Blokhus bei hartem Wind … Blokhus with strong winds

So sah das aus, ein wenig bedrohlich fand ich das …

… This is what it looked like. I found it a bit threatening …

Da sind normalerweise zwischen 200 und 500 Meter Strand, je nach Gezeiten. Aber in Dänemark ist es ja noch nicht so schlimm wie in anderen Ländern.

… Normally there are between 656 and 1640 feet of beach, depending on the tide. But in Denmark it is not yet as bad as in other countries.

Wir wollen doch hoffen, dass da bald mal eine Pause kommt. Am Wochenende soll es allerdings noch einmal dicke kommen.

… Let’s hope that there will soon be a break. The coming weekend, however, more storm is to be expected.

Weg ohne Angst … Path without fear

Der Weg ist da … ich sehe ihn undeutlich … wo führt er hin? Endet er am Horizont?

… The path is there … I can see it vaguely … where will it lead? Does it end at the horizon?

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Soll ich es wagen, den ersten Schritt zu tun? Werde ich es wagen? Ein Schritt ins Ungewisse …

… Should I dare to take the first step? Will I dare? A step into the unknown …

Wenn nicht, werde ich niemals wissen … „Angst essen Seele auf“ … Angst behindert … Angst … macht lebendig tot.

… If not, I will never know … „Fear eats the soul“ … fear disables … fear … kills one while still alive.

Lass es nicht zu!                                    … Don’t allow it!

Cooling von West … Gales from the west

Am letzten Mittwoch schauten wir in Løgstør nach dem Rechten, ob die neuen Hochwasserbarrieren Stand gehalten haben. Man kann wohl sagen, dass ohne die zusätzlichen Barrieren alle Häuser an der Wasserkante bereits wieder vollgelaufen wären, wie sie es jedes Jahr waren, bevor diese errichtet wurden.

… Last Wednesday we had a look around Løgstør to see how the new flood protection is holding up. I dare say, without it the houses at the water front would have been flooded again, like they used to be every year until they built the walls.

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Beim Kanal sieht es etwas anders aus. Wenn das Wasser vom Westwind in den Limfjord gedrückt wird, gibt das Hochwasser in allen Seitenarmen und eben auch in dem Kanal in Løgstør. Die Anlegestege sind irgendwo da unten, unter 2 m Wasser.

… At the canal the situation is a bit different. When the westwind presses the water into the Lilmfjord, all sidearms are flooded, and therewith also the canal in Løgstør. The jetties are somewhere down there below 7 feet of water.

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Um diesen Kunstpavillon konnte man herumspazieren.

… We used to walk around this art pavillon.

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Der „Strand“ ist weg (bestand hauptsächlich aus Muscsheln, daher in Anführungszeichen). An der Farbe des Wassers kann man sehen, bis wohin der einmal ging.

… The „beach“ has disappeared (it consisted mainly of sea shells, therefore the quotation marks). You can see from the colour of the water, where the beach had been.

Hier der aktuelle Wasserstand, wie gesagt, es war am abebben. aber diese Woche soll noch stärkerer Wind kommen, erst von Süd, dann wieder von West. Bei gleichem Wasserstand wie 1981, plätschert es vielleicht nur ein wenig über, aber beim Stand von 2005 nützen die Barrieren nichts mehr. Wir drücken Løgstør die Daumen.

… And here the actual water level. As mentioned, the water was receding at this point. But this week stronger winds are expected, first from the south, later again from the west. At the same water level as in 1981, maybe some water will splash over the barriers, but at the level of 2005, they won’t be of any use anymore. We cross fingers for Løgstør.

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Da es bei euch auch wieder stürmen wird, passt gut auf euch auf und zurrt alles ordentlich fest!

… As it will also storm in Germany and other parts of Europe again, take good care of yourself and tie everything down!

 

 

Alle Geschöpfe der Erde … All creatures on earth

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(Foto: Pixabay)

Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir, alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir. Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers – unsere Brüder.

Denn, wer da hingibt, der empfängt, wer sich selbst vergisst, der findet, wer verzeiht, dem wird verziehen, und wer da stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Die Tiefe der Menschenseele birgt unergründliche Kräfte, weil Gott selbst in ihr wohnt.

(Franz von Assisi)

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… All creatures on earth feel like us, all creatures strive for happiness like us. All creatures on earth love, suffer and die like we do, so they are equal works of the Almighty Creator – our brothers.

For whoever gives, he will receive, who forgets himself, he will find, who forgives, will be forgiven, and who dies , will awaken to eternal life.

The depth of the human soul hides unfathomable powers, because God himself lives in it.

(St. Francis of Assisi)

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Mögen wir uns alle dieser unergründlichen Kräfte bewusst werden.

… May we all become aware of these unfathomable powers.

Der Mann aus Teheran, Guantanamo/Teheran/U.S.A. … The man from Tehran, Guantanamo/Tehran/U.S.A.

CoverDeutsch

Zu allererst möchte ich bemerken, dass sich im letzten Beitrag ein Fehler eingeschlichen hat, der bei der Übersetzung aus dem Dänischen passierte, und den ich nicht gleich bemerkt habe. Die Tomcat fliegt natürlich 40.000 feet hoch und nicht Meter …

Der Mann aus Teheran

3. Januar 2004
Guantanamo (fortgesetzt)

Etwa 15 Minuten vorher war Williams am Eingang zur Guantánamo-Basis angekommen. Die gesamte Basis war eingezäunt, und an mehreren Stellen standen Wachposten. Williams gab einer der Wachposten seine Identifikation, die dieser sorgfältig untersuchte, bevor er sie zurückgab und auf einen Knopf drückte. Ein Gitter glitt zur Seite, und Williams trat in eine Art Schleuse zwischen zwei großen Gittern. Es waren etwa zwanzig Meter von einem Gitter zum anderen, so dass selbst für einen LKW genügend Platz in der Schleuse war. Während Williams zum nächsten Gitter ging, schloss sich das erste wieder mit einem scharfen Knall von Metall auf Metall. Unmittelbar danach begann das nächste sich zu öffnen begann mit einem klagenden Quietschen, und Williams trat in einen Gefängnishof. Ein Offizier im mittleren Alter und mit einem ledernen Gesicht empfing ihn.
– Willkommen in Guantánamo, Mr. Williams, begrüßte ihn der Offizier und salutierte kurz. Mein Name ist Dickens, Jack Dickens.
– Ich danke Ihnen, Herr Oberst, sagte Williams. Ich gehe davon aus, dass Sie über den Zweck meines Besuchs informiert sind? Williams sah dem Oberst direkt in die Augen.
– Alles ist bereit, er wird gerade zu einem Verhörraum geführt, antwortete der Oberst, und erwiderte den Blick ohne zu blinzeln. Williams sah weg und sagte:
– Großartig! Würden Sie mich dann freundlicherweise direkt dorthin führen?
– Folgen sie mir, sagte Dickens, drehte auf dem Absatz um und ging voraus.
– Darf ich fragen, was so besonders an gerade diesem Kerl ist? fragte er, als sie ein paar Schritte gegangen waren. Ich meine, wir sind ziemlich geübt darin, Informationen aus den Arschlöchern hier herauszubekommen, und wir haben nichts Besonderes an ihm gefunden. Es scheint uns vielmehr ein Fehler zu sein, dass er überhaupt hierher geschickt wurde. Ich glaube wirklich nicht, dass er in irgendetwas involviert ist.
– Sollten wir nicht ehrlich uns selbst gegenüber sein, Oberst, sagte Williams säuerlich. Das Gleiche kann in aller Bescheidenheit über mehr als die Hälfte der Gefangenen, die Sie hier täglich plagen, gesagt werden, nicht wahr? Aber unter allen Umständen ist der Zweck meines Besuchs geheim. Ich bin sicher, dass Sie verstehen was das bedeutet und dass Sie sicherstellen, dass ich mit dem Gefangenen allein und ohne jegliche Überwachung sprechen kann.
– Ich verstehe, antwortete Dickens, der Williams sarkastische Bemerkung ignorierte. Sie können ganz sicher sein, dass Sie niemand stören wird. Sie hatten das erste flache Gebäude erreicht, und Dickens öffnete eine Tür und ließ Williams zuerst eintreten.
– Wir müssen noch ein wenig weiter, sagte Dickens. Es dauerte fast fünf Minuten, bevor sie ihr Ziel erreichten, und obwohl sie an vielen Türen vorbeikamen, trafen sie niemanden. Williams fragte sich, ob die Gänge wegen seines Besuches so menschenleer waren.
– So, gleich sind wir da, sagte Dickens, als sie sich vor einer schweren Eisentür befanden. Er nahm ein Schlüsselbund aus der Tasche und schloss die Tür auf, die in einen weiteren langen Gang führte.
– Die Verhörräume befinden sich alle auf diesem Gang, erklärte Dickens. Im Moment wird keiner der anderen Räume benutzt, und der Kerl, mit dem Sie reden wollen, sitzt da drinnen, hinter der dritten Tür. Er wies mit der Hand zur Tür und sie gingen darauf zu.
– Ich schließe jetzt für Sie auf, setzte Dickens fort, und die große Eisentür hinter mir ab, wenn ich gehe, dann sollten Sie in aller Ruhe mit dem Kerl da plaudern können. Gleich links neben der Tür innen ist ein Alarmknopf, den drücken Sie, wenn sie wieder raus wollen. Dann kommt eine Wache und holt Sie, ist das so in Ordnung?
– Das ist in Ordnung, sagte Williams, Sie brauchen nur aufzuschließen, für den Rest brauche ich keine Hilfe. Dickens steckte den Schlüssel in die Tür und sperrte sie auf, dann drehte er sich auf dem Absatz um und verließ den Flur. Williams wartete, bis er den Schlüssel in der großen eisernen Tür hörte, bevor er die Tür zum Verhörraum öffnete und eintrat.

Said war auf das Äußerste gespannt. Wer würde ihn dieses Mal quälen? Es gab große Unterschiede zwischen den Verhörleitern. Da waren diejenigen, vor denen alle Gefangenen Angst hatten, Männer und Frauen in Uniform, die nicht den geringsten Respekt für die Insassen hatten, und keinerlei Mitleid zeigten. Oft schien es vielmehr, als ob diese schrecklichen Menschen sich über das Leiden, das sie den wehrlosen Gefangenen zufügten, amüsierten. Und dann gab es die Verhörleiter, die eine Art Respekt und manchmal sogar Mitgefühl für die Insassen zeigten und versuchten, an die Vernunft der Gefangenen zu appellieren. Und schließlich gab es eine anonyme Gruppe von Personen, die nicht selber Fragen stellten, sondern nur in die Ohren des Verhörleiters flüsterten, und sie waren fast immer in Zivil. Said vermutete, dass es sich um Agenten der CIA oder des FBI oder wie auch immer die nun hießen handeln könnte.

Said konnte ganz deutlich die Anwesenheit einer Person im Raum wahrnehmen, aber er drehte sich nicht um. Er hatte sich selber einige Verhaltensregeln zu eigen gemacht, die er so gut er konnte einzuhalten versuchte. Man sollte diese Leute niemals provozieren. Einige von ihnen warteten nur auf den allerkleinsten Anlass, um ihrer Verachtung für die Gefangenen freien Lauf zu lassen. Nein, so still wie möglich dasitzen und ihnen nie direkt in die Augen sehen, unter keinen Umständen! So gut wie möglich auf die endlosen Wiederholungen der gleichen Fragen antworten, und für das geringste Zeichen von Menschlichkeit Dankbarkeit zeigen. Die Person an der Tür, ging um ihn herum, und Said sah sofort aus den Augenwinkeln, dass es ein Mann war, ein Mann, den er noch nie gesehen hatte. War das nun gut oder schlecht? Der Mann blieb ein paar Schritte vor Said stehen und betrachtete ihn eingehend. Said starrte auf den Boden vor dem Mann und bekam Atembeschwerden. Er konnte sein Herz schneller schlagen fühlen und erkannte alle die Stress-Symptome wieder, die immer vor Beginn eines Verhörs auftraten. Die Symptome hörten erst auf, wenn er völlig erschöpft und nicht mehr in der Lage war zu registrieren, was um ihn herum geschah. Aber im Moment war er relativ ausgeruht und sich daher seiner Situation sehr bewusst.
– Said! sagte der Mann plötzlich, hockte sich vor ihm hin und sah ihm direkt in die Augen.
– Said bin Kanhal! Wie in aller Welt bist du denn hier gelandet? Die Frage war auf Iranisch gestellt worden und überraschte daher Said vollständig. Er vergaß seine Verhaltensregeln für einen Augenblick und sah den Mann an. Er wirkte bekannt, aber Said war sich alles andere als sicher.
– Ich verstehe nicht, antwortete er. Meinen Sie, wie ich gefangen genommen wurde? Ich verstehe wirklich nicht.
– Said, Said, Said! fuhr der Mann fast herablassend fort. Nein, du kannst wirklich nicht richtig verstehen, was da passiert ist, nicht wahr? Said fühlte sich jetzt wirklich hilflos. Er war allen möglichen unterschiedlichen Verhörsmethoden ausgesetzt worden, aber dieser Mann sprach ihn an, als ob sie alte Bekannte wären. Wer war er?
– Wir beide kennen einander seit vielen Jahren, Said, sprach der Mann weiter, als ob er Saids Gedanken lesen konnte. Erkennst du mich wirklich nicht? Williams, John Williams von der Botschaft! du weißt schon, von damals, 1979. Kannst du dich überhaupt nicht daran erinnern? Said hatte das Gefühl, dass er gar keine Lust hatte zu erfahren, wer der Mann war.
– Vielleicht, weil die Situation hier völlig falsch ist, mit dir auf dem Stuhl und ich hier vor dir stehend. Letztes Mal als wir zwei uns trafen, war ich es, der an einen Stuhl gefesselt war, daran musst du dich doch erinnern können oder? Der Mann, oder Williams, wie er angeblich hieß, sah ihn mit einem aufgesetzten unschuldigen Gesichtsausdruck an. Said sah noch einmal genauer hin und diesmal erkannte er den Mann. Jetzt wusste er, leider, ganz genau, wer er war.
Er dachte zurück an damals in der Botschaft, verdammt, das war doch so lange her. Wie war das gewesen … ja, nachdem sie über das Tor geklettert waren, waren sie alle in das Botschaftsgelände gestürmt. Jeder von ihnen hatte eine feste Aufgabe bekommen, und alles ging sehr schnell und fast schmerzlos. Sein Cousin Akhmahel und Wahil, ein total verrückter Riese, waren draußen geblieben, wo eine Schießerei im Gang war. Er selbst war mit einer größeren Gruppe Jugendlicher in das Botschaftsgebäude eingedrungen, wo sie alle Anwesenden als Geiseln genommen hatten. Er erinnerte sich nur an zwei der Geiseln, an den Botschafter natürlich, und dann an den Mann hier, Williams. Der Botschafter hatte laut protestiert und rumgeschwafelt, dass sie sich auf US-Territorium befänden, und dass sie nicht ungestraft davonkommen würden. Williams hatte Widerstand geleistet und wie ein Rasender gekämpft, und es waren Schüsse gefallen, bevor sie ihn überwältigt und an einen Stuhl gefesselt hatten.
Said begann zu schwitzen, war dies eine Racheaktion? Hatte Williams all diese Jahre gewartet, um Rache für die Botschaft in Teheran zu bekommen? Er hatte das Gefühl, etwas sagen zu müssen:
– Aber das ist lange her, Sir, und ich versichere Ihnen, dass ich gegen den Einsatz von Gewalt … Ja, ich habe getan was ich konnte, damit es nicht … Sie müssen verstehen, wir waren jung und wir wussten nicht, was wir taten … Ja, einige wussten es natürlich, aber die meisten waren einfach nur … Ja, ich war einfach nur jung und impulsiv … Sie müssen verstehen, … Er war dabei in Panik zu geraten.
– So, so, so, sagte Williams, lass uns mal nicht ganz rührselig über all die alten Erinnerungen werden. Mach dir mal keine Gedanken, ich weiß ganz gut, dass du nicht der Schlimmste warst. Hör mal, weißt du was, es ist sicherlich nicht notwendig, dass du gefesselt im Stuhl sitzt, während wir uns unterhalten. Lass mich dir helfen. Er löste die Riemen an Saids Hand- und Fußgelenken. Said war vor Überraschung wie gelähmt; so etwas hätte er nicht erwartet. Williams hatte allen Grund, ihn nicht zu mögen, und doch behandelte Williams ihn besser als alle die anderen, die ihn verhört hatten. Als er die Riemen los war, massierte Said seine Handgelenke und Knöchel, um die Durchblutung wieder in Gang zu bringen. Er hatte wieder das Gefühl, dass es das Beste wäre, etwas zu sagen:
– Danke, Sir, ich danke Ihnen. Ich werde alle Ihre Fragen beantworten, Sie können sich darauf verlassen.
– Darüber bin ich gar nicht im Zweifel, Said, sagte Williams, ich glaube, wir zwei werden ein richtig gutes Gespräch haben. Wir werden nämlich über die alten Zeiten reden, weißt du, bevor alles den Abhang runter ging. Hier! Nimm eine Zigarette, davon gibt es hier sicherlich nicht besonders viele. Williams nahm eine Packung Marlboro aus seiner Brusttasche, nahm umsichtig eine Zigarette heraus und reichte sie Said, der sie mit einem erwartungsvollen Lächeln entgegennahm. Dann wählte er genauso umsichtig eine Zigarette für sich selber aus. Er zündete sie beide an und holte sich einen der Stühle, die an der Wand standen und stellte ihn vor Said, so dass sie sich mit nicht mehr als einem Meter Abstand gegenüber saßen.

– Was ist damals eigentlich passiert, Said? fragte Williams, als Said ein paar Züge geraucht hatte. Ich meine, wie bist du überhaupt in den ganzen Rummel reingezogen worden? Du warst zeitweise ja sogar Anführer eurer kleinen Gruppe, nicht wahr? Saids Augen flackerten unruhig für einen Moment, bevor er antwortete:
– Sir, ich war sehr jung, und alle waren zu der Zeit wütend auf den Westen. Es war kurz nachdem der Ayatollah in den Iran zurückgekehrt war, und … und … ja, alle betrachteten es als richtig … also, das was wir getan haben. Ich schwöre bei Allah, dass ich nicht wieder so handeln würde, wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte.
– Natürlich nicht, natürlich nicht, sagte Williams. Das ist alles Vergangenheit. Aber sag‘ mir, was ist eigentlich aus Wahil geworden? Dieser Riese, weißt du? Den habe ich lange nicht gesehen. Williams lächelte Said an, der sofort antwortete:
– Er ist Berufssoldat geworden, Sir. Er hat für verschiedene Kriegsherren in Afrika gekämpft und er ist auch in Afghanistan aktiv gewesen. Aber ich weiß nicht, wo er sich zurzeit aufhält, obwohl ich glaube, dass er noch in Afghanistan ist.
– In Afghanistan, wiederholte Williams interessiert. Da kann man mal sehen. Aber wann hast du das letzte Mal von ihm oder über ihn gehört? bohrte er weiter.
– Ich habe nie von ihm gehört seit … also, seit damals, Sir, sagte Said. Aber ich habe hier im Gefängnis über ihn gehört. Jemand hat ihn diesen Monat in Kabul gesehen, aber leider kenne ich keine Einzelheiten. Said hatte sich beim Rauchen mehr und mehr entspannt, und er fühlte sich im Grunde hier und jetzt richtig gut. Williams ließ Said ein wenig weiterrauchen, ohne etwas zu sagen.
– Was ist mit deinem Cousin Akhmahel? fuhr er fort, als Said fast mit der Zigarette fertig war. Ihr wart doch gute Freunde, nicht wahr? Du musst doch wenigstens wissen, was aus ihm geworden ist? Said fühlte sich jetzt fast euphorisch, und er lächelte bei der Frage.
– Oh, nein, antwortete er. Akhmahel konnte mich nicht vertragen, Sir, er fand, dass ich ein Schwächling war. Said begann zu kichern.
– Und wissen Sie was, Sir? Er hatte ganz recht damit. Und wissen Sie, warum ich der Anführer der Gruppe war? Er kicherte lauter.
– Weil ich ein Zimmer hatte, das groß genug für uns alle war, und wo wir uns treffen konnten, ohne gestört zu werden! Der eigentliche Anführer war ja… Said brach in ein herzliches Lachen aus, bevor er den Satz fortsetzte,
– … Ja, er war es ja selbst, aber wir konnten uns nicht bei ihm treffen und er musste besonders vorsichtig sein, weil sein Vater, mein Onkel, an der Universität arbeitete.

Said grinste nun von einem Ohr zum anderen und plauderte über alles, was ihm in den Kopf kam.
– In den letzten Wochen, bevor wir uns die Botschaft schnappten, brauchte er eigentlich nicht mehr aufzupassen, da wusste sein Vater schon Bescheid. Akhmahel hatte im Büro seines Vaters nämlich eine Liste gefunden, wo fast alle unsere Namen aufgelistet waren. Meiner, Wahils und all die der anderen. Es gab einen Ruck in Williams, als ihm klar wurde, dass der Professor trotz des Verbots eine Kopie der Liste gemacht hatte, aber er ließ sich nichts anmerken. Stattdessen lächelte er Said an und fragte:
– Aber was ist aus ihm geworden? Wo hält er sich zurzeit auf?
– Ich bin mir nicht sicher, antwortete Said bereitwillig, es ist nur ein Gerücht, aber man sagt, dass er in Saudi-Arabien bei Osama bin Laden ist. Said rollten Tränen über die Wangen vor Lachen, als er unkontrolliert fortsetzte:
– Ist das geil Mann, wie sind die alle scheißbange vor Osama, ha, ha, ha. Ich glaube, die haben uns alle zusammen mindestens hundertmal gefragt, wo er ist, und sie glauben uns nicht einen Mucks, wenn wir sagen, dass wir es nicht wissen, oder wenn wir sagen, dass wir glauben er ist in Saudi-Arabien, ha, ha, ha. Aber das ist er wahrscheinlich auch gar nicht. Hören Sie, was ist denn in diesen Zigaretten? Was meinen Sie, Sir, könnte ich vielleicht noch eine bekommen?
– Du bekommst eine mit in die Zelle, Said, sagte Williams, aber lass uns erst noch ein wenig weiterreden!
– Das ist in Ordnung, Sir, sagte Said. Sie können mich alles fragen, was Sie wollen, ich weiß sowieso nichts Wissenswertes, ha, ha, ha. Es sind alles nur Gerüchte ha, ha, ha.
– Nun, dann lass uns einfach über die Gerüchte sprechen, Said, sagte Williams aufmunternd. Das kann doch Spaß machen, darüber zu sprechen, nicht wahr? Also, was gibt es an Gerüchten über Akhmahel?
– Es gibt nicht viele Gerüchte über Akhmahel, Sir, sagte Said. Ich kenne nur eines, und das ist nicht einmal sehr sicher, ha, ha. Man sagt, er hat es weit gebracht und ist in den inneren Kreis von Osama gekommen. Wenn das Gerücht wahr ist, wird die Welt bald mehr von ihm hören, aber ich habe keine Ahnung, was das bedeutet. Williams konnte merken, dass Said keine weiteren relevanten Informationen besaß, die ihm helfen konnten, Wahil und Akhmahel zu lokalisieren, und er beschloss, das Gespräch zu beenden. Er nahm, wieder sehr umsichtig, eine weitere Zigarette aus der Packung und legte sie in Saids Hemdtasche. Dann nahm er eine Werbepackung Streichhölzer aus der Hosentasche und steckte sie ebenfalls in Saids Hemdtasche.
– Für später, Said, sagte er. Rauche sie erst, wenn du allein in der Zelle bist, o. k.?
– Ja, das verspreche ich. Und vielen Dank, Sir, sagte Said. Ich hoffe, dass Sie bald wieder kommen…

Williams ignorierte ihn und ging zur Tür. Er drückte auf den Alarmknopf, wie Dickens gesagt hatte, und hörte irgendwo auf dem Flur draußen eine Glocke. Fast umgehend wurde die große Eisentür geöffnet und er hörte schwere Schritte sich nähern. Einen Moment später wurde die Tür zum Verhörraum geöffnet und ein bewaffneter Wächter trat ein.
– Ist alles in Ordnung, Sir? fragte der Wächter.
– Ja, ja, alles ist in Ordnung, ich will nur gerne jetzt raus hier, sagte Williams. Auf dem Gang hörte man jetzt Schritte einer anderen Person sich dem Raum nähern, und einen Augenblick später kam Dickens an. Er blieb für einen Moment in der Tür stehen und sah sich um, bevor er sagte:
– Wenn Sie mit diesem Kerl fertig sind, dann schlage ich vor, dass Sie mit mir zurückgehen. Dann bringt die Wache den Gefangenen wieder in die Zelle.
– Ja, lassen Sie uns gehen, sagte Williams, und sie verließen den Raum.

Eine Stunde später fuhr Williams mit einem Schiff der Küstenwache nach Miami, wo er ein Taxi zum Flughafen nahm. Er kaufte sich ein Ticket für den nächsten Linienflug nach New York – der Abgang war bereits in einer halbe Stunde – und ging sofort zum Gate. Nun musste er planen, wie er die übrigen Personen aus der Liste eliminieren konnte. Bevor der Tag zu Ende war würde Said tot sein, vielleicht war er es sogar schon. Er dachte an die Informationen, die er von Said erhalten hatte. Er hatte im Grunde nicht mit so furchtbar viel beigetragen. Wahil war also vor Kurzem in Kabul gesehen worden; das konnte vielleicht nützlich sein. Die CIA überwachte ein Haus in Kabul, wo viele Al-Qaida-Leute ein- und ausgingen. Dort hatte die CIA eine beträchtliche Menge Informationen aufgeschnappt, die sich als extrem wertvoll erwiesen hatten. Vielleicht sollte man die Überwachung intensivieren. Es bestand immerhin die Chance, dass Wahil oder vielleicht sogar Akhmahel eines Tages dort auftauchten. Akhmahel war offenbar in den Reihen Osamas aufgestiegen, wenn die Gerüchte stimmten, was sie nach Williams Erfahrung oft taten. Von dem ausgehend, was Said erzählt hatte, vermutete Williams, dass Akhmahel im Begriff war, sich noch mehr hervorzutun. Es war vielleicht nur eine Frage der Zeit, bevor er irgendeinen Anschlag ausführte. Es wäre sicherlich gut, wenn er Akhmahel aufspüren und unschädlich machen könnte, bevor es zu spät war. Aber, man muss Geduld haben, sagte er zu sich selbst, bevor er sich einen dringend benötigten kurzen Energieschlaf im Flugzeug genehmigte.

Nachdem Williams den Verhörraum verlassen hatte, wurde Said in die Zelle zurückgebracht; ebenso brutal, wie er vorher abgeholt worden war. Aber jetzt war Said das egal, er fühlte immer noch die wohltuende Wirkung der Zigarette, die Williams ihm gegeben hatte, und nun freute er sich darauf, die zweite zu rauchen, die sich in seiner Brusttasche befand. Als die Tür zugeschlagen und abgeschlossen wurde, war er allein in der Zelle. Die anderen waren draußen im Hof und würden nicht vor ein paar Stunden zurückkommen. Er setzte sich auf seine Schlafstelle, nahm die Zigarette und die Streichhölzer und zündete sie an. Er zog mehrmals gierig an der Zigarette, in der Hoffnung, dadurch einen besonders starken Effekt zu erreichen. Auf halbem Wege durch die Zigarette, meldete sich Enttäuschung bei ihm. War das nur eine ganz gewöhnliche Zigarette? Er zog noch ein paar Mal kräftig, ohne sich besser zu fühlen, und begann sich zu ärgern. Doch dann setzte plötzlich die Wirkung ein, aber es war nicht die gleiche wie bei der ersten Zigarette. War das eine stärkere Mischung? dachte er hoffnungsvoll. Aber dann begann Said unruhig zu werden. Das hier fühlte sich überhaupt nicht gut an, nein, es war nicht wie … Said wurde zunehmend schlechter. Ohne Vorwarnung begann er am ganzen Körper in kalten Schweiß auszubrechen und sein Blickfeld verschwamm. Der Zigarettenstummel fiel auf den Boden, und Said versuchte, auf die Beine zu kommen, fiel aber stattdessen um. Dann durchschüttelte ihn eine Reihe von Krämpfen, und sein Körper bog sich rückwärts in eine unnatürliche Position. Said schnappte verzweifelt nach Luft, aber der Sauerstoff gelangte nicht bis in die Lunge. Schaum stand vor seinem Mund, während er langsam das Bewusstsein verlor, und einen Augenblick später war er tot.
Später wurde er von seinen Zellengenossen gefunden, die die Wache riefen. Der Gefängnisarzt stellte als Todesursache einen epileptischen Anfall fest. Die Asche von der Zigarette wurde in eine Ecke gefegt, wo sie bis zum nächsten Morgen liegen blieb, bis Saids frühere Mitgefangene die Zelle reinigten.

18. August 2004
Teheran

Sayed Mossadegh hatte sich vorgenommen, seinen Vater damit zu überraschen, dass er unangemeldet zu seinem 85. Geburtstag auftauchte. Er war stolz darauf, dass er sich daran erinnerte hatte, denn normalerweise war er dazu geneigt, solche Familienereignisse zu vergessen. Er erinnerte sich nicht einmal mehr an seinen eigenen Geburtstag. Der war für ihn ohne Bedeutung. Er rechnete nicht wirklich damit, so alt zu werden wie sein Vater. Er sah sich einen glorreichen Tod irgendwo auf einem Schlachtfeld sterben, im Kampf für Allah und gegen den großen amerikanischen Satan. Was er nicht wissen konnte war, dass das Schicksal bereits andere Pläne für ihn hatte. Sein Tod würde alles andere als ehrenvoll sein. Sayed wollte frische Feigen für seinen Vater kaufen und eilte durch Teherans Straßen, um vor der Mittagshitze anzukommen, die es unmöglich machte, sich im Freien aufzuhalten, und während der sich alle Händler für ein paar Stunden in den Schatten ihrer Häuser zurückzogen. Er wollte die Feigen auf einem Marktplatz nicht weit von einem ehemaligen Palast des Schahs kaufen. Er war sicher, dass Sie dort die größte Auswahl hatten. Er bog um eine Ecke, und einen Augenblick später hatte er sein Ziel erreicht. Es war noch ein ziemliches Gedränge auf dem Marktplatz, und er war gezwungen langsamer zu gehen, um nicht mit all den anderen Menschen, die wie er zum Einkaufen gekommen waren, zusammenzustoßen.
Nach einigem Suchen fand er einen Stand mit einer guten Auswahl, stellte sich an und wartete, dass er an die Reihe kam. Ein großer Mann stieß plötzlich und heftig in ihn. Seyed verlor das Gleichgewicht und wäre fast hingefallen, aber der Mann fing ihn mit einem festen Griff auf und brachte ihn wieder auf die Beine. Sayed wollte gerade etwas sagen, als er den Mann ansah, der überdurchschnittlich groß war und ein hartes, unfreundliches Gesicht hatte. Der Mann lächelte Sayed an, ohne dass das Lächeln jedoch seine Augen erreichte.
– Ich bitte um Verzeihung, sagte der Mann. Einen Augenblick später verschwand er in der Menge. So ein Narr, dachte Sayed und rieb seinen schmerzenden Arm. Hatte er einen kleinen Stich gefühlt, als der Mann ihn am Arm packte? Er war sich nicht sicher. Gut, dass ich kein Geld in der Hand hatte, als er mich umrannte, dachte er.

Der Fremde verließ den Platz und fand schnell seinen Weg zu einer verlassenen Gasse, wo er stehen blieb. Er nahm eine Schachtel aus der Tasche und zog mit großer Vorsicht einen Ring von seinem rechten Mittelfinger. Wenn man den Ring näher untersucht hätte, hätte man entdeckt, dass er eine kleine Spitze besaß, die in Richtung Handfläche wies, und als der Mann den Ring in die Schachtel legte, war er sehr darauf bedacht, nicht versehentlich die Spitze zu berühren. Dann nahm er eine Liste mit Namen und einen Stift aus der anderen Tasche und strich einen der Namen aus.
Mit der Ermordung von Mohammad Hamaq in Gaza am 1. April und Sayed Mossadegh heute, waren nur noch drei übrig, dachte er bei sich. Sayed war gerade dabei, den Preis herunterzuhandeln, als ihm plötzlich schlecht wurde. Er fühlte sich desorientiert und konnte sich nicht mehr daran erinnern, warum er hier war. Der Händler sah ihn verwundert an und fragte:
– Ist etwas nicht in Ordnung, mein Freund? Du siehst so blass… Er wurde mitten im Satz unterbrochen, als sein Kunde plötzlich vor ihm zu Boden fiel und mehrere der feilgebotenen Waren mit sich riss. Der Händler sprang um den Stand herum um zu helfen, aber erstarrte bei dem Anblick, der sich ihm bot. Der Kunde lag in einer völlig verkrampften Position, den Rücken unnatürlich weit nach hinten gebogen, und mit Schaum vor dem Mund.
– Ein Arzt! Gibt es hier einen Arzt? schrie der Händler in die Runde. Nicht wenige Meter von der Szene entfernt, hörte ein Mann den Hilfeschrei und reagierte sofort. – Ja, ich bin Arzt, was ist passiert? rief er zurück und setzte sich in Bewegung. Er musste sich durch die Menge drängen, die begonnen hatte sich anzusammeln. Doch bevor er ankam, war Sayed bereits bewusstlos, und einen Augenblick später starb er, ohne dass der hinzugeeilte Arzt ihm helfen konnte. Nach einer kurzen Untersuchung, konnte er nur feststellen, dass der Mann offenbar an den Folgen eines epileptischen Anfalls gestorben war, auch wenn der Anfall heftiger gewesen war als alles, was er in seiner Karriere bisher gesehen hatte.

25. September 2004
CIA-Hauptquartier in Langley, Virginia

Christine Higgins wusste sofort, was sie mit den Informationen, die sie gerade erhalten hatte zu tun hatte. Sie erinnerte sich an das Gespräch mit Allan Parker, auch wenn es vor mehr als einem Jahr stattgefunden hatte. Es gehörte zu ihrem Job, sich an die verschiedensten Dinge zu erinnern. Auch wenn sie auf den ersten Blick unbedeutend zu sein schienen, konnten sie sich doch in anderen Zusammenhängen oder in Verbindung mit anderen Informationen als wertvoll erweisen. Die aktuellen Informationen waren als E-Mail kommen, und sie beschloss, es an Parker weiterzuschicken, nachdem sie vorher nachgeprüft hatte, ob er genügend Vollmacht besaß, um eine Kopie von gerade diesem Mail zu bekommen. Sie schrieb ein paar Worte als Einleitung und schickte es ab. Einen Augenblick später war sie dabei, den nächsten Fall durchzugehen, und dachte nicht mehr an Parker. Wenn neue Informationen auftauchten, die mit seiner Sache zu tun hatten, würde sie automatisch wieder daran denken. So funktionierte ihr Gedächtnis.

Alfa-250, Sierra-Nevada-Wüste
Parker saß in seinem Büro, als die Mail von Christine Higgins in seinem Briefkasten ankam. Er war in dem Moment nicht besonders beschäftigt, daher öffnete er es sofort. Die E-Mail war kurz und unpersönlich und lautete: „Herrn Allan Parker. Bezüglich Ihrer Anfrage vom 23. Mai 2002 ist Nachstehendes eingegangen.“ Mehr stand nicht in der Einleitung. Er konnte sich nicht gleich daran erinnern, dass er eine Anfrage an Langley geschickt hatte und wunderte sich über die Formulierung. Er konnte sehen, dass es sich um eine weitergeleitete E-Mail handelte und die ursprüngliche Nachricht an CIA-Info gerichtet war, eine der vielen E-Mail-Adressen, die die CIA benutzte. Der Absender war eine ÄrzteOrganisation mit dem Namen Medical Crime Survey – MCS. Die Botschaft, die mit aktuellem Datum datiert war, trug die Überschrift: „ungewöhnliche Todesfälle“. Interessiert begann er zu lesen. „Medical Crime Survey MCS hat Informationen über einen Todesfall erhalten, der Anlass zur Berichterstattung gibt. Die Umstände sind wie folgt: Am 18. August war ein Arzt zufällig anwesend als ein Mann auf offener Straße in Teheran starb. Die unmittelbare Todesursache war als epileptischer Anfall aufgeführt.
Eine spätere Obduktion zeigte gravierende Unregelmäßigkeiten in Bezug auf die ursprünglich angenommene Todesursache, in welchem Zusammenhang folgende Befunde bemerkenswert waren: Cerebellum (Kleinhirn) zeigte eine pilzartige Konsistenz und war stark verfärbt; Medulla oblongata (verlängertes Rückenmark) war in Auflösung befindlich, Medulla spinalis (Rückenmark) war vollständig aufgelöst. Es gibt keine medizinischen Präzedenzfälle für das oben Angeführte, und die eigentliche Todesursache muss daher als unbekannt betrachtet werden. In der Hoffnung, dass diese Angaben für Sie von Nutzen sind, würden wir alle Informationen über mögliche biologische Leckagen oder andere Unregelmäßigkeiten biologischer Art, von denen Sie Kenntnis haben, begrüßen.“ Die E-Mail stammte von Abraham Lesley Clark PhD. Parker wusste sofort, worum es ging.

Verdammt, verdammt, verdammt, dachte er, jetzt bricht die Hölle los. Außer den sachlichen Informationen in der E-Mail, konnte Parker auch einiges zwischen den Zeilen lesen.
Erstens gab es keinen Zweifel daran, dass MCS den Verdacht hegte, dass der Todesfall im Zusammenhang mit irgendeiner biologischen Waffe stand oder zumindest mit einem biologischen Unfall, sonst hätte Dr. Clark nicht um Informationen von der CIA gebeten.
Zweitens bedeutete es, dass durch A-tox 457 verursachte Todesfälle nicht auf lange Sicht epileptischen Anfällen zugeschrieben werden konnten, zumindest dann nicht, wenn eine Autopsie vorgenommen wurde. Diese letzte Information war in Bezug auf zukünftige Laboruntersuchungen wichtig. Und nicht zuletzt war da die Schreck einjagende Tatsache, dass der CIA-Mann, John Williams, offenbar mit einer Aktion im Gange war, die ganz sicher nicht ans Tageslicht kommen durfte.

Dann kam Parker auf den Gedanken an ein noch schlimmeres Szenario. Was war, wenn Williams das Zeug gar nicht mehr hatte? Wenn es stattdessen in den Händen irgendeines Idioten gelandet war, irgendwo auf der Welt? Der Gedanke war beängstigend. In Wahrheit gab es nur einen mildernden Umstand: Der Todesfall war im Iran aufgetreten und nicht in den USA, wo diese Art Vorkommnisse unüberschaubare Folgen haben könnte.
Parker saß einige Minuten still da, und blickte vor sich hin. Was zum Teufel sollte er tun? Es war völlig klar, dass er auf irgendeine Weise reagieren musste, aber wie? Er wagte nicht, allzu direkt vorzugehen, vor allem weil Hemingway explodieren würde, wenn er einen Skandal witterte; aber auch, weil er Angst davor hatte, auf welche Ideen Williams kommen könnte, wenn man ihn direkt konfrontierte. Da war ja dieser verdammte PATRIOT Act, dem man am besten nicht in die Quere kam. Amerika! Das Land der Freien, dachte er spöttisch. Herr bewahre uns, wir sind bald nicht freier als die Nordkoreaner!
Er beschloss, das Einzige zu tun, was in einer solchen Situation vernünftig war. Er würde den Fall ad acta legen, einfach einsülzen, bis er entweder vergessen war oder zumindest bis er genügend gute Nachrichten hatte, in die er einen eventuell drohenden Skandal einwickeln konnte. Hier und jetzt konnte er ansonsten nichts tun als die Daumen drücken.

(Fortsetzung folgt)

 

ENGLISH

… First off all I should like to remark that a mistake sneaked into the last issue, which happened during the translation from Danish to German, and which I have not noticed at that time. The Tomcat flies, of course, 40.000 feet high, and not metres … 

The man from Tehran

4 January 2004
Guantanamo (continued)

About 15 minutes earlier, Williams had arrived at the entrance to the Guantánamo base. The entire base was fenced in and guards stood in several places. Williams handed one of the guards his identification, which he carefully examined before returning it and pressing a button. A gate slid to one side and Williams stepped into a kind of sealed area between two large gates. It was about twenty meters from one gate to the other, so that there was enough space even for a truck. As Williams went to the next gate, the first one closed behind him with a sharp noise of metal against metal. Immediately afterwards, the second gate began to open with a wailing squeak, and Williams entered a prison yard. A middle-aged officer with a leathery face received him.
– Welcome to Guantánamo, Mr. Williams, the officer greeted him and saluted briefly. My name is Dickens, Jack Dickens.
– Thank you, Colonel, said Williams. I assume that you are informed about the purpose of my visit? Williams looked the colonel straight in the eye.
– Everything is ready, he is being escorted to an interrogation room as we speak, the colonel replied, and returned the firm look without blinking.
Williams lowered his eyes and said:

– Great! Would you kindly take me there directly?
– Follow me, said Dickens, turned on the heel and went ahead.

– May I ask what’s so special about this guy? he asked when they had taken a few steps. I mean, we’re pretty good at getting information out of the assholes here, and we haven’t found anything special about him. Rather, it seems to us to be a mistake that he was sent here in the first place. I really don’t think he’s involved in anything.
– Let us be honest, Colonel, Williams responded sourly. In all modesty the same can be said about more than half of the prisoners that you plague here every day, can’t it? But anyway the purpose of my visit is secret. I am sure that you understand what that means and that you ensure that I can speak to the prisoner alone and without any surveillance.

– I understand, answered Dickens, ignoring Williams‘ sarcastic remark. You can be sure that nobody will bother you. They had reached the first building, and Dickens opened a door and let Williams enter first.
– We have to go a little further, said Dickens.
It took almost five minutes before they reached their destination, and although they passed many doors, they never met anyone. Williams wondered if the aisles were empty because of his visit.
– We’ll be there in a moment, said Dickens, when they were in front of a heavy iron door. He took a bunch of keys out of his pocket and unlocked the door that led into another long corridor.
– The interrogation rooms are all on this corridor, explained Dickens. None of the other rooms are in use right now, and the guy you want to talk to is sitting in there, behind the third door. He gestured to the door and they walked towards it.
– I’m going to open the door for you now, Dickens continued, and when I leave, you should be able to have a chat with the guy in peace. Inside, just to the left of the door is a red button that you can press when you want to get out. Then a guard will come and fetch you, is that okay?
– That’s fine, said Williams, all you have to do is unlock the door. I don’t need help for the rest.
Dickens put the key in the door and unlocked it, then turned on his heel and left the hall. Williams waited until he heard the key in the large iron door before opening the interrogation room door and entering.

 

Said was on tense to the extreme. Who was going to torture him this time? There were huge differences between the interrogators. There were those all prisoners were afraid of, men and women in uniform who had no respect for the inmates and showed no pity. On the contrary, it often seemed as if these terrible people were amused by the suffering they inflicted on the defenseless prisoners. And then there were interrogators who showed some kind of respect and sometimes even sympathy for the inmates and tried to appeal to the prisoners‘ reason. Finally, there was an anonymous group of people who did not ask questions themselves but only whispered into the interrogator’s ears, and they were almost always in civilian clothes. Said suspected that they might be agents of the CIA or the FBI, or whatever they were called.

Said could clearly feel the presence of a person in the room, but he didn’t turn. He had adopted some rules of behavior that he tried to follow as best he could. Never provoke these people. Some of them were just waiting for the tiniest occasion to let their contempt for the prisoners run free. No, sit as still as possible and never look them directly in the eye, under no circumstances! Answer the endless repetitions of the same questions as best you can and show gratitude for the slightest sign of humanity. The person at the door went around him and Said immediately saw out of the corner of his eye that it was a man, a man he had never seen before. Was that good or bad? The man stopped a few paces from Said and examined him closely. Said stared at the floor in front of the man and had difficulties breathing. He could feel his heart beating faster and recognized all the stress symptoms that always occurred before an interrogation started. The symptoms only stopped when he was completely exhausted and unable to register what was happening around him. But at the moment he was relatively rested and therefore very aware of his situation.
– Said! said the man suddenly, crouched in front of him and looked him straight in the eye.
– Said bin Kanhal! How on earth did you end up here?
The question had been asked in Iranian and therefore completely surprised Said. For a moment he forgot his rules of conduct and looked at the man. He looked familiar but Said was far from certain.

– I don’t understand, he replied. Do you mean how I was captured? I really don’t understand.
– Said, Said, Said! the man continued almost condescendingly. No, you really can’t understand what happened there, can you?

Said felt really helpless now. He had been exposed to all kinds of different interrogation methods, but this man spoke to him as if they were old acquaintances. who was he?
– We have known each other for many years, Said, the man continued, as if he could read Said’s mind. Do you really not recognize me? It’s Williams, John Williams from the Embassy! you know, back then in 1979. Can’t you remember it at all?
Said’s instincts told him that he had no desire at all to find out who the man was.
– Maybe because the situation here is completely wrong, with you in the chair and me standing here in front of you, the man continued. Last time the two of us met, it was me who was tied to a chair, you must remember that, right?
The man, or Williams, as he was supposed to be called, looked at him with a fake innocent expression. Said took a closer look and this time he recognized the man. Now, unfortunately, he knew exactly who he was. He tried to think back at the time at the embassy. Dam it, it was so long ago. He remembered what it had been like … yes, after climbing the gate, they all stormed into the embassy compound. Each of them had been given a certain job, and everything went very quickly and almost painlessly. His cousin Akhmahel and Wahil, a totally crazy giant, had stayed outside where there was shooting going on. He himself had entered the embassy building with a large group of young people, where they had taken everyone present hostage. He only remembered two of the hostages, the ambassador, of course, and then the man here, Williams. The ambassador had protested loudly, rambling on that they were on US territory and that they would not get away unpunished. Williams had resisted and fought like a madman, and shots had been fired before they overwhelmed him and tied him to a chair. Said started to sweat, was this an act of revenge? Had Williams waited all these years to get revenge for the Tehran embassy? He felt like he had to say something:

– But that was a long time ago, Sir, and I assure you that I am opposed to the use of force … Yes, I did what I could to prevent it … You have to understand, we were young, and we didn’t know what we did … yes, some knew, of course, but most of them were just … yes, I was just young and impulsive … you have to understand …
Said was panicking.
– Well, well now, said Williams, let’s not get all sentimental about some old memories. Don’t worry, I know very well that you weren’t the worst. You know what, it is probably not necessary for you to be tied up in the chair while we are talking. Let me help you.
He undid the straps on Said’s wrists and ankles. Said was paralyzed with surprise; he had not expected anything like this. Williams had every reason not to like him, and yet Williams treated him better than anyone else who interrogated him. When he was rid of the straps, Said massaged his wrists and ankles to get the blood going again. He felt again that it would be best to say something:
– Thank you, Sir, thank you. I will answer all your questions, you can rely on it.
– I have no doubt about that, Said, Williams said, I think the two of us will have a really good conversation. We’ll talk about the old days, you know, before everything went down the drain. Here! Have a cigarette. There are probably not many of those around here.
Williams took a packet of Marlboro from his breast pocket, carefully took out a cigarette and handed it to Said, who accepted it with an expectant smile. Then he chose a cigarette for himself just as carefully. He lit both of them and fetched one of the chairs on the wall and placed it in front of Said so that they were not more than a meter apart.

– What actually happened back then, Said? Williams asked when Said had smoked a few puffs. I mean, how did you get drawn into the hype? You were even the leader of your small group at times, weren’t you?
Said’s eyes flickered restlessly for a moment before answering:
– Sir, I was very young, and everyone was angry with the West at that time. It was shortly after the Ayatollah returned to Iran, and … and … yes, everyone considered it right … well, what we did. I swear to Allah that if I could live my life again, I would not do it again.
– Of course not, of course not, said Williams. It’s all in the past. But tell me, what happened to Wahil? The giant, you know? I haven’t seen him for a long time. Williams smiled at Said, who immediately replied:
– Oh, he became a professional soldier, Sir. He has fought for various warlords in Africa and has also been active in Afghanistan. But I don’t know where he is currently, although I think he is still in Afghanistan.
– In Afghanistan, Williams repeated with interest. Who would have thought? But when was the last time you heard from him or about him? he pressed on.
– I’ve never heard from him since … since then, Sir, Said answered. But I heard about him here in prison. Someone saw him in Kabul this month, but unfortunately, I don’t know any details. Said felt more and more relaxed as he was smoking, and he basically felt really good right now.
Williams let Said smoke a little more without saying anything.
– What about your cousin Akhmahel? he continued when Said was almost done with the cigarette. You were good friends, weren’t you? You must know what happened to him at least? Said felt almost euphoric now and smiled at the quest

– Oh, no, he replied. Akhmahel couldn’t stand me, Sir, he thought I was a pushover.
Said started to giggle.
– And do you know what, sir? He was right about that. And do you know why I was the leader of the group?
He giggled louder.
– Because I had a room big enough for all of us, where we could meet without being disturbed! The actual leader was …
Said burst into a hearty laughter before continuing the sentence,
– … Yes, it was him himself, but we couldn’t meet at his place, and he had to be particularly careful because his father, my uncle, worked at the university.
Said grinned from ear to ear, chatting about everything that came to his head.
– In the last few weeks before we grabbed the embassy, he actually didn’t have to play it safe anymore, his father already knew. Akhmahel had found a list in his father’s office with almost all of our names on. Mine, Wahil’s and all the others.
A hardly noticeable draw came over Williams face when he realized that the professor had made a copy of the list in spite of his promise not to, but he kept his composure. Instead, he smiled at Said and asked:
– But what happened to him? Where is he currently?
– I’m not sure, Said replied willingly, it’s just a rumor, but it is said that he is with Osama bin Laden in Saudi Arabia.
Said in tears of laughter as he continued.

– Awesome man, they are all so fucking afraid of Osama, ha, ha, ha. I think they have asked all of us at least a hundred times, where he was, and they don’t believe us when we say we don’t know it, or if we say we think he’s in Saudi Arabia, ha, ha, ha. But he probably isn’t. Hey, what’s in these cigarettes?
He looked at it and shook his head. What do you think, Sir, could I get another one?
– You’ll get one for later, when you’re back in the cell, Said, Williams said, let’s first talk a little bit more!
– That’s okay, Sir, said Said. You can ask me anything you want, I don’t know anything worth knowing anyway, ha, ha, ha. It’s all just rumors ha, ha, ha.
– Well, then let’s just talk about the rumors, Said, Williams said encouragingly. It can be fun to talk about them, can’t it? So, what are the rumors about Akhmahel?
– There are not many rumors about Akhmahel, Sir, said Said. I only know one thing, and that’s not even very sure, ha, ha. They say he has gone far and is member of Osama’s inner circle. If the rumor is true, the world will hear more from him soon, but I have no idea what that means.
Williams realized that Said had no further relevant information to help him locate Wahil and Akhmahel, and decided to end the conversation. Again, very carefully, he took another cigarette from the pack and put it in Said’s shirt pocket. Then he took a matchbox from his pocket and put that in Said’s shirt pocket as well.

– For later, Said, he said. Don’t smoke it until you are alone in the cell, ok?
– Yes, I promise. And thank you, Sir, said Said. I hope you come back soon.
Williams ignored him and went to the door. He pushed the button, as Dickens had said, and heard a bell somewhere in the hallway outside. The large iron door opened almost immediately, and he heard heavy steps approaching. A moment later the door to the interrogation room was opened and an armed guard entered.
– Are you all right, sir? asked the guard.
– Yes, yes, everything is fine, I just want to get out of here now, Williams said.
In the hallway, someone else’s footsteps could be heard approaching the room, and a moment later Dickens arrived. He paused in the door for a moment and looked around before saying:
– If you’re done with this guy, I suggest you go back with me. Then the guard will escort him back to the cell.
– Yes, let’s go, Williams said, and they left the room.
An hour later, Williams took a Coast Guard ship to Miami, where he took a taxi to the airport. He bought a ticket for the next scheduled flight to New York – the departure was in half an hour – and he went straight to the gate. Now he had to make plans of how to eliminate the rest of the people on the list. Before the day was over, Said would be dead, maybe he already was.
He thought of the information he had received from Said. Basically, he hadn’t contributed very much. So Wahil had recently been seen in Kabul; that might be useful. The CIA monitored a house in Kabul where many Al Qaeda people went in and out. There the CIA had picked up a considerable amount of information that had proven extremely valuable. Maybe surveillance should be stepped up. At least there was a chance that Wahil or maybe even Akhmahel would show up there one day. Akhmahel had apparently risen in the ranks of Osama bin Laden if the rumors were true, which they often were after William’s experience. Based on what Said had said, Williams suspected that Akhmahel was going to excel in some way. Perhaps it was only a matter of time before he launched an attack. It would surely be good if he would be able to track down Akhmahel and neutralize him before it was too late. But I have to be patient, he said to himself, before taking a much-needed brief sleep on the plane.

 

After Williams left the interrogation room, Said was brought back to the cell; with just as much brutality as earlier, when he had been picked up. But now Said didn’t care, he still felt the beneficial effects of the cigarette Williams had given him, and now he was looking forward to smoking the second one that was in his breast pocket. When the door was slammed and locked, he was alone in the cell. The others were outside in the yard and would not come back for a few hours. He sat on his bed, took the cigarette and matches and lit it. He greedily pulled at the cigarette several times, hoping to achieve the particularly strong effect.
Halfway through the cigarette, disappointment came up in him. Was it just an ordinary cigarette? He pulled vigorously a few more times without feeling better and started to get angry. Then suddenly the effect started. But it wasn’t the same as with the first cigarette. Was this a stronger mix? he thought hopefully. But then he started to get restless. This didn’t feel good at all, no, it wasn’t like … Said felt bad, very bad. Without warning, he started to break out in cold sweat all over his body and his vision became blurred. The cigarette butt fell to the floor and he tried to stand up, but instead fell over. Then a series of convulsions shook him, and his body bent back over in an unnatural position. He gasped desperately, but the oxygen didn’t reach his lungs. Foam came out of his mouth as he slowly passed out and a moment later, he was dead. He was later found by his cellmates who called the guard.
The prison doctor identified an epileptic seizure as the cause of death. The ashes from the cigarette were swept into a corner, where they remained until the next morning, until Said’s former inmates cleaned the cell.

18 August 2004
Tehran

Sayed Mossadegh had set out to surprise his father by showing up unannounced for his 85th birthday. He was proud that he remembered it, because he was usually inclined to forget such family events. He didn’t even remember his own birthday. It was irrelevant to him. He didn’t really expect to live to be as old as his father. He saw himself die a glorious death somewhere on a battlefield, fighting for Allah and against the great American Satan. What he couldn’t know was that fate already had other plans for him. His death would be anything but honorable. Sayed wanted to buy fresh figs for his father and hurried through Tehran’s streets to get there before the midday heat, which made it impossible to be outside, and during which all traders retired to the shadows of their houses for a few hours.
He wanted to buy the figs in a marketplace not far from the shah’s former palace. He was sure that one had the greatest choice there. There was still a bit of a crowd in the market square and he was forced to slow down so as not to bump into all the other people who had come to shop like him.
After some searching, he found a booth with a good selection. He stood in line and waited for his turn. A sturdy man suddenly and violently walked into him. Seyed lost his balance and almost fell, but the man caught him with a firm grip and got him back on his feet. Sayed was about to say something when he looked at the man who had a tough, unfriendly face. The man smiled at Sayed without the smile reaching his eyes.
– I beg your pardon, the man said. A moment later he disappeared into the crowd.
What a fool, Sayed thought, rubbing his aching arm. Had he felt a little stab when the man grabbed his arm? He wasn’t sure. Good thing I had no money in my hand when he ran into me, he thought.
The man left the marketplace and quickly found his way to an abandoned alley, where he stopped. He took a small box out of his pocket and, with great care, pulled a ring from his right middle finger. If you had examined the ring more closely, you would have discovered that it had a small tip pointing downwards, and when the man put the ring into the box, he was careful not to accidentally touch the tip. Then he took a list of names and a pen from the other pocket and crossed out one of the names. With the murder of Mohammad Hamaq in Gaza on April 1st and Sayed Mossadegh today, there were only three left, he thought to himself.
Sayed was negotiating the price for the figs when he suddenly felt sick. He was disoriented and couldn’t remember why he was where he was.
The shopkeeper looked at him in surprise and asked:

– Is something wrong, my friend? You look so pale …
He was interrupted in the middle of the sentence when his customer suddenly fell to the ground in front of him taring several of the goods on sale down with him. The shopkeeper jumped around the booth to help but froze at the sight. The customer was in a completely cramped position, his back bent unnaturally far back, and with foam coming from his mouth.
– A doctor! Is there a doctor here? the shopkeeper shouted around.
A few yards from the scene, a man heard the cry for help and responded immediately.
– Yes, I’m a doctor, what happened? he called over and tried to squeeze through the crowd that had started to accumulate. But before he got there, Sayed had passed out, and a moment later he died without the doctor being able to help him. After a brief examination, he found that the man had apparently died of an epileptic seizure, even if the seizure had been more severe than anything, he had seen in his career so far.

25 September 2004
 CIA headquarters in Langley, Virginia

Christine Higgins instantly knew what to do with the information she had just received. She remembered talking to Allan Parker, even though it had taken place more than a year ago. It was part of her job to remember all kinds of things. Even if they appeared to be insignificant at first glance, they could prove valuable in other contexts or in connection with other information. The current information had come as an email, and she decided to send it to Parker after checking to see if he had the authority to get a copy of that email. She wrote a few words as an introduction and sent it off. A moment later, she was going through the next case and stopped thinking about Parker. If new information appeared that was related to his case, she would automatically think of it again. That was how her memory worked.

Alfa-250, Sierra Nevada Desert

Parker was sitting in his office when Christine Higgins‘ mail arrived in his mailbox. He wasn’t particularly busy at the moment, so he opened it immediately. The email was short and impersonal and read: “Mr. Allan Parker. The following has been received with regard to your inquiry of May 23, 2002.” The introduction did not contain anything more. He couldn’t immediately remember that he had sent a request to Langley so he wondered at the wording. He could see that it was a forwarded email and the original message was directed to CIA Info, one of the many email addresses that the CIA used. The sender was a medical organization called Medical Crime Survey – MCS. The message, which bore the current date, was entitled: „unusual deaths“. He started reading with interest. “Medical Crime Survey MCS has received information about a death that gives rise to reporting. The circumstances are as follows: On August 18, a doctor happened to be present when a man died on open street in Tehran. The immediate cause of death was listed as an epileptic seizure. A later post-mortem showed serious irregularities with regard to the originally assumed cause of death, in which context the following findings were noteworthy: Cerebellum showed a mushroom-like consistency and was strongly discolored; Medulla oblongata (extended spinal cord) was in dissolution, medulla spinalis (spinal cord) was completely dissolved. There is no medical precedent for the above, and the actual cause of death must therefore be considered unknown. Hoping that this information will be of use to you, we would welcome any information about potential biological leaks or other biological irregularities that you are aware of.” The email had been sent by Abraham Lesley Clark PhD.
Parker knew immediately what it was about.
Damn, damn, damn, he thought, now hell is breaking loose. In addition to the factual information in the email, Parker could also read between the lines. First, there was no doubt that MCS suspected that the death was related to some biological weapon, or at least a biological accident, otherwise Dr. Clark had not asked for information from the CIA. Second, it meant that A-tox 457-related deaths could not be attributed to epileptic seizures in the long run, at least not when an autopsy was performed. This last piece of information was important in relation to future laboratory tests. And last but not least, there was the frightening fact that the CIA man, John Williams, was apparently in full swing with an activity that most definitely had to be kept off the radar.
Then he thought of an even worse scenario. What if Williams did not have the stuff anymore? If it had ended up in some idiot’s hands somewhere out there? The thought was scary. In truth, there was only one mitigating circumstance: the death occurred in Iran and not in the United States, where this type of event could have unmanageable consequences.
Parker sat quietly for a few minutes, looking ahead. What the hell was he supposed to do? It was perfectly clear that he had to react in some way, but how? He didn’t dare to act too openly, especially because Hemingway would explode if he sensed a scandal; but also because he was afraid of what ideas Williams could come up with when confronted directly. There was that damn PATRIOT act, the one thing you did not want to get in the way of. America! The land of the free, he thought mockingly. Lord save us, we will soon be no freer than the North Koreans! He decided to do the only thing that was reasonable in such a situation. He would put the case aside. He would simply let it rest until it was either forgotten or at least until he had enough good news to wrap around a potential scandal. Here and now there was nothing else he could do but keep his fingers crossed.

(To be continued)

 

 

Dänische Familienfeste: Musik und mehr … Danish family gatherings: music and more

Nytår med Christian 005

Dänische „hygge“ ist ja modern und in aller Munde. Ein grosser Teil der dänischen „hygge“ sind Familienfeste. Dazu gehört reichliches und gutes Essen, Alkohol und Gesang, viel Gesang. Unter Umständen Lieder wie dieses:

… Danish „hygge“ is fashionable and resounding throughout the lands. A large part of Danish „hygge“ are family gatherings. Important parts of those are ample and good food, alcohol and songs, lots of songs. Among others songs like this one:

Dieses Lied beschreibt, wie man sich in Grossmutters Schrebergartenhaus immer „gehyggt“ hat. Auf Dänisch ist das ein Kolonihavehus. Weil das Essen immer so reichhaltig ist, habe ich es in „Kalorihavehus“ (Kaloriengartenhaus) umgetauft. 😉

… This song describes, how they all used to „hygge“ in grandma’s allotment garden house (koloni-have-hus in Danish). Because the food is always so ample, I have renamed it into „Kalorihavehus“ (Calory garden house). 😉

Bei Festen wie Konfirmation, Geburtstagen, Hochzeit etc. werden zu bekannten Melodien eigene Texte geschrieben, die die gefeierte Person mehr oder weniger liebevoll auf den Arm nehmen. Diese Lieder können enorm viele Strophen enthalten, je nach Fantasie und Mitteilungsbedarf der schreibenden Person(en). Die Texte werden fein säuberlich getippt, oft mit Zeichnungen geschmückt, in die benötigte Anzahl kopiert, zu kleinen Röllchen mit Schleife geformt und an alle ausgeteilt.  Da steckt schon ziemlich viel Mühe und Liebe in den Vorbereitungen. Manche nehmen hinterher diese Texte als Memento mit nach Hause.

… For celebrations like confirmation, birthdays, weddings etc. people write their own texts to melodies that everybody knows, which are – more or less benevolently – taking the mickey out of the celebrated person. Those songs can contain an enormous number of verses, depending on the fantasy and the popularity craving of the author(s). The texts are being typed, often adorned with drawings, copied into the required number, made into rolls with a ribbon around and distributed to everybody. There is a lot of effort and love behind the preparations. Some people take the texts home as mementos.

Auch Tanz und Spielchen gehören dazu, wie z. B. das Stopp-und-Trink-Spiel: Die Musik spielt, während die ganze Gesellschaft möglichst alle in eine Richtung um den Tisch herumgeht. Wenn die Musik stoppt, bleiben alle stehen und trinken aus dem Glas, das da gerade steht, ob man den Inhalt nun mag oder nicht. Falls man in seinem Glas roten Fruchtsaft hatte und ein partygegerbter, rotweinerwartender Däne davon trinkt, kann man schon Reaktionen wie „Was zum Teufel ist das denn?“ (Hvad fa’n er det?), begleitet von einer angeekelten Miene, beobachten. 😀  😀

… Dancing and games are also parts of it, like for example the stop-and-drink-game: The music is playing, while everybody walks around the table, if possible in the same direction. When the music stops, they all stop walking and drink from the glass that is in front of them, if they like it or not. If you had dark red fruit juice in your glass, and a party loving, red wine expecting Dane drinks from it, you might get reactions like „What the hell is this?“ (Hvad fa’n er det?), accompanied by a disgusted face.  😀  😀

Dieses Konzept ist jedenfalls immer ein voller Erfolg. 🙂  Das sollte man als Touristenattraktion einführen, was meint ihr … 🙂

… In any case, this concept is always a raving success. 😉  We should make that a tourist attraction, what do you think … 🙂

Bælum Sønderskov … same in English, as it is Danish ;-)

Dieser Ausflug entstand mal wieder aus einer Eingebung: lass uns mal dem Schild mit „Skovpavillon“ (Waldpavillon) folgen. Das taten wir und kamen zum Bælum Sønderskov (Bælum ist ein Ort und sønderskov = Südwald).

… This little excursion was again a result of a spur of the moment: let us follow the sign to „Skovpavillon“ (forest pavillon).  That we did and came to Bælum Sønderskov (Bælum is a village and sønderskov = southern forest).

Ganz idyllisch im Wald liegt er, der Pavillon mit reichlich Parkplätzen, Küche und grosser Saal, wie wir durch die Fenster sehen konnten. Es sah fast so aus, als ob sich im ersten Stock Zimmer zum Übernachten befinden. Leider haben die keine eigene Webseite, alles läuft über den Bürgerverein. Ich werde also anrufen müssen um herauszufinden, zum einen, was es kostet und zum anderen, was dort vorhanden ist.

… The pavillon is situated in an idyllic place in the middle of a small forest, has lots of parking spaces, kitchen and a large hall, as we could see through the windows. It seemed to us that there might be dormitories on the first floor. The local citizen initiative administrates the house, who unfortunately does not have a website. I will have to call them to find out what it will cost to rent it and what facilities there are.

Oberes Foto, wie er heute aussieht, unteres Foto 1950-1955.

… First photo, what it looks like today, second photo 1950-1955.

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So ein Gebäude kann man ja für viele Dinge gebrauchen, wie zum Beispiel Musikabende mit Tanz, Filmabende, Bloggertreffen (!!!), Familienfeiern etc. etc.

… A house like that could be used for many occasions, for example musical evenings with dancing, film evenings, blogger meetings (!!!), family celebrations etc. etc.

Gleich daneben liegt der Kildesø (Quellensee), klein aber fein, sogar mit einer Insel und einer winzigen Brücke.

… Very close to it is the Kildesø (spring lake), small but fine, even with a little island and a tiny bridge.

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Und die Bänke nicht zu vergessen …            … and not to forget the benches …

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Der Pavillon von oben gesehen.    … The pavillon seen from above.

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Die Strasse durch den Wald ist nur ein Sandweg, aber trotzdem eine ganz normale Verbindungsstrasse, auf der man theoretisch 80 km/h fahren darf. (Es gibt hier noch viele solcher Wege.) Er scheint parallel zum Svanfolk-Hadsund Fahrradweg zu verlaufen (einer derjenigen, die auf einer niedergelegten Eisenbahnstrecke eingerichtet wurden), den man vom See aus sehen konnte (hinter dem Grünstreifen). Wenn man irgendwie aus beiden Wegen eine Rundtour mit dem Fahrrad machen könnte, wäre das toll. Das wird auf jeden Fall erforscht.

… The road through the forest is only a gravel road, but it is a completely normal country road connection, where in theory one is allowed to drive 50 m/h. (There are still a lot of this kind up here.) It seems to run parallel to the Svanfolk-Hadsund bicycle path (one of those constructed on an abandoned railway line), which we could see from the lake (on the other side of the green bit). If we could make this into a circle tour for the bicycles, that would be great. We will, of course, research it.

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Ansonsten ging man durch einen sehr ansprechenden Buchenwald. Es handelt sich hier um einen zivilisierten Spazierwald, keiner wie im Vildmose.

… Otherwise we walked through some really pretty beech forest, in this case a civilized forest for leisure walks, not like in Vildmose.

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O.k., nicht nur Buchen … 😉              … O.k., not only beeches … 😉

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Die Bäume rechts werden wohl die nächsten sein, die einem Sturm zum Opfer fallen …

… The trees to the right might be the next ones to fall victim to the next storm …

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Hier noch eine Übersichtskarte. Es gibt in dem Wald drei kleine Spaziertouren. Wenn man die zusammenlegt kommt man auf 9,5 Kilometer. 😉

… Here a map of the area. There are three short walks; put together they are 6 miles long. 😉

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In unserer Gegend gibt es so viele dieser kleinen Perlen. Es wird noch eine Weile dauern, bis wir sie alle gefunden haben … 😉

… In the area where we live are a lot of those small jewels. It will take some time until we have found them all … 😉

Ich wünsche euch allen noch einen schönen Tag.

… I wish you all a pleasant day.