Goldilock tritt in mein Leben

[Goldilock ist ein Pseudonym für eine schwäbische Kollegin und später Freundin, die ich am Arbeitsplatz kennengelernt habe und die mich in die merkwürdigsten Situationen brachte. Dies ist die erste von fünf kleinen Geschichten.]

Es war so um 1979 herum, ich war 24 Jahre alt und arbeitete in einer mehr oder weniger privaten Reisebusgesellschaft in Hamburg. Goldilock wurde im Bereich Reiseplanung angestellt. Sie stammte aus Schwaben und war rein äusserlich alles, was ich blöd fand: stark geschminkt, viele Klunker, jedes Haar perfekt in einer Aussenrolle mit literweise Haarspray fixiert und gerne in eine kurze silberfarbene Pelzjacke gekleidet. Ich fand jedoch schnell heraus, dass sie Humor hatte und man mit ihr viel Spass haben konnte.

Unser Chef war eine Person, die man nicht richtig respektieren konnte. Ein kleiner nichtssagender Typ mit schütterem Haar und einer netten Frau, der ganz offensichtlich die rothaarige Leiterin des Reisebüros anbetete. Wann immer wir etwas durchsetzen wollten, wurde sie gebeten, es mit ihm aufzunehmen. Erfolg war fast immer garantiert. Er war total lächerlich in seiner Offensichtlichkeit.

Aber hier geht es um Goldilock. Wir haben viele Mittagspausen zusammen mit einer anderen jungen Kollegin gegenüber in der Kneipe verbracht, wo man morgens auch belegte Brote kaufen konnte. Dort tranken wir Orangensaft und Wodka oder Apfelschnaps, weil man das nicht riechen konnte, denn unser Chef hatte Alkohol während der Arbeitszeit 100% verboten. Weniger unauffällig war der Rotweinpunsch, den wir in der Kaffeemaschine zubereiteten und der leider einen penetranten Geruch verbreitete. Ein anderes Versteck einer Flasche war hinter der Fassade eines Ordners mit der Aufschrift ”Blitzreisen”. Das Peinlichste passierte einem männlichen Kollegen, der ein Schnapsglas mit Cognak in der Einstecktasche seines Jackets für später versteckt hatte. Er wurde vom Chef aufgehalten und über eine Landkarte befragt. Als er sich darüber beugte … ihr könnt es euch denken!

Zurück zu Goldilock. Sie konnte eiskalt sein. Sie sollte zum Beispiel eine Kurzreise nach Polen planen und dem Chef vorlegen. Einmal war sie zu lang, dann wieder zu kurz. Am Ende hatte sie die Nase voll und legte ihm ihren allerersten Entwurf wieder vor, den sie aufbewahrt hatte. ”Sehen Sie, Frau Goldilock, genauso wollte ich es haben”, war seine Reaktion. (…)

Es verging nicht viel Zeit und Goldilock und ich unternahmen auch private Dinge nach der Arbeit, trotz meiner anfänglichen Vorurteile bezüglich ihres Äusseren. Und als mein damaliger Verlobter und ich uns trennten, zogen wir sogar zusammen in ein Haus in einem winzigen Kaff südlich von Hamburg, das einem anderen jungen Kollegen gehörte und der es an uns vermietete.

Wir machten mit unserer Umzugscrew einen unauslöschlichen Eindruck auf die Dorfgemeinschaft. Von Goldilocks Seite war da ihre Schwester mit ihrem türkischen Verlobten, die sich entweder anbrüllten oder sich mit Koseworten überschütteten (Blume meines Herzens etc.). Von meiner Seite war da mein Ex-Verlobter aus Nigeria, der gross und breit war mit langer Afrofrisur (er half noch beim Umzug, bevor er nach Nigeria zurückging); mein älterer Bruder in Schottenkilt und -bonnet sowie mein ganz normal aussehender Cousin. Um den Eindruck der Dorfgemeinschaft zu verstehen muss dazu noch gesagt werden, dass die Blume des Herzens solange sie bei uns wohnte so bis mittags im durchscheinenden Nachthemd herumlief und so auch aus dem Fenster hing. Allen war klar, dass da ein Bordell eingezogen war. Dass Goldilock und ich jeden Morgen um 07.00 Uhr zur Arbeit fuhren, täuschte keinen. Sie wussten Bescheid.

Dieser Eindruck verschärfte sich dann noch, als wir beide englische Freunde bekamen, die jeder drei verschiedene Autos hatten und mal mit dem einen oder dem anderen kamen. Dann übernachteten auch einige Leute von der Housewarmingparty bei uns; wieder viele Autos. Und dann kam die Syrer-Clique, die wir kennengelernt hatten, mit 7 oder 8 Leuten zu uns zum Baden, weil bei ihnen wegen Reparaturen das Wasser abgestellt war; wieder drei Autos.

Eines Abends kam also ein rechtschaffener Nachbar und erzählte uns, dass wir ein schlechtes Vorbild für die Dorfjugend wären. Ich versuchte noch mit ihm zu reden, aber Goldilock war ausser sich vor Wut und brüllte von oben aus dem ersten Stock, dass er sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern sollte und dass es ihn gar nichts anginge, was wir in unserem Haus machten. Sie konnte nicht runterkommen, weil sie nämlich gerade aus dem Bad kam und splitterfasernackt war. Das wäre Wasser auf seine Mühlen gewesen. Die Nachbarn glaubten tatsächlich, dass bei uns Orgien veranstaltet wurden. Was für eine schmutzige Fantasie manche Leute haben und wie wenige Freunde offensichtlich!

Aber dass unser direkter Nachbar im Suff seine Frau schlug, das war völlig in Ordnung … das vermittelte der Dorfjugend einen guten Eindruck.

(Fortsetzung folgt)

Konzert in Mariehaven

Neulich waren mein Mann und ich bei einem Ganztagsmusikfest in Ansager, einem kleinen schnuckeligen Ort in der Nähe von Varde. Dort befindet sich der Mariehaven, gegründet von Helge Engelbrecht und seiner Frau Rie. Die beiden haben ein kleines Paradies geschaffen mit einem gepflegten Park und einer Musikbühne, die ihnen ein befreundeter Tischler gebaut hat. Helge dachte erst, dass seine Vorstellungen vielleicht etwas unrealistisch waren, aber siehe da, es gelang.

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Die Gruppe heisst „Neighbours“ und bestand am Anfang aus Helge (Gesang, Gitarre und Schreiber der meisten Musikstücke) und seinem Nachbarn Tommy Rasmussen (Gesang, Klavier, Harmonika). Dann kamen noch vier Nachbarn dazu:
Ronnie Olesen: Klavier, Gitarre, Mandoline, Keyboard, praktisch alles was Musik macht, mixed auch für alle
Morten Husted: Rockgitarre, mandoline, Banjo, praktisch alles was Saiten hat, Gesang, der ausgesprochene Rockmusiker der Gruppe
Dennis P: Trommeln, Percussion
Allan Nagel: Elbass, Kontrabass (Allan kam zur Gruppe nachdem der Bassist Peter Højgaard jung an Krebs gestorben war)

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Das Fernsehen war an dem Tag auch vertreten.

Später kamen dann noch „Friends“ hinzu, daher spielen sie manchmal  als „Neighbours“ und manchmal als „Neighbours and friends“.

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Morten Husted

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Sidsel Maria Michelsen

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Johnny Logan (Gast) mit eigenem Gitarristen. Er hat anscheinend zweimal den internationalen Melodie Grand Prix gewonnen und ein drittes Mal eines seiner Lieder mit einem anderen Interpreten. Jetzt macht er ein wenig auf Elvis, aber seine Stimme ist immer noch stark.

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Von links: Helge Engelbrecht, Bente Kure und Leif Ernstsen (Gäste), Tommy Rasmussen
Helge ist ganz klar der Liedschreiber, aber Tommy hat die beste Stimme.

Zu den Friends gehören:
Sine Bach Rüttel, virtuos auf dem Banjo, Gitarre, Gesang, Chor
Michael Graubæk, erstklassiger Violinist, Chor
Sidsel Maria Michelsen, begnadete Flötenspielerin, Gesang, Chor
Casper Hundebøl, Gitarre, Gesang, Chor
Thomas Gundal, Trommeln, Percussion, Chor

Alle Friends spielen auch solo oder in anderen Bands. Am meisten beschäftigt ist wohl Morten Husted, der auch ein eigenes Studio hat.

In Widipedia wird die Gruppe als „Volksmusik“ abgetan. Das wird ihr aber nicht gerecht. Helge hat viele wunderbare Lieder geschrieben, von denen drei im dänischen Melodie Grand Prix vertreten waren. Das vierte Lied mit dem die Gruppe dort auftrat, hat Tommy Rasmussen geschrieben: „Alt mellem himmel og jord“ (alles zwischen Himmel und Erde). Die meisten Lieder sind einfache, aber schöne Melodien, einige mit leichten Texten, einige mit tiefergründigen, manche sind irisch angehaucht. Bei den Konzerten sind dann immer noch Gäste vertreten aus dem In- und Ausland. Als wir da waren, kam z. B. Jonny Logan aus Irland. Er ist regelmässiger Gast im Mariehaven, genau wie Maggie Reilly.

Es ist sicherlich richtig, dass die Musik mehr die ältere Generation anspricht, aber wenn die Raggedy Anns aus Aalborg mit ihrem Blue Grass losfetzen oder Morten mit seiner Rockgitarre loslegt, sind auch die jüngeren Leute begeistert.

Auf dem Grundstück steht noch das Haus von Helge Engelbrechts Mutter, Grethe Engelbrecht, die Kunstmalerin war und ihr ganzes Haus wie eine Gallerie eingerichtet hat, hauptsächlich mit Engelmotiven. Zusätzlich hat sie auf die Wände gemalt und geschrieben, sowie Türen und Türrahmen bemalt. Ich weiss nicht, ob sie da wirklich gewohnt hat oder ob es nur ihr Atelier war. Ich würde da wohl nicht wohnen wollen, aber hier ein paar Bilder vom „Englehuset“:

 

Der Tag war gut organisiert. Neighbours and Friends spielte 2 Stunden mit Gastauftreten zwischendurch; dann wurde 2 Stunden Pause gemacht während die Gäste an zwei kleineren Stellen auftraten, usw. Das ging von 12.00 bis 20.00 Uhr und danach spielte die „Hausband“ noch einmal eine Stunde ohne Fernsehen.

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„The Raggedy Anns“ aus Aalborg mit Helge und Tommy. Dies ist eine Gruppe, die wir weiterverfolgen werden.

Zu den weiteren Gästen gehörten an dem Tag Marianne Mortensen und Michael Vesterskov, die bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Ich weiss nicht einmal, was die gesungen haben.

Ausserdem war da Mike Tramp, der eigentlich sehr gut sang. In jüngeren Jahren hat er mit einem ziemlich doofen Lied mit dem Titel „Boom Boom Boom“ den dänischen Melodie Grand Prix gewonnen.

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Henrik Krogsgaard (Sänger, Kapellmeister, Komponist) und Søren Okholm (Pianist, Sänger) traten in der ersten Pause in der Musikgallerie auf.

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Dann marschierten die „Brass Flavours“ vorbei. Sie spielten wunderbaren new Orleans Jazz.

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Hier noch einmal ein Sammelbild mit fast allen zusammen. vorne die Hausband und hinten einige der Gäste.

Das war ein wunderbarer Tag!

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende, trotz Regen … 😉

 

 

Intuition – Epilog (Gwiazda/Astra)

Nach ihrer Rede bekam Gwiazda, nunmehr Astra, die ”Mutter der Nation”, volle Bewegungsfreiheit. Auch wurde sie in Geheimnisse eingeweiht. Sie hatte sich und letztendlich ihren Grossvater gefragt, wo denn die Menschen abgeblieben wären, die vor den neuen Siedlern in Oban (Stewart Island) gewohnt hätten. Man hätte keine einzige Leiche gefunden. Man erklärte ihr daraufhin, dass man aus Rücksicht auf die Kinder die Leichen entfernt hätte. Aber wenn Schlafspray und Exitus gleichzeitig stattfanden, wie und wann wurden dann die Leichen entfernt? Diesen Gedanken behielt sie für sich.

Die Wanderer und ihre Anhänger hatten über Jahre hinweg Material und Lebensmittel gesammelt, um die Übersiedlung zu ermöglichen. Es gab nichts woran sie nicht gedacht hätten: Wohncontainer, haltbare Lebensmittel, Geräte, Werkzeuge, Samen, Pflanzen, Tiere fast wie eine Arche Noah. Wie hatten sie das nur alles unbemerkt zusammengesammelt? Mammon war stark und hatte viele Anhänger. Es kam ihr merkwürdig vor. Doch auch diese Überlegung äusserte sie nicht laut.

Sogar Computer gab es, aber nur für die Wanderer, und die restliche Bevölkerung von Stewart Island wusste nichts davon. Gwiazda fragte natürlich, warum das so sei, aber die Antwort darauf war so vage und gleichzeitig verschnörkelt, dass sie sich keinen Reim darauf machen konnte. Man verbot ihr auch strengstens darüber zu reden. Auch bekam sie keinen Zugang zu den Computern. Auf die Frage, woher denn die Elektrizität für die Computer herkäme und anscheinend existierte auch eine Internetverbindung, bekam sie eine für sie völlig unverständliche technische Antwort. Natürlich gab es Elektrizität auf der Insel, denn selbstverständlich hatte man an Generatoren gedacht, aber das reichte nur für den täglichen Hausgebrauch. Später sollten Windmühlen im Meer aufgestellt werden und auf der benachbarten unbewohnten Insel Ruapuke, denn auch diese hatte man nicht vergessen mitzunehmen. Gwiazda konnte sich nicht vorstellen, dass es noch ein Internet geben sollte, wenn alle Menschen tot waren. Vielleicht weil einige davon beim Einschlafen online waren? Müsste dann nicht irgendwann der Strom ausfallen und dann wäre alles tot? Sie hatte nämlich auch Lichter an der neuseeländischen Küste gesehen, die ihr Grossvater damit abtat, dass es sich um automatisierte Strassenbeleuchtung handelte, die irgendwann nicht mehr funktionieren würde.

Gwiazda suchte den Kontakt zu ihren Mitbürgern und fand heraus, dass es sich um ernsthafte, dedikierte Menschen handelte, die auf der anderen Seite in dem begangenen totalen Völkermord kein Verbrechen sahen, sondern eine Notwendigkeit, wenn der Planet gerettet werden sollte. Natürlich war sie sehr vorsichtig, wenn sie andere Leute traf. Als Mutter der Nation konnte sie schliesslich nicht verräterische Äusserungen von sich geben. Es war auch gefährlich in Bezug auf die Wanderer. Sie war sich im Klaren darüber, dass sie diese Leute nicht unterschätzen durfte und ihre Geduld mit ihr nicht unbegrenzt sein würde. Schliesslich hatten sie ihre Rücksichtslosigkeit bewiesen, nicht wahr? Die Verwandschaft mit einem Wanderer würde sie nicht völlig absichern.

Einmal hatte sie ihren Grossvater gefragt, wie es ihnen denn gelungen wäre die Unterwanderung durch Spione Mammons zu vermeiden. ”Ganz einfach”, hatte er geantwortet, ”man lässt alle ein Kapitel aus ”Sternchen und der Wanderer” vorlesen. Mammon-Anhänger können das nicht ertragen.” Ihre, ebenfalls stummen Gedanken dazu waren, dass ein dedikierter Spion doch sicherlich versuchen würde sich dem ”Gift” des Buches gegenüber immun zu machen.

Der Kontakt zum Festland war total untersagt. Aus eben diesem Grund hatte man ja alle Schiffe zerstört. Aber waren wirklich alle zerstört? Gwiazda meinte manchmal nachts Motorengeräusch auf dem Meer gehört zu haben. Aber sie wollte lieber nicht nachfragen, denn sie hatte sich schon als zu neugierig gezeigt und wollte nicht wieder in ein Zimmer gesperrt werden.

Im Laufe der folgenden Jahre, in denen die Gemeinschaft stärker wurde, die Anzahl der Kolonisten wuchs, die Schmelztiegelidee zu funktionieren schien und alle oder besser die meisten sich über den Erfolg des Projektes freuten, kam es immer mal wieder vor, dass sich einzelne Siedler, merkwürdigerweise alles Männer, sich Flösse bauten und sich zum Festland aufmachten. Die meisten sah man nie wieder. Einzelne kamen zurück, wurden aber nicht an Land gelassen, denn schliesslich konnten sie Träger des Virus sein, den die Wanderer und ihre Anhänger auf die Menschheit losgelassen hatten. Wer insistierte an Land zu kommen, wurde erschossen. Ja, Waffen hatte man natürlich auch nicht vergessen …

Gwiazda verstand nicht, warum man nicht einfach ein Quarantänezentrum einrichtete, anstatt diese Leute zu erschiessen, denn so viele waren es ja nicht, die zurückkamen. Wie schrecklich war dieser Virus?

Oder hatten diese Leute auf dem Festland etwas entdeckt, von dem die Wanderer nicht wollten, dass es herauskam? Hatten die Wanderer Gwiazda und allen anderen ein fantastisches Märchen aufgetischt? Aber warum? Was steckte dahinter? Wie war die Situation auf dem Festland wirklich? Vielleicht waren gar nicht alle tot?

Gwiazda würde sich hüten, darüber mit ihrem Grossvater zu sprechen. Er war bereits misstrauisch geworden als sie sich so sehr für die Computer interessierte. Ausserdem hatte sie bei ihm einen Erfolg verbucht. Die Wanderer hatten tatsächlich geplant, dass Gwiazda und Holger heiraten und somit als Volksheldenpaar auftreten sollten, und dann kleine Volksheldenkinder auf die Welt brachten. Das hatte Gwiazda kategorisch abgelehnt, denn einen Ehepartner wollte sie sich selber wählen, wenn überhaupt. Sie hatte gedroht, dass sie versuchen würde zum Festland zu schwimmen, wenn der Plan nicht fallen gelassen würde. Die Wanderer waren wütend, aber in diesem Fall hatten sie nicht darauf bestanden. Sie musste vorsichtig sein, bis sich die Wogen wieder geglättet hatten. Holger war natürlich gekränkt und ignorierte sie momentan völlig, doch das war ihr nur Recht.

Sie fühlte sich sehr verunsichert. Einerseits schien die Besiedelung der Insel und die Versorgung der Gemeinschaft einwandfrei zu funktionieren, aber andererseits befielen sie Zweifel über den Hintergrund dieses Projektes. Hatten sie wirklich die Menschheit gerettet? Oder hatten sie die Welt vor der Menschheit gerettet? Den Erreger sozusagen eingekapselt?

Hatte sie das Richtige getan, als sie einwilligte, die Mutter der Nation zu spielen? Hatten die Wanderer sie vielleicht alle belogen? Die Zukunft würde es zeigen. Sie musste wachsam bleiben und bereit sein für das, was kommen würde.

END

Rosenportrait

Meine schöne rote Rose „Victor Hugo“ blüht seit drei Jahren zum ersten Mal. Ich hatte sie letzten Sommer in Kruså aus der „Wüste“ gerettet und in einen Topf gepflanzt. Das scheint ihr gut zu gefallen. Diese Rose wird nicht so gross, aber die Blüten!!!! Und der Duft ist der reine Wahnsinn!!

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Hier die einzige meiner 4 Klematis, die dieses Jahr geblüht hat. Die anderen müssen sich wohl erst einmal daran gewöhnen im Topf zu stehen. Vielleicht brauchen die alle mal Dünger.

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Und meine Pflanzen rechts und links von der Eingangstür. Das tröstet ein bisschen.

 

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende. Bei uns soll es morgen den ganzen Tag regnen, und wir wollten mit Familie Meermond grillen … 😦

Was habe ich eigentlich so gemacht im Leben?

Ich bin eigentlich nie ehrgeizig gewesen. Das eine Jahr in der Fremdsprachenschule, das mich zur fremdsprachlichen Sekretärin mit Englisch, Französisch und Spanisch ausbildete, war mehr oder weniger meine Berufsausbildung. Wenn ich allerdings einen Job hatte, habe ich ihn so gut gemacht, wie ich konnte, und das war manchmal besser als andere. Ich hätte nach dem Abitur studieren können, wusste aber nicht was. Ausserdem wäre ich dann weiterhin von meinem knauserigen Vater abhängig gewesen. Ich wollte so schnell wie möglich Geld verdienen. Von zuhause bin ich bereits vor dem Abitur ausgezogen, da ich den Stress mit meiner Mutter nicht mehr ertragen konnte. Ich bekam ein Zimmer bezahlt und ansonsten meine Monatskarte und 50 DM Taschengeld, das war’s. Mein Vater wollte nicht noch mehr Geld ausgeben, da ich ja schliesslich zuhause wohnen konnte, wenn ich wollte. Den ersten Monat habe ich daher von Schwarzbrot und Erbeermarmelade von Aldi gelebt. Ich war zu stolz, zum Essen zu meiner Mutter zu gehen. Zum Glück hatte ich gute Freundinnen, die ihre Mütter baten, mich immer mal zum Mittagessen einzuladen. Dann begann ich im Otto-Versand zu arbeiten in der Spätschicht und verdiente mir so ein wenig Geld dazu.

Mein Austronesistik-Studium habe ich nur gemacht, weil ich probieren wollte, wie es ist zu studieren und die Thematik mich interessierte (Kulturen und Sprachen aus Indonesien und der Südsee). Man kann damit aber nur Professor werden, und das wollte ich auf keinen Fall. Ich passte nicht zu den Menschen an der Uni.

Ich hatte diverse Beziehungen mit Männern verschiedener Hautfarben, Nationalitäten und Glaubensrichtungen, immer auf der Suche nach der grossen Liebe. Ich ging eine verkorkste Ehe mit einem Halbösterreicher ein, die viel zu lange gedauert hat. Neun Jahre, glaube ich. Drei Jahre danach, nachdem ich mich immun glaubte, ”geschah” eine neue Ehe und es folgte der Umzug nach Dänemark mit Kater und Kegel. Da bin ich noch, mit meinem geliebten Mann und gleichzeitig bestem Freund seit 24 Jahren. Wir haben einige finanzielle AufundAbs erlebt und diverse seelische Krisen durchgestanden, die von aussen auf uns eingestürmt sind und die unsere Beziehung nur noch stärker gemacht haben.

Mein Kater wurde 16 Jahre alt.

Ich war immer gut mit Sprachen. Ich spreche Deutsch, Englisch und Dänisch auf gleichem Niveau, Französisch fortgeschritten und Spanisch und Russisch auf Anfängerniveau. Das hat mir im Beruf geholfen und machte mir Spass.

Dann habe ich vier Jahre lang ein Heilpraktiker-Studium neben einem Vollzeitjob durchgezogen, und zwar als Fernstudium kombiniert mit Wochenendseminaren in Hamburg bei einer Heilpraktikerin in Blankenese. Ich wollte aus meinem Beruf ausbrechen, habe mich dann aber letztendlich nicht getraut. Aber das Studium hat viel Nutzen für meinen Mann und mich gebracht. In diesem Zusammenhang habe ich mich sehr eingehend mit alternativen Heilmethoden beschäftigt, vor allem mit Pflanzenkunde und Ernährung, und sie an mir und meinem Mann erprobt.

Achja, und dann habe ich noch 4 Massagekurse (Kopenhagen) und 3 Sanjo-Kurse (Hamburg-Altona) gemacht, alles im Zusammenhang mit der Heilpraktik. Aber nur, weil es mich interessierte. Und ebenfalls sehr nützlich für den Hausgebrauch. Ärzte sehen uns selten.

Ich hatte vorübergehend mal geplant, an zwei Wochenenden im Monat nebenberuflich zu massieren und Sanjo zu praktizieren, aber das erwies sich als illusorisch. Und jetzt habe ich keine Lust mehr. Mein Mann und einzelne Freundinnen kommen in den Genuss meiner Entspannungsmassage. Eine war mal in einem Spa in Estland, wo sie u. a. auch eine Massage bekam, die sie längst nicht so gut fand wie meine. Ha!

Nicht zu vergessen, mit 10 Jahren habe ich angefangen, Reiten zu lernen. Ich liebe Pferde und Tiere allgemein, habe aber leider eine Tierhaarallergie entwickelt. 16 Jahre Asthma (Kater).

Und Garten, ja, Blumen und Pflanzen liebe ich auch und habe bis jetzt 6 Gärten angelegt, da wir öfter umgezogen sind. Man hat mir ja damals geraten, Gartenbau zu studieren, aber wo ist der Zusammenhang zwischen so einem Studium und im Garten zu pusseln? Und gutes Essen liebe ich, meistens zu Hause, da schmeckt es am besten. Und Wandertouren und Radtouren und ganz allgemein Touren. Und Musik natürlich, und zwar aller Art, Nationalität und Epochen.

Eine Leseratte bin ich auch. Einer meiner Lieblingsautoren ist Terry Pratchett mit seiner Scheibenwelt und seinen wunderbaren Kinderbüchern. Aber auch P. D. James mit ihren Krimis und ihrem ganz anderen Roman ”The children of men” und Maeve Binchi, die so sehr treffend Menschen beobachtet hat. Drei meiner ausgesprochenen Lieblingsbücher sind ”Jean le bleu” von Jean Giono, ”The sixth sense” von Stephen McKenna und ”The far pavilions” von M. M. Kaye. Ich könnte nicht sagen warum, nur dass sie zu mir ”sprechen”.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich auch handarbeite? Nähen, Häkeln, Stricken, Basteln, you name it. Und von meinem Vater habe ich Tapezieren und Malen gelernt, also so richtig. Wir haben immer alles selber renoviert.

Es gibt also viele Dinge, über die ich mich freue und mit denen ich mich beschäftige, und ich langweile mich daher nie. Neuerdings ist das Schreiben von Kurzgeschichten dazugekommen. Aber darauf habe ich keinen Einfluss, die ”kommen” oder nicht. Es ist auch nicht alles veröffentlichbar …

Ich melde mich ab …

… für die nächsten Tage, denn ich fahre ins schöne Rungsted nördlich von Kopenhagen und besuche meine belgische Freundin.

Mein Mann erzählt gerade, dass dort im Moment Jazzfestival ist, na so ein Zufall … 😉  😀

Beim Jazzfestival ist immer viel los in Kopenhagen, da wird gejazzt in Konzerthallen, Mitbürgerhäusern, Kneipen, Restaurants und im Freien. Super, dass das gerade zusammenfällt. Vielleicht spielt sogar der Freund meiner Freundin irgendwo mit seiner Band, der spielt nämlich Saxofon und ausschliesslich Jazz.

Bis Sonnabend dann in alter Frische! Ich lasse nämlich den Laptop zuhause.

Ich wünsche euch allen eine schöne Woche!

Alles ist im Fluss …

Erstaunlich, wie schnell ein fast fertiger Garten wieder entfernt werden kann:

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Meine Lieblinge drängen sich jetzt an der Ostseite des Hauses und an der Nordseite rechts und links vom Eingang. Viel Platz ist da nicht mehr.

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Und jetzt noch ein paar neue Blüher:

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Mein schwarzes „Gras“; es wird so ca. 20 cm hoch, mehr nicht.

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Mein wilder Knoblauch. Unter den kleinen Blüten bilden sich die Zehen zur Weitervermehrung (oder Verspeisung  😉  )

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Rose „The Lady of Megginch“ mit einer sehr zielstrebigen Hummel.

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Dieses zweifarbige Löwenmäulchen hat sich bereits im dritten Jahr selber weitergesäht. In denselben Topf hat sich eines meiner Kräuter gesäht, entweder Ysop oder Bohnenkraut. Ich tippe auf Ysop.

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Meine Indianernessel. Ich habe es schon zweimal in anderen Gärten versucht, und ihr gefiel es nicht bei mir. Jetzt im Topf geht es ihr blendend.

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Eine spät blühende Taglilie (hemerocallis).

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Diese Glockenblumen sind ganz fantastisch.

Ich wünsche euch allen eine schöne Wochenteilung … 😉

P.S.: Die Kategorie „Der neue Garten“ ist irgendwie hinfällig, denn jetzt ist es der alte Garten. Wie nenne ich denn den nächsten, „Der ganz neue Garten“???