Südtirol: Vergiftete Empfehlung

 

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Südtirol: Vergiftete Empfehlung

Die EU hat im Januar beschlossen, Chlorpyrifos-methyl zu verbieten, weil das Insektizid die Gehirnentwicklung von Kindern beeinträchtigen kann.

Der Südtiroler Beratungsring empfiehlt dennoch, das Mittel vor Ablauf der Verkaufsfrist noch einmal einzukaufen und im Obstbau anzuwenden.

In einem offenen Brief forderten wir deshalb, die Empfehlung zurückzunehmen und brachten das Thema damit in viele Südtiroler Medien.

Zum offenen Brief

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Mein Senf dazu:

Was geht in den Köpfen von den Leuten vor, die solche Empfehlungen abgeben? Damit entlarven sie sich doch 100% als Marionetten der Hersteller. Warum würden sie eine solche Empfehlung abgeben, wenn sie nicht finanziell davon profitierten?

Ich habe mir mal diese Liste der aktuell im Handel erhältlichen Gifte angesehen, da wird einem schlecht.

Aber typisch ist so ein Verhalten. Hier in Dänemark haben auch viele Leute vor dem Verbot Roundup gehamstert, denn was man zur Zeit des Inkrafttretens im Schuppen hatte, durfte man noch benutzen.

Der Mensch ist ein sehr seltsames Wesen … und angeblich sind wir doch vernunftbegabt …

 

Vor Betriebsbeginn bereits eine Ruine … Atomkraftwerk Mochovce (Slovakei)

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Alarmierende Neuigkeiten erreichten uns letzte Woche von der Baustelle des slowakischen Atomkraftwerks (AKW) Mochovce 3: Während eines Tests ist offenbar einer der sechs Notstrom-Dieselgeneratoren explodiert. Ein über den Whistleblower Mario Zadra und Global 2000 an die Öffentlichkeit gekommenes Video geht seit einigen Tagen quer durch die österreichischen Medien.

Das Video zeigt, wie eine orangene Stichflamme seitlich aus dem Generator schießt, es folgen Funken, Rauch steigt auf, die Maschine stoppt schlagartig. Würden Notstromgeneratoren in einem echten Notfall versagen, könnte der heiße Reaktorkern nicht mehr gekühlt werden – im AKW Fukushima hat unter anderem dies zur Katastrophe geführt. Laut Global 2000 sieht der Betreiber dennoch keinen Grund, an den übrigen Generatoren eine Generalüberholung durchzuführen – ein weiterer von vielen Hinweisen für die mangelnde Sicherheitskultur an der Pannenbaustelle des AKW.

Bei einem schweren Unfall in Mochovce wären wir auch in Deutschland nicht sicher. Mehr als 48.000 Menschen fordern deshalb bereits von Umweltministerin Schulze: Setzten Sie sich bei der slowakischen Regierung dafür ein, dass die Atomruine nicht ans Netz geht!

Vielen Dank, dass auch Sie unterschrieben haben! Helfen Sie mit, dass möglichst viele Menschen davon erfahren und teilen Sie die Aktion in Ihrem Bekanntenkreis.

PS: Machen Sie sich selbst ein Bild: Das Video finden Sie in unserer aktuellen Meldung.

„Bienen und Bauern retten“: Vandana Shiva wird Schirmherrin (as an exception with English translation)

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Die Europäische Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“ bekommt prominente Unterstützung: Die Trägerin des alternativen Nobelpreises Vandana Shiva übernahm letzte Woche offiziell die Schirmherrschaft. Mit der Initiative fordern wir ein schrittweises EU-weites Verbot chemisch-synthetischer Pestizide, Maßnahmen für die Erholung der Artenvielfalt und eine EU-Agrarpolitik, die Bäuerinnen und Bauern unterstützt, nachhaltig zu wirtschaften.

Während ihrer Vortragstournee durch Bayern erklärte die indische Wissenschaftlerin und Saatgutaktivistin öffentlich ihre Unterstützung für die Kampagne: „Wenn wir die Bienen und Insekten nicht retten, sind auch die LandwirtInnen verloren. Aber wir kämpfen mit der Initiative auch für unsere nächste Generation. Mit größter Freude werde ich als Patin einen aktiven Beitrag leisten, dass die Europäische Bürgerinitiative der Weckruf an die PolitikerInnen in Europa wird, nun endlich konsequent und mutig zu sein.“

Schließen auch Sie sich Vandana Shiva an und unterschreiben Sie jetzt gleich die Europäische Bürgerinitiative. Schon fast 160.000 Menschen haben teilgenommen. Wenn wir es schaffen, bis Ende September 2020 europaweit eine Million Stimmen zu sammeln, ist die EU-Kommission rechtlich verpflichtet, sich unseren Forderungen zu stellen. Helfen Sie uns dabei, Bienen und Bauern zu retten?

JETZT MITMACHEN

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(Foto: Umweltinstitut München, Antonia Messerschmitt)

ENGLISH

„Save the bees and the farmers“: Vandana Shiva becomes protectress of this citizens‘ initiative.

The European citizens‘ initiative „Save bees and farmers“ gets prominent support: The winner of the alternative Nobel Prize Vandana Shiva officially took over the patronage last week. With the initiative, we are calling for a gradual EU-wide ban on chemical-synthetic pesticides, measures for the recovery of biodiversity and an EU agricultural policy that supports farmers in sustainable farming.

During her lecture tour through Bavaria, the Indian scientist and seed activist publicly declared her support for the campaign: “If we don’t save the bees and insects, the farmers will also be lost. But we are also fighting for our next generation with the initiative. With great pleasure I, as a godmother, will make an active contribution to making the European Citizens‘ Initiative a wake-up call to politicians in Europe to finally be consistent and courageous. “

Join Vandana Shiva and sign the European Citizens‘ Initiative now. Almost 160,000 people have participated. If we can collect a million votes across Europe by the end of September 2020, the EU Commission is legally obliged to deal with our demands. Can you help us save bees and farmers?

PARTICIPATE NOW

Bund und Länder enttäuschen mal wieder …

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Schwacher Fahrplan für den Kohleausstieg Schwacher Fahrplan für den Kohleausstieg

 

In der vergangenen Woche haben sich Bund und Länder auf einen Fahrplan für den Kohleausstieg geeinigt. Mit ihrem Ausstiegspfad bleiben sie jedoch weit hinter den bereits schwachen Empfehlungen der Kohlekommission zurück. Im schlechtesten Fall soll 2035 noch fast die Hälfte der besonders klimaschädlichen Braunkohlekraftwerke am Netz sein!

Damit nicht genug: Nach dem Willen der Bundesregierung geht 2020 ein neues Kohlekraftwerk ans Netz und im Rheinland sollen sechs weitere Dörfer der Kohle geopfert werden. Konzerne sollen selbst für unrentable, aber effiziente Kraftwerke massiv entschädigt werden, während die Stilllegung der größten Emissionsschleudern auf die lange Bank geschoben wird. Wie die Bundesregierung so die drohende Klimakatastrophe verhindern will, bleibt ihr Geheimnis.

Der vorgelegte Stilllegungspfad wird den gesellschaftlichen Konflikt um die Kohle nicht befrieden. Die Bundesregierung kann sich auf weitere Proteste einstellen. Auch wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass Kohlekraftwerke schneller abgeschaltet und Solar- und Windenergie ausgebaut werden.

Lesen Sie mehr in unserer aktuellen Meldung.

 

Garchinger Reaktor wieder angefahren

Der Garchinger Forschungsreaktor ist Mitte Januar nach zehn Monaten Zwangspause wieder angefahren. Im Brennstoff wird dabei erneut atomwaffenfähiges Uran eingesetzt. Eigentlich müsste der Reaktor abgeschaltet werden, denn laut unseres Rechtsgutachtens ist der Betrieb mit über 50 Prozent hoch angereichertem Uran seit 2010 illegal. Als klageberechtigter Verband hat der BUND Naturschutz deswegen einen Antrag auf Untersagung des Betriebs gestellt.

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Großdemo für die Agrarwende

Rund 27.000 Menschen protestierten am vergangenen Samstag bei der „Wir haben es satt“-Demo in Berlin gegen Massentierhaltung und Artensterben und für den Ausbau der Biolandwirtschaft. Mit dabei war auch Luis Frey (19), der gerade ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Umweltinstitut absolviert. Lesen Sie hier, mit welchen Eindrücken er von der Demo zurückgekommen ist.

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Atomkraft, Buschfeuer und Agrarwende

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Umweltministerium will Atom-Exporte an grenznahe Alt-AKW stoppen

 

Grenznahe Altreaktoren sollen in Zukunft keine Brennelemente aus deutschen Atomfabriken mehr erhalten. Das Bundesumweltministerium plant hierzu eine entsprechende Änderung des Atomgesetzes. Es schließt sich damit einer Forderung an, für die sich das Umweltinstitut zusammen mit Anti-Atominitiativen seit Langem stark macht.

Atomreaktoren, die weniger als 150 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt stehen und über 30 Jahre alt sind, sollen künftig nicht mehr beliefert werden. Das mit der Atomkraft „verbundene Restrisiko“ soll so minimiert werden. Betroffen wären marode Reaktoren wie die in Tihange, Doel oder Cattenom. In der jüngeren Vergangenheit machten diese wiederholt mit Pannenmeldungen Schlagzeilen.

Die Absicht des Ministeriums ist begrüßenswert. Doch auch künftig würden andere Reaktoren weltweit Brennstoff aus Deutschland erhalten. Nicht zu vergessen: die deutschen AKW. Auch sie sind über 30 Jahre alt. Konsequente Risikominimierung heißt deshalb: Atomfabriken und AKW sofort stilllegen!

 

Warnsignale aus der Zukunft

Immense Buschfeuer überziehen Australien. Ohne die menschengemachte Erderhitzung wäre ihr aktuelles Ausmaß kaum vorstellbar. Ist das Feuerinferno ein Vorbote noch schlimmerer Klimakatastrophen? Darüber wird maßgeblich unser Handeln in den 2020er Jahren entscheiden. Noch können wir die Klimakrise und das Ausmaß ihrer Folgen eindämmen! Lesen Sie mehr in unserer aktuellen Meldung.
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Auch viele BäuerInnen „haben es satt“!

Auch im neuen Jahr reißen die Bauernproteste gegen neue Umweltauflagen nicht ab. Doch längst nicht alle LandwirtInnen sperren sich gegen mehr Tier- und Naturschutz. So werden auf der „Wir haben es satt!“-Demo am 18.01. auch dieses Jahr
wieder zahlreiche Bäuerinnen und Bauern gemeinsam mit uns für die Agrarwende demonstrieren. Denn nur mit einer ökologischen Landwirtschaftspolitik lassen sich Bienen und Bauern retten.
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Demo „Wir haben es satt“

Agrarwende anpacken,
Klima schützen!

Wo: Brandenburger Tor, Berlin

Wann: 18. Januar 2020, ab 12 Uhr

Zur Demo-Seite >

18. Januar 2020 – Demo in Berlin

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Das Jahr der Agrarwende

2020 wird ein Jahr der Richtungsentscheidungen für die zukünftige Agrarpolitik in Europa: Fördert die EU mit unseren Steuergeldern weiterhin ein System, unter dem die Artenvielfalt, Tiere und Böden leiden und das immer mehr Bäuerinnen und Bauern in den Ruin treibt? Oder gelingt endlich die Wende hin zu einer ökologischen Landwirtschaft ohne Ackergifte, Gentechnik und Massentierhaltung? Für diese Wende wollen wir gleich zu Beginn des Jahres am 18. Januar Zehntausende auf die Straßen Berlins bringen!

In diesem Jahr wird die EU die Regeln für die Vergabe von Agrarsubventionen neu festlegen. Allein im Jahr 2017 wurde die gigantische Summe von 57.537.900.000 Euro ausgeschüttet – das ist der größte Posten im EU-Haushalt. Ein Großteil der Gelder befeuert bisher ein System, das uns Tierleid, Artensterben, ausgelaugte Böden und belastetes Trinkwasser beschert und das auch den Bäuerinnen und Bauern nicht hilft: Durchschnittlich alle drei Minuten musste in den letzten zehn Jahren ein landwirtschaftlicher Betrieb in Europa aufgeben.

Wir wollen, dass das Geld aus den EU-Agrartöpfen auf die vielfältigen und nachhaltigen kleinen Betriebe gelenkt und zur Förderung ökologischer Landwirtschaft eingesetzt wird. Dafür demonstrieren wir mit vielen Verbündeten am 18. Januar in Berlin unter dem Motto „Wir haben es satt!“. Wir hoffen, dass auch Sie dabei sind!

Doch für die Organisation einer Großdemo braucht es neben Zeit auch viel Geld: Flyer und Plakate müssen gedruckt, Bühnen und Lautsprecheranlagen gebucht werden. Unterstützen Sie uns dabei mit Ihrer Spende?

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Mit direkter Demokratie für die Artenvielfalt

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Mit direkter Demokratie für die Artenvielfalt

Während die Bundesregierung beim Artenschutz weiterhin auf der Bremse steht, machen Erfolgsbeispiele auf Landesebene Mut: Schon in drei Bundesländern konnten engagierte BürgerInnen mit direkter Demokratie die Politik zum Handeln bewegen.

Mehr als 1,7 Millionen Menschen gingen Anfang des Jahres in Bayern in die Rathäuser, um das Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ zu unterstützen. Inzwischen ist der Vorschlag des Volksbegehrens vom Landtag beschlossen worden. Nach diesem großen Erfolg starteten in Baden-Württemberg und Brandenburg ähnliche Initiativen:

In Brandenburg haben es Teile der Forderungen jetzt in den Koalitionsvertrag geschafft. Da wichtige Verbesserungen wie ein Verbot von Ackergiften in Naturschutzgebieten jedoch fehlen, werden weiterhin Unterschriften für eine Volksabstimmung gesammelt.

Auch in Baden-Württemberg hat das Volksbegehren schon eine Menge Bewegung in die Agrarpolitik gebracht: Dort bietet die Landesregierung den InitiatorInnen nun einen Dialog an und präsentierte eigene Eckpunkte für ein Artenschutzgesetz. Wie wir die Vorschläge der Regierung bewerten und unter welchen Bedingungen das Bündnis das Dialogangebot annimmt, lesen Sie in unserer aktuellen Meldung. 

Jetzt wollen wir den nächsten Schritt gehen und die regionalen Bewegungen für mehr Artenvielfalt nicht nur in Deutschland, sondern europaweit zusammenbringen: In wenigen Wochen starten wir mit der Unterschriftensammlung für eine offizielle Europäische Bürgerinitiative. Unser Ziel: Eine europäische Agrarwende zur Rettung der Artenvielfalt und der bäuerlichen Landwirtschaft. Als Newsletter-LeserIn informieren wir Sie hier als erste, wenn es losgeht und wie Sie mitmachen können!

[Man sollte doch eigentlich meinen, dass Ackergifte und Naturschutzgebiete einander logischischerweise ausschliessen … ???]

Pestizidkontrolle jetzt!

Mehr als 72.000 Menschen haben für die Petition „Pestizidkontrolle jetzt!“ unterschrieben. Nun fand die dazugehörige Bundestagsanhörung von Initiator und Imkermeister Thomas Radetzki statt. Welche Botschaft ihm bei seinem Vortrag besonders wichtig war und wie sich die Bundesregierung in der anschließenden Diskussion zum Zulassungsverfahren von Pestiziden positionierte, erzählt er im Interview.