Kristianopel

Heute möchte ich euch einmal aus der Dunkelheit, dem Matsch und all dem grässlichen, das tagtäglich passiert entführen, und zwar in den Sommer 2004, in einen kleinen Ort, der den grossartigen Namen Kristianopel trägt und sich in Schweden am schönen Kalmar-Fjord befindet.

Wir wohnten damals in der Nähe von Lund in Skåne und wollten nach Öland, denn von der Insel schwärmten die Schweden.

Wie das Leben so spielt, musste ich auf einmal dringend pieseln, und wir hatten keine Ahnung, wann das nächste WC auftauchen würde. Daher fuhren wir ab auf eine kleinere Landstrasse, die anscheinend in einen geeigneten Pieselwald führte. Dem war auch so. Wir wollten dann nach getaner Arbeit nicht wieder umkehren, sondern lieber etwas auf der kleinen Strasse weiterfahren.

Und dann bogen wir um die Ecke und waren auf einmal in Kristianopel. Die Bilder sprechen für sich, mehr heile Welt geht kaum!

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Und damit habt ihr so ziemlich sämtliche Häuser in Kristianopel gesehen. Es gibt dort nichts Modernes, Kaputtes oder Ungepflegtes. Neben dem eigentlichen Ort gibt es einen Camping-Platz, einen Yachthafen und eine Festung.

Ich bin froh, dass ich damals pieseln musste … 😉

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Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr 25 Jahre verheiratet und in Dänemark lebend (2018).

25 Gedanken zu „Kristianopel“

  1. Und ich erst! Also ich bin froh, dass du damals pieseln musstest. Proffessor W. K. Pedia behauptet übrigen, dass der Ort im Jahre 2015 88 Einwohner hatte. Und noch einiges ziemlich interessantes, was im Widerspruch zu deinen friedlichen Fotos steht. Einen wunderschönen 3. Advent. Zoé 🙂

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          1. 1599 auf Order des dänischen Königs Christian IV. planmäßig angelegt.
            1611 kurzzeitig durch den schwedischen Prinz Gustav Adolf eingenommen. Die Schweden brannten den Ort nieder und ließen die alte Kirche abreißen.
            Die heutige Dreifaltigkeitskirche entstand zwischen 1618 und 1624.
            1622 wurden die Stadtrechte von Avaskär und der nicht weit entfernten Stadt Lyckå auf Kristianopel übertragen. Nach dem zwischenzeitlichen Verlust der Stadtrechte und einer umfassenden Befestigung des Ortes im Jahre 1637 erhielt Kristianopel 1648 erneut die Stadtrechte.
            Die Stadt war damit der östlichste Teil einer Reihe von Befestigungsanlagen, die Dänemark zu dieser Zeit an seiner Grenze zu Schweden errichtete. Kurze Zeit später wurde der Ort von schwedischen Truppen verwüstet. Zur Abnahme der Bedeutung der Stadt trug auch bei, dass Blekinge 1658 im Frieden von Roskilde an Schweden fiel.
            Trotzdem wurde die Befestigung noch im selben Jahr wieder instand gesetzt. 1663 beschloss man den Abriss der Verteidigungsanlagen,
            1670 und 1672 wurden sie erneut renoviert. Ein Jahr später entschloss man sich zu einer Konservierung des Ortes.

            Nachdem Schweden 1676 die Besatzung der Festung nach Karlshamn überführt hatte, wurde Kristianopel am 25. September desselben Jahres von einer dänischen Kampfeinheit eingenommen. Die Dänen setzten die halb verfallenen Mauern instand und machten den Ort zu einer wichtigen Basis der Snapphanar (Bevölkerungsteile Skånelands, die sich gegenüber Dänemark loyal verhielten). Am 22. Februar 1677 wurde Kristianopel wieder von Schweden erobert. Die Befestigungsanlagen wurden teilweise abgetragen, da man den Ort als gefährlich für Schwedens Sicherheit ansah.
            1678 erfolgte der Befehl, dass kein einziges Haus stehen bleiben sollte, und die Bevölkerung musste in die Orte Ronneby, Växjö und Karlshamn umziehen.

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