Der letzte Malta-Beitrag … the last post about Malta

Ich habe euch noch etwas vorenthalten, und zwar Popeye-Village. Es handelt sich hier um die Filmkulisse zum Robert-Altman-Film von 1980. Man hat die Kulissen stehen gelassen, hat sie mit Farbe versehen und ist laufend am Instandsetzen, damit neugierige Touristen sich die herrlichen Gebäude anschauen können. Man kann die Häuser betreten; dort sind noch die meisten der damaligen Einrichtungsgegenstände. Ausserdem ist es möglich, mit einem kleinen Motorboot zu der Höhle zu fahren, wo einige Szenen gefilmt wurden. Die kleine Bucht, an der die Kulissen liegen heisst „anchor bay“. Wir sind ziemlich ausgeflippt mit dem Fotografieren. Ich werde also nachstehend einfach nur Bilder zeigen, ihr wisst ja jetzt, worum es geht.

… I have held something back from Malta, and that is Popeye-Village. This is the place where Robert Altman directed the movie „Popeye“ in 1980. The setting was left standing, the houses were painted and there are repair works going on continuously, so that interested tourists can have a look at the fine buildings. One can enter the houses; most of the furniture and knick-knack are still there. Furthermore, a little motorboat will take you to the cave, where some of the scenes were filmed. The bay on which the setting is situated is called „anchor bay“. I must admit that we flipped out a bit with taking photos there. Below I will just show the photos, as you know now what it is all about.

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Ich könnte mir gut vorstellen, dort eine Woche zu wohnen .,, 😉

… I could imagine to live there for a week or so … 😉

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Malta und Gozo … Malta and Gozo

Wir waren letztes Jahr (2017) zum ersten Mal auf Malta, im März. Es war zwar sonnig, aber nur mässig warm, da stürmisch. Dieses Jahr Ende Januar/Anfang Februar war es wärmer!

… We were on Malta for the first time last year (2017, post in German only, great photos though), in March. It was sunny then, but not really warm because of strong winds. This year end January/beginning of February it was warmer!

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Ich habe mir die Insel diesmal mit Langzeitwohnaugen angesehen. Ich mag natürlich das Wetter, die Leute und den hellgelben Sandstein, aus dem dort fast alles gebaut ist, die kunstvollen Balkons, entweder schmiedeeisern oder in Sandstein geschnitzt (oder sagt man da geschnitten?), die Pflanzen, die imponierenden Steilküsten, die kleinen Buchten mit Städten und Promenaden, die wunderschön bemalten Fischerboote, fast alle Leute sprechen Englisch … also eine ganze Menge.

… This time I looked at the islands with the eyes of a long-stay-planner. I like, of course, the weather, the people, the light yellow sandstone out of which nearly everything is built, the artistic balconies, either with cast iron railings or sandstone cut, the plants, the impressive cliffs, the small bays with cities and promenades, the beautifully painted fishing boats, nearly everybody speaks English … that is quite a bit.

Wer historisch oder archäologisch interessiert ist, findet dort sein Paradies. Es gibt unzählige Spuren von den Römern, aber auch megalithische Tempel, Türme, Forts, Kirchen, nein, Domkirchen und Kathedralen bitteschön … und Kreuze und Marienfiguren und Heiligenfiguren, und oft stehen sie einfach ganz für sich allein auf einem Hügel oder am Strand. Das kleine Gozo hat mehr als 6 riesige Kirchen und eine imponierende Zitadelle.

… Those who are interested in history or archaeology will find their paradise there. Numerous traces after the Romans can be found, but also megalithic temples, towers, fortresses, churches … no, please, domes and cathedrals … and crosses and figures of St. Mary and saints, and often they are standing alone somewhere on a hillside or at the beach. Little Gozo has more than 6 gigantic churches and an impressive citadel.

Malta ist eine seltsame Mischung, denn die Sprache besteht zu 90 % aus Arabisch, aber die Religion ist christlich, erz-katholisch. An kirchlichen Feiertagen leuchtet an jedem Balkon ein mit Lämpchen besetztes Kreuz.

… Malta is a strange mixture, as the language consists at 90% of Arabic, but the religion is Christian, arch-catholic. On religious holidays all balconies show off a cross lit up with small lamps.

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Auf der Negativseite steht das Müllproblem (überall liegt Abfall – mein Mann sagt, dass das die Touristen sind, aber wenn ein brachliegendes Grundstück als Müllhalde benutzt wird, sind das wohl nicht die Touristen), auch Hundedreck wird in den Städten durchaus nicht von allen Hundebesitzern entfernt, aber das machen in Dänemark auch nicht alle. Dann ist da das gechlorte Wasser, das gelb aus dem Hahn kommt. Ich kann verstehen, dass Malta ein Wasserproblem hat, aber für mich wäre es auf die Dauer nichts (wegen Allergien).

… On the negative side is the trash problem (there is trash everywhere – my husband says that it is the tourists, but if an unused ground is used as garbage dump, it is not the tourists, is it?), dog droppings are not always picked up in the cities either, but not everybody does that in Denmark either. Then there is the chlorinated water that comes out of the tap yellow. I understand that Malta has a water problem, but I could not take for a longer period (because of allergies).

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Soziale Realität                                            … social reality

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Die Verkehrssituation habe ich bereits beschrieben, aber da kann man ja die öffentlichen Verkehrsmittel wählen.

… I already wrote about the traffic situation, but there is a good public traffic solution.

Katzen laufen einem überall über den Weg und werden vielfach gefüttert, aber streunende Hunde habe ich nicht gesehen, nur zwei, aber die sahen gut gepflegt aus, so dass ich annehme, dass sie einfach nur mal kurz ausgebüxt und auf Entdeckungstour waren.

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… Everywhere are cats and they are often fed at special places, but I have not seen any stray dogs. Only two small dogs running free, but they looked well looked after, so that I assume that they just temporarily enjoyed a bit of freedom and went on a spree.

Auf der nachfolgenden Ausschnittskarte habe ich die sehr schön angelegten Promenaden an ein paar Buchten rot markiert, etwas zittrig, aber man kann sehen, dass da einige Kilometer bei herauskommen. Und überall stehen Bänke zum Pause machen. Diese Promenaden gibt es fast überall in den Küstenstädten, das ist ganz wunderbar.

… On the partial map below, I have marked some of the nice promenades along the bays, a bit shaky, but you can see that there are quite a few kilometres of them. There are numerous benches for breaks. Nearly all coastal places have these promenades, which is simply wonderful.

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Ich glaube aber, wenn wir noch einmal in diese Richtung reisen sollten, dann wohnen wir auf Gozo, der kleinen Nachbarinsel von Malta. Dort geht alles etwas weniger hektisch vonstatten. Die Strassen sind in besserem Zustand und breiter; es gibt tatsächlich ausreichend Hinweisschilder und sogar Ortsschilder, so dass man weiss, wo man gerade ist.

Und mit der Fähre sind es nur 25 Minuten nach Malta.

… But I think, if we travel in that direction again, we will stay on Gozo, the small neighbour island to Malta. Everything is a bit less hectic there. The streets are in better condition and larger; they have indeed an adequate number of signposts, even when you enter a city, so that you know where you actually are.

… And it takes only 25 minutes with the ferry to Malta.

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Im Hintergrund fahren gerade die beiden Fähren, die eine nach Gozo, die andere nach Malta, aneinander vorbei. Wir waren da gerade auf Gozo.

… In the background the two ferries are just passing each other, one on its way to Gozo, the other on its way to Malta. We were on Gozo at the time.

Weitere Freizeitaktivitäten auf den Inseln sind Wandern und Wassersport.

… Further possible activities on the islands are hiking and water sports.

 

 

 

Autofahren auf Malta … driving a car on Malta

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Falls ihr einmal nach Malta reisen wollt und dort ein Auto mietet, ist es vielleicht nützlich, sich seelisch auf die Verkehrsumstände oder sollte ich -zustände sagen, vorzubereiten.

… In case you plan to travel to Malta and to hire a care there, it might be useful to mentally prepare for the traffic situation, or should I say the state of the traffic?

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Auf der kleinen Insel sind ca. 300.000 Fahrzeuge zugelassen bei ca. 440.000 Einwohnern; die Strassen sind also immer gut befahren. Im Norden von Malta ist allerdings nicht so viel Verkehr wie in Valletta und St. Julien’s.

… On the small island are ca. 300.000 vehicles registered for ca. 440.000 inhabitants; so the streets are always busy. In the north of the island, however, is not as much traffic as in Valletta and St. Julien’s.

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Viele Strassen sind in einem elenden Zustand, was durchaus das Kartenlesen erschwert … aber das macht eigentlich nichts, denn oft steht auf den Hinweisschildern nicht das, was auf der Karte steht, und was auf den Hinweisschildern steht kann man auf der Karte nicht finden. Ein Navigationssystem ist also eine gute Idee!

… Many of the roads are in a deplorable state, which actually makes it harder to read the map … but actually, it does not matter so much, because often the places mentioned on the signs are not to be found on the map, and if you read a name on the map, you might not find any signs leading to that place. A GPS might be good to have. 

Ein weiteres kleines Beispiel für Schilderknappheit: wir wollten von einer kleinen Stadt namens Dingli aus zu einem Pilgerort fahren und fanden tatsächlich ein Hinweisschild, juhuuu! Dann kamen wir an eine Weggabelung aus gleich engen Strassen, so ganz ohne Schilder, wohin also nun? Wir wählten die Richtung, die uns der Karte nach am logischsten vorkam. Aber, haha, die Strasse machte eine scharfe Kurve und führte uns nach Dingli zurück. Das passierte uns schon öfter, also nicht nur in Dingli, sondern auch an anderen Orten.

… Another little example of miserly signposting: From a little town called Dingli we wanted to reach a place of pilgrimage, and we found a sign with its name on it, yeay! Then we came to a fork with two roads of the same size, no signs were to be seen, where to? We chose the direction that seemed most logical from the map. But, haha, the road made a steep bend and lead us back to Dingli. That happened often to us, not only at Dingli, but also elsewhere.

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Vor einem Kreisverkehr findet man kein Hinweisschild für die einzelnen Abfahrten, also muss man langsam fahren, damit man die Schilder an den Abfahrten lesen kann. Vielleicht ist das Absicht, um die Leute zum Langsamfahren zu bewegen … 😉 Speeding ist nämlich ein Problem auf Malta. Überall steht ”slow”, “slow down now” etc. auf Schildern am Strassenrand oder direkt auf die Strasse gemalt. Auch Kameraüberwachung findet sich vielerorts.

… Before you reach a roundabout, there isn’t any overview for the individual exits, where they lead to. That means that one has to drive slowly to be able to read the signs at the exits. Maybe this is done on purpose to make people slow down … 😉 Speeding is a problem on Malta. Everywhere it says „slow“, „slow down now“ etc. on signposts or directly painted onto the tarmac. In many places there are cameras as well.

Es scheint notwendig zu sein, denn die Malteser fahren ziemlich angesengelt und wissen nicht, wie breit ihre Autos sind, was auf den recht schmalen ländlicheren Strassen eine Herausforderung ist. (Nein, das sind nicht die Touristen, die fahren langsam und vorsichtig!) In den Städten versucht man, dem Herr zu werden, indem man mit Einbahnstrassen arbeitet, sonst wäre da nur Stau. In manchen Orten sind die Strassen so schmal, dass ich sicher bin, ein Rover käme nicht hindurch.

… It seems to be necessary, as the Malteses drive like hell and they don’t know how wide their cars are, which is a challenge  on the smaller country roads. (No, it’s not the tourists, they drive slowly and carefully!) In the cities they try to solve the problem with one way streets, otherwise there would be jams allover. In some small places the streets are so narrow that I am sure a Rover won’t be able to pass through.

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Ach, ja, das Wichtigste am Schluss: Man fährt dort links, wie in Grossbritannien … 😉

… oh, yes, the most important at the end: Malta has left-hand traffic, like in Great Britain. 😉 

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Wenn man sich die Aufregung nicht antun will, kann man mit dem Bus fahren. Das Bussystem ist ausserordentlich gut ausgebaut und funktioniert ausgezeichnet. Man kommt wirklich überall hin. Wenn wir nach Valletta fahren, nehmen wir den Bus, denn der Verkehr dort ist selbst dem gemütlichen Gentleman zu viel.

… If you wish to spare yourself the excitement, you could take the bus. The bus system is extremely well organised and working. You can get everywhere by bus. When we go to Valletta, we take the bus, because the traffic there is too much, even for the cosy Gentleman.

Noch eine letzte Bemerkung: Fahrradfahren würde ich nicht empfehlen, aber es gibt einige sehr interessante Kurvenstrecken für Motorradfahrer … 😉

… A last remark: I cannot recommend bicycle riding, but there are some very interesting winding stretches for motorbikers … 😉

P.S.: Die Fotos sind als Kontrast zum Text gedacht!
… P.S.: the photos are meant as a contrast to the text!

P.S. P.S.: Ein Schild an einem Laden gab mir zu denken: ”St. Mary’s butcher”…
… P.S. P.S.: A sign in a shop window made me wonder: „St. Mary’s butcher“ …

 

 

 

 

Die Katzen von Mellieha … Mellieha’s cats

Mellieha ist ein kleiner Ort im Norden von Malta (wo wir nämlich letzte Woche waren), nahe an der Fähre zur Nachbarinsel Gozo. Dort hat eine dänische Reisegesellschaft Land erworben und ein Apartment-Hotel gebaut, das hauptsächlich aus grosszügigen Reihenhäusern besteht, und zwar aus dem einheimischen, hellgelben Sandstein. Das Grundstück ist inzwischen so bewachsen, dass man die Häuser von weitem gar nicht richtig sehen kann.

… Mellieha is a small place in the north of Malta (where we actually were last week), near the ferry to the neighbouring island Gozo. A Danish travel agency bought land there and built an apartment hotel, consisting mainly of generous semi-detached houses. They used the local, light yellow sandstone for building. In the meantime the trees and shrubs have grown so much that the houses are hardly visible from far away.

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Mellieha feriecenter markiert

Nun hat es den Anschein, dass die Malteser gerne Katzen mögen, und diese fühlen sich natürlich auch von den netten, freigiebigen Touristen angezogen. Da man nicht will, dass die Tiere in die Häuser kommen, da vielleicht der nächste Gast eine Allergie hat (wie ich z. B.), hat man an verschiedenen Stellen auf dem Grundstück Katzenrestaurants eingerichtet, wo willige Menschen die Tiere füttern können. Das finde ich eine grossartige Idee! Ansonsten liegen die Katzen an den Wegen herum oder laufen einem maunzend hinterher, wenn sie läufig sind. Übrigens habe ich auch in der Stadt selber solche Katzenfütterungsstellen gesehen.

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… It seems like the Malteses like cats, and those are naturally attracted by the friendly,  generous tourists. As the management does not want the animals to enter the houses, because the next guest might be allergic (like me for example), they have established cat restaurants in various places on the grounds, where people can feed them. What a great idea! Otherwise the cats are idling along the paths or run after you meowing when they are in heat. By the way, also in the city I have seen such cat feeding places.

Aber es kommt noch besser: Etwas abseits von den Wohnhäusern hat man eine Katzenklinik eingerichtet, schlicht aber immerhin. Dort werden kranke und verletzte Katzen behandelt.

… But it gets better: A bit off the main track they have established a cat clinic, simple, but anyway. There they treat sick and wounded cats.

Ich war kurz dort, um zu sehen wie es geht mit der Katzenklinik. Da waren ca. 20 Katzen, 2 waren in einem Einzelkäfig und sahen apathisch aus, sie waren wohl kränker. Die anderen kamen maunzend ans Gitter oder lagen zu viert und zu fünft in ausgepolsterten Fruchtkisten und kuschelten sich aneinander.

… I went down to have a look at the clinic. There were about 20 cats, two in individual cages, looking somewhat apathatic; I guess they were sicker than the others. The others came meowing to the wire mesh or lay four or five together in padded fruit boxes, cuddling up to each other.

Sowas gibt es also auch!   …  You see, such things exist as well!

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Kristianopel

Heute möchte ich euch einmal aus der Dunkelheit, dem Matsch und all dem grässlichen, das tagtäglich passiert entführen, und zwar in den Sommer 2004, in einen kleinen Ort, der den grossartigen Namen Kristianopel trägt und sich in Schweden am schönen Kalmar-Fjord befindet.

Wir wohnten damals in der Nähe von Lund in Skåne und wollten nach Öland, denn von der Insel schwärmten die Schweden.

Wie das Leben so spielt, musste ich auf einmal dringend pieseln, und wir hatten keine Ahnung, wann das nächste WC auftauchen würde. Daher fuhren wir ab auf eine kleinere Landstrasse, die anscheinend in einen geeigneten Pieselwald führte. Dem war auch so. Wir wollten dann nach getaner Arbeit nicht wieder umkehren, sondern lieber etwas auf der kleinen Strasse weiterfahren.

Und dann bogen wir um die Ecke und waren auf einmal in Kristianopel. Die Bilder sprechen für sich, mehr heile Welt geht kaum!

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Und damit habt ihr so ziemlich sämtliche Häuser in Kristianopel gesehen. Es gibt dort nichts Modernes, Kaputtes oder Ungepflegtes. Neben dem eigentlichen Ort gibt es einen Camping-Platz, einen Yachthafen und eine Festung.

Ich bin froh, dass ich damals pieseln musste … 😉

Erinnerungen an den Harz

Die Harz-Berichte von der Klabauterfrau haben in mir alte Erinnerungen wachgerufen. Interessante und schöne Stunden, die ich dort verbrachte habe.

Ich war als kleines Mädchen mit meinen Eltern im Harz, als wir Freunde besuchten, die in Göttingen wohnten. An dem Tag passierten zwei merkwürdige Dinge. Zum Einen meinte ich auf einmal, mich an die Gegend zu erinnern. Ich konnte genau beschreiben, wie die Strasse verlaufen würde und wie das Haus hinter der Kurve aussah. Ich war aber nie vorher dort gewesen. Meine Eltern waren verblüfft und am rätseln ”vielleicht hat sie ein Bild gesehen …”. (Wo sollte ich wohl so ein Bild gesehen haben?)

Was wir den ganzen Tag gemacht haben und welche Orte wir besucht haben weiss ich dagegen überhaupt nicht mehr. Das war wohl kurz bevor ich in die Schule kam.

Jedenfalls fuhren wir gegen Abend verkehrt und landeten auf einer sehr engen Landstrasse des Genres einspurig. Es wurde immer dunkler und als ich nach rechts in den Graben guckte, lagen da Soldaten auf dem Bauch mit Gewehren im Anschlag. Die waren genauso verdutzt wie wir. Wir waren mitten in einem Manöver gelandet, hatten aber keine Hinweise darauf gesehen, dass wir uns auf Militärgelände befanden. Hatte ich einen Schiss! Und die Erwachsenen auch, das konnte man merken. Es ging aber gut aus, niemand schoss auf uns … 😉

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Die nächsten Harz-Erlebnisse kamen dann erst als ich 14 war. Eine Klassenkameradin und Freundin hatte einen Bruder, der Palaeontologie studierte und mit anderen Studenten eine Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Kalkhöhlen im Harz gegründet hatte. Mit der Gruppe sind wir so 4-5 Mal im Harz gewesen. ”Basecamp” war in einer Holzhütte in der Nähe von Wildemann, die mitten im Wald lag und einem Förster gehörte.

Die jungen Männer waren tagsüber in den Schächten unterwegs, da durften wir nicht mit hinein. Aber interessant war es trotzdem. In der Gruppe war ein älterer Herr (vielleicht um die 40, das kam uns damals ”älter” vor), der bei DESY (Deutsches Elektronen-Synchrotron, ein Forschungsinstitut) arbeitete und für die Telekommunikation zwischen dem jeweiligen Kletterer und dem Team oben sorgte. Er machte aus Spass bei der Gruppe mit. Wir oben schrieben auf, was der Höhlenerforscher von unten berichtete.

Manchmal gingen meine Freundin und ich auch allein auf Entdeckungsreise. Einmal kamen wir auf einem Spaziergang in die Dunkelheit hinein. Das war unangenehm, weil wir ein Stück auf der Landstrasse gehen mussten. Wir wollten schlau sein und zündeten die Karbidlampen an, die wir mitgenommen hatten (die wurden im Schacht benutzt), aber der Fahrtwind von den vorbeisausenden Autos löschte sie immer wieder. Wir waren froh, als wir an unserem Waldweg angekommen waren. Da war es allerdings bereits stockfinster. Auf halbem Wege hörten wir vor uns ein Schnaufen. Hilfe, ein grösseres Tier, wir konnten nichts sehen, aber auch gar nichts. ”Das riecht nach Wildschwein”, bemerkte ich klug, ”Scheisse!”. Meine Freundin und ich stellten uns hinter einen dicken Baum 😀  😀  und die Tiere stampften an uns vorüber. Sie kamen sehr dicht vorbei, so dass wir dann doch sehen konnten, dass es sich um die Kühe des Försters handelte. Der liess sie frei im Wald herumlaufen. Die rochen stark nach Wildschwein … 😉

Wir begegneten den Kühen dann auch noch einmal tagsüber; sie benutzten immer den Weg. Ich stellte mich auf die linke Seite, meine Freundin auf die rechte Seite, um sie vorbeizulassen, aber sie blieben stehen. Sie gingen erst weiter, als ich mich nach rechts zu meiner Freundin stellte. Die hatten noch richtig Instinkt die Viecher.

Und dann erwischte ich ein paar Katzen, wie sie mit den Krallen unsere Milchschläuche anpieksten, um Milch zu klauen. Erinnert ihr euch noch an diese schlappen Plastiksäcke mit Milch die zeitweise so modern waren? (Wahrscheinlich nicht, denn das war vor 48 Jahren …) Man musste dann extra einen Halter dafür kaufen, damit man überhaupt richtig damit giessen konnte.

Ausser in den Schächten rumzukrabbeln wurde dann auch gemeinschaftlich gekocht. Einmal fanden wir eine Menge Fliederbeeren (Holunderbeeren) und kochten abends Saft daraus. Das war vielleicht eine Schweinerei! Wir hatten einen grossen Topf und dann wurde ein Betttuch geopfert, damals war das noch ein Bettuch, oben zugeknotet, ein dicker Ast durchgesteckt und dann wurde der Ast mehr und mehr gedreht und langsam der Saft aus den Beeren gepresst. Zwei hielten den Saftbeutel fest, einer drehte am Ast, so weit wie möglich über dem Topf. Schmeckte aber gut … 😉

Die Studenten schliefen auf dem Heuboden und meine Freundin und ich schliefen eine auf dem Tisch und eine auf der Sitzbank. Es war ein wenig hart, aber wir waren ja jung.

Das waren herrliche Wochenenden!

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Danach vergingen viele Jahre, bevor ich den Harz wiedersehen sollte und auch nur für ein paar Tage. Das war im Juni 2011 mit unserer Goldwing und einem befreundeten Ehepaar auf einer Kawasaki glaube ich.

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Der Harz ist ein Motorradparadies. Aber manche Kurven nahm mein Mann selbst für meinen Geschmack etwas zu tief-fliegend … einmal schlug mein Stiefelabsatz Funken auf dem Aspfalt. ”Das kann gar nicht sein”, war die Reaktion. Meine Mutter nannte das immer ”mit einem Ohr im Sand”. (Mein Vater war auch Motorrad-Fan. Nach dem Krieg hat er sich aus zwei kaputten ein funktionierendes Motorrad zusammengebaut. Er war ein ziemlich begabter Laien-Mechaniker und hat auch immer unsere Autos selber repariert, bis sie dann zu elektronisch wurden.)

Es kann einem passieren, dass man auf einmal in einer Gruppe von 40 Motorrädern fährt, wenn man um die Ecke biegt. 😀  Wir wohnten in Bad Sachsa in dem schön gelegenen Hotel ”Waldfrieden”, von wo aus man einen wunderschönen Ausblick hatte.

Der örtliche Italiener hatte so gutes Essen, dass wir dort jeden Abend hingingen.

Und jetzt hat mich die Klabauterfrau dazu stimuliert dort noch einmal hinzufahren, aber dann lieber eine ganze Woche. Und sogar wieder mit Motorrad!  😉

Italien mit dem Motorrad, Teil 7 (Ende)

 

21.5.2012

Bei Sturm und Regen fuhren wir am nächsten Tag von Ponte Vettigano los und bei Sturm und Regen kamen wir in Auer an. Wir waren froh, dass wir unser Regenzeug mitgenommen hatten, so grosse einteilige Strampelanzüge, nicht schön, aber effektiv. Unsere Lederstiefel waren am Ende der Fahrt jedoch völlig durchgeweicht, und das Wasser schwappte ungehemmt in ihnen. Für meinen Mann muss es furchtbar gewesen sein, den ganzen Tag bei starkem Regen und Gegenwind zu fahren. Ich sass ja geschützter hinter seinem breiten Rücken. Eigentlich nass waren nur unsere Füsse und der Hals unter dem Helm, weil wir zu dusselig gewesen waren, die Kapuzen vom Regenzeug unter den Helm zu ziehen.

Ihr habt es sicher schon erraten, wir stiegen wieder im Markushof ab. Der war getestet und für gut befunden worden, und ausserdem konnten wir dort die Maschine in die Garage stellen. Das Hotel San Marco in Lucca hatte übrigens auch eine eigene Tiefgarage.

Wir fuhren eine andere Route nach Auer, und zwar über Mantova, dann sogar auf der Autobahn nach Verona, das Wetter war ja bescheiden und da war nichts mit Umgebung geniessen. Dann ging es weiter über Dolce, Ala, Rovereto, Caillano, Trento, Lavis und Salorno nach Auer. Ich habe an dem Tag keine Fotos gemacht …  😉

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Im Hotel legten wir uns erst einmal trocken und stopften massenweise Zeitungspapier in unsere Stiefel, das wir dann noch einige Male erneuerten. Ausser im Hotelrestaurant zu essen, fanden an dem Abend keine weiteren Aktivitäten statt.

 

22.5.2012

An unserem letzten Tag, an dem wir zurück nach München fuhren, war dann wieder wunderbares Sonnenwetter, und wir nahmen die Landstrasse durch das Brennertal, anstatt die Autobahn.

Von Auer ging es über Bozen, Chiusa, Bressanone, Varna, Fortezza, Mezzaselva (Mittenwald), Campo di Trens, Vipiteno nach Brenner.

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Pause in Chiusa (die Verbeugung ist kein Zeichen von Reverenz, sondern eine Streckübung):

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Weiterfahrt von Chiusa aus und Pause in der Nähe vom Brenner:

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An Hell kamen wir auch vorbei … 😉 … aber das war kein Ort, der liegt in Norwegen, es handelte sich um einen Landmaschinenhersteller. Danach kamen wir durch Colma (der Ort mit dem Einfamilienschloss) und Matrei nach Innsbruck mit seinem grossen Schloss, wo wir mitten in einem Industriegebiet einen tollen Bäcker/Konditor mit Cafe fanden.

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Wo hat man schon solch einen schönen Ausblick auf die Alpen von einem Cafe aus („Der Bäcker Ruetz“ hiess es)?

Von Innsbruck aus ging es weiter über Leutasch und Giessenbach, dann nach Deutschland hinein nach Mittenwald, den wunderschönen Walchensee mit seinem türkisfarbenen Wasser, Kochel am See, Geretsried, wo uns unser GPS über die abenteuerlichsten kleinen Wege führte, die eigentlich nur für Landwirtschaftsfahrzeuge gedacht waren, aber nun waren wir ja da und fuhren einfach weiter, durch das schöne Loisachtal und schliesslich nach München. Bayern ist wunderschön!

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In Kochel wären wir gerne etwas geblieben. Vielleicht kommen wir da mal wieder hin. Bayern hat ziemlich viele schöne Ecken zu bieten. Obwohl Tirol einen Trumpf hat gegenüber Bayern, die Haflinger-Pferde!

In München ging es dann zur Verladung. Das war problemlos und ging schnell vonstatten.

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Als ich unsere Kabine sah, die sich im Untergeschoss des Schlafwagens befand, musste ich erst einmal schlucken. Winzig war das richtige Wort. Um es dort aushalten zu können, musste erst einmal die Tür eine ganze Weile offenstehen, damit ich mich an die Enge gewöhnen konnte. Ich bin nicht generell klaustrophobisch, aber da war meine Grenze fast erreicht. Nach einiger Zeit ging es dann, und wir konnten die Tür schliessen. Die Toilette war auf dem Gang, nicht allzu weit weg, und die Betten waren ganz wunderbar, viel besser als in der Luxuskabine auf dem Herweg. Da wir Geld für die Kabine eingespart hatten, erlaubten wir uns den Luxus, das Bahnfrühstück für den nächsten Morgen zu bestellen.

 

23.5.2012

Der Zug kam so gegen 08.00 Uhr in Hamburg-Altona an. Dort fuhr man vom Zug aus mitten durch die Bahnhofshalle. Das fand ich etwas merkwürdig mit all den Leuten, die da rumliefen. Von Hamburg fuhren wir dann auf der Autobahn nach Puttgarden, setzten mit der Fähre über und fuhren nach Hause.

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Diese Reise betrachten sowohl mein Mann als auch ich als eine der besten, die wir bisher zusammen unternommen haben. Es ist auch etwas besonderes, mit dem Motorrad unterwegs zu sein. Man ist nicht so von der Umgebung abgekapselt wie im Auto. Ich habe das sehr genossen.

Und damit ist diese Reise zuende und hoffentlich wird es mit dem neuen Motorrad noch ein paar andere geben. Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende.