Richtigstellung

Die Idee mit den Konservendosen als Blumentöpfe war von Katja vom Homeiswheretheboysare Blog:  https://homeiswheretheboysare.com/2017/02/16/upcycling-uebertoepfe-aus-konservendosen/

Ich habe sie (die Idee) in meinem ersten Abbruchbeitrag der Familie Schlemmerbalkon „untergeschoben“.

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende!

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Goldilock und ich ziehen nach Wilhelmsburg

[Genau, zum Wochenende noch eine Goldilock-Geschichte, was zum Schmunzeln oder Kopfschütteln, wie man nun so geartet ist. Wenn ich manchmal zurückdenke, wo ich in meiner Naivität – obwohl ich selber mich natürlich für enorm welterfahren hielt – überall hineingeschlittert bin, kann ich nur froh sein, dass es immer glimpflich ausging.)

 

Wilhelmsburg grenzte 1979 direkt an den Hamburger Freihafen an. Ich meine, dass Goldilock und ich in der Ernastrasse wohnten, und zwar ganz am Ende, vor dem Zaun zum Freihafen. Da stand ein einsamer Wohnungsblock. Zwischen ihm und den anderen war eine grosse Lücke mit gar nichts. Goldilock fand das soooo romantisch. Ich habe nur schallend gelacht, als ich das Haus sah, aber ich hatte nichts dagegen, dort einzuziehen. Es war billig mit guter Bus- und Bahnverbindung in die Innenstadt. Ich hatte nämlich, genau wie Goldilock, die kleinkarierten Nachbarn von unserem Vorortkaff satt und wollte da weg. Wir hatten von unserem jungen Kollegen, der uns das Haus vermietete, erfahren, dass unsere ’Sache’ im Dorfrat diskutiert wurde. Da war für mich Schluss mit lustig.

Wilhelmsburg war damals auch unter dem Namen ’Klein Istanbul’ bekannt, denn 80% der Einwohner waren Türken. Vielleicht gab es 10% Deutsche und 10% andere Nationalitäten, z. B. Italiener, Portugiesen, Spanier und auch ein paar Afrikaner. Es war ein sehr altes, durch den Hafen geprägtes Viertel. Spannend eigentlich, mit Brücken und Wasser und sogar viel grün. Von unseren Zimmerfenstern aus konnten wir den Freihafen beobachten; das Küchenfenster lag zur Strasse hin und das letzte Zimmer hinten hatte direkten Blick auf das Einzelhaus der italienischen Grossfamilie. Da war immer etwas los, besonders am Wochenende. Wir benutzten das Zimmer hauptsächlich zum Bügeln und hatten dann gleichzeitig immer Unterhaltung. Am Wochenende fielen nämlich sämtliche Sippenmitglieder ein und veranstalteten ein grosses Hallo. Der Höhepunkt war das Wochenende, an welchem sie mit einer Ziege nach Hause kamen, die sie alle in Atem hielt, weil sie nicht dafür gesorgt hatten, dass die Umzäunung in Ordnung war. Man wird mich der Vorurteile beschuldigen, aber die Italiener waren bei weitem die lautesten Nachbarn. In unserer Strasse konnte man immer hören, wo Italiener wohnten.

Unsere Küche hatten wir so eingerichtet, dass Goldilock vom Stuhl aus den Kühlschrank bedienen konnte und ich die Besteckschublade und das Geschirr, ungemein praktisch. Von dort aus konnten wir alle Leute sehen, die die Strasse heraufkamen, z. B. den Postboten (mit dem Goldilock dann noch unbedingt eine Affäre anfangen musste) und wer das Haus verliess. In unserem Haus wohnten zwei türkische Familien und ansonsten, wenn man ehrlich ist, ziemlich fertige Typen, von denen einer den Hausmeisterposten innehatte. Wir können uns nicht beklagen, sie waren alle sehr nett zu uns, aber so ganz geheuer waren sie mir nicht immer alle.

Anscheinend hatten diejenigen, die vorher in unserer Wohnung gewohnt hatten, ein Bordell betrieben (ist das nicht ein Ding, das Bordell verfolgte uns). Als da nun wieder zwei Frauen einzogen, nahm man in der Nachbarschaft an, dass dem wieder so wäre. Eines Morgens hörte ich lautes Schimpfen im Treppenhaus. Goldilock, die gerade die Treppe fegte, wurde von einem nichtdeutschsprachigen Türken ’angesprochen’. Er machte eine unzweideutige Geste, die Goldilock später als ’obzön’ bezeichnete und sie schimpfte indigniert mit ihm unter anderem mit dem Ausspruch: ”Dies ist ein anständiges Haus!” Ich wäre fast die Treppe runtergefallen vor Lachen. Ein anständiges Haus voller kleiner Krimineller und Schwindler und Kindern, die die Nachbarn beklauten. Ich konnte mich gar nicht wieder einkriegen, was Goldilock dann noch mehr erboste. Sie hatte mehr Unterstützung von meiner Seite erwartet. Ich meinte nur zu ihr, dass sie doch mal die rosarote Brille abnehmen sollte, wenn sie die Strasse runterging

Goldilock hatte zu dem Zeitpunkt ihren Führerschein verloren. Wir hatten leider eines Nachts ’auf dem Zwutsch’, wie der Hamburger sagt, die Aufmerksamkeit von Polizisten auf uns gezogen, da wir uns nicht entscheiden konnten, wo wir hinwollten und daher dauernd die Fahrspur wechselten. Leider hatte Goldilock etwas Alkohol im Blut …

Zwischenzeitlich hatte sie sich um einen Job beworben, wo sie eigentlich einen Führerschein brauchte. Da hat sie ganz cool gesagt, sie hätte einen, obwohl der bei der Polizei lag. Sie sollte 6 Monate Schulung mitmachen und erst danach zu Kunden fahren und ging davon aus, dass sie nach dem halben Jahr ihren Führerschein wiederhaben würde. Bei sowas konnte sie wirklich eiskalt sein. Das wäre mir zu nervenaufreibend gewesen. Sie hatte keine Garantie dafür, dass sie den Schein zu dem Zeitpunkt wiederhaben würde. Aber, sie hatte! Glück muss der Mensch haben. Ich hätte mich von dem Gedanken zurückhalten lassen, wie peinlich es doch wäre, wenn die Sache aufflöge. Solcherlei Überlegungen hatte sie gar nicht. Für sie war das ein Glücksspiel, mal gewinnt man, mal verliert man. Das gab ihr natürlich ein wesentlich freieres Auftreten. Sie war eine ziemlich gute Vertreterin. Ich meine, sie hätte den Leuten im ewigen Eis Kühlschränke verkaufen können. Oder einem Wüstenscheich Sand. 

Von Wilhelmsburg aus plante Goldilock dann ihre diversen Projekte, um schnell und mit wenig Anstrengung viel Geld zu verdienen. Leider traf sie dann auch noch einen verkrachten, kleinkriminellen Steuerhinterzieher auf Bewährung, der mit Zuhältern Geschäfte machte und sie darin bestärkte, dass nur Idioten Steuern bezahlen. (Hm, und wohin hat ihn das gebracht?) Die grosse Frage war, wer denn der wirkliche Idiot war, denn der gute Mann hatte die Zuhälter betrogen und sich ausserdem nicht bei der Polizei gemeldet, wie er hätte sollen. Jetzt wurde er sowohl von der Polizei als auch von den Zuhältern gesucht. Da war er im Grunde in Wilhelmsburg ganz richtig gelandet und so zog er bei uns ein. Aber jetzt hingen wir plötzlich mit drin. Davon war ich nicht so begeistert. Da er ’Geschäfte’ machen wollte, konnten wir unser Telefon nicht mehr frei benutzen. Aber einmal hing ich fast eine Stunde lang am Telefon. Darüber war er so wütend, dass er sich bei der armen Goldilock lautstark über mich beschwerte. Ich wüsste doch … und ich wäre doch nicht dumm, ich hätte schliesslich Abitur. Das fand ich wieder urkomisch. Ich hätte den undankbaren Typen rausgeworfen, wenn ich Goldilock gewesen wäre. Nun musste der arme Mann doch tatsächlich aus dem Haus gehen und von einem öffentlichen Telefon anrufen! (Letztendlich hinterliess er eine unbezahlte Telefonrechnung von mehr als 500 DM.

Durch meine Schusseligkeit (trotz Abitur) endete sein Aufenthalt bei uns. Das Telefon ging so gegen 1 Uhr morgens, ich hatte schon geschlafen und nahm ab, noch nicht ganz wach. Ein Mann erzählte irgendetwas von einem Paket, dass er für den Steuerhinterzieher abliefern wollte, aber die Adresse brauchte. Wenn ich nicht so schlaftrunken gewesen wäre, hätte ich sicher Lunte gerochen, aber ich gab ihm unsere Adresse. Goldilock und Steuerhinterzieher waren zwischenzeitlich aus ihrem Zimmer gekommen und wollten wissen, was denn los sei. Ich erzählte. Steuerhinterzieher wurde leichenblass, ”Wie konntest du nur so blöd sein!” Blitzschnell, aber nicht ohne noch viel Gezeter, zog er sich an und verschwand in die Nacht. Nicht sehr viel später klopfte es an unsere Tür. Ohne zu öffnen fragte ich: ”Wer ist da?” Da stand ein Mann draussen vor der Tür, der sagte, wir sollten den Chef anrufen. ”Welchen Chef?” fragte ich. Er nannte einen Namen und irgendwas mit einer Mühle, aber ich wusste nicht wovon er redete. Wir sollten den Chef anrufen oder er würde die Tür eintreten. Inzwischen war Goldilock gekommen und sie wusste, wen wir anrufen sollten. Das war der Oberzuhälter. Der sprach dann mit ihr und versprach ihr, wenn man jemals den Steuerhinterzieher bei uns finden würde, dann würden sie unsere Wohnung kurz und klein schlagen. Das machte mich wütend und ich sagte zu Goldilock: ”Jetzt legst du auf und ich rufe die Polizei an. Jetzt reicht es mir!” Ich wurde dann auch etwas lauter, so dass der ’Chef’ mich hören konnte. Als er mich mit der Polizei drohen hörte, war er überzeugt, dass der Steuerhinterzieher nicht bei uns war, denn der wurde schliesslich von der Polizei gesucht. Er konnte ja nicht wissen, dass mir zu dem Zeitpunkt ziemlich gleichgültig war, was mit dem Steuerhinterzieher passierte. Goldilock sprach dann noch etwas mit ihm und dann war anscheinend auf einmal alles in Ordnung. Der Mann hinter der Tür verschwand. Goldilock meinte dann zu mir, dass die Leute völlig harmlos wären. Völlig harmlos? Man hatte gerade damit gedroht, unsere Tür einzutreten und unsere Wohnung zu verwüsten

Ich gab dann noch einen kleinen Extraauftritt mit ”der Mann kommt hier nicht mehr über die Schwelle” und Ähnlichem. Goldilock fragte dann, was sie machen sollte, wenn er seine Sachen holen käme. ”Bring sie ihm raus. Lass ihn nicht in die Wohnung!” meinte ich. Im Gegensatz zu ihr war mir klar, das man mit den ach so harmlosen Leuten nicht spassen sollte. Es dauerte dann noch eine Weile bis er kam. In der Zwischenzeit ging Goldilock die Sachen durch, die er bei uns im Keller deponiert hatte, denn sie wollte schliesslich ihre 500 DM wiederhaben (ich hatte mich geweigert, das mitzubezahlen) und wollte sehen, ob man vielleicht etwas fand, was man verkaufen könnte. Und sie fand! Eine ganze Ladung Pornofilme, die sie dann verscherbelte.

Letztendlich liess sie ihn dann doch in die Wohnung … Leider war ich nicht da, als er kam. Er machte wohl ein ziemliches Theater, besonders wegen der Pornofilme. Das hätte ich gerne miterlebt und ihm meine Meinung gesagt. Das war das Wilhelmsburg-Kapitel. All das brachte Goldilock jedoch nicht von ihren Plänen ab, schnell und ohne Anstrengung viel Geld zu verdienen, doch das ist ein anderes Kapitel.

 

Intuition – Ganz bestimmt das Ende jetzt, Version 2

Hier kommt jetzt das Ende, so wie ich es mir gedacht hatte … allerdings mit einem selbst für mich unerwarteten „Twist“.

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Es dauerte sehr lange, bis die Wanderer es Astra verziehen hatten, dass sie Holger nicht heiraten wollte. Aber in dieser einen Angelegenheit blieb sie fest. Ansonsten gab sie sich die grösste Mühe, zu dem Gelingen des Projektes beizutragen. Trotzdem hatte sie immer das Gefühl, dass sie beobachtet wurde. Wann würden sie ihr endlich vertrauen?

Nun, sie konnte nicht mehr tun als sich voll und ganz für die Siedler einzusetzen. Sie dankten es ihr und kamen immer öfter zu ihr, wenn sie einen Rat brauchten. Auch das bemerkten die Wanderer natürlich.

Eines Abends als Astra sich mit den Wanderern treffen sollte, sass sie allein im Konferenzzimmer. Die Tür zum benachbarten Computerraum war nur angelehnt. War das jetzt eine Probe, die sie bestehen sollte? Wollten sie sie in Versuchung führen, auf die Computer zu schauen? Diese Probe würde sie nie bestehen, denn dazu war sie viel zu neugierig! Ihr einziges Problem war, ob es im Konferenzzimmer Kameras gab, die jemand überwachte …

Sie versuchte standhaft zu bleiben, aber ihr Blick heftete sich immer öfter auf die angelehnte Tür. Ich schleiche mich hin und spähe hinein. Wenn jemand dort ist, schleiche ich mich ebenso leise zurück. Gedacht, getan, sie schlich hin. Niemand war im Computerraum. Aber dort waren bestimmt Kameras. Sie würden sie sofort entdecken und dann konnte sie wieder von vorne anfangen mit dem Vertrauen gewinnen. Wenn ihr nicht Schlimmeres passierte. Man konnte sowas immer als Unfall tarnen. Warum war sie nur so wissbegierig? Sie fand, dass das Wort besser klang als „neugierig“ und auch die Tatsachen besser wiedergab.

Sie ging hinein. Alle Wände des Raumes waren mit Bildschirmen in verschiedenen Grössen bedeckt. Szenen aus aller Welt liefen dort ab. Europa, Asien, Afrika … wie konnte das sein? Überall waren Menschen zu sehen, Autos fuhren, was war das hier, ein Museum? Astra schaute auf das Datum auf einem der Bildschirme; es war das heutige Datum. Ihr wurde schwindelig. Hatte sie Recht gehabt und die ganze Geschichte war von vorne bis hinten erstunken und erlogen? Aber warum? Warum?

Sie fühlte eine Bewegung hinter sich und im nächsten Moment einen Stich im Hals. ‚Die Wanderer und ihre blöden Spritzen‘, dachte sie, kurz bevor sie umsank.

Als Astra aufwachte, befand sie sich wieder in dem Zimmer, in dem sie am Anfang ihrer Zeit auf Stewart Island so viele Tage verbracht hatte. Sie seufzte, in banger Ahnung, was da wohl kommen mochte.

Erst am nächsten Tag kamen Holger und ihr Grossvater zu ihr. Sie sahen Ernst aus. „Astra, deine Lage ist prekär, trotz deiner Beliebtheit bei dem neuen Volk“. ‚Selbst jetzt musste er noch die Lüge aufrechterhalten‘, dachte Astra. „Wir können dich nur schützen, wenn du jetzt Holger heiratest. Du hast zu viel gesehen.“

„Warum erklärt ihr mir nicht erst einmal, was ich da eigentlich gesehen habe? Waren das vielleicht alles Zombies auf den Bildschirmen?“

„Das Witzeln wird dir schon noch vergehen!“ brach es aus Holger hervor. „Und dich soll ich heiraten?“ fragte Astra, „hast du vor mich zu prügeln?“ Über Holgers Gesicht breitete sich ein tiefes Rot.

Ihr Grossvater mischte sich ein. „Wir haben Stewart Island von Mammon zur Verfügung gestellt bekommen als Wohnplatz für alle, die uns folgen wollten. Dafür hat man uns am Leben gelassen. Die Siedler wissen nichts davon, für sie ist das Projekt Realität. Und man sollte ihnen diese glückliche Illusion lassen. Mammon war zu stark für uns, er hatte zu viele Anhänger. Wir hatten nicht die geringste Chance. Deshalb gingen wir auf diese Absprache ein.“

„Und was passiert, wenn das ’neue Volk‘ wächst? Wo sollen die dann hinwandern?“ Astras Ton war spöttisch. „Das neue Volk wird nicht wachsen. Das gehört zur Absprache. Wir werden aussterben, aber zumindest brauchen wir dann nicht ständig unter der Angst zu leben verfolgt und getötet zu werden.“

„Wie könnt ihr jemandem wie Mammon vertrauen?“ „Liebe Enkeltochter, von Vertrauen kann keine Rede sein. Wir haben das Schlafgift überall auf der Welt verteilt, und wenn uns hier etwas geschehen sollte, wird es automatisch freigesetzt. Mammons Diener sind natürlich dabei, die Depots zu finden. Es wird ihnen nie gelingen!“ Wenn es sich nicht um ihren Grossvater gehandelt hätte, hätte sie gesagt er gluckste fröhlich vor sich hin. Es hörte sich ganz so an.

Astra war im Zwiespalt. Auf der einen Seite war sie erleichtert, dass kein weltweiter Volksmord geschehen war. Auf der anderen Seite war sie erbost, dass man sie so hinters Licht geführt hatte. Letztendlich siegte die Erleichterung. „Weisst du was, Grossvater, ich spiele mit bis zum Ende, auch wenn ich über all eure Lügen enttäuscht bin, aber Holger heirate ich nicht, egal was mit mir passiert. Habt ihr mich mit Absicht in Versuchung geführt mit der angelehnten Tür, damit ich vor lauter Angst doch noch Holger heirate? Eigentlich seid ihr ziemlich bemitleidenswert!“ Sie begann schallend zu lachen und nach einiger Zeit fiel ihr Grossvater mit seinem Bass ein, während Holger beleidigt das Zimmer verliess.

Die Wanderer, die die ältesten der Siedler waren, starben als erste. Doch unter Astra hatte sich eine neue Gruppe gebildet, die das Leben auf der Insel überwachte. Holger hatte zum Schluss eingesehen, dass man niemanden dazu zwingen sollte eine Ehe einzugehen und half tatkräftig mit.

Als schliesslich Astras Grossvater auf seinem Sterbebett lag flüsterte er ihr ins Ohr: „Das Schlafgift existiert überhaupt nicht, aber verrate es niemandem, nicht einmal Holger!“ Alle, die draussen vor der Tür standen, wunderten sich, dass aus dem Sterbezimmer schallendes Gelächter zu hören war.

„Grossvater, eines musst du mir noch verraten, wer ist dieser uralte Mann mit dem faltigen Gesicht und der Zipfelmütze?“ – „Keine Ahnung“, erwiderte er, „irgend so ein Wichtigtuer, der sich überall einmischen muss!“

„Puff“ machte es und der uralte Mann stand am Fussende des Bettes, hochrot im Gesicht vor Zorn. „Darüber werden wir noch reden, wenn du ankommst, du überheblicher alter Esel!“

Astra krümmte sich vor Lachen, der Ausdruck auf dem Gesicht ihres Grossvaters war zu köstlich. Bevor sie etwas fragen konnte, war der Alte natürlich längst wieder verschwunden. „Das kann ja heiter werden“, brummte ihr Grossvater, „ich glaube ich bleibe noch ein bisschen hier!“ Und so geschah es.

Ende, aus und Schluss … 😉

 

 

Unverhofft kommt oft …

… in diesem Fall in Form einer wunderschönen Portion Pfifferlinge in Saaaahne!

Ich war heute kurz mit meiner hundeerfahrenen Freundin im Wald mit ebendiesen, und wir kamen in einen Nadelwald mit sonnenbeschienenem Waldweg und da waren sie, goldfarben, frisch und glänzend, die Pfifferlinge. Das war unerwartet und ich hatte nur mein Halstuch dabei, in das ich eine grosse Portion der köstlichen Pilze gesammelt habe.

Ich war mir nicht ganz sicher, ob mein Mann die essen würde, weil er immer so skeptisch bei selbst gesammelten Pilzen ist. Aber bei Pfifferlingen scheint er nichts dagegen zu haben. „Die sind so gebräuchlich in dänischen Wäldern“, bekam ich Bescheid. „Warum habe ich dann noch nie welche gesehen?“ fragte ich ihn. „Na, die werden doch gesammelt!“ Ganz logisch oder?  😉  😀

In dem Wald wo wir heute waren, werden die eben nicht gesammelt, denn dort gibt es keinen Paaaarkplatz und deshalb kommt da niemand hin. Gut für uns.

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Ich habe noch nie so frische, saubere Pfifferlinge gehabt. Hier kommen die meistens aus Serbien, Polen oder Russland. Nicht, dass das was Schlechtes ist, aber die trocknen beim Transport doch ganz schön ein.

Ich habe sie in Butter mit ganz wenig gehackter Zwiebel angebraten und dann in einem halben Liter Sahne gegart. Die Sahne habe ich auf ein Drittel einkochen lassen, mit etwas Salz und weissem Pfeffer gewürzt und dann noch zwei Esslöffel geraspelten Cheddar mit hineingegeben. Schmeckt sowohl zu Reis als auch zu Kartoffeln oder Nudeln.

Vorsicht Kalorien! Also im Stehen essen, dann zählen die nicht!  😉

 

Sind sie nicht hübsch, die beiden Mädel?

Italien mit dem Motorrad, Teil 1

Der Film ”Tea with Mussolini” gab uns die Idee, in die Toskana zu reisen, genauer gesagt, uns San Gimignano anzusehen. Von der Idee zur Tat vergingen allerdings noch mehrere Jahre. Wir gehören zu den Leuten, die z. B. öfter mal planen nach Amsterdam zu reisen, um dann in Berlin, Oslo oder Paris zu landen. Amsterdam sahen wir dann, als wir woanders hin wollten.

Doch nun zur Toskana. Es war im Jahre 2012, wir hatten Urlaub im Mai genommen, weil wir nicht die grossen Hitzefans sind (haha). Wir hatten damals eine GoldWing 1200 Aspencade, mit der wir uns auf den Weg machten.

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13.5.2012

Erst einmal ging es von Rødvig aus (via Gedser-Rostock-Fähre, Lauenburg und Lüneburger Heide) nach Bad Münder am Deister, Freunde besuchen. Dann nahmen wir den Autozug von Hildesheim nach München. Der Zug fährt am späten Nachmittag von Hamburg-Altona los und ist dann morgens gegen 07.00 Uhr in München. In Hildesheim werden dann Wagen angekoppelt. Zur Verladung, die ein Abenteuer für sich war, mussten wir früh antanzen und hatten dann noch einige Stunden Zeit, uns in Hildesheim zu amüsieren. Ohne Transportmittel wurde da nicht viel draus, und um den Bahnhof herum waren die Gehsteige hochgeklappt. Getränke gab es nur aus dem Automaten. Ausserdem war es kalt. Ich war froh über meine dicke Jacke. Und nicht nur die Jacke war damals dick …

Wir hatten uns eine Schlafkabine nur für uns genommen, sogar mit einem kleinen Bad. Das erwies sich als Fehler, denn die Betten waren furchtbar und in den Kurven rutschte man hin und her oder rauf und runter, wie man das sehen will. Also man schlief quer in der Kabine, nicht längs.

14.5.2012

Als wir morgens in München ankamen, waren da 4 Grad Celsius MINUS. Wir hatten uns anscheinend das Jahr mit dem kältesten Mai seit langem ausgesucht. Aber die Temperatur stieg rasch an und wurde angenehmer. Unser Weg führte uns auf der Brenner Autobahn, die ja für eine Autobahn sehr schön angelegt ist, zumindest wenn man sich auf ihr befindet, nach Österreich hinein.

Rastplatzimpressionen:

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Wir sahen einige wunderschöne kleine Orte auf dem Weg, u. a. einen mit einer kleinen Einfamilienburg (Colma), und beschlossen, auf dem Rückweg die Landstrasse zu nehmen, um uns die kleinen Orte etwas näher anzusehen.

Colma:
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Chiusa:

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Die folgenden Fotos habe ich vom Motorrad aus während der Fahrt gemacht.

 

Unsere erste Übernachtungsstelle war Auer oder Ora. Wir befanden uns in Tirol, wo alles zweisprachig beschildert ist, deutsch und italienisch. Wir waren im Markushof untergebracht. Den können wir empfehlen! Nette Leute, schöne Zimmer, gutes Essen, was will man mehr, und nicht teuer. Zu dem Hotel gehörte übrigens auch ein Campingplatz.

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Uns gefielen der Ort und die Umgebung so gut, dass wir beschlossen, einen Tag länger z bleiben. Schliesslich hatten wir keinen festen Zeitplan.

(Fortsetzung folgt)

Zum Wochenende Blumen …

… als keinen Abschiedsgruss an die Sonne!  (??)  Hoffentlich noch nicht, aber wir brauchen den Regen. Die Waldhimbeeren sind so winzig, dass es sich gar nicht lohnt, sie zu pflücken.

Hier einige Eindrücke, „vom Garten“ kann ich ja nicht mehr sagen, der ist ja aufgelöst.

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Mein Südfenster, der Philodendron ist förmlich am Explodieren …

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Meine Cherrytomaten sind ein Kapitel für sich. Ich habe vom Gewächshaus das Plastik entfernt, weil die Pflanzen ausbrechen wollten. Im ersten Moment sahen die Spitzen recht kläglich aus, aber sie haben sich schnell wieder erholt. Sie stehen natürlich viel zu dicht, aber Blüten haben sie genug und Früchte auch. Sieht fast aus als ob sie angreifen wollen.  😉

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Als ich sie ausgesäht hatte, hatte ich ja den Eindruck, dass die Samen zwei verschiedene Sorten ergeben haben. Das bestätigt sich jetzt an den Früchten:

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Hellgrün und einfarbig. Diese werden sich wohl demnächst rot färben.

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Zweifarbig grün, etwas dunkel geflammt an der Stengelseite.

Ich schätze der August wird tomatenreich werden. Wir freuen uns schon darauf. Ich kann die Pflanzen nämlich nicht mitnehmen, einen Umzug überleben sie nicht. Aber vielleicht versuche ich es doch, hmmm , ich bin doch unverbesserlich …

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Wochenende!

Intuition – Ganz bestimmt das Ende jetzt

… oder eines der Enden, denn ich bin in einem Dilemma. Ich habe neulich meinem Mann die Geschichte in einem Stück vorgelesen, und ihm drängte sich ein ganz anderes Ende auf, noch viel zynischer als meine eigene Idee, aber das ist vielleicht Ansichtssache. Ich bin jetzt zu dem Entschluss gekommen, euch beide vorzustellen.

 

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Es dauerte sehr lange, bis die Wanderer es Astra verziehen hatten, dass sie Holger nicht heiraten wollte. Aber in dieser einen Angelegenheit blieb sie fest. Ansonsten gab sie sich die grösste Mühe, zu dem Gelingen des Projektes beizutragen. Trotzdem hatte sie immer das Gefühl, dass sie beobachtet wurde. Wann würden sie ihr endlich vertrauen?

Manchmal sollte man vorsichtig sein mit dem, was man sich wünscht. Eines Abends wurde sie zu einer Besprechung mit den Wanderern eingeladen oder war es eher geladen? Als sie in den Besprechungsraum trat, standen die Wanderer mit feierlicher Miene im Halbkreis. Astra bemerkte, dass alle eine Gasmaske in der Hand hielten. Was sollte denn das nun wieder?

Ihr Grossvater sprach sie an: „Astra, fünf Jahre sind ins Land gegangen und endlich, endlich hast du uns überzeugt, dass wir dir volles Vertrauen schenken können, dass du die dir zugedachte Rolle übernehmen wirst. Ohne eine zentrale Figur wie dir ist so ein Projekt nicht durchzuführen. Wir waren nicht ganz ehrlich zu dir.“ [Aha, hier kommt es, dachte Astra.] „Das Projekt Exitus ist noch gar nicht vom Stapel gelaufen. Wir haben die Einwohner von Oban bezahlt, damit sie woanders hinziehen und ansonsten sieht die Welt noch aus wie vor fünf Jahren. Aber alles ist bereit, ich brauche nur auf diesen Knopf zu drücken, und das Schlafgift wird über die Welt verteilt. Deshalb müssen wir jetzt die Gasmasken anlegen. Alle auf der Insel sind informiert.“ Er hielt ihr eine Gasmaske hin, die sie automatisch entgegennahm. Wie bitte? Wenn sie sich geweigert hätte mitzuspielen, hätte sie die Menschheit retten können? Was für ein wahnsinniges Gehirn hatte sich das ausgedacht?

Astra wollte schreien, brachte aber keinen Ton hervor. Mit offenem Mund starrte sie entsetzt ihren Grossvater an. Er wirkte auf einmal besorgt. „Wir hätten es doch heimlich machen sollen, ohne ihr Wissen“, murmelte er, „sie ist nicht genügend vorbereitet.“

Er gab ein Handzeichen und jemand trat von hinten an Astra heran. Genau wie damals wurde sie betäubt und dann legte man ihr die Gasmaske an. Ihr letzter Gedanke war ‚Wenn es dich gibt, Gott, dann bitte ich dich: lass mich nie wieder aufwachen!‘

ENDE 1