, Schockschwerenot, glücklicherweise kamen aus der Gegenrichtung keine Autos. Etwas weiter weg konnte er dann von der Strasse wegkommen und sich erst einmal sortieren. Das war allerdings unsere einzige gefährliche Verkehrssituation auf der ganzen Fahrt, denn mein Mann fährt sehr defensiv. Es ist ein eigenartiges Phänomen, aber Autofahrer scheinen Motorradfahrer entweder gar nicht zu sehen oder deren Geschwindigkeit falsch einzuschätzen. Da wir immer die Schwächeren sind, geht mein Mann kein Risiko ein.

Karte

Als wir in Ponte Vettigano ankamen, erfuhren wir von der Wirtin, dass man gerade schlimme Erdbeben erlebt hatte. Ponte Vettigano war ca. 65 Kilometer vom Epicenter entfernt gewesen (nordöstlich von San Felice sul Panaro). Das ganze Haus hätte sich seitlich hin und her bewegt. Das muss man wohl nicht unbedingt erleben. Dann lieber Disko. (https://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_in_Norditalien_2012) Wir hatten jedenfalls wieder einmal Glück gehabt, dass wir nicht noch einen Tag früher zurückgefahren sind.

IMAG0163_SantoStefano

Das dämpfte die Stimmung, aber wir waren müde und schliefen trotzdem gut.