Der Mann aus Teheran, Kopenhagen/ Marseille/Dragør … The man from Tehran, Copenhagen/Marseille/ Dragør

CoverDeutsch

 

Der Mann aus Teheran

Freitag, 10. Februar 2006

Flughafen Kopenhagen 08.00 Uhr

Der Hangar hallte mit den Gesprächsfetzen der wartenden Kollegen wider. Ein Außenstehender hätte sich wahrscheinlich über die seltsame Versammlung, die sich auf das Briefing vorbereitete, gewundert. Es befanden sich ungefähr 150 Personen im Hangar, die sich in dem riesigen Raum aber verloren.  Man hatte Stühle in zehn Reihen aufgestellt und die verschiedenen Gruppen begannen, Platz zu nehmen.
Es waren fast hundert uniformierte Polizisten, ein Dutzend CIA-Agenten in Zivil, fast dreißig Männer aus Toms Kommandoeinheit in speziellen grauen Kampfanzügen und ein Dutzend Zivilpolizisten, EATO Agenten und Techniker. Man schaute einander neugierig an, aber die Gespräche wurden zum größten Teil innerhalb der einzelnen Gruppen geführt.
Vor den Stuhlreihen befand sich ein Podium, auf dem ein Tisch und sechs dem ,Publikum‘ zugewandte Stühle standen. Dort saßen Tom Pettersson, Lisbeth Hasselbeck und Rolf Duvenhart von der EATO; John Williams von der CIA und Preben Antonsen und Connie Andersen von der Polizei. Vor Rolf stand ein Mikrofon auf einem dreibeinigen Stativ.
Vor der Halle hielt ein Dutzend Polizeibeamte Wache um sicherzustellen, dass kein Unbefugter an dem Treffen teilnahm. Keiner dieser Polizisten würde später an der Aktion teilnehmen. Neben dem Hangar standen drei große Busse. Der eine war ein Mannschaftsbus der Polizei, die beiden anderen gehörten der EATO. Rolf trommelte nervös mit den Fingern auf dem Tisch. Er war nicht nervös, weil er vor einer größeren Versammlung sprechen sollte. Das war er gewohnt. Aber das nagende, unsichere Gefühl, das sich bereits am Tag zuvor gemeldet hatte, als sie die SMS-Antwort an Yemis Handy bekommen hatten, ließ ihn nicht los. Interessant, aber irrelevant. Fangt uns, wenn ihr könnt. Der Satz schwirrte ihm im Kopf herum. Es konnte kaum noch beunruhigender werden. Er schaute zu Lisbeth. Sie sah verhältnismäßig gefasst aus, aber ihr innerer Zustand verriet sich durch ihr eines Bein, das rhythmisch und stetig auf und ab wippte. Als sich endlich alle gesetzt hatten, klopfte Rolf mit dem Finger an das Mikrofon, um sicherzustellen, dass es angeschaltet war. Einige knallende Laute aus den Lautsprechern überzeugten ihn, dass dies der Fall war. Er beugte sich zum Mikrofon und sagte:

– Zuallererst… Ein schrilles Pfeifen aus allen Lautsprechern ließ die Anwesenden schmerzhaft die Gesichter verziehen. Rolf lehnte sich sofort vom Mikrofon weg, als ob ihn der Schlag getroffen hätte.
– Ich versuche es noch einmal, sagte er mit etwas größerem Abstand zum Mikrofon, und diesmal ohne Interferenz.
– Zunächst einmal möchte ich alle Anwesenden herzlich willkommen heißen. Ich freue mich zu sehen, dass wir so zahlreich sind. Aber ich sollte vielleicht erst noch fragen: Gibt es jemanden, der kein Englisch versteht? Er sah in die Runde, aber niemand reagierte.
– Gut, fuhr er fort. Ich kann das entweder so interpretieren, dass Sie alle Englisch verstehen oder dass mein Englisch so schlecht ist, dass niemand die Frage verstanden hat. Die Bemerkung brach das Eis und man begann zu schmunzeln.
– Gut! Ich werde dann erst einmal unser Panel hier präsentieren. Er wies auf die anderen Personen auf dem Podium und fuhr fort:
– Ich möchte ein wenig unkonventionell vorgehen und mich zuerst vorstellen. Mein Name ist Rolf Duvenhart und ich bin der Leiter einer gemeinsamen europäischen Anti-Terror-Organisation, von der nur wenige von Ihnen, wenn überhaupt, gehört haben. Zu meiner Rechten sitzt Lisbeth Hasselbeck, die Leiterin unserer Abteilung in Skandinavien.  Lisbeth nickte und lächelte verlegen.
– Neben ihr sitzt Tom Pettersson, Leiter unserer Kampftruppe.  Tom grüßte indem er sich mit zwei Fingern an die Stirn tippte und sein charmantestes Lächeln hervorzauberte.
– Zu meiner Linken sitzt John Williams von der CIA.  Williams nickte kurz, sah aber ansonsten aus wie eine Gewitterwolke.
– Neben ihm sitzt Polizeiinspektor Preben Antonsen, Leiter des gesamten Polizeieinsatzes.  Antonsen nickte, wobei er die Hand über seine Pfeife hielt, obwohl sie nicht angezündet war.
– Und neben ihm sitzt Connie Andersen, Leiterin der Bereitschaftseinheit der Polizei. Connie nickte zweimal.
– So viel um uns, sagte Rolf, und nun zur Sache. Er machte eine kleine Kunstpause um sicherzustellen, dass er die Aufmerksamkeit aller Anwesenden hatte. Es war ganz still, und so fuhr er fort:
– Dass wir uns heute hier versammelt haben, hat einen sehr ernsten Hintergrund. Einige von Ihnen wissen bereits, worum es geht, aber die meisten von Ihnen wissen wahrscheinlich nicht sehr viel. Aber bevor dieses Treffen beendet ist sollten wir uns alle gerne auf demselben Informationsniveau befinden. Es wird dann später noch separate Sitzungen der einzelnen Gruppen geben. Wir, das heißt dieses Panel, werden versuchen, Sie über alles in Kenntnis zu setzen, was Sie unbedingt wissen müssen und wir werden versuchen, alle Fragen zu beantworten.
Noch schien niemand etwas sagen wollen, und so fuhr er fort:
– Sie sollten alle wissen, dass der dänische Außenminister zusammen mit einigen amerikanischen Athleten nach Budapest reist. Einige von Ihnen wissen wahrscheinlich auch, dass der US-Botschafter aus Stockholm erwartet wird. Er zwischenlandet in Kopenhagen, da auch er auf dem Weg nach Budapest ist. Es ist auf jeden Fall so, dass er sich hier dem Außenminister und den Athleten anschließt und alle denselben Flug nach Budapest nehmen. Grundsätzlich sind das ziemlich uninteressante Ereignisse, wäre da nicht die Tatsache, dass wir im Zusammenhang damit einen Terroranschlag erwarten.
Die Stille wurde plötzlich durch Unruhe und Raunen unter den Zuhörenden gebrochen, und einige hoben die Hände zum Zeichen, dass es Fragen gab. Rolf machte eine beruhigende Geste mit den Händen und fuhr fort:
– Ich sehe, dass es bereits einige Frage gibt, aber ich würde sie sehr gerne erst ganz am Schluss behandeln. Einige Ihrer Fragen werden höchst wahrscheinlich bereits während des Briefings beantwortet werden. Können wir das so machen? Letzteres war nicht wirklich als Frage gemeint, aber Höflichkeit kostete Rolfs Meinung nach nichts.
– Unter normalen Umständen wären bei einer so konkreten Bedrohung die Flüge abgesagt oder verschoben worden, fuhr er fort. Aber es gibt einen, sagen wir mal gemeinsamen Entschluss, die Flugpläne nicht zu ändern mit der Erwartung, dass wir, das heißt die EATO zusammen mit der CIA, die Terroristen sozusagen mit den Fingern in der Keksdose fangen. Die Zuhörenden begannen wieder unruhig zu raunen.
– Wir sind vollständig darauf eingestellt, diese Erwartungen zu erfüllen, log er. Aber wir müssen gleichzeitig erkennen, dass wir nicht genau wissen, wie der Angriff stattfinden wird. Es ist daher kein Geheimnis, dass wir auf die Hilfe aller hier Anwesenden angewiesen sind. Dass soll nicht so verstanden werden, dass Sie Leib und Leben aufs Spiel setzen sollen. Im Gegenteil, wir erwarten und wünschen keine Heldentaten! Wir möchten ausdrücklich betonen, dass jeder, der den Helden spielt, sich damit nur einen Rüffel einfängt, und dies gilt unabhängig vom Ergebnis. Worum wir Sie dagegen alle bitten möchten ist, dass Sie Augen und Ohren offen halten. Die Bedrohung ist ernst zu nehmen, und alle Beobachtungen sind wichtig. Einige von Ihnen werden kommunikationstechnisch mit unserer zentralen Einheit verbunden, von wo aus die übergeordnete Koordinierung stattfindet. Er hielt eine neue Pause und ließ seine Worte ihre Wirkung tun. Alle Gesichter verrieten eine steigende Unruhe. Niemand lächelte mehr.
– Sie stehen natürlich unter dem Kommando Ihrer üblichen Vorgesetzten, fuhr er fort. Wir werden uns nicht in Ihre Arbeit einmischen, aber wenn es die Situation erfordert, werden von uns Befehle gegeben. Solche Befehle werden, mit einigen Ausnahmen, die Befehle Ihrer Vorgesetzten aufheben. Ihre Vorgesetzten können Ihnen das bestätigen. Sie werden jedoch, wie schon gesagt, zu keinem Zeitpunkt einer größeren Gefahr ausgesetzt als Ihre übliche Arbeit es möglicherweise erfordert. Ich denke, wir können dann jetzt auf Fragen eingehen.  Eine Reihe von Händen schoss in die Höhe. Das Panel benötigte fast eine Stunde, um so viele wie möglich zu beantworten. Schließlich musste Rolf abbrechen.
– Wir können leider keine weiteren Fragen mehr entgegennehmen, sagte er. Aber wie gesagt, findet jetzt im Anschluss an dieses Briefing eine Reihe separater Sitzungen statt, und die letzten Fragen werden sicher dort beantwortet werden.

Marseille, 09.55 Uhr

– Vielleicht könnten Sie mir erklären, was hier auf den Bildern passiert? Der Mann, der die Frage gestellt hatte, saß vor einem Bildschirm, auf dem das Verhör mit Sarkov abgespielt wurde. Der Mann hieß Henri Sartre und leitete die EATO in Frankreich. Ihm gegenüber saßen die beiden französischen Agenten, die Sarkov verhört hatten. Sie versuchten beide, Blickkontakt mit Sartre zu vermeiden.
– Wir konnten doch nicht wissen, dass der Mann ein schwaches Herz hatte, versuchte der Eine. Sartre, deutlich unzufrieden, funkelte die beiden Agenten an. Ohne ein Wort drückte er einen Knopf und eine Sequenz aus dem Verhör war zu hören. Sarkovs verzweifelte Stimme klang durch den Lautsprecher:
– Und ich muss darauf bestehen, dass Sie mir umgehend meinen Aktenkoffer geben. Sie haben kein Recht dazu, mich gegen meinen Willen…
– Was glauben Sie, was Sarkov damit meinte? fragte Sartre in säuerlichem Tonfall.
– Nun wir dachten ja nur … versuchte der andere Agent, wurde aber durch eine Geste von Sartre unterbrochen, der die Taste wieder runterdrückte. Sarkovs Stimme erklang wieder im Lautsprecher:
– Wir können doch sicherlich in aller Ruhe darüber sprechen, und ich brauche meine…
– Und was glauben Sie, was er damit meinte? bohrte Sartre gnadenlos weiter. Keiner der beiden Agenten hatte Lust, darauf zu antworten.
– Ich kann Ihnen sagen, was er damit meinte, fuhr er deutlich lauter fort während sein Gesicht begann, einen rötlichen Farbton anzunehmen.
– Er dachte, er würde das hier von ihnen bekommen! Sartre knallte einen Glasbehälter mit Tabletten auf den Tisch.
– Er brauchte seine Herz-Medizin! Er sah von einem Agenten zum anderen.
– Aber dafür hatten Sie keine Zeit, nicht wahr? Und jetzt ist er verdammt nochmal tot, nicht wahr? Tot ist er! Ist Ihnen überhaupt klar, was Sie da angerichtet haben?

– Aber Chef, versuchte ein Agent erneut. So war das ja gar nicht. Wir wollten ihn doch nur etwas unter Druck setzen.
– Wir wollten ihn doch nur etwas unter Druck setzen, äffte Sartre ihn nach. Ja, ich muss gestehen, dass ist Ihnen gelungen. Sie haben ihn ganz bis ins Jenseits gedrückt. Und von dort kann er uns nicht mehr helfen, verdammte Scheiße! Er versuchte sich zu beherrschen, bevor er fortfuhr:
– Was haben Sie aus ihm herausbekommen, also bevor Sie ihn umgebracht haben? Sie erzählten ihm alles, was bisher geschehen war.
– Merde! rief er aus. Ich sage Ihnen was, Sie haben den Rest des Tages frei, nein, den Rest der Woche! Und wenn es nach mir ginge, hätten Sie den Rest Ihres Lebens frei. Sehen Sie zu, dass Sie aus meinem Büro verschwinden. Die beiden Agenten gingen, und Sartre saß eine Weile still und blickte auf den Tisch. Er musste sich überlegen, was er Rolf sagen sollte. Er war gezwungen, ihn zu informieren, aber er musste seine Worte mit Bedacht wählen. Merde! dachte er und griff nach dem Telefon. Er wählte Rolfs Handy-Nummer und hoffte innerlich, dass Rolf nicht antworten würde.

Flughafen Kopenhagen, 10.15 Uhr

– Was meint Ihr, lief es gut? fragte Rolf. Das Briefing war beendet, und er saß mit Tom und Lisbeth in der mobilen Kommandozentrale. Rolf und Lisbeth tranken Kaffee, den Tom nicht eines Blickes würdigte.
– Das ist schwer zu sagen, antwortete Tom. Aber auf den ersten Blick hatte ich den Eindruck, dass alle zufrieden waren. Ich meine, dass die dänische Polizei äußerst kompetent ist. Ihre Fragen waren einfach und direkt zur Sache. Und diese Connie Andersen ist genau mein Fall, messerscharf und fokussiert, und dann behandelt sie Menschen auf die richtige Art und Weise. Sie bittet sie um nichts, was sie nicht selber tun würde oder könnte. So sollte ein Vorgesetzter sein. Die CIA-Jungs beunruhigen mich wie gewöhnlich. Ich meine, die eiskalten Dreckskerle haben nicht eine einzige Frage gestellt. Kam dir das nicht komisch vor?
– Tja, ja und nein, antwortete Rolf. Sie könnten natürlich bereits alles von Williams gehört haben. Aber wahrscheinlicher ist es, dass sie ihre eigene Agenda haben, über die wir nicht informiert sind. Was wiederum bedeutet, dass wir besonders vorsichtig mit ihnen sein müssen. Er beugte sich vor und fuhr fort:
– Ihr solltet vielleicht auch wissen, dass Williams mich nach dem Treffen ansprach. Er war sauer darüber, dass ich so offen gewesen bin.
– Ja, das kann ich mir vorstellen, sagte Lisbeth. Was hast du zu ihm gesagt?
– Die Wahrheit, antwortete Rolf. Ich habe ihm gesagt, dass unsere Prioritäten ganz klar sind. Wir werden zunächst versuchen, den Angriff zu verhindern. Und deshalb ist es wichtig, dass jeder so gut wie möglich Bescheid weiß. Wenn das nicht gelingt, was es wahrscheinlich nicht tun wird, werden wir versuchen, die Angreifer zu neutralisieren.
– Noch ein Grund mehr, die Jungs im Auge zu behalten, wendete Tom ein.
– Einig, sagte Rolf, völlig einig. Rolfs Handy klingelte. Er nahm es aus der Innentasche seiner Uniform und las die Nummer auf dem Display.
– Frankreich, sagte er. Vielleicht gibt es was Neues. Ich antworte besser.
– Ja, tu das, sagte Tom. Ich schaue nach meinen eigenen Jungs. Er verschwand aus dem Bus, aber Lisbeth blieb sitzen.
– Sartre hier, sagte eine Stimme am anderen Ende.
– Und du hast gute Nachrichten, hoffe ich, sagte Rolf kurz.
– Nicht gerade, Rolf, nicht gerade, sagte Sartre. Tatsache ist, dass Sarkov sozusagen in unseren Armen gestorben ist. Wir hatten ihn für ein Verhör hier bei uns, und dann, ja, dann hat er ausgecheckt. Es entstand eine lange Pause.
– Und an was ist er gestorben? fragte Rolf.
– Aus vorläufigen Untersuchungen geht hervor, dass er ein schwaches Herz hatte und einfach an einem Herzinfarkt starb, sagte Sartre. Eine rote Alarmlampe begann in Rolfs Kopf zu blinken.
– Ein Herzinfarkt, sagst du, wiederholte Rolf. Das war wirklich unglücklich, dass das ausgerechnet dann passierte, als er bei uns zu Besuch war. Habt Ihr überhaupt etwas aus ihm herausbekommen, bevor er … starb?
– Ja und nein, sagte Sartre. Ja, in dem Sinne, dass wir einiges aus dem Gespräch, das wir mit ihm hatten herauslesen konnten. Nein, in dem Sinne, dass er nichts direkt gesagt hat.
– Und was habt ihr herausgelesen? fragte Rolf.
– Anfangs wusste er nichts über das Auto, sagte Sartre. Unsere beiden Agenten meinen, dass er ehrlich überrascht war, als er hörte, dass eines seiner Autos bei dem Mord an dem Deutschen beteiligt gewesen war. Aber als seine Sekretärin die Akte von dem Auto fand, bekam er Angst und hatte es plötzlich sehr eilig, sie mit den Papieren wieder wegzuschicken. Wenn wir zwei und zwei zusammenlegen, unter Berücksichtigung seiner Vorgeschichte, dann stimmt da was mit dem Auto nicht, also abgesehen von der Tatsache, dass es ihm gehört. Unsere Agenten sind überzeugt, dass er genau wusste, wer das Auto fuhr, dass er es aber verheimlichen wollte. Nun, das wäre alles.
– Ziemlich dünn, stellte Rolf fest. Ich kann aus dem Stehgreif nicht beurteilen, ob es irgendeine Bedeutung für die laufende Aktion hat, aber wir sollten lieber alle Eventualitäten offen lassen. Bezüglich Sarkovs ‚tragischen Tod‘ erwarte ich von dir einen ausführlichen Bericht auf meinem Schreibtisch morgen früh zusammen mit dem Material von dem Verhör, ist das verstanden?
– Ich werde sicherstellen, dass du alles bekommst, antwortete Sartre und legte auf.

Merde! Dachte Sartre nach dem Gespräch mit Rolf. Das war nicht gerade die Art von Aufmerksamkeit, die die Karriere innerhalb der EATO förderte. Nun, geschehen ist geschehen. Jetzt musste er die beiden Agenten zu fassen bekommen, denen er gerade den Rest des Tages frei gegeben hatte, damit sie einen vollständigen Bericht verfassten. Ich muss lernen, mein Temperament zu zügeln, dachte er und ließ sie suchen.

– Etwas Ernstes? sagte Lisbeth.
– Vielleicht, sagte Rolf, schwer zu beurteilen. Irgendein großer Kerl hat einen deutschen Polizisten in der Nähe von Lyon getötet. Der Besitzer des Autos ist ein notorischer Waffenhändler, der leider gestorben ist, als wir ihn verhört haben. Lisbeth runzelte die Stirn.
– Er ist während des Verhörs gestorben, wiederholte sie. Das war doch unglücklich. Rolf antwortete nicht sofort.
– Wenn ich nur herausfinden könnte, ob es mit unserer Aktion hier zusammenhängt, sagte er. In diesem Moment wurde die Tür geöffnet und ein Techniker steckte den Kopf hinein.
– Können wir jetzt reinkommen, Rolf? fragte er. Wir möchten gerne alles in Ordnung haben, bevor Toms Briefing anfängt. Rolf sah überrascht auf.
– Was? Ja, natürlich, antwortete er. Zu Lisbeth gewandt, fuhr er fort:
– Wir sollten vielleicht unsere Beine ein wenig strecken, bevor Tom uns belehrt. Sie überließen den Technikern das Feld.

Flughafen Kopenhagen, 10.50 Uhr

Die mobile Kommandozentrale hatte ihren festen Platz vor dem großen Hangar eingenommen. Die Techniker hatten die Seiten des großen Busses herausgeklappt, so dass er jetzt fast drei Mal so breit war. Nun gab es ausreichend Platz sowohl für Equipment und Techniker als auch für einen Tagungsraum. Die eine Wand des Tagungsraums bestand aus einem Bildschirm, auf dem man die gleichen Bilder wie in der Kommandozentrale selbst sehen konnte. Rolf, Lisbeth, Jørgen, Matts, Pertti, Tom, und drei Teamleiter aus Toms Kommandoeinheit befanden sich zurzeit dort. Darüber hinaus waren vier Techniker anwesend, dieselben, die den Bus vorbereitet hatten und die dafür sorgen sollten, dass die Technik während der gesamten Aktion optimal funktionierte. Einer der Techniker saß an einem Computer. Alle außer den Technikern, saßen um einen kleinen Konferenztisch mit Tom am Kopfende.

– Gut, Leute, es ist bald so weit, sagte Tom und schaute sich im Kreis der Anwesenden um. Um 12.00 Uhr beginnt unsere Arbeit, von da ab muss die Technik wie ein Uhrwerk funktionieren. Er schaute zu den Technikern hinüber.
– Volle Fahrt voraus um 12.00 Uhr, dafür stehen wir ein, sagte einer der Techniker.
– Ausgezeichnet, versetzte Tom. Bevor wir von hier weggehen, müssen wir Routinen und Checkpoints in die Datenbank eingeben, und die drei Kommandoeinheiten oder Kampfeinheiten müssen strategisch platziert werden. Zu dem Techniker am Computer sagte er:
– Können Sie uns einmal den ganzen Flughafen hier auf dem Bildschirm zeigen? Er wies auf den großen Bildschirm. Der Techniker gab ein paar Befehle ein, und ein Satellitenbild des gesamten Kopenhagener Flughafens erschien auf dem Bildschirm.
– Ah, sehr gut, sagte Tom zufrieden. Er nahm einen kleinen Laserpointer aus der Tasche.
– Wir sind genau hier, sagte er und deutete auf die nordöstliche Ecke des Flughafens. Ein roter Punkt tanzte auf dem Bildschirm zwischen einigen Gebäuden.
– Ich habe mit den Leuten im Kontrollturm gesprochen. Start und Landung erfolgen in nordöstlicher Richtung. Mit anderen Worten, die Flugzeuge fliegen aus dieser Richtung ein…  Er wies auf die Start- und Landebahn, die in der Nähe des Ortes „Store Magleby“ begann,
–… und fliegen in diese Richtung raus. Er ließ den roten Punkt über den Öresund verschwinden.
– Im nördlichen Teil des Flughafens befinden sich die Ankunftebenen und die Abflughallen. Der Punkt tauchte bei einer Reihe Gebäude nicht weit von ihnen auf.
– Das Wetter ist uns gewogen, allerdings damit auch den Angreifern. Für den ganzen Tag ist klarer Himmel ohne Regen angekündigt. Er sah mit für ihn sehr ernster Miene in die Runde. Keiner sagte etwas. Alle hörten aufmerksam zu.
– Es gibt fünf kritische Zeitpunkte in den nächsten Stunden, fuhr er fort. Erstens, die Ankunft der beiden Botschafter um 15.00 Uhr. Zweitens die Ankunft des Basketball-Teams um 15.15 Uhr. Drittens die Ankunft des Ministers um 15.25 Uhr. Viertens die Pressekonferenz um 15.30 Uhr und fünftens der Abflug um 16.45 Uhr. Er ließ die Worte einen Moment ihre Wirkung tun, bevor er fortfuhr:
– Zu dem ersten kritischen Moment, gibt es die folgendes anzumerken: Ein Botschafter kommt mit dem Flugzeug aus Stockholm, der andere mit dem Auto von der Botschaft in Kopenhagen. Ihre persönliche Sicherheit ist nicht unsere Verantwortung. Ich wiederhole, nicht unsere Verantwortung. Aber der Zeitpunkt ist trotzdem kritisch, weil die beiden Botschafter Ziel für den Angriff sein können, den wir erwarten. Er machte eine Pause, während er sorgfältig das Satelliten-Foto studierte.
– Nun, lasst uns mit den Kodenamen für den Funkverkehr weitergehen, sagte er nach einem kurzen Moment. Die Kommandozentrale ist „Zebra-Basis“. Die drei Kampfeinheiten heißen „Alpha-Team“, „Bravo-Team“ und „Charly-Team“. Die anderen von EATO sind „Delta“, die CIA-Leute „Echo“ und die Polizei „Fox“. Während der darauffolgenden halben Stunde verteilte Tom die Aufgaben und gab die Checkpoints und die erwarteten Agenten-Konfigurationen und Kommandoeinheiten in die Datenbank ein.

Dragør (kleiner malerischer Ort am Rande Kopenhagens in Flughafennähe), 11.05 Uhr

Jesper Berg wachte ruckartig und schweißgebadet auf. Sein Bettlaken war wie eine Wurst in der Mitte des Bettes zusammengerollt. Er hatte einen schrecklichen Albtraum gehabt. Tine und die Kinder standen auf der einen Seite eines Zaunes, und er selbst auf der anderen. Plötzlich begann es unter ihren Füßen zu brennen, und er hatte hilflos dagestanden und zugeschaut, wie sie vor seinen Augen verbrannten. Er war um halb zwei Uhr morgens ins Bett gegangen und hatte nicht schlafen können. Er hatte sich hin- und hergewälzt und fühlte sich wirklich elend. Er war bis zur Verzweiflung um Tine und die Kinder besorgt und betete, dass sie unverletzt waren. Sein einziger Trost war, dass er einen Plan geschmiedet hatte. Einen Plan, wie er seine Aufgabe erfüllen konnte. Er hatte keine andere Wahl als zu hoffen, dass Tine und die Kinder freigelassen würden, wenn er das Ding, das der Fremde ihm gegeben hatte, an Bord des Flugzeugs brachte. Ohne diese Hoffnung könnte er seinem Leben genauso gut ein Ende setzen, hier und jetzt.
Er stand auf und machte Kaffee. Er konnte nichts essen. Er konnte sich nicht erinnern, wann er zuletzt gegessen hatte, aber es war ihm egal. Sein einziger Gedanke war, es hinter sich zu bringen. Er merkte nicht einmal, dass er ungepflegt war und dringend ein Bad brauchte.
Auf dem Küchentisch lag das Päckchen, das der Mann ihm gegeben hatte. Der Mann hatte ihm gezeigt, was er tun sollte, und hatte sich vergewissert, dass Jesper alles verstanden hatte. Es war doch im Grunde so einfach, und Jesper verstand nicht, warum es so wichtig war, es an Bord des Flugzeugs zu bringen. Es war zu klein, um zu explodieren. Oder wenn es explodieren konnte, würde es keinen großen Schaden anrichten.
Das Päckchen war zu klein, als dass es sich um eine Bombe handeln konnte, entschied er. Es war schließlich nicht größer als eine Kreditkarte. Er schaute auf die Uhr. Es war kurz nach elf. Normalerweise würde er länger schlafen, wenn er am Nachmittag arbeiten musste, aber was sollte das nützen? Er nahm die Kaffeetasse mit ins Wohnzimmer und setzte sich aufs Sofa. Wo sind Tine und die Kinder nur, dachte er. Oh Gott, gib, dass ihnen nichts zugestoßen ist! Er stellte die Tasse auf den Tisch und legte die Beine auf das Sofa. Er lehnte sich zurück und schloss die Augen. Er war eigentlich doch müde, sehr müde. Vielleicht könnte er hier auf dem Sofa ein wenig dösen. Dass ihnen nur nichts zugestoßen ist, wiederholte er in Gedanken. Kurz danach schlief er ein.

(Fortsetzung folgt)

 

ENGLISH

The Man from Tehran

Friday, 10 February 2006

Copenhagen Airport 8:00 a.m.

The hangar echoed with the scraps of conversation from the waiting colleagues. An outsider would have been surprised at the strange gathering that was preparing for the briefing. There were about 150 people in the hangar, but they got lost in the huge hall. Chairs had been set up in ten rows and the various groups began to take a seat.

There were nearly a hundred uniformed police officers, a dozen plainclothes CIA agents, almost thirty men from Tom’s command unit in special gray combat suits, and a dozen plainclothes police officers, EATO agents and technicians. They looked at each other curiously, but most of the discussions were conducted within the individual groups.

In front of the rows of chairs was a podium, on which stood a table and six chairs facing the „audience“. There sat Tom Pettersson, Lisbeth Hasselbeck and Rolf Duvenhart from EATO; John Williams from the CIA and Preben Antonsen and Connie Andersen from the police department. In front of Rolf was a microphone on a three-legged tripod.

A dozen police officers stood guard outside the hall to ensure that no unauthorized person attended the meeting. None of these police officers would take part in the action later. There were three large buses parked next to the hangar. One was a police team bus, the other two belonged to EATO. Rolf drummed his fingers nervously on the table. He wasn’t nervous about speaking to a larger gathering. He was used to that. But the gnawing, insecure feeling that had come in the day before when they got the text message on Yemi’s cell phone did not let go. “Interesting, but irrelevant. Catch us if you can.” The sentence buzzed in his head. It couldn’t get any more alarming. He looked at Lisbeth. She seemed to be relatively calm, but her inner state was betrayed by her one leg, which rocked rhythmically and steadily up and down. When everyone had finally sat down, Rolf tapped the microphone to make sure it was on. A few popping sounds from the speakers convinced him that this was the case. He leaned over to the microphone and said:

– First of all …
A shrill whistle from all the loudspeakers made those present grimace in pain. Rolf immediately leaned away from the microphone as if he had been hit by a blow.

– I’ll try again, he said a little further away from the microphone, and this time without interference.

– First of all, I would like to extend a warm welcome to everyone present. I am happy to see that we are so numerous. But maybe I should ask: Is there anyone who doesn’t understand English? He looked around, but nobody responded.

– Good, he continued. I can either take it from that, that you all understand English or that my English is so bad that nobody understood the question.

The remark broke the ice and they started to smile.

– Well! I will then first present our panel here. He pointed to the other people on the podium and continued:

– I would like to be a bit unconventional and introduce myself first. My name is Rolf Duvenhart and I am the head of a European anti-terrorist organization that few, if any, have heard of. To my right is Lisbeth Hasselbeck, the head of our department in Scandinavia.

Lisbeth nodded and smiled shyly.

– Next to her is Tom Pettersson, leader of our combat force.

Tom greeted by tapping his forehead with two fingers and conjuring up his most charming smile.

– John Williams of the CIA is on my left.

Williams nodded briefly, but otherwise looked like a thundercloud.

– Police inspector Preben Antonsen, head of the entire police operation, sits next to him.

Antonsen nodded, holding his hand over his pipe even though it wasn’t lit.

– And next to him is Connie Andersen, head of the police preparedness unit.

Connie nodded twice.

– So much about us, said Rolf, now let’s get down to business. He paused to make sure that he had everyone’s attention. It was very quiet and so he continued:

– The fact that we have gathered here today has a very serious background. Some of you already know what it’s about, but most of you probably don’t know very much. But before this meeting ends, we should all be at the same level of information. There will be separate meetings in the individual groups later. We, that is this panel, will try to inform you of everything you absolutely need to know and we will try to answer all questions.

Nobody seemed to want to say anything yet, so he continued:

– You should all know that the Danish Foreign Minister is traveling to Budapest with some American athletes. Some of you probably also know that the US ambassador from Stockholm is expected. He stops over in Copenhagen because he too is on his way to Budapest. It is definitely the case that he joins the Foreign Minister and the athletes here and all take the same flight to Budapest. Basically, these are fairly uninteresting events if it weren’t for the fact that we expect a terrorist attack in connection with them.

The silence was suddenly broken by unrest and murmurs among the audience, and some raised their hands to indicate that there were questions.

Rolf made a calming gesture with his hands and continued:
– I see that there are already some questions, but I would very much like to deal with them at the very end. Some of your questions will most likely be answered during the briefing. Can we do it like this?

The latter was not really meant as a question, but in Rolf’s opinion politeness never hurt.

– Under normal circumstances, the flights would have been canceled or postponed with such a concrete threat, he continued. But there is a, let’s say, common decision not to change the flight plans with the expectation that we, that is EATO together with the CIA, will catch the terrorists with their fingers in the cookie jar, so to speak.

The audience began to whisper again.

– We are fully prepared to meet these expectations, he lied. But we have to realize at the same time that we don’t know exactly how the attack will take place. It is therefore no secret that we are dependent on the help of everyone present here. This should not be understood as putting your life and limb at risk. On the contrary, we do not expect or wish heroic deeds! We would like to emphasize that anyone who plays the hero only will get scolded for it, regardless of the outcome. What we all want to ask you to do is keep your eyes and ears open. The threat must be taken seriously, and all observations are important. Some of you will be connected to our central unit by way of communication technology, from where the higher-level coordination will take place.

He paused again and let his words take effect. All the faces betrayed increasing unrest. Nobody smiled anymore.

– You are, of course, under the command of your usual superiors, he continued. We will not interfere with your work, but if the situation so requires, we will give orders. Such commands, with a few exceptions, will override commands from your superiors. Your superiors can confirm this to you. However, as I said, you will never be at greater risk than your normal work would require. I think we can answer questions now.

A line of hands shot up. The panel took almost an hour to answer as many as possible. Finally Rolf had to stop.

– Unfortunately, we cannot accept any further questions, he said. But as I said, a series of separate meetings are now taking place after this briefing, and the last questions will surely be answered there.

Marseille, 9:55 a.m.

– Maybe you would care to explain to me what is happening here in the pictures?

The man who had asked the question was sitting in front of a screen, on which the interrogation with Sarkov was playing. The man’s name was Henri Sartre and he was the head of EATO in France. Opposite him were the two French agents who had interrogated Sarkov. They both tried to avoid eye contact with Sartre.

– We couldn’t have known that the man had a weak heart, tried one.

Sartre, clearly dissatisfied, glared at the two agents. Without a word, he pressed a button and a sequence from the interrogation was heard.

Sarkov’s desperate voice came through the speaker:
– And I have to insist that you give me my briefcase immediately. You have no right to … against my will …

– What do you think what Sarkov meant by that? Sartre asked sourly.

– Well, we just thought … the other agent tried, but was interrupted by a gesture from Sartre, who pushed the button down again.

Sarkov’s voice resounded in the speaker:
– We can certainly talk about it calmly, and I need my …

– And what do you think he meant by that? Sartre continued mercilessly.

Neither agent felt like answering it.

– Then let me tell you what he meant by that, he continued louder while his face began to take on a reddish tinge.

– He thought he would get this from you!

Sartre slammed a glass container full of tablets on the table.

– He needed his heart medicine!

He looked from one agent to another.

– But you didn’t have time for that, did you? And now he’s dead damn it, isn’t he? He is dead! Do you even understand what you have done?

– But boss, one agent tried again. It wasn’t like that. We just wanted to put some pressure on him.

– We just wanted to put some pressure on him, Sartre mimicked him.

– Well, I have to confess that you succeeded. You pressured him all the way to the hereafter. And he can’t help us from there, damn it!

He tried to control himself before continuing:
– What did you get out of him before you murdered him?

They told him everything that had happened before.

– Merde! he exclaimed. I’ll tell you what, you have the rest of the day off, no, the rest of the week! And if it were up to me, you would have the rest of your life off. Noe get out of my office.

The two agents left, and Sartre sat quietly for a while, looking at the table. He had to think about what to say to Rolf. He was forced to inform him, but he had to choose his words carefully. Merde! he thought and picked up the phone. He dialed Rolf’s cell phone number and hoped that Rolf would not answer.

Copenhagen Airport, 10.15 a.m.

– What do you think, did it go well? asked Rolf.

The briefing was over, and he was sitting in the mobile command center with Tom and Lisbeth. Rolf and Lisbeth were drinking coffee, which Tom did not even dignify with a look.

– It’s hard to say, replied Tom. But at first glance, I had the impression that everyone was satisfied. I think the Danish police are extremely competent. Their questions were simple and straight to the point. And this Connie Andersen is exactly my cup of tea, razor sharp and focused, and then she treats people the right way. She would not ask them for anything that she will not or cannot do herself. That’s how a supervisor should be. The CIA guys worry me as usual. I mean, the ice cold bastards didn’t ask a single question. Didn’t you find that weird?

– Well, yes and no, answered Rolf. They could have heard everything already from Williams, of course. But it is more likely that they have their own agenda that we are not informed of. Which in turn means that we have to be extra careful with them.

He leaned forward and continued:
– You should also know that Williams spoke to me after the meeting. He was upset that I had been so open.

– Yes, I can imagine that, said Lisbeth. What did you say to him?

– The truth, answered Rolf. I told him that our priorities are very clear. We will first try to prevent the attack. That is why it is important that everyone has as much information as possible. If that doesn’t work, which it probably won’t, we’ll try to neutralize the attackers.

– Another reason to keep an eye on the boys, Tom chipped in.

– Agreed, said Rolf, agreed entirely. Rolf’s cell phone rang. He took it from the inside pocket of his uniform and read the number on the display.

– France, he said. Maybe there is something new. I’d better take it.

– Yes, do that, said Tom. I will check on my own boys.
He disappeared from the bus, but Lisbeth remained seated.

– Sartre here, said a voice on Rolfs cell phone.

– And you have good news, I hope, said Rolf curtly.

– Not exactly, Rolf, not exactly, said Sartre. The fact is that Sarkov died in our arms, so to speak. We had him here for interrogation, and then, well, he checked out.

There was a long pause.

– And what did he die of? asked Rolf.

– Preliminary investigations show that he had a weak heart and simply died of a heart attack, said Sartre.

A red alarm began to flash in Rolf’s head.

– A heart attack, you say, Rolf repeated. It was really unfortunate that this happened when he was visiting us. Did you even get anything out of him before he … died?

– Yes and no, said Sartre. Yes, in the sense that we could read something from the conversation we had with him. No, in the sense that he didn’t say anything directly.

– And what were you able to read? asked Rolf.

– At first he didn’t know anything about the car, said Sartre. Our two agents think that he was genuinely surprised when he heard that one of his cars had been involved in the murder of the German. But when his secretary found the file from the car, he got scared and was suddenly in a hurry to send her out again with the file. If we put two and two together, considering his history, then something is wrong about the car, apart from the fact that it belongs to him. Our agents are convinced that he knew exactly who was driving the car, but that he wanted to hide it. Well, that’s all.

– Pretty thin, Rolf said. I can’t make an offhand judgement, if it has any significance for the ongoing action, but we should rather leave all eventualities open. With regard to Sarkov’s ‚tragic death‘, I expect to have a detailed report from you on my desk tomorrow morning, along with the material from the interrogation, is that understood?

– I’ll make sure you get everything, Sartre replied, hanging up.

Merde! Sartre thought after talking to Rolf. It wasn’t exactly the kind of attention that promoted a career within EATO. Well, there is no use crying over spilt milk. Now he had to get hold of the two agents he had just given the rest of the day off to write a full report. I have to learn to curb my temper, he thought, and let them be searched for.

– Something serious? said Lisbeth.

– Maybe, said Rolf, difficult to say. Some big guy killed a German police officer near Lyon. The owner of the car is a notorious arms dealer who unfortunately died when we questioned him.

Lisbeth frowned.

– He died during the interrogation, she repeated. That was unfortunate.

Rolf didn’t answer immediately.

– If only I could find out if it is related to our action here, he said.

At that moment the door opened, and a technician stuck his head inside.

– Can we come in now, Rolf? he asked. We would like to have everything in order before Tom’s briefing begins.

Rolf looked up in surprise.

– What? Yes, of course, he replied.
Turning to Lisbeth, he continued:
– Maybe we should stretch our legs a little before Tom instructs us.

They left the bus.

Copenhagen Airport, 10.50 a.m.

The mobile command center had taken its place in front of the large hangar. The technicians had pulled the sides of the big bus out so that it was now almost three times as wide. Now there was enough space for equipment and technicians as well as for a conference room. One wall of the conference room consisted of a screen on which you could see the same pictures as in the command center itself. Rolf, Lisbeth, Jørgen, Matts, Pertti, Tom, and three team leaders from Tom’s command unit were currently there. In addition, four technicians were present, the same ones who had prepared the bus and who should ensure that the technology worked optimally during the entire event. One of the technicians was sitting at a computer. Everyone except the technicians sat around a small conference table with Tom at the head.

– Well, folks, soon it will be showtime.
He looked around the group.
– Our work begins at 12 noon, from then on the technology must be working like clockwork.
He looked over at the technicians.

– Full speed ahead at 12 noon, we vouch for that, said one of the technicians.

– Excellent, replied Tom. Before we leave here, we have to put routines and checkpoints into the database, and the three command units or combat units have to be strategically placed.
To the technician on the computer, he said:
– Can you show us the whole airport on the screen here?
He pointed to the big screen.

The technician entered a few commands and a satellite image of the entire Copenhagen airport appeared on the screen.

– Ah, very good, said Tom contentedly.
He took a small laser pointer out of his pocket.

– We are right here, he said, pointing to the northeast corner of the airport. A red dot danced on the screen between some buildings.
– I spoke to the people in the control tower. Takeoff and landing will take place in a northeasterly direction. In other words, the planes are coming in from this direction …
He pointed to the runway that started near the town „Store Magleby“
– … and they take off in this direction.
He made the red dot disappear over the Øresund between Denmark and Sweden.

– The arrival and departure terminals are located in the northern part of the airport.

The dot appeared near a row of buildings not far from them.

– The weather is with us, but then again also with the attackers. Clear sky without rain has been announced for the whole day.

He looked around with a very serious expression on his face. Nobody said anything. Everyone listened carefully.

– There are five critical times in the next few hours, he continued. First, the arrival of the two ambassadors at 3 p.m., second, the arrival of the basketball team at 3:15 p.m., third, the arrival of the minister at 3:25 p.m., fourth, the press conference at 3:30 p.m. and fifth, the departure at 4:45 p.m. He let the words take effect for a moment before continuing:

– At the first critical moment, the following should be noted: one ambassador comes from Stockholm by plane, the other by car from the embassy in Copenhagen. Their personal safety is not our responsibility. I repeat, not our responsibility. But the timing is critical because the two ambassadors can be the target for the attack that we expect.

He paused while carefully studying the satellite photo.

– Well, let’s go on with the code names for radio communications, he said after a moment. The command center is „Zebra base“. The three combat units are called „Alpha Team“, „Bravo Team“ and „Charly Team“. The others from EATO are “Delta”, the CIA people “Echo” and the police officers “Fox”.

During the next half hour, Tom distributed the tasks and entered the checkpoints and the expected agent configurations and command units into the database.

Dragør (small picturesque place on the outskirts of Copenhagen near the airport), 11.05 a.m.

Jesper Berg woke up suddenly and was drenched in sweat. His bed sheet was rolled up like a sausage in the middle of the bed. He had had a terrible nightmare. Tine and the children stood on one side of a fence, and he himself on the other. Suddenly it started to burn under their feet, and he had stood there helplessly watching them burn before his eyes. He had gone to bed at half past one in the morning and had been unable to sleep. He had been rolling back and forth and felt really miserable. Desperate for Tine and the children, he prayed that they were unharmed. His only consolation was that he had made a plan. A plan of how he could do his task. He had no choice but to hope that Tine and the children would be released if he brought the thing that the stranger had given him on board the plane. Without that hope, he might as well end his life here and now.

He got up and made coffee. He couldn’t eat anything. He couldn’t remember the last time he ate, but he didn’t care. His only thought was to get it over with. He didn’t even notice that he was scruffy and in need of a bath. The package the man had given him was on the kitchen table. The man had shown him what to do and made sure Jesper understood everything. It was very simple after all, and Jesper didn’t understand why it was so important to get the thing onto the plane. It was too small to explode. Or if it could explode, it wouldn’t do much damage.

No, the package was too small to be a bomb, he decided. It wasn’t bigger than a credit card, after all. He looked at the clock. It was just after eleven. Normally he would sleep longer if he had to work in the afternoon, but what good would that do? He took the coffee cup into the living room and sat on the sofa. Where are Tine and the kids, he thought. Oh God, I beg that nothing happened to them! He put the cup on the table and put his legs on the sofa. He leaned back and closed his eyes. He was actually tired, very tired. Maybe he could doze a little here on the sofa. He repeated in his mind „let nothing have happened to them“. Shortly afterwards he fell asleep.

(To be continued)

 

 

 

 

Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr seit 1993 verheiratet und in Dänemark lebend. Meine Beiträge erscheinen daher in deutscher Sprache (und nicht in dänischer) und seit 2018 auch in englischer Sprache. … I was born in Germany, have been married with a Dane since 1993 and are living in Denmark. Therefore, my posts are published in German (and not in Danish) and since 2018 in English as well.

4 Gedanken zu „Der Mann aus Teheran, Kopenhagen/ Marseille/Dragør … The man from Tehran, Copenhagen/Marseille/ Dragør“

  1. Sarkov ist tot. Mit seiner Hilfe, falls man ihn hätte dazu bewegen können, hätte man das Attentat in Kopenhagen gut verhindern können. Nun der arme Vater besorgt um seine Familie redet sich ein, dass das kleine Paket wahrscheinlich harmlos ist. Nun muss ich wieder eine Woche warten, bis die Story weitergeht. Nun ich habe es ja auch nicht anders gemacht, als ich die Liebesgeschichte von Biene und mir erzählte. It’s payback time!

    Gefällt 1 Person

    1. Wir haben Dreiviertel des Buches hinter uns. Jetzt beginnt ja die eigentliche Attacke … und bei den Szenen am Flughafen könnt ihr euch auf einige Spannung gefasst machen … 😉
      Als ich damals ins Deutsche übersetzt habe, bekam ich bei einigen Szenen Herzklopfen, obwohl ich die Geschichte doch schon kannte. Ich bin gespannt, ob es dieses Mal wieder so sein wird.

      Gefällt 1 Person

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