Rezept aus Afrika …MeiMei oder MoiMoi

… aus Nigeria genauer gesagt. Es handelt sich um eine Art Bohnenkuchen (salzig), der im Wasserbad zubereitet wird.

Doch erst einmal werden die Bohnen, in diesem Fall Schwarzeaugenbohnen, zwei Nächte in kaltem Wasser eingeweicht. Morgens und abends sollte man sie einmal im Sieb durchspülen, damit sie nicht anfangen zu gären. Für zwei Personen setze ich 200 g Bohnen zum Einweichen an. Die schwellen sehr an, also denkt daran eine ausreichend grosse Schüssel zu nehmen. Die Bohnen sollten gut mit Wasser bedeckt sein.

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Diese Bohnen sind angeblich die mit dem höchsten Gehalt an Pflanzeneiweiss. Ich mag auch den Geschmack sehr gerne. Der Sinn des Einweichens ist es, die Aussenhäute so weich zu bekommen, dass man sie abreiben kann.

Das hier ist wohl die wirksamste Methode. Man nimmt eine Handvoll Bohnen zwischen beide Hände und reibt sie bei gleichzeitigem Druck gegeneinander.

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Ich habe dann noch alles in ein höheres Gefäss umgefüllt, denn zwischendurch soll man immer mal mit Wasser auffüllen und die losen Häute abgiessen. In einem höheren Gefäss schwimmen die Häute weiter oben und beim Abgiessen rutschen nicht so viele Bohnen mit durch.

Meine nigerianische Freundin, von der ich dieses Rezept habe, bestand darauf, dass man 100% alle Häute entfernen müsste, sonst würde es nicht schmecken. Aber ich bin da nicht so genau.

Das muss reichen!

Jetzt kommt der Mixer zum Einsatz. Ausser den Bohnen fügt man etwas Wasser hinzu, gerne auch Gemüsebrühe, einen guten Schwupps Planzenöl und Pfeffer oder Chili oder was immer einem einfällt. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt (Knoblauch, Zwiebeln, Kräuter …). Der Teig soll relativ flüssig sein, ähnlich wie Pfannkuchenteig. Wenn er nach dem Mixen noch zu dick ist fügt man einfach etwas mehr Wasser hinzu.

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Das Originalrezept wird mit Palmöl gemacht. Das konnte ich aber nie bekommen und habe daher immer Olivenöl oder Sonnenblumenöl genommen, was ich gerade hatte. Aber neulich sah ich in einem Asienladen Palmöl und kaufte es, daher dieses Mal mit Palmöl. Das gibt so eine schöne Farbe. Die habe ich schon einmal mit Safran versucht nachzuahmen, aber Safran passt geschmacklich so gar nicht dazu.

Der Teig wird in gefettete Formen gefüllt und im Wasserbad mit Deckel drauf gekocht. Ich nehme hierzu alte Becher, von denen entweder der Henkel abgebrochen ist oder die anderweitig nicht mehr zu gebrauchen sind. Meine afrikanische Freundin stellt Tüten aus Aluminiumfolie her, in die sie den Teig füllte und kochte diese Tüten dann in einem Topf. Das mit dem Aluminium finde ich aber unangenehm.

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Ich habe dann doch nur drei Becher genommen, weil der Teig nicht reichte. Ich hätte ihn etwas dünner machen sollen. Man füllt nur so viel Wasser in den Topf, so dass es beim Kochen nicht in die Becher schwappt.

Jetzt gibt es zwei Varianten, gefüllte und ungefüllte MeiMei. Wir machen normalerweise ungefüllte, weil wir sie als Beilage essen, also anstatt Fleisch. Meine Freundin tat manchmal ein ganzes gekochtes Ei hinein oder ein Stück Fisch. Man kann sicher auch Paprikastreifen hineindrücken, fällt mir gerade ein, das werde ich nächstes Mal ausprobieren. Ich habe so einen Kuchen auch schon mal zur Arbeit für die Mittagspause mitgenommen, sie schmecken nämlich auch kalt.

Mal kurz überprüfen ob die „Kuchen“ sich heben:

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Ja, sieht gut aus. Mehr als 3/4 sollte man die Becher nicht füllen, sonst fliesst der Teig über den Rand.

Ich habe meine drei 45 Minuten im Wasserbad kochen lassen. Da wir sie nicht gleich gegessen haben, habe ich sie in den Bechern gelassen und in einer Plastiktüte in den Kühlschrank gestellt. Sie lassen sich auch einfrieren.

Man kann MeiMei entweder frisch aus dem Topf als Beilage essen, dann ist es locker und luftig; oder kalt als Snack, dann ist es etwas fester; oder in Scheiben geschnitten und gebraten. Letzteres mag mein Mann am liebsten. Das sieht dann so aus (mit einem kleinen Stück roten Cheddar oben drauf.

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Wir haben Pilzrisotto dazu gegessen. Das geht einfach und schnell und schmeckt fantastisch.

 

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Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr 25 Jahre verheiratet und in Dänemark lebend (2018).

21 Gedanken zu „Rezept aus Afrika …MeiMei oder MoiMoi“

    1. Es ist aufwendig, schmeckt aber gut. Deshalb mache ich immer 4 Becher voll, dann habe ich für zwei bis dreimal, je nachdem, was ich damit mache. Wir benutzen auch manchmal Scheiben als Burger z. B.
      Dieses Mal habe ich eine grosse Zwiebel mit hineingetan und Knoblauch und das Palmöl weggelassen. Ich mag den Geschmack nicht so gerne. Jedenfalls sind sie dieses Mal besonders schmackhaft geworden.

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      1. aufwändig mit ä sieht komisch aus, ne? schreibt man nach der neuen aber so. ich muss mich auch erst dran gewöhnen. *lach*
        ich probiere das mal und als burger kann ich mir das sehr gut vorstellen. ich muss nun erst mal schauen, wo ich die bohnen bekomme. wo kaufst du die denn?

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            1. Meine afrikanischen Freunde machten auch eine Art Eintopf damit mit Yams und Tomaten, das schmeckte auch sehr gut, aber das mag mein Mann leider nicht. Die haben einfach einen guten Eigengeschmack, gerade diese Bohnen. Angeblich sind sie auch die eiweissreichsten.

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