Der Mann aus Teheran, Flughafen Kopenhagen … The man from Tehran, Copenhagen airport

CoverDeutsch

 

Der Mann aus Teheran

Freitag, 10. Februar 2006

Flughafen Kopenhagen 16.25 Uhr

Jespers Hände schwitzten, aber er merkte es nicht. Es war an der Zeit, jetzt oder nie. Wieder einmal hatte er den kleinen Gegenstand in Kreditkartegröße in der Hand. Dieses Mal war es keine Generalprobe in Gedanken mehr, nein, jetzt war es ernst. Auf der Vorderseite des Gerätes befand sich ein Feld, das auf die Berührung mit dem Finger reagierte. Er zögerte einen Moment, aber dann drückte er mit einem verschwitzten Finger auf das Feld. Das Gerät gab einen schwachen Piepton von sich und eine kleine gelbe Lampe leuchtete auf. Bestens, dachte er. So weit so gut. Er hatte mit Entsetzen daran gedacht, dass das Gerät möglicherweise defekt war. Was würde dann mit Tine und den Kindern geschehen? Er bemerkte, dass seine Hände zitterten. Jetzt musste er sich zusammenreißen. Er drehte das Gerät um und zog an einem Stück Ölpapier, das die gesamte Rückseite bedeckte. Er entfernte das Papier und machte damit eine stark klebende Oberfläche frei. Jetzt konnte das Gerät praktisch auf jeder Oberfläche angebracht werden, ohne dass es herunterfiel. Er sah sich um. Alle waren beschäftigt. Es war einer der verkehrsreichsten Zeitpunkte des Tages. Er atmete ein paar Mal tief ein und aus und ging dann zielstrebig zu dem Band, an dem das Gepäck für Flug SK779 auf den Wagen geladen wurde. Das kleine Gerät hielt er in seiner Hand versteckt. Ein ausländischer Agent befand sich dort seit die Beladung des Flugzeugs begonnen hatte. Jesper sah ihn abschätzend an. Er wirkte alles andere als freundlich. So müssen Agenten wohl sein, dachte er.

Viele Schauspieler müssen sich vor Nervosität übergeben, kurz bevor sie auf die Bühne gehen, aber wenn sie ihre ersten Zeilen gesprochen haben, tritt ein ganz anderer Mechanismus in Aktion. Das gleiche Adrenalin, das ziellos im Körper herumtobte, bevor der Vorhang hochging, wird dann in die Energie umgewandelt, die für die gewünschte Leistung sorgt. Dies war auch der Fall bei Jesper. In dem Augenblick, als er an der Gepäckstelle ankam, verdampfte alle Nervosität wie Tau in der Sonne. Er war bereit, die Vorstellung seines Lebens zu geben.
– Wenn Sie schon nicht beim Laden helfen wollen, dann stehen sie wenigstens nicht im Wege, sagte er in englischer Sprache zu dem Agenten. Der Agent sah in verächtlich an.
– Immer mit der Ruhe, Mann, wir erledigen nur unseren Job, antwortete er kalt. Warum konzentrieren Sie sich nicht einfach auf Ihre eigene Arbeit!
– Wie zum Teufel kann man das, wenn hier so viele Leute herumrennen sagte Jesper. Aber das ist natürlich nicht Ihre Schuld, Kollege. Der Agent antwortete nicht, sondern blickte wachsam umher, überall, nur nicht dorthin, wo er und Jesper standen. Komisch, dass die Leute nie damit rechnen, Dinge könnten sich direkt vor ihrer Nase abspielen, dachte Jesper mit einem Selbstvertrauen, das er nie erwartet hätte jemals zu besitzen. Er wählte einen Koffer, der mit einem breiten Gurt umwickelt war und packte ihn mit einer Hand, während er mit der anderen Hand dafür sorgte, das Gerät an der Innenseite des Gurts anzubringen. Er gab vor, das Gepäcklabel zu überprüfen. Gleichzeitig drückte er mit dem Finger auf dasselbe Feld, das er einen Augenblick vorher aktiviert hatte. Er hielt den Druck für etwa drei Sekunden, bis das Gerät einen Piepton von sich gab, der so schwach war, dass nur er ihn hören konnte. Dann ließ er den Koffer los. Jetzt hatte er getan, was man von ihm verlangt hatte und für den Rest war er nicht verantwortlich.

Eines der speziellen, kleinen Fahrzeuge, die die Gepäckanhänger bewegen, kam mit vier leeren Anhängern im Schlepptau in die Halle geschossen. Mit einer geübten Bewegung koppelte der Fahrer die Anhänger ab ohne anzuhalten, und fuhr direkt zu den fast gefüllten Anhängern für Flug SK779.
– Hallo Jesper, sagte der Fahrer grinsend. Du willst mir doch wohl nicht erzählen, dass du heute selber mal was tun willst?
– Wenn ich nicht helfen würde, könnten wir das Gepäck für Budapest in ein paar Tagen in Hongkong abholen, gab Jesper mit gleicher Münze zurück. Wie sieht es aus, kommt ihr klar?
– Wir schaffen es schon, antwortete der Fahrer. Der schlimmste Druck ist bald vorbei. Was sagst du zu der Schießerei in 2? Starkes Stück, was? Jesper war verwirrt, Schießerei? Was für eine Schießerei? dachte er.
– Ja, eine schöne Scheiße, gelang es ihm zu antworten. Aber jetzt lass uns weitermachen. Er ging zum Büro zurück und traf unterwegs Birthe.
– Hallo Jesper, sagte sie und sah ihn aufmerksam an. Ist alles in Ordnung? Im Moment ging es Jesper wie einem Schauspieler, der gerade eine Spitzenleistung geliefert hat. Er war zutiefst erschöpft, bis ins Knochenmark hinein.
– Ja, ich glaube, mir geht es jetzt gut, sagte er. Aber sag mal, weißt du etwas von einer Schießerei? Hast du was gehört?
– Aber ja, natürlich habe ich davon gehört, antwortete sie. Alle wissen davon! Du, Jesper, ist da etwas worüber du gerne sprechen möchtest?

Jesper drehte sich um und sah, dass der Wagen mit dem ‚Gerät‘ nicht mehr in der Halle war. Es war auf dem Weg zu Flug SK779.
– Nein, da ist nichts, antwortete er. Ich garantiere dir, dass ich morgen wieder ganz der Alte bin. Da war einfach … nun, da war einfach etwas, das überstanden werden musste, weißt du. Lass uns später darüber reden. Er verschwand im Büro. Birthe blieb eine Weile stehen und schaute ihm nach. Dann zuckte sie mit den Schultern, drehte sich auf dem Absatz um und ging zurück zu ihrer Arbeit. Wenn er nicht mit mir reden will, kann ich nichts machen, dachte sie.

Flughafen Kopenhagen, 16.30 Uhr

Die Passagiere für Flug SK779 nach Budapest hatten vor einer Viertelstunde begonnen an Bord zu gehen. Das Flugzeug war überbucht, daher gab es Gedränge am Schalter. Polizisten in Kampfuniform bildeten einen Ring um den Flugsteig. Niemand ohne eine gültige Bordkarte konnte auch nur in die Nähe kommen. Der US-Botschafter aus Stockholm, der dänische Außenminister und die Basketball-Spieler waren als Erste an Bord gebracht worden. Jetzt füllte das Flugzeug sich langsam. Wenn die Passagiere ihre Bordkarten vorzeigten, wurde ihr Handgepäck auf ein Förderband gelegt und durch einen Scanner geführt. Sie selbst mussten sogar noch einmal durch einen Metalldetektor gehen, ganz so, wie Antonsen es angeordnet hatte. Das Boarden ging langsam vonstatten und ab und zu wurde es durch den piependen Metalldetektor noch mehr verzögert. Jedes Mal, wenn das geschah, musste ein Sicherheitsbeamter den betreffenden Passagier mit einem Handgerät abtasten, und jedes Mal handelte es sich lediglich um ein Schlüsselbund oder andere harmlose Gegenstände. Nach und nach wurde die Warteschlange jedoch immer kürzer, und endlich konnte das Kabinenpersonal dem Kapitän „Boarding completed“ melden.

An Bord sprach man darüber, was in Terminal 2 passiert war. Nur wenige der Passagiere waren selber zugegen gewesen. Die meisten hatten nur Gerüchte gehört. Das am weitesten verbreitete Gerücht war, dass ein palästinensischer Selbstmordattentäter erschossen worden war, bevor er seine Bombe hatte zünden können. Die interessanteste Version war, dass fünf Al-Qaida-Terroristen in den Terminal eingedrungen und auf den dänischen Außenminister und den US-Botschafter zugelaufen waren. Die Polizei hatte sie jedoch allesamt im letzten Augenblick erschießen können. Aber gleichgültig welche Version man gehört hatte, so waren sich alle darüber einig, dass die Sicherheit am Kopenhagener Flughafen erstklassig war. So gut, dass man sich vollkommen sicher fühlen konnte, wenn man von dort flog. Im Cockpit warteten die Piloten auf die Starterlaubnis vom Kontrollturm.

Tom stand in der kalten Abendluft weniger als fünfzig Meter von der mobilen Kommandozentrale entfernt. Er hatte bange Vorahnungen, wusste aber nicht, wie er damit umgehen sollte. Er war ein ausgesprochen handlungsorientierter Mann. Unsicherheit und mangelnde Klarheit über eine Situation bereiteten ihm Unbehagen. Er konnte das nagende Gefühl nicht loswerden, dass sie alle in die falsche Richtung schauten. Aber worauf sollen wir achten, fragte er sich selbst? Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als ein Anruf für ihn kam.
– Zebra-09,  hier Zebra Basis, bitte kommen, klang es metallisch in seiner Hörmuschel.
– Zebra-Basis,  hier Zebra-09 hier, antwortete er sofort.
– Wir haben ein nicht identifiziertes Signal aufgefangen, sagte die Stimme. Es ist ziemlich kräftig. Tom lief ein kalter Schauer über den Rücken. Ein nicht identifiziertes Signal, dachte er. Der Gedanke war beängstigend.
– Bin auf dem Weg, sagte er und lief schnell zur Zentrale zurück. Kurz darauf stand er neben einem Techniker und hörte einen pulsierenden Ton, den ihre moderne Ausrüstung erfasst hatte und der nun über die Lautsprecher übertragen wurde.
– Es ist ein Signal oder ein Impuls, Tom, sagte der Techniker.
– Wo kommt es her? fragte Tom, mit wachsendem Unbehagen. Der Techniker schüttelte den Kopf.
– Ich kann es nicht genau sagen, antwortete er. Aber ich meine, es ist nicht sehr weit weg. Um den genauen Ursprungsort zu ermitteln, brauche ich Peilungen aus unterschiedlichen Richtungen.
– Dazu haben wir keine Zeit, sagte Tom und schaute suchend auf den Bildschirm. Wo ist Pertti oder Matts?
– Pertti sitzt im Tagungsraum nebenan, gelang es dem Techniker zu sagen, als Tom auch schon seinen Punkt auf dem Bildschirm gesehen hatte. In drei Schritten war Tom an der Tür zum Tagungsraum. Er riss sie auf.
– Pertti! Rein hier, schnell, sagte Tom in einem Tonfall, der keinen Zweifel am Ernst der Lage ließ. Pertti war auf den Beinen, bevor Tom ausgesprochen hatte und lief direkt hinter Tom in die Kommandozentrale.
– Wo brennt es? fragte er.
– Hör zu! Was ist das für ein Signal? fragte Tom, und sie hörten beide auf den regelmäßigen Puls.
– Welche Frequenz? fragte Pertti aufgeregt. Der Techniker tastete schnell einige Daten ein und die Frequenz wurde sofort auf dem Bildschirm angezeigt. Pertti zuckte zusammen, als er die Frequenz erkannte und er schrie fast:
– Ein Fernlenkimpuls, verfluchter Scheißdreck, jemand will eine Rakete auf den Flughafen abfeuern.

Rolf hatte Terminal 3 für ein paar Minuten verlassen und war in Richtung der mobilen Kommandozentrale gegangen. Von Weitem sah er Tom mit großer Eile durch die Tür des Wagens verschwinden. Er runzelte die Stirn und beschleunigte seine Schritte. Warum diese Hast, dachte er. Was ist los? Kurz danach betrat er den Wagen. Er spürte sofort die drückende Atmosphäre und blickte in die Gesichter der Umstehenden.
– Was ist passiert? fragte er mit ernster Miene. Tom wandte sich vom Bildschirm weg und sein Blick ließ in Rolf keinen Zweifel am Ernst der Situation aufkommen.
– Gut, dass du da bist, Rolf, sagte er. Wir glauben, dass eine Rakete auf den Flughafen gerichtet ist. Wir haben aber keine Ahnung, wo sie sich befindet und wer oder was das Ziel ist. Rolf wusste nicht, was er erwartet hatte zu hören, aber sicherlich nicht, dass eine Rakete auf den Flughafen gerichtet war.
– Was? rief er entsetzt aus. Soll das heißen, dass …
– Zwei Polizisten wurden in Terminal 2 tot aufgefunden! rief einer der Techniker plötzlich. Der Gedanke an die Rakete war noch nicht einmal in Rolfs Bewusstsein gesickert, als die Nachricht von den Polizisten ihn erneut aufschreckte.
– Was? rief er zum zweiten Mal. Was zum Teufel geht hier vor? Er strich sich mit der Hand durchs Haar. Jetzt müssen wir die Ruhe bewahren, dachte er. Jedes Ding zu seiner Zeit.
– Die Polizei muss sich um die toten Polizisten kümmern, sagte er. Aber eine Rakete sagt ihr, woher wissen wir …
– Wir wissen es, weil wir einen Fernlenkimpuls von irgendwo auf dem Flughafengelände auffangen, unterbrach ihn Pertti.
– Wenn es sich um eine Rakete handelt, muss sie ja irgendwo aufgestellt sein, sagte Tom.
– Klar, sagte Pertti. Und diese Art von Signal hat nur eine maximale Reichweite von wenigen Kilometern. Also muss die Abschussrampe irgendwo in der Nähe sein.
– Setzt eine Nachforschung in Gang, sofort, sagte Rolf. Findet sie, bevor es zu spät ist, wenn es denn nicht schon zu spät ist. Tom beugte sich über das Steuerpult und rief Alpha-Team:
– Alpha-Team, Zebra-Basis hier, bitte kommen.
– Alpha-Team hier, kam die Antwort sofort.
– Wir suchen eine Abschussrampe für eine Rakete irgendwo auf dem Flughafengelände, sagte Tom. Sie kann überall sein. In einem leer stehenden Gebäude, in einem LKW oder auf jedem beliebigen Dach.
– Wir sind am Ball, kam die Antwort.
– Hat denn niemand einen Vorschlag oder eine Vermutung, was das Ziel der Rakete sein könnte? fragte Pertti.
– In meinen Augen gibt es nur zwei wahrscheinliche Ziel für eine Rakete, sagte Tom, die Pressekonferenz oder das Flugzeug. Das Flugzeug halte ich für unwahrscheinlich. Man kann einen aktivierten Fernlenkimpuls nicht im Gepäck durch die Sicherheitskontrolle schmuggeln. Es muss die Pressekonferenz sein.

Das hörte sich logisch an dachte Rolf, aber irgendetwas stimmte nicht.
– Das macht keinen Sinn, sagte er. Die Pressekonferenz ist vorbei, und das Ablenkungsmanöver in Terminal 2 fand zeitgleich mit der Pressekonferenz statt. Das müssen die Angreifer wissen. Könnte es sein, dass einer der Passagiere das Signal trägt? Er schaute abwechseln zu Pertti und Tom.
– Nein, unwahrscheinlich, sagte Tom. Antonsen hat eine Sicherheitskontrolle direkt am Flugsteig angeordnet. Das Signal kommt nicht unbemerkt durch.  Das ist schlimmer als ich befürchtet hatte, dachte Rolf. Dann kam ihm Lisbeth in den Sinn! Sie konnte irgendwo in der Abflughalle sein. Wenn die Rakete auf die Abflughalle gerichtet war, wäre sie in äußerster Gefahr. Er ließ seine Augen über den Bildschirm gleiten. Er fand bald ihre Position. Ja, sie war in der Abflughalle, konnte er sehen, auf halbem Wege zwischen Terminal 2 und Terminal 3.
– Das ist das reine Chaos hier, sagte er. Wir müssen die verdammte Rampe finden!

Flughafen Kopenhagen, 16.35 Uhr

Flug SK567 nach Paris Charles De Gaulle beschleunigte in nord-östlicher Richtung, und wenige Sekunden später hob das Flugzeug in Richtung Öresund ab. Mohammad Reza Shafari hatte einen Fensterplatz auf der rechten Seite hinten im Flugzeug. Unter ihnen tauchten die Gebäude von SAS Components auf, und auf einem Parkplatz direkt links daneben hielt ein dunkler Kastenwagen fast parallel zur Startbahn. Mohammad bemerkte dieses kleine Detail nicht, aber er hätte sich gefreut, wenn er gewusst hätte, was in dem Kastenwagen gerade vor sich ging. Ein paar Sekunden später verschwand das Festland, und die Öresund-Brücke zeichnete sich als Silhouette nicht weit unter ihnen ab. Das Flugzeug krängte nach Steuerbord und legte sich auf einen südlichen Kurs, während es stetig an Höhe gewann. Kurz darauf hatten sie den Kopenhagener Flughafen und das Drama, das sich dort abspielte, weit hinter sich gelassen. Mohammads Teil der Mission war abgeschlossen. Über das Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen, würde er morgen in Paris in der Zeitung lesen können.

Wahils Herzschlag wurde schneller und schneller. Vor einem Moment war das Lenksignal auf dem Bildschirm des Laptops aufgetaucht. Der Computer stand immer noch in Verbindung mit dem Computer der Rakete. Nun konnte er die nächste Phase der Armierung abschließen. Er peilte den Zielsucher der Rakete auf den rhythmischen Fernlenkimpuls ein und machte klar zum Feuern. Kurz darauf meldete der Computer, dass alle Systeme bereit waren. Jetzt brauchte er nur noch auf die Eingabetaste zu drücken, um die Rakete auf den Weg zu schicken. Mit dem Computer in den Händen stieg er aus der Seitentür des Laderaumes und ging um den Wagen herum zur Beifahrerseite. Er öffnete die Tür und legte vorsichtig den Computer auf den Sitz. Er war sehr darauf bedacht, nicht versehentlich die Tastatur berühren.

Dann ging er hinter den Wagen, öffnete die beiden hinteren Türen so weit wie es ging und sprang in den Laderaum. Mit einem Griff löste er den Riemen, mit dem das Motorrad befestigt war und stellte es auf den Parkplatz. Dann begann er, die schwere Abschussrampe weiter nach hinten zur Türöffnung zu ziehen. Schließlich hing die Spitze der Rakete über den Rand des Anhängers hinaus. Wahil ließ die beiden Hintertüren weit offen stehen. Jetzt hatte die Rakete freie Bahn über den Öresund; in der gleichen Richtung, die Flug SK779 gleich nehmen würde. Er ging zurück nach vorne und setzte sich auf den Beifahrersitz. Er nahm vorsichtig den Computer auf den Schoß. Der Bildschirm zeigte zwei Lichtpunkte: der eine repräsentierte die Rakete, der andere einen bestimmten Koffer im Laderaum von Flug SK779. Der Letztere blinkte und bewegte sich langsam. Wahil nahm an, dass das Flugzeug jetzt in Richtung Startbahn rollte.

Williams war dem langhaarigen Mann für eine Weile auf Abstand gefolgt. Sein sechster Sinn schrie ihn an, dass dieser Kerl Akhmahel sein musste, obwohl er gut verkleidet war. Williams war entschlossen, die Wahrheit herauszufinden. Jetzt ging es nur darum, den richtigen Ort zu finden, um zuzuschlagen. Williams wusste allerdings nicht, dass er selbst verfolgt wurde.

Sadou hielt Abstand zu dem kräftigen, verbissenen Typ. Er versicherte sich jedoch die ganze Zeit, dass die Entfernung nicht so groß wurde, dass er ihn aus den Augen verlor. Wenn Akhmahel bereits jetzt die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte, konnte es gefährlich werden. Er beruhigte sich jedoch damit, dass nichts mehr den eigentlichen Angriff beeinflussen konnte. Akhmahel und er sollten nur zur allgemeinen Verwirrung beitragen. Um den Angriff würde Wahil sich kümmern.

Jørgen war höchsten ein paar Meter von Sadou entfernt, aber die beiden Männer waren nicht aufeinander aufmerksam geworden, obwohl sie ein gemeinsames Ziel hatten: beide beschatteten Williams. Jørgen erkannte, dass Williams offenbar beschlossen hatte, dem langhaarigen Mann zu folgen. Er wusste aber nicht, was er davon halten sollte. Vielleicht wusste Williams etwas über den Mann, was niemand sonst wusste. Nun, das würde sich bald zeigen, dachte er.

Akhmahel ging nach rechts in einen langen Gang mit Flugsteigen auf beiden Seiten so weit das Auge reichte. Er wollte so weit wie möglich an das Ende des Ganges kommen, um gute Aussicht auf den Abschuss des Flugzeugs zu haben. Aber zunächst musste er herausfinden, ob er selbst verfolgt wurde. Er betrat den ersten Waschraum, an dem er vorbeikam. Williams folgte Akhmahel in den Gang und Sadou und Jørgen gingen den gleichen Weg. Als der langhaarige Mann in einen Waschraum ging, beschloss Williams, ihm nachzugehen. Er war mehr und mehr davon überzeugt, dass der Mann kein Geringerer als der Sohn des Professors sein musste, Akhmahel bin Kanhal. Es war an der Zeit, alte Rechnungen zu begleichen. Er schaute sich über die Schulter, bemerkte aber weder Sadou noch Jørgen. Er nahm eine kleine Schachtel aus seiner Jackentasche. Mit einer Vorsicht, als ob es sich um ein rohes Ei handelte, nahm er einen Ring aus der Schachtel und steckte ihn auf den rechten Mittelfinger. Er sah sich noch einmal um und ging dann in den Waschraum.
Sadou beobachtete, wie der Fremde stehenblieb und etwas aus seiner Tasche nahm. Er konnte jedoch nicht sehen, um was es sich handelte und was der Mann damit machte. Aber dann ging der Mann Akhmahel in den Waschraum nach. Sadou wurde sofort von bangen Vorahnungen ergriffen. Akhmahel war unbewaffnet. Ich habe die Pistole, dachte er. Er musste schnell handeln und beeilte sich, dem Mann zu folgen.
Jørgen hatte natürlich auch beobachtet, dass Williams etwas aus der Tasche zog, bevor er dem langhaarigen Mann folgte, aber er entschied sich zu bleiben, wo er war, um sich Williams gegenüber nicht zu entlarven. Ein anderer Reisender ging ebenfalls in den Waschraum. Akhmahel war nicht weiter gekommen, als seinen Koffer auf den Boden zu stellen, als Williams auftauchte. Sie waren allein.
– Dürfte ich bitte Ihren Pass sehen? fragte Williams, und zeigte Akhmahel mit der linken Hand seinen CIA-Ausweis. Akhmahel war durch diese unerwartete Konfrontation sichtbar aus dem Gleichgewicht gebracht, gewann aber schnell wieder seine Fassung. Dann erkannte er den Mann von vorher am Fahrstuhl.
– CIA! rief er aus. Sie haben doch sicher keine Befugnisse hier in Kopenhagen. Er lächelte Williams schief an.
– Machen Sie sich darüber keine Gedanken, erwiderte Williams scharf und steckte seinen Ausweis zurück in die Tasche. Aus der Brusttasche seines Hemdes, nahm er ein altes, vergilbtes Stück Papier.
– Dürfte ich bitte Ihren Pass sehen? wiederholte er. Ein Mann kam in den Toilettenraum und Williams brach ab. Stattdessen griff er mit seiner linken Hand Akhmahel am Arm und begann, ihn mit sich zu ziehen. Plötzlich konnte man einen gedämpften Lauf hören, und Williams fühlte einen Stich im Rücken. Er wollte sich umdrehen, aber mit einem Mal wurde ihm schwarz vor Augen, und er fiel zu Boden. Sadou gab Akhmahel blitzschnell die Waffe in die Hand, drehte auf dem Absatz um und verschwand schnell wieder aus den Waschräumen. Akhmahel steckte die Pistole in seine Innentasche, ergriff seinen Aktenkoffer und eilte ebenfalls hinaus. Nun mussten sie beide so schnell wie möglich von der Bildfläche verschwinden. Als Akhmahel aus der Tür trat, ging er an einem jungen Mann vorbei, der offenbar hineingehen wollte. Wir verschwinden absolut im letzten Augenblick, dachte er.

Draußen auf dem Gang verfolgte Jørgen die Geschehnisse mit großem Interesse. Der Mann, der unmittelbar nach Williams in den Waschraum gegangen war, kam als Erster wieder heraus. Er hatte weniger als 10 Sekunden gebraucht. Das war ungewöhnlich schnell für einen Toilettenbesuch, dachte Jørgen. Fast unmittelbar danach kam der langhaarige Mann heraus. An der Tür passierte er einen jungen Mann, der gerade hineinging. In Jørgens Kopf blinkten alle Warnlampen. Wo blieb Williams ab? Was zum Teufel sollte das hier bedeuten? Er beschloss, ebenfalls in den Waschraum zu gehen, kam aber nur drei Schritte weit bevor der junge Mann, der zuletzt hineingegangen war, wieder herausstürzte.
– Hilfe! schrie er. Da ist ein Mann auf der Toilette. Ich glaube er ist tot! Er blutet! Weiter kam er nicht, als Jørgen bereits an ihm vorbei war und bei Williams kniete. Eine schnelle Untersuchung ergab, dass Williams nicht tot war, aber stark aus einer Wunde im Rücken blutete. Williams hielt etwas in seiner linken Hand, und Jørgen nahm es vorsichtig an sich. Es war ein altes Stück Papier, eine Liste mit Namen. Er steckte es in die Tasche. Vielleicht würde es sich zu einem späteren Zeitpunkt als wichtig erweisen. Er funkte Zebra-Basis an und rannte aus dem Waschraum, direkt in Lisbeths Arme.

Lisbeth hatte nicht gewusst, in welche Richtung sie gehen sollte und war ihrer Intuition gefolgt. Vor einem Moment war sie um die Ecke gebogen in einen der Gänge, der zu Flugsteigen führte. Plötzlich sah sie etwas weiter weg Jørgen. Er schien den Eingang zu einem der Waschräume des Flughafens zu beobachten. Sie wollte gerade zu ihm gehen, als die Ereignisse sich überschlugen. Zwei Männer kamen eilig aus dem Waschraum, während Jørgen anscheinend hineingehen wollte. In diesem Moment stürzte ein dritter Mann heraus, und so weit wie Lisbeth es aus der Entfernung hören konnte, rief der Mann „Hilfe“. Jørgen verschwand im Waschraum. Der ganze Vorfall kam Lisbeth so merkwürdig vor, dass sie beschloss, ihm zu folgen. Sie war gerade erst an dem kleinen Durchgang zwischen Herren- und Damen-Toilette angekommen, als Jørgen bereits wieder herausstürzte, direkt in ihre Arme.
– Hallo, immer mit der Ruhe, was ist pass…
– Williams ist erstochen oder erschossen worden, sagte Jørgen schnell. Hast du die beiden Männer gesehen, die gerade hier rauskamen? Lisbeth war schockiert.
– Ja, ich habe sie gesehen, gelang es ihr zu antworten.
– Sie sind mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit die Täter, sagte er.
– Bleib bei Williams, sagte sie. Ich versuche sie zu finden. Sie sind weiter den Gang entlang gegangen. Er endet blind.

Rolf zog die Augenbrauen so hoch, dass sie fast seinen Haaransatz berührten.
– Was? rief er zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit. Williams ist erschossen worden?
– Ja, oder erstochen, sagte Tom. Jørgen hat es  soeben gemeldet, aber offenbar lebt Williams noch.
– Nichts ist mehr unter Kontrolle, sagte Rolf. Jetzt sind wir gezwungen, den Flughafen abzuriegeln, egal was zum Teufel Minister und Botschafter dagegen einzuwenden haben. Tom nimm Kontakt zur Flughafenleitung auf, und lass mit sofortiger Wirkung sämtlichen einkommenden und ausgehenden Flugverkehr stoppen.

(Fortsetzung folgt)

ENGLISH

The Man from Tehran

Friday, 10 February 2006

Copenhagen Airport 4:25 p.m.

Jesper’s hands were sweating, but he didn’t notice. It was time, now or never. Once again he had the small credit card sized item in his hand. This time it was no longer a dress rehearsal in his mind, no, now it was showtime. On the front of the device was a field that responded to the touch of a finger. He hesitated a moment, but then pressed the field with a sweaty finger. The device gave a faint beep and a small yellow lamp lit up. Fine, he thought. So far so good. He had thought with horror that the device might be defective. Then what would happen to Tine and the children? He noticed that his hands were shaking. Now he had to pull himself together. He turned the device over and pulled on a piece of oiled paper that covered the entire back. He removed the paper, exposing a very adhesive surface. Now the device could be placed on virtually any surface without falling off. He looked around. Everyone was busy. It was one of the busiest times of the day. He took a few deep breaths and then walked purposefully to the belt where the baggage for flight SK779 was being loaded onto the car. He kept the small device hidden in his hand. A foreign agent had been there since the loading of the plane began. Jesper looked at him appraisingly. He didn’t seem friendly. Maybe Agents had to be like that, he thought.

Many actors throw up nervously just before they go on stage, but by the time they have said their first lines a very different mechanism takes effect. The same adrenaline that raged around aimlessly in the body before the curtain went up, is then converted into the energy that provides the desired performance. This was also the case with Jesper. The moment he reached the baggage claim, all nervousness evaporated like dew in the sun. He was ready to give the performance of his lifetime.

– If you don’t want to help with the loading, at least don’t stand in the way, he said to the agent in English. The agent looked at him contemptuously.

– Take it easy, man, we’re just doing our job, he replied coldly. Why not just concentrate on your own work!

– How the hell can one do that with so many people running around here, said Jesper, but of course that is not your fault, colleague.

The agent didn’t answer, but looked around cautiously, everywhere, except where he and Jesper were standing. Funny how people never expect things to happen right under their noses, Jesper thought with a confidence he never expected he would ever have. He chose a suitcase that was wrapped with a wide strap and grabbed it with one hand while using the other hand to make sure the device was attached to the inside of the strap. He pretended to check the baggage label. At the same time he pressed his finger on the same field that he had activated a moment before. He held the pressure for about three seconds until the device emitted a beep that was so weak that only he could hear it. Then he let go of the suitcase. Now he had done what was asked of him and he was not responsible for the rest.

One of the special, small vehicles that move the baggage trailers shot into the hall with four empty trailers in tow. With a practiced movement, the driver uncoupled the trailers without stopping and drove straight to the almost full trailers for flight SK779.

– Hello Jesper, said the driver with a grin. Don’t tell me that you want to do some work yourself today?

– If I wasn’t here to supervise you, we would find the luggage for Budapest in Hong Kong in a few days, Jesper returned with the same coin. What is the situation, are you okay?

– We’ll manage, answered the driver. The worst pressure will soon be over. What do you think of the shooting in 2? That’s preety steep, huh?

Jesper was confused. Shooting? What kind of shootout? he thought.

– Yes, pure horror, he managed to answer. But now let’s move on. He went back to the office and met Birthe on the way.

– Hello Jesper, she said and looked at him carefully. Is everything ok?

At the moment, Jesper felt like an actor who had just delivered a top performance. He was utterly exhausted, down to the bone marrow.

– Yeah, I think I’m fine now, he said. But tell me, do you know anything about a shootout? Did you hear anything?

– But yes, of course I have heard of it, she replied. Everyone knows about it! Jesper, is there something you would like to talk about?

Jesper turned around and saw that the trailer with the ‚device‘ was no longer in the hall. It was on it’s way to flight SK779.

– No, there is nothing, he replied. I guarantee that tomorrow I’ll be back to my good old self. There was just … well, there was just something that had to be taken care of … you know. Let’s talk about it later.
He disappeared into the office.
Birthe stood for a while and watched him go. Then she shrugged, turned on her heel, and went back to work. If he doesn’t want to talk to me, there’s nothing I can do, she thought.

Copenhagen Airport, 4.30 p.m.

The passengers for flight SK779 to Budapest had started to board a quarter of an hour ago. The plane was overbooked, so there was a crowd at the counter. Police in riot uniform formed a ring around the gate. Nobody could get anywhere without a valid boarding card. The US Ambassador from Stockholm, the Danish Foreign Minister and the basketball players were the first to be brought on board. Now the plane was slowly being boarded. When passengers presented their boarding cards, their hand luggage was placed on a conveyor belt and passed through a scanner. They even had to go through a metal detector again, just as Antonsen had ordered. The boarding was slow and every now and then it was delayed even more by the beeping metal detector. Each time that happened, a security guard had to scan the passenger with a handheld device, and each time it was just a bunch of keys or other harmless objects. Gradually, however, the queue became shorter and shorter, and finally the cabin crew was able to announce “boarding completed” to the captain.

Well on board the passengers talked about what had happened in Terminal 2. Only a few of the passengers had been present themselves. Most of them had only heard rumors. The most common rumor was that a Palestinian suicide bomber had been shot before he could detonate his bomb. The most interesting version was that five Al Qaeda terrorists broke into the terminal and ran towards the Danish Foreign Minister and the US Ambassador. However, the police were able to shoot them all at the last moment. But whichever version you heard, everyone agreed that the security at Copenhagen Airport was first class. So good that you could feel perfectly safe flying from there.
In the cockpit the pilots waited for permission from the control tower to start taxiing to the runway.

Tom stood less than fifty yards from the mobile command center in the cold evening air. He had forebodings but didn’t know how to deal with them. He was a decidedly action-oriented man. Uncertainty and a lack of clarity about a situation made him feel uncomfortable. He could not get rid of the feeling that they were all looking in the wrong direction. But what should we look for, he asked himself. He was torn from his thoughts when a call came for him.

– Zebra-09, this is Zebra Base, please come, it sounded metallic in his earpiece.

– Zebra base, Zebra-09, he answered immediately.

– We just picked up an unidentified signal, said the voice. It’s pretty powerful.

A chill ran down Tom’s spine. An unidentified signal, he echoed in his mind. The thought was scary.

– I’m on my way, he said, and ran quickly back to the command center. Shortly afterwards he was standing next to a technician and heard a pulsing sound that their modern equipment had picked up and that was now being transmitted over the loudspeakers.

– It’s a signal or a pulse, Tom, said the technician.

– Where does it come from? asked Tom, with growing discomfort.

The technician shook his head.
– I can’t say for sure, he replied. But I mean, it’s not very far away. In order to determine the exact place of origin, I need to trace it from different directions.

– We don’t have time for that, said Tom, looking searchingly at the screen. Where’s Pertti or Matts?

– Pertti is sitting in the conference room next door, the technician managed to say when Tom had already seen his position on the screen. In three steps Tom was at the door to the conference room. He tore it open.

– Pertti! In here, quick, said Tom in a tone that left no doubt about the urgency of the situation.

Pertti was on his feet before Tom had finished and ran right behind Tom into the command center.

– What’s on fire? asked he.

– Listen! What kind of signal is that? asked Tom, and they both listened to the regular pulse.

– What frequency? asked Pertti excitedly.

The technician quickly keyed in some data and the frequency was immediately displayed on the screen. Pertti winced when he recognized the frequency and he almost yelled:

– Bloody hell, it’s a guiding signal. Someone is about to fire a missile at the airport.

Rolf had left Terminal 3 a few minutes before and was heading for the mobile command center. From a distance he saw Tom disappearing through the door of the car with great haste. He frowned and quickened his pace. Why this hurry, he thought. What’s happening? Shortly afterwards, he entered the bus. He immediately sensed the tense atmosphere and looked at the faces of those who were present.

– What going on? he asked stony-faced.

Tom turned away from the screen and the look on his face left Rolf in no doubt about the seriousness of the situation.

– It’s good you’re back, Rolf, he said. We have reason to believe that a missile is aimed at the airport. But we have no idea where it is and who or what the goal is.

Rolf didn’t know what he had expected to hear, but certainly not that a missile was aimed at the airport.

– What? he exclaimed in horror. Does that mean that …

– Two police officers were found dead in Terminal 2! one of the technicians suddenly called out.

The thought of the missile hadn’t even seeped into Rolf’s consciousness when the news of the police officers startled him again.

– What? he exclaimed a second time. What the hell is going on here? He ran a hand through his hair. Now we have to keep calm, he thought. Everything in its time.

– The police have to take care of the dead officers, he said. But a missile you say, how do we know …

– We know because we are picking up a guiding signal from somewhere on the airport grounds, Pertti interrupted.

– If it’s a missile, it must be set up somewhere, said Tom.

– Sure, said Pertti. And this type of signal only has a maximum range of a few kilometers. So, the launch pad has to be somewhere nearby.

– Start an investigation, immediately, said Rolf. Find it before it’s too late, if it’s not already too late.

Tom leaned over the control panel and called Alpha Team:

– Alpha Team, Zebra Base here, come in.

– Alpha team here, the answer was instant.

– We are looking for a launch pad for a missile somewhere on ore nearby the airport grounds, said Tom. It can be anywhere, in an empty building, in a truck or on any roof.

– We are on the ball, came the answer.
– Doesn’t anyone have a suggestion or guess as to what the missile’s target might be? asked Pertti.

– In my eyes there are only two likely targets for a missile, said Tom, the press conference or the plane. I think the plane is unlikely. You cannot smuggle an activated guiding signal through the security check. It has to be the press conference.

That sounded logical, Rolf thought, but something was wrong.

– It doesn’t make any sense, he said. The press conference is over and the diversionary maneuver in Terminal 2 took place at the same time as the press conference. The attackers are certainly aware of that. Could it be that one of the passengers is carrying the signal? He looked alternately at Pertti and Tom.

– No, not likely, said Tom. Antonsen ordered a security check directly at the gate. The signal does not get through unnoticed.

That’s worse than I feared, thought Rolf. Then Lisbeth came to his mind! She could be anywhere in the departure lounge. If the missile was aimed at the departure lounge, she would be in immediate danger. He let his eyes slide over the screen. He soon found her position. Yes, she was in the departure lounge, he could see, halfway between Terminal 2 and Terminal 3.

– This is pure chaos here, he said. We have to find the damn ramp!

Copenhagen Airport, 4.35 p.m.

Flight SK567 to Paris Charles De Gaulle accelerated in a north-easterly direction, and a few seconds later the plane took off towards the Oresound. Mohammad Reza Shafari had a window seat on the right side in the back of the plane. The SAS Components buildings appeared below them, and in a parking lot immediately to the left, a dark van was parked almost parallel to the runway. Mohammad did not notice this little detail, but he would have been pleased if he had known what was going on in the van. A few seconds later the mainland disappeared, and the Oresound Bridge was silhouetted not far below them. The aircraft heeled to starboard and settled on a southerly course as it steadily gained altitude. Shortly afterwards, they had left Copenhagen Airport and the drama that was going on there far behind. Mohammad’s part of the mission was complete. Tomorrow in Paris he would be able to read about the results of the joint efforts in the newspapers.

Wahil’s heartbeat got faster and faster. A moment ago the guiding signal had appeared on the laptop screen. The laptop computer was still in communication with the missile’s on board computer. Now he could complete the next phase of arming the missile. He locked the missiles homing device on the rhythmic pulse from the guiding signal and prepared to fire. Shortly afterwards, the computer reported that all systems were ready. Now all he had to do was press Enter to launch the missile. With the laptop in his hands, he stepped out of the side door of the hold and walked around to the passenger side. He opened the door and carefully placed the computer on the seat. He was very cautious not to accidentally touch the keyboard. Then he went to the back of the van, opened the two rear doors as far as possible and once again jumped into the hold. In one movement, he loosened the strap securing the motorcycle and pulled it outside in the parking lot. Then he started pulling the heavy launch pad back towards the doorway. Eventually the tip of the missile stuck out of the van. Wahil left the two back doors wide open. Now the missile had a clear path over the Oresound; in the same direction that flight SK779 was about to take. He went back to the front and sat in the passenger seat. He carefully placed the laptop on his knees.
The screen showed two points of light: one represented the missile, the other a specific suitcase in the hold of flight SK779. The latter blinked and moved slowly. Wahil assumed that the plane was now taxiing towards the runway.

Williams had followed the long-haired man at a distance for a while. His sixth sense yelled at him that this guy had to be Akhmahel even though he was well disguised. Williams was determined to find out the truth. Now it was all about finding the right place to strike.
Little did Williams know that he was being followed himself.

Sadou kept his distance from the big, unfriendly looking man. All the while, however, he made sure that the distance was not so great that he would lose sight of him. If Akhmahel had already drawn attention to himself, it could get dangerous. He calmed himself down, however, with the fact that nothing could have influence on the actual attack. He and Akhmahel were only supposed to add to the general confusion. Wahil would handle the attack.

Jørgen was no more than a few meters from Sadou, but the two men had not noticed each other, although they had a common goal: to follow Williams. Jørgen realized that Williams had apparently decided to follow the long-haired man. But he didn’t know what to make of it. Perhaps Williams knew something about the man that no one else knew. Well, that would soon become apparent, he thought.

Akhmahel turned right into a long corridor with departure gates on either side as far as the eye could see. He wanted to get as far as possible to the end of the corridor so that he could get a good view on the plane being shot down. But first he had to find out if he was being followed himself. He went into the first restroom he passed.

Williams followed Akhmahel into the corridor and Sadou and Jørgen went the same way. When the long-haired man went into a restroom, Williams decided to go after him. He was more and more convinced that the man had to be none other than the professor’s son, Akhmahel bin Kanhal. It was time to settle old scores. He looked over his shoulder but saw neither Sadou nor Jørgen. He took a small box out of his jacket pocket. With a caution as if it were a raw egg, he took a ring from the box and placed it on his right middle finger. He looked around again and then went into the restroom.

Sadou watched the stranger stop and take something out of his pocket. However, he couldn’t see what it was and what the man was doing with it. But then the man followed Akhmahel into the restroom. Sadou was immediately gripped by foreboding. Akhmahel is unarmed. I have the gun, he thought. He had to act quickly and hurried after the man.

Of course, Jørgen had also seen Williams pull something out of his pocket before following the long-haired man, but he decided to stay where he was so as not to expose himself to Williams. Another traveler went into the restroom.

Akhmahel had gotten no further than putting his suitcase on the floor when Williams appeared. They were alone.

– May I see your passport, please? Williams asked, showing Akhmahel his CIA ID with his left hand.

Akhmahel was visibly unbalanced by this unexpected confrontation, but quickly regained his composure. Then he recognized the man from before at the elevator.

– CIA! he exclaimed. Surely you have no authorisation here in Copenhagen. He gave Williams a wry smile.

– Don’t worry about that, Williams replied sharply, putting his ID back in his pocket. From the breast pocket of his shirt he took an old, yellowed piece of paper.

– May I see your passport, please? he repeated.

A man came into the bathroom and Williams broke off. Instead, he grabbed Akhmahel’s arm with his left hand and began pulling him along with him.
Suddenly there was a muffled sound, and Williams felt a stab in his back. He tried to turn around, but suddenly his eyes went black and he fell to the floor.
Sadou gave Akhmahel the gun in a flash, turned on his heel and quickly disappeared from the restrooms. Akhmahel put the pistol in his inside pocket, grabbed his briefcase, and hurried out as well. Now they both had to vanish into thin air as quickly as possible.

As Akhmahel stepped out the door, he passed a young man who appeared to be about to enter. We are really leaving at the very last moment, he thought.

Outside in the corridor, Jørgen had followed the events with great interest. The man who had gone into the restroom immediately after Williams came out first. It had taken him less than 10 seconds. That was unusually fast for a visit to the toilet, thought Jørgen. Almost immediately afterwards, the long-haired man came out. At the door he passed a young man who was just entering. All alarms went off in Jørgen’s head. Where was Williams? What the hell was this supposed to mean? He decided to go into the restroom too, but only came three steps before the young man who had gone in last rushed out again.

– Help! he screamed. There’s a man in the bathroom. I think he’s dead! He is bleeding! He got no further, Jørgen had already passed him and was kneeling by Williams‘ side. A quick examination revealed that Williams was not dead but was bleeding profusely from a wound in his back. Williams was holding something in his left hand and Jørgen took it carefully. It was an old piece of paper, a list of names. He put it in his pocket. Maybe it would prove important at a later time. He called Zebra Base and ran out of the restroom, right into Lisbeth’s arms.

Lisbeth hadn’t known into which direction to go and had followed her intuition. A moment ago she had turned the corner into one of the corridors that led to some gates. Suddenly she saw Jørgen a little further away. He seemed to be watching the entrance to one of the airport restrooms. She was about to go to him when events started to unfold rapidly. Two men hurried out of the restroom while Jørgen apparently wanted to go inside. At that moment a third man rushed out, and as far as Lisbeth could hear from the distance, the man shouted „Help“. Jørgen disappeared into the restroom. The whole incident seemed so strange to Lisbeth that she decided to follow him. She had only just reached the small passage between the men’s and women’s toilets when Jørgen rushed out again, straight into her arms.

– Hello, take it easy, what’s up …

– Williams has been stabbed or shot, said Jørgen quickly. Did you see the two men who just got out of here?

Lisbeth was shocked.
– Yes, I saw them, she managed to answer.

– They are most likely the culprits, he said.

– Stay with Williams, she said. I’m trying to find them. They continued down the corridor, and it’s a dead end.

Rolf raised his eyebrows so that they almost touched his hairline.
– What? he exclaimed for the third time within a short period of time. Williams has been shot?

– Yes, or stabbed, said Tom. Jørgen just reported it, but Williams is apparently still alive.

– Nothing is under control anymore, said Rolf. Now we are forced to seal off the airport, no matter what the hell objections ministers and ambassadors might have. Tom, contact the airport management and have all incoming and outgoing air traffic stopped with immediate effect.

(To be continued)

 

Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr seit 1993 verheiratet und in Dänemark lebend. Meine Beiträge erscheinen daher in deutscher Sprache (und nicht in dänischer) und seit 2018 auch in englischer Sprache. … I was born in Germany, have been married with a Dane since 1993 and are living in Denmark. Therefore, my posts are published in German (and not in Danish) and since 2018 in English as well.

4 Gedanken zu „Der Mann aus Teheran, Flughafen Kopenhagen … The man from Tehran, Copenhagen airport“

  1. What a thriller of a novel! Is your husband writing his next novel? I hope so, he is so talented. The attaching of the little card machine onto a suitcase was absolutely stunning as well as the episode in the washroom. I can’t wait for the next instalment, Birgit.

    Gefällt 1 Person

    1. The washroom scene is one of my favourites: everybody follows and watches everybody and then the traffice in and out of the washroom, totally bizarre. I could imaging the story as a movie.
      My husband had originally planned to continue with Lisbeth and Rolf, we even have done some research with locations in Paris, but then he didn’t. I don’t think he will anymore …

      Gefällt 1 Person

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