Nigeria trifft Indien trifft Europa … Nigeria meets India meets Europe

Es geht natürlich wieder einmal ums Essen … 😉 … Und Vegetarier müssen wirklich einfallsreich sein in Dänemark. Wir haben bisher Qorn-Produkte in unserer Diät gehabt, nicht oft, von wegen stark verarbeitet, aber doch ab und zu. Jetzt führt unser Supermarkt die nicht mehr. Wir leben in einem Dorf, da ist nichts mit Reformhaus, ausserdem ist das hier zu teuer.

… This is about food again, of course … 😉 … And vegetarians really have to be resourceful in Denmark. Until now we have used Qorn products in our diet, not often, because it is heavily processed food, but now and then. Now our supermarket stopped selling it. We live in a small village, no health foods shops, and those are too expensive anyway.

Da nun aber die weissen Bohnen mit dem schwarzen Auge auch nicht überall zu haben sind, habe ich jetzt mit Kichererbsen experimentiert. Ich mache also MeiMei (MoiMoi) (Nigeria) aus Kichererbsen (Indien), die auch den Vorteil haben, dass sie nur eine Nacht im Wasser stehen müssen. Das Ganze würze ich dann wie ich normalerweise die Seitan-Würstchen würze; das ist dann der europäische Teil. Diese Würstchen habe ich mit in Deutschland gekauftem Seitanmehl hergestellt, weil die Herstellung von Seitan viel Kraft, Zeit und Wasser verbraucht. Aber das Seitanmehl wird mir auf die Dauer auch zu teuer.

… As the white beans with the black eyes aren’t available everywhere either, I have experimented with chickpeas. So I prepare my MeiMei (MoiMoi) (Nigeria) from chickpeas (India), which also have the advantage that they only need to soak one night. For the cakes I use the spices and other ingredients that I usually use for seitan-sausages; that would be the European part. I used to make the sausages from seitan flour bought in Germany, because the production of seitan takes a lot of arm power, time and water. But the seitan flour is also getting too expensive in the long run.

Das Ergebnis ist sehr lecker und von der Konsistenz her dem Bohnen-MeiMei sehr ähnlich. Ich werde es daher demnächst in meinen griechischen Rezepten ausprobieren. Als Scheiben gebraten haben wir es schon gegessen. In Scheiben geschnitten ist es auch sehr gut für Vegetar-Burger geeignet.

… The result is quite edible and the consistence is much like the MeiMei made from beans. Therefore, I will try it in my Greek recipes . We have tried them sliced and fried. The slices are also very suitable for vegetarian burgers.

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Kichererbsen sind auch sehr gute Eiweissquellen. Wenn man einen Teil der Kichererbsen mit gerösteten Nüssen erstattet (fällt mir gerade ein und wird nächstes Mal ausprobiert), würde das den Geschmack auch nicht gerade verderben … 😉

… Chickpeas are a very good protein source as well. If one replaces part of the chickpeas with roasted nuts (just got the idea, will try next time) it wouldn’t completely spoil the taste either … 😉

Und hier die Zutaten:           (English ingredients further down)

200 g (Trockengewicht) Kichererbsen, über Nacht in kalt Wasser eingeweicht
20 g Hefeflocken
1 Teelöffel (TP) Knoblauchpulver oder 3 frische Zehen
4 TL Paprikapulver
1/2 TL Pfeffer (weiss, Schwarz, rot, nach Belieben, ich liebe weissen Pfeffer)
3 TL Salz
2 Prisen Zucker
2 TL Zwiebelpulver oder eine kleine frische Zwiebel
6 Esslöffel (EL) Öl
1 TL Senf
4 EL Sojasauce
350 ml Wasser

(Das Rezept ab Hefeflocken bis Wasser stammt von schmidtka89 bei Chefkoch.de, die Mengen sind für 300 g Seitanmehl berechnet.)

Ich nehme zusätzlich:
1 TL Rosmarin kleingehackt, frisch oder getrocknet, geht beides
1 TL Thymian – dto.-
1/2 TL Muskatpulver
1/2 TL Kardamompulver

Alle Zutaten werden im Mixer zu einer gleichmässigen Paste verarbeitet. Wenn sie zu dick sein sollte, dann gibt man noch etwas Öl und Wasser hinzu. Je dicker der Teig, desto fester die Kuchen. Wenn sie abkühlen, werden sie dann auch noch einmal fester.

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Dann kocht man den Teig entweder ca. 45 Minuten in eingefetteten, hitzefesten Bechern im Wasserbad oder mach viereckige Tüten aus Alufolie (siehe unten) füllt sie zu ca. 3/4 mit Teig, schliesst sie oben und kocht sie in Wasser. Da man auf diese Weise mehr Teig auf einmal kocht, würde ich auf jeden Fall eine Stunde Kochzeit ansetzen. Das kochende Wasser soll nicht in die Becher/Tüten eindringen. Und dann kann man sie entweder frisch gekocht als Beilage benutzen oder kalt essen oder einen Teil einfrieren oder erkaltete in Scheiben schneiden und die braten oder … (als kleine Würfel im Salat beigeben) … etc. etc.

Aluminium-Tüten:

Man nehme ein rechteckiges Stück Alu-Folie und falte es einmal zusammen. Man hat jetzt eine geschlossene (lange) und drei offene Seiten:

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Dann falte man die lange Seite zweimal schmalkantig um:

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Danach wird die eine kurze Seite gefaltet. Zum Stabilisieren kann man die beiden Ecken noch einmal hochfalten:

 

Jetzt kann man den Teig einfüllen, aber nicht mehr als 2/3 der Tüte (siehe die roten Punkte auf dem letzten Foto), denn zum Einen muss man oben auch noch zumachen, zum Anderen dehnt sich der Teig aus.

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Zum Schluss faltet man oben auch noch zweimal schmalkantig um und klappt die Ecken einmal nach unten.

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Die fertigen Tüten werden senkrecht, mit der letzten Schliessstelle nach oben, in einen Topf gestellt und in Wasser ca. eine Stunde gekocht. Nach dem Aufkochen runterschalten, so dass das Wasser nur so gerade eben kocht.

Aluminium-Tüten ENDE:

E N G L I S H                      E N G L I S H                        E N G L I S H

… Ingredients:
200 g (dry weight) chickpeas, soaked over night in cold water
20 g yeast flakes
1 Teaspoon (TSp) garlic powder or 3 fresh cloves of garlic
4 TSp paprika powder
1/2 TSp pepper (white, black, red, as you like, I love white pepper)
3 TSp salt
2 Pinches of sugar
2 TSp onion powder or one small fresh onion
6 Table spoon (TaSp) oil
1 TSp mustard
4 TaSp soy sauce
350 ml water (11.8 ounces)

(The recipe from yeast flakes till water originates from schmidtka89 at Chefkoch.de; the quantities are calculated for 300 g (10 ounces) seitan flour.)

In addition I take:
1 TSp rosmary, cut in small pieces, fresh or dried, both is suitable
1 TSp thyme, same as above
1/2 TSp  nutmeg powder
1/2 TSp cardamom powder

All ingredients are mixed in a blender into a homogeneous paste. If it is too thick, add some oil and water. The thicker the paste, the firmer the cakes get. When they are allowed to cool, they get firmer again.

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Then you heat the paste for about 45 minutes in greased, heat-resistant mugs in bain marie, or you fold small bags from alu foil (see below), fill them about 3/4 with paste, close the top and cook them in water. As you cook more paste this way than in the mugs, I would calculate at least one hour. The water should not get into the bags/mugs. And then you can eat them either fresh from the pot or let it cool or freeze part of it or cut the cold cakes in slices and fry them or … (add in small pieces to salat) … etc. etc.

Aluminium foil bags:

Take a rectangular piece of aluminium foil and fold it together once. You have now three open sides an one closed (long) side:

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Then fold the other long side twice over in narrow folds:

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After that you fold one of the short side over twice. You can fold the edges up to stabilise the bag:

 

Now you can fill in the dough, but not more than 2/3 of the bag (see red dots on the last photo). On the one hand you will have to close the top as well, and on the other hand the dough expands while being cooked.

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Finally you close the top like the other sides and fold the edges down once.

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The ready bags are placed vertically, with the side you closed last up, into a pot and boiled in water for about one hour. When the water starts boiling, reduce the heat, so that it just keeps boiling.

Aluminium foil bags THE END.

Obwohl die Version mit Kichererbsen  seht gut schmeckt, sind die MeiMei aus den Schwarzenaugenbohnen meine Favoriten. Dieses Rezept mag im ersten Moment komplizert erscheinen, ist es aber nicht wirklich. Ausserdem kann man eine grössere Menge zubereiten und sie in kleineren Portionen einfrieren, dann braucht man sie nicht so oft zu machen.

… Although the chickpea version tastes very nice, the MeiMei made of the black eyed beans are still my favourites. This recipe might sound complicated, but it is not really so. And you can make a large portion and keep it in smaller portions in the freezer, so that you don’t have to make them so often.

 

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Nigeria trifft Griechenland … Nigeria meets Greece

Wir sind ja Liebhaber u. a. der griechischen Küche. Nach langer Zeit einmal wieder hatte ich MeiMei gemacht, ein Gericht aus Biafra (Nigeria). Ähnliches gibt es übrigens auch in Ägypten, wird dort aber als Armeleuteessen angesehen, schade … ich machte also welche und muss sagen, sie waren dieses Mal besonders schmackhaft (in aller Bescheidenheit, natürlich 😉 ).

… We are, as you know, fans of the Greek kitchen. There had gone some time that I had made MeiMei, a dish from Biafra (Nigeria). Something similar exists also in Egypt, by the way, but is looked at as poor people’s food, a pity … so I made some, and I have to say that they were especially well tasting this time (with due modesty, of course 😉 ).

Das war der nigerianische Teil. Ich wollte das nordgriechische Gericht „Riganato“ anstatt mit Fleisch, mit Stücken von MeiMei ausprobieren. Das Ergebnis war sehr essbar!

… That was the Nigerian part. I wanted to prepare the northern Greek dish „Riganato“ with pieces of MeiMei instead of meet. The result was very edible indeed!

(Das Rezept stammt vom Blog „Marias Kosmos“ bei blogger.de)IMG_8740

Man kann das Gericht in kleinen Portionsformen im Ofen oder auch einfach schnell in der Bratpfanne zubereiten. Dazu gab es eine kleine Portion Risotto mit Zwiebeln.

… You can prepare the dish either in small portions in the oven or quicker in the frying pan. We had risotto with it with a bit of onion. If you search for „riganato recipe“ on the internet, a lot of choices appear in English.

Rezept aus Afrika …MeiMei oder MoiMoi

… aus Nigeria genauer gesagt. Es handelt sich um eine Art Bohnenkuchen (salzig), der im Wasserbad zubereitet wird.

Doch erst einmal werden die Bohnen, in diesem Fall Schwarzeaugenbohnen, zwei Nächte in kaltem Wasser eingeweicht. Morgens und abends sollte man sie einmal im Sieb durchspülen, damit sie nicht anfangen zu gären. Für zwei Personen setze ich 200 g Bohnen zum Einweichen an. Die schwellen sehr an, also denkt daran eine ausreichend grosse Schüssel zu nehmen. Die Bohnen sollten gut mit Wasser bedeckt sein.

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Diese Bohnen sind angeblich die mit dem höchsten Gehalt an Pflanzeneiweiss. Ich mag auch den Geschmack sehr gerne. Der Sinn des Einweichens ist es, die Aussenhäute so weich zu bekommen, dass man sie abreiben kann.

Das hier ist wohl die wirksamste Methode. Man nimmt eine Handvoll Bohnen zwischen beide Hände und reibt sie bei gleichzeitigem Druck gegeneinander.

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Ich habe dann noch alles in ein höheres Gefäss umgefüllt, denn zwischendurch soll man immer mal mit Wasser auffüllen und die losen Häute abgiessen. In einem höheren Gefäss schwimmen die Häute weiter oben und beim Abgiessen rutschen nicht so viele Bohnen mit durch.

Meine nigerianische Freundin, von der ich dieses Rezept habe, bestand darauf, dass man 100% alle Häute entfernen müsste, sonst würde es nicht schmecken. Aber ich bin da nicht so genau.

Das muss reichen!

Jetzt kommt der Mixer zum Einsatz. Ausser den Bohnen fügt man etwas Wasser hinzu, gerne auch Gemüsebrühe, einen guten Schwupps Planzenöl und Pfeffer oder Chili oder was immer einem einfällt. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt (Knoblauch, Zwiebeln, Kräuter …). Der Teig soll relativ flüssig sein, ähnlich wie Pfannkuchenteig. Wenn er nach dem Mixen noch zu dick ist fügt man einfach etwas mehr Wasser hinzu.

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Das Originalrezept wird mit Palmöl gemacht. Das konnte ich aber nie bekommen und habe daher immer Olivenöl oder Sonnenblumenöl genommen, was ich gerade hatte. Aber neulich sah ich in einem Asienladen Palmöl und kaufte es, daher dieses Mal mit Palmöl. Das gibt so eine schöne Farbe. Die habe ich schon einmal mit Safran versucht nachzuahmen, aber Safran passt geschmacklich so gar nicht dazu.

Der Teig wird in gefettete Formen gefüllt und im Wasserbad mit Deckel drauf gekocht. Ich nehme hierzu alte Becher, von denen entweder der Henkel abgebrochen ist oder die anderweitig nicht mehr zu gebrauchen sind. Meine afrikanische Freundin stellt Tüten aus Aluminiumfolie her, in die sie den Teig füllte und kochte diese Tüten dann in einem Topf. Das mit dem Aluminium finde ich aber unangenehm.

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Ich habe dann doch nur drei Becher genommen, weil der Teig nicht reichte. Ich hätte ihn etwas dünner machen sollen. Man füllt nur so viel Wasser in den Topf, so dass es beim Kochen nicht in die Becher schwappt.

Jetzt gibt es zwei Varianten, gefüllte und ungefüllte MeiMei. Wir machen normalerweise ungefüllte, weil wir sie als Beilage essen, also anstatt Fleisch. Meine Freundin tat manchmal ein ganzes gekochtes Ei hinein oder ein Stück Fisch. Man kann sicher auch Paprikastreifen hineindrücken, fällt mir gerade ein, das werde ich nächstes Mal ausprobieren. Ich habe so einen Kuchen auch schon mal zur Arbeit für die Mittagspause mitgenommen, sie schmecken nämlich auch kalt.

Mal kurz überprüfen ob die „Kuchen“ sich heben:

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Ja, sieht gut aus. Mehr als 3/4 sollte man die Becher nicht füllen, sonst fliesst der Teig über den Rand.

Ich habe meine drei 45 Minuten im Wasserbad kochen lassen. Da wir sie nicht gleich gegessen haben, habe ich sie in den Bechern gelassen und in einer Plastiktüte in den Kühlschrank gestellt. Sie lassen sich auch einfrieren.

Man kann MeiMei entweder frisch aus dem Topf als Beilage essen, dann ist es locker und luftig; oder kalt als Snack, dann ist es etwas fester; oder in Scheiben geschnitten und gebraten. Letzteres mag mein Mann am liebsten. Das sieht dann so aus (mit einem kleinen Stück roten Cheddar oben drauf.

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Wir haben Pilzrisotto dazu gegessen. Das geht einfach und schnell und schmeckt fantastisch.