Tierbeobachtungen … Observing animals

Dies ist der dritte und vorerst letzte Teil dieser Reihe, denn ich habe im Moment nicht so richtig Gelegenheit, Tiere aus allernächster Nähe zu beobachten. Vielleicht kommen im Laufe des Winters Geschichten vom Futterplatz hinzu, denn das ist das reine Gangstermilieu … 😉

… This is the third and for the time being last part of the series. At the moment I don’t have the opportunity to observe animals from close by. Maybe there will be stories from the bird feeders during the winter months. They can be real gangsters … 😉

Die folgenden Geschichten habe ich alle in Schweden observiert, wo wir ca. vier Jahre lang auf dem Altenteil eines Bauernhofs wohnten. (Von der Zeit könnte ich eigentlich auch mal berichten … daher stammt jedenfalls mein Beitrag über Kristianopel).

… The following events I have all observed in Sweden, where we lived for about four years on the „Altenteil“ of a farm (cottage of estate reserved for use by parents). (I might tell stories from that time at a point … in any case my post about Kristianopel (German only) is from that time).

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Teil 3

Schweden:

In Schweden war gar nichts vorhanden im Sinne von Garten, ausser ein paar Rosen an der einen Hauswand. Alles was ihr oben auf dem Foto seht, haben wir angelegt, einschliesslich Zaun.

… In Sweden there was nothing in place that could be called a garden, except for a few roses at one of the walls. Everything that you see on the photo above, has been created by us, including the fence.

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Ich ging also amok und legte Beete an, aber davon ein anderes Mal. Unter anderem gruben wir einen kleinen Teich, der sehr schnell zum Treffpunkt aller möglicher Vögel wurde. Wir hatten einen dicken Zweig in Wasser gehängt, damit sie besser trinken konnten. Beim Trinken wurde eine richtige Hackordnung eingehalten. Den Amseln machten alle Platz, und merwürdigerweise wichen die Spatzen vor den Kohlmeisen. Das ist hier in der neuen Wohnung anders herum. Das hängt vielleicht davon ab, von welcher Sorte es mehr gibt an einem bestimmt Standort.

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… So I went amok and made flower bed, but about that another time. Among other things we dug out a little pond, which quickly developed into a meeting place for all kinds of birds. We had put a large branch into the water, so that it was easier for them to drink. They overheld a strict pecking order, and all of them yielded to the blackbirds. Strangely enough, the sparrows yielded to the great tits. That is the other way around in the new place. Maybe it depends on the number of each species living at a location.

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Wir hatten den Teich direkt am Wintergarten angelegt, so dass wir die Vögel aus 2 m Entfernung beobachten konnten. Eines Tages fand dort ein Familienausflug statt, eine Nebelkrähe mit zwei Jungen. Das eine sass auf einem Zaunpfahl und schaute zu, wie sein Geschwisterchen versuchte zu trinken. Es stellte sich sehr tolpatschig an und fiel mehrere Male fast ins Wasser. Und dann wollte der Dödel durch den Zaun zurück auf die Obstwiese. Die Maschen waren theoretisch gross genug, und das Junge muss auch auf diese Weise in den Garten gekommen sein, denn fliegen konnte es nicht. Nun schlug das Dusseltier aber mit den Flügeln, und mit ausgebreiteten Flügeln kam es natürlich nicht mehr durch den Zaun.

… We had dug the pond directly at the winter garden, so that we could watch the birds from about 6 feet distance. One day we saw a family outing, a hooded crow with two young ones. One of them sat on a fence post and watched its sibling trying to drink. It was very clumsy and nearly fell into the water several times. And then the little putz wanted to get back to the fruit garden through the fence. In theory, the mesh net was such that it could have passed through – it must have come into the garden that way, because it wasn’t able to fly. However, the little nitwit was flapping its wings, so that it didn’t fit through.

Ich schaute einen kurzen Moment zu, konnte es dann aber nicht mehr mit ansehen und ging hinaus um zu helfen. Das Muttertier sass auf dem Rasen und schrie mich an, das anscheinend schon fliegen könnende Geschwisterchen blieb auf dem Zaunpfahl sitzen und schaute interessiert zu. Ich fasste den kleinen Dummerjan beherzt an, legte die Flügelchen zusammen und schubste ihn durch den Zaun. Die besorgte Mutter flog gleich hinterher. Ich fürchte, dass die kleine Krähe nicht lange überlebt hat.

… I watched for a short moment, but couldn’t help myself and went out to help. The mother was sitting on the grass screaming at me, while the second young one remained on its fence post and watched what was happening. I gripped hold of the little dunce, forced its wings down to its body and pushed it through the fence. The worried mother flew after it immediately. I don’t think the little crow survived for long.

Denn am eigentlichen Bauernhof, in den riesigen Kastanien, nistete ein Paar schwarzer Milane. Die fliegen zu sehen war ein grossartiges Schauspiel. Aber sie fingen natürlich manchmal die kleinen Vögel und das retardierte Krähenkind war ein leichtes Opfer.

… Because, at the farmhouse itself, in the huge chestnut trees, a pair of black kites was nesting. It was a fabulous sight to see them fly. But from time to time they cought one of the small birds, and the retarded crow baby was an easy victim.

Manchmal wurden die Milane von Saatkrähen regelrecht angegriffen. Sie passten auf, dass sie dem Raubvogel nicht allzu nahe kamen, aber es war immer gefährlich. Ich fand das ziemlich mutig von den Krähen.

… Sometimes the kites were actually attacked by crows, the black ones. They took care not to get too close to the rovers, but it was always dangerous. I found that quite courageous of the crows.

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FOTO: Pixabay, shutterstock – schwarzer Milan/black kite

Einmal fand ich einen der Milane auf dem Dach unseres Futterhäuschens für die Singvögel sitzend. Wenn sie die Flügel eingeklappt haben, sehen sie gar nicht so imponierend aus. Ich fand das ein bisschen frech, sich einfach da hinzupflanzen und aufs „Frühstück“ zu warten, so jagte ich ihn weg.

… One morning I found one of the kites sitting on the roof of our bird feeder. When they sit with their wings folded in, they are not so impressive. I thought it was a bit cheeky of him to plant himself there and wait for „breakfast“, so I chased him away.

An einem anderen Tag hörte ich grossen Spektakel auf der Obstwiese. Sämtliche kleineren Vögel, einschliesslich der Elstern (!) hatten sich zusammengerottet und schimpften einen Milan aus, der sich ein Amseljunges geschnappt hatte. Da könnten Menschen sich ein Beispiel dran nehmen; bei den Menschen rotten sich die Halbgrossen mit den ganz Grossen zusammen und hacken auf die Kleinen los! Oder sie wenden den Rücken zu und lassen die Grossen auf die Kleinen hacken.

… Another day I heard a lot of noise from the orchard. All small birds, including the magpies (!) had ganged up on a kite that had taken a young blackbird. Humans should take that as an example, as in the case of humans, the half big ones gang up with the really big ones and hack on the small ones. Or they turn their back and let the big people hack on the small people.

Eine andere, rührende Szene war ein Amselvater mit seinem Jungen, das schon am Boden herumlief. Ich nehme an, dass es sich hier um einen unerfahrenen Vater handelte, denn er versuchte, seinem Kind eine ganze unreife Kirsche in den Schnabel zu stopfen, mit Kern und allem. Die Frucht war aber zu gross und fiel wieder aus dem Babyschnabel. Vater gab nicht auf und stopfte eine ganze Zeit lang, aber ohne Erfolg. Armes Kleines, ich hoffe, dass es doch noch geeignetes Futter bekam. 

… Another, somehow touching scene was a blackbird father with his young one, which was already running around on the ground. I presume that this was a case of an inexperienced parent, as he tried to cram a whole unripe cherry with stone and all into his child’s beak. The fruit was too big and fell out again. Papa was very persistent and continued for a long time with the cramming attempts, but to no avail. Poor little one, I hope that at a point it did get something appropriate to eat.

Dort in Schweden sah ich zum ersten Mal einen Bergfinken. (In Kruså hatten wir im ersten Jahr auch einen, der mit einer Gruppe Buchfinken zusammen war. Im darauffolgenden Winter hatten wir dann eine grosse Gruppe Bergfinken.) Ich wusste natürlich nicht, dass es so einer war. Ich konnte sehen, dass es ein Finkenvogel war und googelte danach. Ein schöner Vogel!

… In Sweden I saw for the time a brambling. (In Kruså we had one in the first year that was together with a group of chaffinches. In the following winter we had a larger group of bramblings.) I didn’t know that it was a brambling. I could see that it was a kind of finch and researched with google. Such a pretty bird!

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FOTO: Vogelwarte.ch – Bergfink/brambling

Die letzte Beobachtung stammt von einem Herbsttag, an welchem ich aus dem Fenster schaute und sah, wie der kurz geschnittene Rasen sich wellenförmig bewegte, wie fliessendes Wasser. Als ich näher hinschaute sah ich eine Unmenge von Grünfinken, die farblich total mit dem Gras abgestimmt waren und darin herumpickten und -hüpften. Ich nehme an, dass sie auf dem Weg nach Süden waren und bei uns Zwischenstation machten. Die lokalen Vögel waren empört und schimpften die Eindringlinge aus.
Ich werde den Anblick dieser Myriaden von Grünfinken jedenfalls nicht so schnell vergessen!

… The last observation is from an autumn day, on which I looked out of the window and saw the short cut grass moving in waves, like water. When I looked closer, I saw a vast number of greenfinches that were completely in colour with the grass and pecked and hopped around. The local birds were angry and scolded the invaders.
I will not forget the sight of these myriads of greenfinches.

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FOTO: Pixabay, shutterstock Grünfink/greenfinch

Und hier noch ein Foto von einem sehr seltenen Besucher am Futterplatz, jedenfalls bei uns, einem oder besser drei Distelfinken. Bisher habe ich nur zweimal und nur ganz kurz einen einzelnen gesehen, daher fand ich diesen dreifachen Besuch aufregend … 😉

… And here a photo of a very rare visitor at our feeding place, or better three of them: goldfinches. Until now I have twice seen a single one and that only for a few seconds, therefore I was quite excited about this threefold visit … 😉

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Das gezoomte Bild ist nicht ganz scharf, aber man kann doch die schöne Zeichnung und die Farben erkennen.

… The zoomed photo is not very sharp, but you can still see the beautiful markings and the colours.

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Drückt mir mal die Daumen für eine Elchbegegnung aus nächster Nähe, dann kommt hier eine Sensationsmeldung … 😉 … wenn ich es überlebe … 😀

… Cross fingers for me for a close encounter with a moose, then you will get a scoop here … 😉 … if I survive … 😀

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